Wochennotiz Nr. 323

20.09.2016-26.09.2016

Gruppenfoto State of the Map 2016

Gruppenfoto der diesjährigen SotM-Teilnehmer 1 | Bild von Tatiana van Campenhout unter CC-BY-SA 4.0

SotM 2016

  • Auf der State of the Map in Brüssel wurde die diesjährige Spendenkampagne gestartet, mit dem die laufenden Kosten der OSMF (also nicht nur Kosten für Kauf und Betrieb von Servern) finanziert werden sollen. Das Spendenziel sind 70 000 Euro. Der als gemeinnützig anerkannte FOSSGIS e.V. leitet während dieser Spendenkampagne eingehende Spenden für OSM direkt an die OSMF weiter.
  • Die vorläufigen Videos von State of the Map 2016 sind online.
  • Auf der SotM wurden die Gewinner der OSM Awards bekanntgegeben (Anzahl der Stimmen für den Sieger und der abgegebenen Stimmen in der Kategorie in Klammern): Roland Olbricht (213/665), Lukas Martinelli und Manuel Roth (160/500), WeeklyOSM-Team (377/584), Martin Ždila(186/554), Pascal Neis (306/605), Frederik Ramm (186/576). Auf der Abstimmungsplattform gibt es detaillierte Ergebnisse und im OSMF-Blog einen Beitrag dazu. Unsere Siegerfotos findet ihr auf Flickr.
  • Auf Flickr sind zahlreiche Fotos von der SotM unter dem Tag sotm2016 zu finden.
  • Auf der SotM wurden viele stolze Träger eines dort verteilten Craftmapper T-Shirts gesichtet (craft, engl. für Handwerk; wir berichteten) um sich von Michal Migurskis Blogeintrag gegen Craftmapper zu distanzieren. Der Diskreditierungsversuch durch einen sexistischen und rassistischen Kommentar auf Twitter entsprach zwar nicht den Gegebenheiten, führte jedoch zum einzigen kleineren Zwischenfall für die durch Gregory Marler und Jorieke vertretene “Code-of-Conduct-Orga“, die sonst mit „vegetarischen“ Lachsbrötchen und einem WLAN-Ausfall nach einem Brand im Rechenzentrum beschäftigt waren.

Mapping

  • BushmanK findet, dass der RFC-Status von Proposals nicht immer beachtet wird und man ohne Abarbeitung aller Anmerkungen und Fragen nicht in die Abstimmungsphase übergehen dürfen sollte.
  • Benutzer geri-oc schlägt vor, die sehr aufwändigen Änderungen der Wälder und Forste, die sich durch geändertes Tagging ergeben haben, in einem automatischen Edit auf einmal zu erledigen. Die Meinungen in der lebhaften Diskussion sind gemischt ob diesem Vorschlag.
  • Auf der Mailingliste Tagging wird über das Tagging von Scheingrabmalen (Kenotaph) diskutiert. Diese Erinnerungsmale haben wohl bisher noch keinen Einzug in die OSM gehalten.
  • Warin hat auf der Mailingliste Tagging ein altes Proposal zum Taggen von Überflutungsflächen (natural=floodplain) aus dem Jahr 2008 ausgegraben.
  • Sven Geggus fragt sich im Rahmen seiner Arbeiten am deutschen Kartenstil, ob sport=handball (Britisches Englisch) oder sport=team_handball (Amerikan. Englisch) richtig sei. Im Rahmen der Diskussion wird ein mechanischer Edit zur Korrektur der amerikanischen Tags vorgeschlagen.
  • Ulrich Meier fragt, wie man (in der Schweiz) am besten mehrsprachige Adressdaten erfassen sollte.
  • saikabhi vom Mapbox Data Team berichtet in seinem Benutzer-Blog über deren Arbeiten an der Verbesserung der Lagegenauigkeit des OSM-Straßennetzes in Taiwan. (wir berichteten)

