OSMF-Vorstandswahl 2019 – ein Kommentar

Dieser Beitrag enthält die persönliche Meinung des Autors. Weder wird inhaltliche Neutralität angestrebt noch gibt dieser Beitrag die Meinung der Redaktion wieder. Bitte lest selber die Wahlprogramme und die Antworten der Kandidaten auf den Fragenkatalog durch, um euch eine eigene Meinung zu bilden.

Der Autor ist bei derselben Firma wie Rory McCann, einem der Kandidaten, angestellt.

Die Auswahl bei der diesjährige OSM-Vorstandswahl fällt verglichen mit den letzten Jahren relativ groß aus. Dieses Jahr sind vier Posten zu besetzen, wofür sich elf Kandidaten und eine Kandidatin bewerben. Zuletzt gab es im Jahr 2015 ähnliche viele Kandidaten, nämlich elf Kandidaten für vier Posten. Eine neutrale Zusammenfassung der Antworten auf die Wählerfragen und der Wahlprogramme ist in einem dreiteiligen Blogeintrag zu finden:

Guillaume Rischard

Guillaume versucht es dieses Jahr zum dritten Mal, nachdem er im Jahr 2016 gegen Frederik Ramm und Kate Chapman (beide jetzt ausscheidend) und im Jahr 2018 gegen Tobias Knerr und Joost Schouppe verloren hatte. Er gehört zur Gruppe der Hobbymapper und verdient sein Geld nicht mit OSM. Er stammt aus Luxemburg und spricht fließend Französisch, Deutsch und Englisch, erreicht damit die großen Communitys in Westeuropa. In der OSMF ist er sowohl in der MWG als auch in der DWG aktiv. Er weiß also wie der Hase läuft – vermutlich besser als manche aktuellen Vorstandsmitglieder.

Seine Wahlprogramme sind von Jahr zu Jahr realistischer geworden. Im Jahr 2016 ging es ihm um die Umstellung auf HTTPS, Geld für Projekte auszugeben, eine bessere Interaktion mit der Mapper-Community und Fundraising. Die HTTPS-Sache ist mittlerweile fast ganz erledigt, Guillaume hat dort die entscheidenden Leute lange genug bearbeitet. Die Fundraisingfrage hat der Vorstand mittlerweile durch die Einführung der neuen, teuren Beitragsklassen für Firmen gelöst.

Das letztjährige Wahlprogramm ist nicht so weit vom diesjährigen entfernt. Die Härtung gegen feindliche Übernahmen, damals ganz frisch, nahm großen Raum ein. Guillaume war als Mitglied der MWG und einer der Autoren des Untersuchungsberichts hautnah dabei. Er forderte etwas mehr Transparenz im Vorstand und mehr Unterstützung für die Arbeitsgruppen (konkret MWG und OWG).

Sein diesjähriges Wahlprogramm ist hinsichtlich der Themensetzung nicht viel anders. Wie schon im Vorjahr fällt auf, dass sein Wahlprogramm keine hochgesteckten Ziele (anders als noch 2015) hat, stattdessen nennt er realistische und erreichbare Meilensteine. Das spiegelt sich auch in seinen Antworten wieder. Während seine Konkurrenten bei der Frage nach dem Geschlechterverhältnis größtenteils fast alle ähnliche Sonntagsreden über Förderung von Frauen und sexuell Diversen schreiben, warnt er davor, sich in Nebenschauplätzen zu verzetteln.

Guillaume gibt sich einerseits als Kritiker gegenüber Firmen und Fremdeinflüssen, versucht aber dennoch, nicht zu extrem aufzutreten. Er ist kein Kompromisskandidat, aber für alle, die in ihrer Freizeit für OSM tätig sind und kämpfen, sicherlich eine gute Wahl.

Nuno Caldeira

Nuno tritt zum zweiten Mal zur Wahl an, letztes Jahr hat er es nicht geschafft.