Community

  • Bryan Housel schlägt im Github-Repository der OpenStreetMap-Website vor, einen Code of Conduct einzuführen. Was wohl der Auslöser für diesen Vorschlag war? In Bryans gleichzeitig angelegten Pull-Request dazu streitet man sich übrigens, wer denn die richtige Beschwerdestelle sei. 😉
  • Miguel A. Pardo (Deia) berichtet (Spanisch) (automatische Übersetzung) von 100 Studenten aus dem baskischen Portugalete. Sie untersuchten und mappten unzählige Hindernisse in ihrer Stadt, um Menschen mit Behinderungen die besten Wege aufzuzeigen.
  • YAHOO! Finance berichtet, dass Telenav am 22. September die sofortige Verfügbarkeit von OpenStreetView frei gibt. Eine kostenlose Open-Source-Plattform, erstellt, um die Weiterentwicklung von OpenStreetMap zu beschleunigen. Die Plattform beinhaltet kostenlose iOS und Android Apps.
  • Pascal Neis experimentiert mit der Darstellung aktiver Mapper auf einer Karte.
  • Ben Discoe hätte Michal Migurskis Blogpost „OSM at Crossroads“ (wir berichteten) gern verdrängt, bloggt aber wegen der Craftmapper-T-Shirts auf der SotM doch darüber.
  • Pratik Yadav stellt die Frage, warum man seinen Benutzernamen wählt, wie er ist. Die ersten Antworten gibt es in den Kommentaren zu lesen.

Importe

  • Spencer Gardner fragt auf der Mailingliste Talk-us, wie beim MassGIS-Straßenimport in Massachusetts das lanes=*-Tag bei Einbahnstraßen erzeugt wurde.
  • Die HOT-Angestellte Dewi Sulistioningrum möchte in einem Teil Indonesiens „Infrastruktur“ (Schulen, Moscheen, Krankenhäuser usw.) sowie Grenzen halbmanuell importieren. Momentan fehlt aber die Freigabe des Rechteinhabers.

OpenStreetMap Foundation

  • Die Swiss OpenStreetMap Association ist jetzt anerkanntes Local Chapter (Regionalvertretung) der OSMF. Weitere Local Chapters existieren in Italien und Island.

Veranstaltungen

  • Vom 7. bis 9. Oktober findet in Dresden das Elbe-Laabe-Meeting, ein Hackweekend und Mappertreffen mit Raum für Workshops und Vorträge statt. Eine Woche später steigt in Berlin die Feier des 100. OSM-Stammtisches mit Hackweekend und noch mal zwei Wochen später kann man in Karlsruhe programmieren und andere Entwickler kennen lernen.
  • Astrid sucht nach Terminen für die nächsten beiden FOSSGIS Hacking Events im Linuxhotel. Bis zum 9. Oktober kann noch mitgestimmt werden.

Humanitarian OSM

  • Biondi Sima von HOT Indonesien berichtet über drei Wege zur Katastrophenvorsorge in Indonesien. Besonders die Verfügbarkeit offener Geodaten, die OSM/HOT anbietet und die dadurch aktiven Bürger sind wertvoll für die Rettung im Katastrophenfall.
  • Das Projekt Healthsites.io, das ärztliche Versorgungsstellen für humanitäre Zwecke sammelt, ist jetzt in einen Beta-Status übergegangen.
  • Das HOT-Blog berichtet über eine einwöchige Hilfsaktion in Karamoja, Uganda.

Karten

  • Die OpenCycleMap unterstützt nun cycleway:right=track/lane und cycleway:left=track/lane.
  • Severak stellt in seinem Benutzer-Blog den Kartenstil Metropolis vor.
  • Sven Geggus berichtet, dass er den deutschen Tileserver nun endlich auf CartoCSS umgestellt hat. Er will den Stil künftig mit dem internationalen Stil möglichst synchron halten und sucht dafür noch Mitstreiter.
  • Yvecai hat einen neuen Baselayer für seine OpenSnowMap erstellt, der eher farbarm ist, um einen guten Kontrast und gute Sichtbarkeit für die Anzeige von Skipisten zu ermöglichen.

Open-Data

  • GISuser berichtet vom Crowdsourcing Pilotprojekt Statisics Canada, das am 17. Oktober an den Start geht. Zuerst in Ottawa und Gatineau werden durch die Projektmitglieder möglichst viele pysikalische Eigenschaften von öffentlichen Gebäuden erfasst und in die OSM eingebracht. Ziel sind freie Daten über die Handels-, Industrie-, Regierungs- und andere Gebäude in Kanada.

Programme

  • Die Moskauer Kartendesign- und Beratungsfirma Urbica hat mit Galton einen auf OSM-Daten und der OSRM-Engine basierenden Router entwickelt, der für einen beliebigen Punkt die Flächen aufzeigt, die in einer festen Zeit erreichbar sind. Der Sourcecode findet sich auf Github, in deren Blog wird das Projekt detailierter beschrieben.

Programmierung

  • Auf AWS steht ein neues freies Oberflächenmodell zur Verfügung, das mit Mapzens Hilfe aus unterschiedlichen freien Datenquellen erstellt wurde.
  • Tim Teulings berichtet in seinem Benutzer-Blog von seinen Arbeiten an libosmscout im Rahmen des OSM-Sommercamps in Essen.
  • Lukas Martinelli sucht auf Kickstarter.com Unterstützer zur Entwicklung eines freien Style-Editors für JSON-Stile für MapboxGL, der sich Maputnik nennt. Das Finanzierungsziel in Höhe von 4000 Franken wurde während der SotM erreicht.

Releases

Software Version Release Datum Änderungen
Mapbox GL JS v0.24.0 19.9.2016 elf neue Funktionen und Verbesserungen, dazu zehn Bugs beseitigt.
OsmAnd für iOS * 1.2.5 19.9.2016 Fehler beseitigt.
Geobuf 3.0.0 20.9.2016 eine wichtige Änderung und ein Bugfix.
OsmAnd für Android * 2.4 21.9.2016 Keine aktuellen Informationen
OsmAnd+ für Android * 2.4.6 21.9.2016 Integration von Audiosystemen, besseres Routing, Bugs beseitigt.
Vespucci 0.9.8 21.9.2016 viele Änderungen und Verbesserungen, siehe Release Info.
Mapillary Android * 2.40 23.9.2016 Login und Signup mit OpenStreetMap und Google, Fixes beim Browsing.
QGIS 2.16.3 23.9.2016 keine Infos
Gnome Maps 3.22.0 24.9.2016 neue, geänderte oder korrigierte Übersetzungen: Persisch, Italienisch, Schottisches Gaelisch und Ukrainisch.
Maperitive * 2.4.0 25.9.2016 Keine Informationen.
Komoot Android * var 26.9.2016 Keine Infos
Mapillary iOS * 4.4.14 26.9.2016 Login und Signup mit OpenStreetMap und Google, Verbesserungen bei den EXIF-Tags.
Maps.me Android * var 26.9.2016 GPS-Fehler beseitigt, neue Kartendaten.
OpenStreetMap Carto Style 2.44.0 26.9.2016 bitte Info lesen.

Bereitgestellt von der OSM Software Watchlist.

(*) unfreie Software. Siehe freesoftware.

Kennst du schon …

  • … den Taginfo-Report, der anzeigt welche Tags viel benutzt werden aber noch keine Wikiseite zur Beschreibung haben?
  • VROOM (Vehicle Routing Open-source Optimization Machine)? jcoupey stellt eine Erweiterung für OSMBC vor.
  • … die Binärbanditen von Philadelphia, USA? Mysteriöse Diebe stehlen in Philadelphia reihenweise die Nullen und Einsen von den Hausnummern. Was treibt die Binärbanditen an? Und was bedeutet das für OSM? 😉

OSM in der Presse

  • RP Online berichtet über den Düsseldorfer Mapper Harald Schwarz (black_bike), der schon seit sechs Jahren im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet alle Gaslaternen erfasst und in einem Projekt mit Spezialkarten anzeigt. Die Lokalpolitik ist interessiert, da es keine offizielle Daten über Gaslaternen gibt. Weitere Projekte von ihm sind Stolpersteine und die Stadtbäume Düsseldorfs.