Nunos Antworten auf die Fragen enthalten wenig große Ziele und klingen realistisch, sofern es im Vorstand eine ausreichende Mehrheit und einen korrekten Umgang mit Interessenskonflikten gibt.

Nuno ist wie Guillaume recht aktiv und umtriebig in der OSMF(-Politik). Im Laufe des Jahres hat er sich auf den Mailinglisten Talk und OSMF-Talk als Lizenzdurchsetzer profiliert. Man liest aus seinen Antworten wie auch aus denen von Guillaume einen gewissen Frust über die Entscheidungsunwilligkeit des aktuellen Vorstands. Während es Guillaume um den Schutz vor feindlichen Übernahmen geht, widmet sich Nuno der Einhaltung der Lizenz.

Bei Nuno schwingt ein Hauch von Anti-Establishment mit.

Rory McCann

Über die Frage, wo Rory McCann auf seinem persönlichen Stimmzettel eintragen sollte, habe ich verschiedene Antworten gehört. Rory ist einerseits für Kritiker der großen US-Firmen eine gute Wahl, andererseits habe ich schon Befürchtungen gehört, Rory könne es mit Vielfalts-/Gleichstellungsbestrebungen übertreiben. Das gesamte Diversity-, Social-Justice- und Code-of-Conduct-Thema ist sein persönliches Steckenpferd. Die Verwendung abschätziger Sprache („Dudebros“) in seinen Antworten ragt aus den übrigen Beiträgen der anderen Kandidaten negativ heraus. Sie lässt befürchten, dass er nicht davor zurückschreckt, die OSM-Community zu spalten, um Ziele und Ideologien, die wenig mit OSM zu tun haben, durchzudrücken. Andere Communitys haben an der Einführung eines Code-of-Conducts erheblichen Schaden erlitten – manche Code-of-Conduct-Verfechter meinen, dass das richtig sei (im Sinne „Schädlinge raus“).

Rorys Sprachstil in den Antworten und seinem Wahlprogramm ist reich an Redewendungen und Bildern, für Fremdsprachler stellenweise nicht gut verständlich.

Wie auch Guillaume und Nuno ist Rory ein Hobbymapper, verdient sein Geld aber direkt in der OSM-Industrie.

Steve Coast

Steve Coast war von 2007 (Gründung) bis 2011 Vorstandsvorsitzender und anschließend bis 2013 Ehrenvorsitzender. Im Jahr 2014 kandidierte er. Seine Kandidatur war damals Anlass, dass sein Simon Poole, sein Nachfolger, kurz vor der Wahl zurücktrat (Begründung), obwohl sein Posten gar nicht zur Wahl stand. Hinter der Kulissen heißt es, er hätte keine Lust gehabt, sich die Zusammenarbeit mit Steve anzutun.

Bei seiner Kandidatur im Jahr 2014 forderte er eine Verkleinerung des Vorstands, um Diskussionen zu verkürzen, und regelmäßige Vorstandstreffen in Person (nicht online) mit einem Moderator. Desweiteren forderte Angestellte für die OSMF. Das alles könne in 6 bis 12 Monaten umgesetzt werden, schrieb er damals. Seine Programmpunkt, das Mapping der Adressen in ein bis drei Jahren abzuschließen, war schon damals weit von der Realität entfernt.

Steve spricht in seinen Antworten auf die diesjährigen Fragen an die Kandidaten einige Probleme der Foundation direkt an, was in der Deutlichkeit sonst nicht so sehr tun. Das macht ihn aber nicht unbedingt zum guten Vorstand. Sollte Steve gewählt werden, kann befürchtet werden, dass die Effektivität der Vorstandsarbeit darunter leidet, wo sie doch so nötig wäre. Steve ist nicht für seine Kompromissfähigkeit bekannt. Es ist gut möglich, dass Steve ein Sprücheklopfer ist.

Auf der Mailingliste OSMF-Talk kritisierte sein Konkurrent Eugene Alvin Villar, dass Steve seine Beschäftigung bei TomTom, einem Wettbewerber (!) von OSM verschweigt.