Weitere Themen mit Geo-Bezug

  • Holger Sparr von MacLife listet die seiner Meinung nach besten Karten-Apps für das IPhone/IPad auf und erklärt die jeweiligen Vorzüge.
  • Auf einer Karte der Berliner Morgenpost kann man die Vegetationstärke in deutschen Städten prüfen.
  • Die internetfähigen Fahrzeuge von Audi, BMW und Daimler werden wohl bald zu Datenlieferanten für Here.
  • Die spanischsprachige Zeitschrift NOSOLOSIG berichtet (Spanisch) (automatische Übersetzung) in ihrer neuesten Ausgabe, dass das „Instituto Panamericano de Geografía e Historia (IPGH)“ eine Studie zur Qualität der Geodaten in Lateinamerika in Auftrag gegeben hat.
  • Die Handelskette REWE setzt auf ein neues Geomarketing-Tool, das wohl auch OpenStreetMap-Daten verwendet.
  • Google erklärt wie man den Kartenstil ihrer Vectortiles anpassen kann und versucht damit einmal mehr auf OpenStreetMap aufzuschließen.

Wochenvorschau

Wo Was Wann Land
Düsseldorf Stammtisch 30.09.2016 germany
Metro Manila State of the Map Asia 2016 01.10.2016-02.10.2016 philippines
Rostock OSM Stammtisch Rostock 04.10.2016 germany
Stuttgart Stammtisch 05.10.2016 germany
Wien 57. Wiener Stammtisch 06.10.2016 austria
Dresden Stammtisch 07.10.2016 germany
Dresden Elbe-Labe-Meeting 08.10.2016-09.10.2016 germany
Landshut Niederbayern-Stammtisch 11.10.2016 germany
München Stammtisch München 11.10.2016 germany
Berlin 100. Berlin-Brandenburg Stammtisch 14.10.2016 germany
Berlin Hack Weekend 15.10.2016-16.10.2016 germany
Bonn Bonner Stammtisch 18.10.2016 germany
Lüneburg Mappertreffen Lüneburg 18.10.2016 germany

Hinweis:
Wer seinen Termin hier in der Liste sehen möchte, trage ihn in den Kalender ein. Nur Termine, die dort stehen, werden in die Wochennotiz übernommen. Bitte prüfe die Veranstaltung in unserem öffentlichen Kalendertool und korrigiere bitte die Einträge im Kalender, wenn notwendig.

Diese Wochennotiz wurde erstellt von hakuch, Michael Reichert, Peda, rogehm, TheFive, Manfred Reiter, escada, jinalfoflia, Marc, wambacher.

Wochennotizteam

  • Das Wochennotizteam sucht Dich, ja DICH als Mitarbeiter. Die Wochennotiz erscheint mit 52 Ausgaben pro Jahr z. Zt. in neun Sprachen, unabhängig von Urlaubszeit oder Feiertagen. Dazu brauchen wir ein starkes Team. Deshalb würden wir uns über Deine helfende Hand freuen.
  • Vielfältige Aufgaben warten: Links aus dem OSM-Umfeld sammeln und bewerten, Artikel schreiben, übersetzen und korrigieren, Bilder aufbereiten, und das alles in einem engagiert diskutierenden internationalen Team.
  • Sende uns eine Mail mit Deinem OSM-Namen, damit wir Dich in unser Redaktionssystem aufnehmen können. Wenn Du möchtest, kannst Du Dich auch im Wiki eintragen.

Kategorie: Wochennotiz

  1. Jojo4u

    Schmierenkampagne? Ich kann keine Verunglimpfung in seinem Post erkennen. Auch gibt nach einem Blättern in seinem Blog keine Kette von Posts die das Wort “Kampagne” rechtfertigen. Was habe ich verpasst?

    • Hallo Jojo4u,

      hier mal ein paar Zitate aus Michals Blogeintrag:
      „I see three different movements within OpenStreetMap: mapping by robots, intensive crisis mapping in remote areas, and local craft mapping where technologists live. The first two represent an exciting future for OSM, while the third could doom it to irrelevance.“

      und weiter unten

      „Many historic OSM tendencies, such as aversion to large-scale imports and a distinctly individualist technical worldview, are the result of this origin [, the craftmappers mapping all their neighbourhood manually].“

      Er möchte damit darstellen, dass Craftmapper in Zukunft unnötig sind und OSM ohne sie auskomme. Das ist aber falsch (siehe dazu die Kommentare zu seinem Blogeintrag).

      Er verwendet das Wort Craftmapper in einer abschätzigen Art und Weise („Ach guck mal, die armen kleinen Mapperchen, die immer noch durch die Gegend rennen oder von Bing abmalen, obwohl meine supertollen Algorithmen das auch können“). Dem wollten die unbekannt gebliebenen Initiatoren der Craftmapping-T-Shirt-Kampagne etwas entgegensetzen. Neben den T-Shirts ist geplant, die Beleidigung in einen positiven Begriff umzuwandeln, wie es sonst bei Craft* (z.B. Craftbier, das sich als das besser Bier versteht) der Fall ist.

      Viele Grüße

      Michael

    • „einen sexistischen und rassistischen Kommentar auf Twitter“ : 10:09 AM – 23 Sep 2016

      „Der Diskreditierungsversuch entsprach zwar nicht den Gegebenheiten“
      Das ist aber falsch? (siehe dazu die Gruppenfoto: 2:15 PM – 23 Sep 2016, kein T-shirt für Laura… trotzdem viele stolze Träger)

      Also konnte Sie erkennen: 9:34 PM – 23 Sep 2016 – „legit point. Later in the day I did witness some #craftmapper shirts on not white dudes“ https://twitter.com/ianschuler/status/779403682848862208

      Schließlich… foto mit Laura: 9:45 AM – 24 Sep 2016

      „Schmierenkampagne?“ Naja…

      einer abschätzigen Art und Weise:
      „zum einzigen kleineren Zwischenfall für die durch Gregory Marler und Jorieke vertretene “Code-of-Conduct-Orga“, die sonst mit „vegetarischen“ Lachsbrötchen und einem WLAN-Ausfall nach einem Brand im Rechenzentrum beschäftigt waren.“

    • Hakuch

      Ich möchte mich hiermit persönlich als Mitglied des WN Teams ausdrücklich von dieser Meldung distanzieren. Leider ist sie mir nicht vor der Veröffentlichung aufgefallen. Inzwischen wurde der Bezug auf Michals Blogpost entschärft (zuvor wurde dieser als “Schmierkampagne” bezeichnet, nur soviel zur Transparenz).

      Aber die Beschreibung des Tweets von Ian Schuler als rassistisch und sexistisch ist leider so geblieben obwohl sie meiner Meinung nach die Aussage des Tweets ins Gegenteil verkehrt und Ian unberechtigt diffamiert und verleumdet.

      Ich find es ebenfalls sehr schade, dass die Wochennotiz es hier nicht schafft, bei diesem Thema (Craftmapping vs whatever) eine einigermaßen neutrale Haltung oder Formulierungsweise einzunehmen.

  2. R0bst3r

    Michal ist sehr kontrovers und eckt an, aber mit einigen Aussagen hat er Recht. Manche Veränderungen würden OSM gut tun (ob Robots das richtige sind? weiß nicht?!), werden aber von einer gewissen Kerngruppe, die alles so bewahren will wie es immer war, im Keim erstickt. Es wird Zeit, dass OSM erwachsen uns sich weiterentwickelt. Tendenzen dazu gibt es!