Sein Ziel, “get addresses done” (deutsch: „Das Thema Adressen abhaken“) klingt wie ein billiger Wahlslogan. Ich erkenne hier große Ähnlichkeiten mit dem Slogan eines britischen Populisten. Eine derart gezielte Einflussnahme auf das Mapping würde mit den Traditionen der OSMF brechen. Vom fehlenden Realismus des Ziels ganz zu schweigen. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass Glaubwürdigkeit nicht von großen Sprüchen, sondern von Taten kommt und davon hat Steve in den letzten Jahren nicht wirklich viele.

Eugene Alvin Villar

Eugene kandidiert zum ersten Mal und ist der erste Kandidat aus einem Entwicklungsland, der kein Mitarbeiter oder Mitglied von HOT US Inc.

Seine Äußerungen zu seinen Pläne zeigen, dass er die Vorstandsprotokolle aufmerksam liest. Die Anmerkung in den Zusammenfassungen, dass die Ausschreibung für Datenschutz-Anpassungen an der Website/API erfolglos war, darf ihm nicht angelastet werden. Das hat der aktuelle Vorstand doppelt verbockt. Erstens hat er sich nicht ernsthaft angestrengt. Zweitens die Erfolglosigkeit nicht öffentlich dokumentiert, sodass die Mitglieder es gar nicht besser wissen können, sofern sie nicht, wie ich, an der Quelle sitzen.

Eugene ist in meinen Augen auch ein Kompromisskandidat, der für viele Mitglieder wählbar sein dürfte. Er ist ziemlich lange bei OSM dabei und ziemlich aktiv im Projekt.

Seine Wahlprogramm ist realitätsnah und auf dem Boden der Tatsachen. Große Sprüche im Stil „Ich mache alles besser.“ oder „Ich will das Geschlechterverhältnis-Problem lösen“ fehlen. Ein Bewusstsein für die Risiken aus dem Business-Sektor fehlt ihm jedoch.

Mikel Maron

Mikel stellt sich zum sechsten Mal zu Wahl. Er war schon von 2007 bis 2011 und ab 2015 im Vorstand.

Folgendes waren im Jahr 2015 die zentralen Punkte seinem Wahlprogramm: Er wollte die Kontakte mit und die Unterstützung von Local Chapters fördern – das Local-Chapter-Programm war damals in den Kinderschuhen. Die Arbeitsgruppen wollte er re-energetisieren und dafür Mitglieder werben. Das „Sponsorenprogramm“ (gemeint sind vermutlich kommerzielle Mitgliedschaften) wollte er voranbringen. Von den drei Punkten wurde nur das Programm für kommerzielle Mitglieder umgesetzt, welches aber schon der Vorstand davor angegangen hatte. Bei derselben Mitgliederversammlung stand nämlich die dafür erforderliche Satzungsänderung zur Abstimmung.

Der Sprachstil seines Wahlprogramms und seiner Antworten ist im Allgemeinen verständlich, klingt stellenweise ein wenig nach Business-Sprech. Die entscheidenden Stellen sind im Allgemeinen neutral. Mikel weiß, wie der Hase in der OSM läuft, was grundsätzlich erst einmal für ihn spricht. Leider gibt es jedoch genügend Punkte, die gegen ihn sprechen.

Mikel ist in meinen Augen für eine weitere Amtszeit ungeeignet. Er will Chef sein, kein Indianer. Meiner Beobachtung nach lässt er gerne Dorothea, die von der OSMF dafür bezahlt wird, die Arbeit machen. Wer nicht durchsetzungsstark ist, hat es in Gremien mit ihm zusammen schwer. Sein Umgang mit Interessenskonflikten ist mangelhaft. Als die Organised Editing Guideline im Vorstand diskutiert wurde, verzichtete er nur nach erheblichem Druck anderer Vorstandsmitglieder auf seine Teilnahme an der Abstimmung, obwohl Mapbox damals stark im organisierten Mapping involviert war. Als er die Befangenheit einsah, legte er dem Vorstand als Trotzreaktion einen weichgespülten, nie veröffentlichten Gegenentwurf vor, über den die anderen hätten diskutieren sollen.