  3. Zu wertenden Darstellungen – hatte das glaube ich schon mal angeregt, ich würde Euch vorschlagen, die Wochennotiz etwas stärker auf neutrale Berichterstattung zu konzentrieren und Meinungen eher in separate Kommentar-Posts und Erlebnisberichte zu packen. Hier kollidieren ja ein bisschen das amerikanische und das deutsche Journalismus-Verständnis aber auch in D wird der Versuch von Journalisten, den Leser nicht frei seine eigene Meinung formen zu lassen, sondern ihm gleich eine Soll-Sichtweise mitzugeben, zunehmend kritisch gesehen.

    Im Allgemeinen bekommt Ihr das auch gut hin, insbesondere bei Meldungen zu Produkt-Neuheiten beschränkt Ihr euch üblicherweise auf etwas wie ‘X hat neu Y herausgebracht’ mit entsprechenden Links und ggf. mit einer sachlichen Funktionsbeschreibung – fast immer ohne Wertung, ob das ganze nun Innovativ oder billiger Abklatsch ist.

    Die Einordnung zum Migurski-Beitrag habt Ihr ja schon entsprechend geändert, bei der Wertung des Tweets würd ich das genauso machen – dann kann jeder selbst entscheiden wie das zu interpretieren ist.

    • Peda

      Wir versuchen natürlich schon neutral zu berichten und jegliche Wertung zu unterlassen. Und genauso natürlich gelingt uns das nicht immer und ich will auch kurz erklären warum: Jeder von uns hat so sein Lieblingsthema, findet eine “schöne Karte”, ein “interessantes Taggingschema”, einen “schlecht gemachten Import” usw. usf. Allein zu schreiben, dass eine Karte schön ist, ist wertend. Beim Review versuchen wir auch oft, solche wertenden Aspekte nochmal rauszukürzen aber 1. übersieht man das recht einfach und schnell und 2. haben wir leider nur begrenzte Zeit und Personal.

      Der Blogeintrag von Migurski hatte viele Mapper verärgert. Klar ging es ihm um Stimmungsmache für Robotmapping und Co. Dass er aber gleichzeitig versucht Craftmapper zu diskreditieren ist schäbig. Ich habe mich darüber wie viele andere auch sehr geärgert und deshalb auch mit Stolz ein solches T-Shirt auf der SotM getragen. Übrigens nicht um mich gegen Importe oder Robots auszusprechen sondern um mich für unsere Mappingcommunity auszusprechen. Die Leute, die Daten sammeln und eintragen, von Luftbildern abmalen oder Qualitätssicherung vornehmen. Die Leute, die unser Projekt groß gemacht haben und auch weiterhin einen Großteil der Daten beisteuern. Egal seit wann.

      Trotzdem gibt es natürlich gleichzeitig auch eine starke Opposition gegen (schlecht gemachte) Importe und Robotmapping und gerade weil es in der Vergangenheit so viel schlechte Importe gab, sind unsere Hürden für Importe, mechanische Edits und Robotmapping verhältnismäßig hoch. Das gefällt nicht jedem, vor allem nicht denen, die damit Geld verdienen wollen.

      Dazu gehört auch Ian. Es ist unglaubwürdig, dass er als Chef von DevelopmentSeed den Blogeintrag von Migurski nicht kennt, die “Kontroverse” um diesen nicht mitbekommen hat und ihm auch nicht bewusst ist, was bzw. an was seine eigenen Mitarbeiter so arbeiten bzw. im Firmenblog schreiben. Wer dann davon ausgeht, dass ihm der Begriff Craftmapper bislang nicht über den Weg gelaufen ist bzw. ihm nicht bewusst war auf was er anspielt ist imho ziemlich naiv.

      Natürlich arbeiten wir trotzdem an uns und ich nehme deinen Kommentar für mich wohlwollend und dankend an 😉

    • Hallo Peda,

      sorry für die späte Antwort – ich hatte das aus den Augen verloren.