Von Nicolas Chavent und Severin Menard, beides HOT-Urgesteine, wurde ihm und anderen aus der HOT-Führungsriege vorgeworfen, einen Code of Conduct zur Stummschaltung bzw. zum Ausschluss missliebiger Stimmen zu verwenden. Die Vorwürfe hat er weder bestritten noch bestätigt.

Mikel scheinen Arbeitsgruppen, die selbstständig und in den Interessen der Mitglieder, ggf. auch gegen seine Interessen bzw. die des Vorstands, handeln, ein Dorn im Auge. Wenn er es gekonnt hätte, hätte er möglicherweise die MWG letztes Jahr aufgelöst, weil diese zu eigenmächtig sich der GlobalLogic-Sache angenommen habe. Es ist ein deutliches Zeichen, dass Freiwillige von ihm als Vorstand in der Realität nicht die Wertschätzung und den Rückhalt verdienen, der ihnen zusteht!

Es bleibt den Wählern überlassen, zu entscheiden, ob Mikel lange genug Vorstand war und es Zeit für neue Leute und neue Ideen ist. Auswahl gibt es genug.

Jinal Foflia

Jinal gehört zu den Kandidaten, die eine Firma direkt im Rücken haben. In ihrem Fall ist das der Taxidienstleister Grab, das Uber Südostasiens, der GlobalLogic damit beauftragt hat, in OSM zu mappen. Die Qualität von GlobalLogic gefiel den örtlichen Mappern gar nicht.

Jinals Antwort auf die Frage zu ihren OSM-Aktivitäten ist relativ lang. Während die anderen Bewerber relativ nüchtern ihre Aktivitäten aufzählen und beschreiben, geht sie ausführlicher auf die einzelnen Punkte ein und verwendet eine durchweg das Positive betonende Sprache (die anderen klingen nicht negativ, sondern neutral).

Spätestens, wenn man ihre Antwort auf Interessenskonflikte liest, springt die PR-Sprache ins Auge. Die Antwort auf Interessenskonflikte ist so geschrieben, dass sie das enthält, was der Fragesteller lesen möchte, dennoch aber so unverbindlich wie möglich bleibt. Selbst Mikel, der nicht gerade ein Musterschüler für den Umgang mit Interessenskonflikten ist, liefert bei dieser Frage eine Antwort, die nicht weichgespült, sondern sachlich und direkt klingt.

In ihren Antworten mit Community-/Diversity-Bezug ähnelt sie Heather Lesons Kandidatur im Jahr 2017. Letztere hat in ihrer Zeit im Vorstand praktisch nichts in der Hinsicht erreicht (ok, die anderen Vorstände haben sich auch nicht so richtig dafür interessiert). Ich halte Jinals Ziele für unrealistisch, da sie außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Vorstands liegen. Um neue Gruppen für OSM zu gewinnen, braucht es kein Vorstandsamt, dazu muss man nur etwas tun.

Gregory Marler

Gregory Marler ist einer der Kompromisskandidaten dieses Jahr. Er ist ein klassischer Craftmapper, verdient sein Geld nicht mit OSM und ist in der OSMF – genauer der SotM Working Group recht aktiv.

Das ist in meinen Augen auch der negative Punkte bei Gregory. Die Freizeit eines jeden ist beschränkt, wenn er sie in die Vorstandsarbeit steckt, fehlt sie in der Arbeitsgruppe. Andererseits kann man auch sagen, dass die SotM Working Group nicht zu den Gruppen mit großen Personalsorgen gehört.