      Mit der Einschätzung der Zusammenhänge stimme ich durchaus mit Dir überein und ich fände es positiv, wenn dies auch vertiefend im journalistischen Teil des Blogs und nicht nur in den Kommentaren behandelt würde – aber halt besser in getrennten Beiträgen.

      Was wertende Beschreibungen angeht – es gibt da ja zwei Sorten, das was in Richtung Tatsachenbehauptungen geht, “sexistisch und rassistisch” gehört m.e. dazu, und das was eher eine emotionale Meinungsäußerung darstellt wie “schön” oder “interessant”. Letzteres halte ich für einen wünschenswerten Bestandteil einer angenehm zu lesenden Darstellung, ersteres eher nicht. Aber natürlich ist da in der Praxis ein fließender Übergang.

      Attribute, die ich für den genannten Tweet als angemessen empfunden hätte wären zum Beispiel:

      fragwürdig, ambivalent, bedenklich, irritierend, wenig hilfreich

      So etwas würde den Nachrichtenwert der Sache betonen, dem Leser die eigentliche inhaltliche Bewertung aber weitgehend offen lassen.

    • Manfred

      Hallo Christoph,

      vielen Dank für die ausgewogenen Worte, die einem fern des Ereignisses gut einfallen können. 😉 …

      Ich war mittendrin und die Aufregung allerorten (ob des tweets) war groß und wurde auch genau so wie wir es weitergegeben haben (nicht von Redakteuren der WN) geäußert.

      Ich stimme Dir im übrigen vollkommen zu, dass wir uns weiter bemühen sollten sprachlich differenziert zu formulieren, was uns ja auch (hoffentlich) meistens gelingt. 😉

  4. Frederik Ramm

    Ich hatte auf Hakuchs Beitrag im Forum geantwortet und nicht gesehen, dass der hier im gleichen Wortlaut steht. Daher wiederhole ich mich:

    Nun, Ian hat völlig unnötig Rasse und Geschlecht in eine Diskussion gebracht, die damit nichts zu tun hatte, nur um größere Aufmerksamkeit zu erregen. In meinen Augen ist das nichts anderes als die Anstiftung zum Rassenhass. Die SotM-Working-Group hat das zunächst retweeted und sich später sehr dafür entschuldigt (und den Re-tweet gelöscht), weil er gegen ihren eigenen “Code of Conduct” verstiess. Insofern entspricht die Berichterstattung der Wochennotiz dem, was die Veranstalter auch selbst wahrgenommen haben.

    Man kann über “Craftmapping” denken, was man will, aber mit Rasse und Geschlecht hat das nichts zu tun, und wenn einem dazu nichts besseres einfällt, als auf Twitter die politische Korrektheitskeule auszupacken, ist das schon ein Armutszeugnis.

  5. Simon

    Noch ein paar Bemerkungen meinerseits (hatte das Hauptlager an craftmapper T-Shirts):

    – das offensichtliche: das Gruppenfoto wurde am frühen Freitagnachmittag aufgenommen, was sofort auffällt: es hat praktisch niemand das hellblaue SotM T-Shirt an obwohl -alle- es zu dem Zeitpunkt schon hatten. Sprich das Bild reflektiert nicht wer alles zu dem Zeitpunkt schon ein craftmapper Shirt hatte, sondern nur, wer es schon angezogen hatte (zum grössten Teil solche die es “inoffiziel” schon am Vorabend bezogen hatten). Ca. 1/3 der Teilnehmer wollten schlussendlich eins, ich hab noch ein paar falls jemand Interesse hat.

    – Ian Schulers Tweet war ohne Zweifel absichtlich und berechnend verunglimpfend. Ob das jetzt rassistisch ist kann man diskutieren, ich würde es jetzt nicht so sehen. Klar ist, Ians Firma Developement Seed, die auch sonst an SotM negativ auffiel, dient sich spezifisch in den USA domizilierten humanitäre und internationalen Organisationen an, und da will man sich natürlich lieb Kind machen, das Verhalten ist also soweit verständlich. “Money makes the world go round”