Eine Reihe von Punkten spricht für Gregory. Er ist kein Postensammler, wie sein Rückzug aus dem Vorstand von OSM UK zeigt. In einem Vorstand, der möglicherweise aus sehr gegensätzlich orientierten Mitgliedern besteht (man stelle sich mal Nuno vs. Michal vor), kann er als Vermittler auftreten, wofür er in meinen Augen sehr geeignet ist.

Durch seine langjährige Aktivität in der SotM Working Group weiß er, wie die OSMF im Innern funktioniert – weitaus besser als mancher aktueller Vorstand und mancher der Kandidaten. Er lässt das in seinen Antworten auch einmal durchblicken. Zudem hat Gregory in fast alle Teile von OSM Kontakt.

Gregory ist meiner Meinung nach keine Wahl, bei der man etwas falsch macht, aber es gibt Kandidaten, die ich bevorzuge.

Michal Migurski

Michal Migurski ist zwar schon sehr lange bei OSM dabei, fällt aber nicht wirklich durch Aktivität auf. Seine Mappingbeiträge sind überschaubar. Er ist der einzige Kandidat, der kein aktiver Mapper im Sinne der Vereinbarung für Mitwirkende ist. Diese definiert aktive Mapper als solche, die in den zurückliegenden 12 Monaten in mindestens drei Monaten gemappt haben.

Sein Wahlprogramm und Auftreten hat gewisse Ähnlichkeiten mit Steve Coast. Steve tritt als Populist auf, Michal bläst ein wenig ins selbe Horn und stellt Sachen teilweise übertrieben dar. Der Abschnitt, in dem er sich vorstellt, ist Eigenlob.

Er bemüht sich, als eine Art Retter aufzutreten. Anders als Steve hat sein Rettertum aber eine andere Agenda: Wie man aus seinen Antworten, seinem Wahlprogramm und seinen Äußerungen auf der Mailingliste OSMF-Talk herauslesen kann, hat er keinen Respekt vor der aus Freiwilligen bestehenden Community. Weshalb schreibt er sonst, dass er auf den Mailinglisten Talk und OSMF-Talk nach offiziellen Beiträgen von Vorständen und Arbeitsgruppen Ausschau halte? Klar, die große Community ist für ihn nicht von Bedeutung, er hat eine wirtschaftliche Agenda. Deshalb sollte man davon ausgehen, dass er einzig und allein dazu kandidiert, den Firmen mehr Einfluss zu geben.

Der Satz „Meine Kandidatur für den OSMF-Vorstand wurde von den für Kommunikation und Recht Verantwortlichen bei Facebook überprüft“ heißt praktisch, dass er wegen seines Jobs kandidiert und ein Kandidat von Facebook Gnaden ist. Auch so kann man feindliche Übernahmen versuchen. Seine übrige Aussage zu Interessenskonflikten enthält, anders als bei den anderen Kandidaten keine Aussage, dass er bei Befangenheit sich der Stimme enthalten werde. Die Aussage, er müsse im besten Interesse der Foundation handeln, ist eine Nullaussage. Das ist seine gesetzliche Pflicht als Vorstand, sie ist jedoch schwammig und erst wirklich von Belang, wenn es ans Geld geht. Ob die OSM-Community vor die Hunde geht, ist aus der körperschaftsrechtlichen Sicht nicht von Belang.

Von einer Wahl Michals rate ich ausdrücklich ab. Es wäre der Anfang einer feindlichen Übernahme durch die Vordertür.

Dietmar Seifert

Dietmar ist seit etwa zehn Jahren bei OSM dabei. Unter den Kandidaten, die sich kritisch gegenüber kommerziellen Akteuren aussprechen, ist er der schärfste.

Unter den Kandidaten Dietmar die konkretesten Pläne zum Umgang mit dem Fall „iD“. Er schlägt eine Tagging-Arbeitsgruppe, einen neuen Kommunikationsansatz mit den iD-Hauptentwicklern und Regeln für Anwendungen auf openstreetmap.org vor.

Leider erkennt man schon an seinen Texten, das die englische Sprache nicht seine Stärke ist. Sprachliche Gewandheit hat in der Vergangenheit im OSMF-Vorstand der Durchsetzungsfähigkeit einer Person genützt.

Clifford Snow

Clifford ist ein recht firmenfreundlicher Kandidat, der aber weitaus weniger offensiv wie Michal auftritt. Neben dem Aufbau engerer Beziehungen zu kommerziellen Mitgliedern, setzt er sich für eine Anpassung des Mission Statements (Leitbild) der OSMF ein und einer strategischeren Ausrichtung der Foundation ein. Letzteres läuft auf eine Professionalisierung und damit eine Machtzentrierung hinaus. Ob man das gutheißen möchte, soll jeder für sich entscheiden.

Allan Mustard

Allan ist von vier Leuten parallel gebeten worden, sich zur Wahl zu stellen. Nach dem Ende seiner Diplomatenkarriere ist das jetzt auch möglich. Allan wäre sicherlich ein guter Vorstandsvorsitzender und brächte die dafür notwendigen Fähigkeiten als Vermittler zwischen den verschiedenen Interessensgruppen im Vorstand mit.

Sein Wahlprogramm umfasst die Gewinnung neuer Mitglieder und das Engagement an Schulen und Hochschule, Werkzeuge zur Nutzung von OSM durch Laien und eine Erinnerung, dass der Anglozentrismus bei OSM nicht positiv ist. Er spricht sich für Craftmapping, also das Mapping durch Freiwillige vor Ort aus, tut das aber nicht, indem er gleichzeitig andere Beitragsformen verdammt.

Zusammenfassung

Ich rate zu Vorsicht vor Kandidaten, die bislang wenig in OSM aktiv waren. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, das Externe wenig Ahnung von den Abläufen in OSM haben und ihre Erfahrungen von draußen nicht so hilfreich sind, wie sie einem versuchen, glaubhaft zu machen. Eher verfolgen sie ihre eigene politische Agenda oder die eines externen Unterstützers. Bislang sind diese Kandidaten an den verbleibenden Vorständen gescheitert, die entweder genügend, wichtigere Themen auf die Tagesordnung setzten. Und wenn die eigene Agenda dann von der Agenda der anderen ausgebremst wird, geht schnell auch die Lust flöten und es wird wenig Zeit und Energie investiert.

OSMF-Vorstandswahlen 2019 – die Kandidaten (Teil 2b)

Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten abstimmen. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten vorzuschlagen, aus denen ein Moderator einen Fragenkatalog auswählte. Die Antworten der Kandidaten wurden zentral zusammen mit den von ihnen eingereichten Wahlprogrammen veröffentlicht.

Dieser Beitrag stellt die Antworten auf die Fragen der Wähler und die Wahlprogramme von vier der zwölf Kandidaten vor. Guillaume Rischard, Allan Mustard, Steve Coast, Eugene Alvin Villar und Nuno Caldeira wurden in Teil 1 vorgestellt. Dort sind auch Übersetzungen der Fragestellungen zu finden. Mikel Maron, Rory McCann und Clifford Snow wurden in Teil 2 vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Jinal Foflia

OSM-Benutzername: jinalfoflia

HDYC-Status: Heavy Mapper (Rarely Active), 14 Mappingtage seit Jahresbeginn

OSM-Aktivitäten

Jinal ist seit 2015 bei OSM aktiv. Wenige Wochen nach ihrem ersten Edit wurde sie bei Mapbox in dessen indischem Büro angestellt, wo sie im Data Team aktiv war (Anm.: Bis zur Schließung des Büros). Mittlerweile arbeitet sie für Grab in Singapur in dessen OSM-Mapping-Abteilung.

Sie hat an der Organisation einer Reihe kleinerer Veranstaltungen mitgewirkt, teilweise, wie sie schreibt, im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit. Zudem hat sie mit Sajjad Anwar die SotM-Asia 2018 in Bengaluru (Indien) organisiert.

Jinal ist seit mehreren Jahren aktives Mitglied des weeklyOSM-Team und der CWG der OSMF.

Den Vorstandssitzungen habe sie bislang nicht zugehört, weil diese aufgrund der Zeitverschiebung in Asien sehr ungünstig liegen. Die Protokolle lese sie jedoch.

Warum Vorstand werden

Sie leitet ihre Antwort mit dem Hinweis darauf ein, dass Karten würden immer wichtiger werden würden. Man könne als Mitglied schon viel selbst erreichen, aber als OSMF-Vorstand hätte man die „einmalige Möglichkeit und auch die Verantwortung, hinsichtlich des Wachstums des Projekts etwas zu bewirken“. Die folgende Punkte seien der Anlass für sie, zu kandidieren:

  • Sie möchte Minderheiten repräsentieren und eine Plattform für asiatische Communitys bieten. Zur Vielfalt gehöre nicht nur die Geschlechterfrage, ihr geht es um die Förderung asiatischer Communitys.
  • Als Community-Managerin möchte sie stärkere Communitys aufbauen. Zu ihren Ideen gehöre eine Plattform, wo Communitys diskutieren und voneinander lernen können, sowie OSM einladender, inklusiver und vielfältiger zu machen.

Ein Vorstand zu sein

In ihrer Antwort nennt sie keine Managementerfahrung, die der/die Fragesteller(in) möglicherweise lesen wollte. Sie schildert hingegen den Fall, als das Mapbox Data Team in drei Städten eines gut gemappten Lands ein Mappingprojekt plante und die örtliche Community kontaktierte. Es habe mit dem Missverständnis angefangen, Deutsch zu verwenden. Schlussendlich habe man sich aus der Situation herausmanövriert, indem man nur Notes gesetzt habe. (Anm.: Das dürfte die geplante Mappingaktion von Mapbox in Deutschland gewesen sein, die sich am Ende auf ein paar Notes beschränkte. Die Städte waren die bekannten deutschen Automobilzentren.)

Vielfalt im Vorstand

Vielfalt sei äußerst wichtig, da sie zu einem reicheren Erfahrungsschatz führe. Falls es von einer Community (Frauen sind damit gemeint) keine oder nur wenig Mitwirkung an OSM gebe, sei es ein Hinweis darauf, dass man über Wege zur Erhöhung des Frauenanteils nachdenken müsse und „etwas“ fehle, was ein Hindernis dabei sei.

Es könne nicht von jetzt auf nachher geschehen, aber man könne damit anfangen. Sie schätze die Idee, Pronomen-Anstecker auf der SotM zu tragen. Der Vorstand könne das zeigen, indem er gezielte Programme für „Führer“ von Minderheiten in der Community gezielte Förderprogramme habe. (Anm.: Die Verwendung des Begriffs „leader“ (dt. Führer) könnte auch schlicht und einfach als aktive, sich in den Diskurs einbringende Person verstanden werden. So hatte sie den Begriff nämlich bei der oben erwähnten Mappingaktion verwendet)

Ein Vertretung für Minderheiten in der Community in Form von Arbeitsgruppen, Beiräten, Foren usw. könne uns helfen, derer Bedürfnisse bewusst zu sein. Sie sage dies nicht, weil sie die einzige Frau unter den Kandidierenden sei.

Verfügbare Zeit

Jinal ist Mitglied der CWG und beabsichtigt, weiterhin auch dort aktiv zu sein.

Interessenskonflikte

Jinal war „Open Data Community Manager“ bei Mapbox und ist derzeit „Senior Outreach and Community Manager“ bei Grab. Dabei gehe es v.a., aber nicht nur, um OpenStreetMap-Communitys. Ihre Hauptaufgabe ist die Interaktion mit OSM-Communitys.

Da ihre Aufgabe zu einem großen Teil die Zusammenarbeit mit lokalen Communitys und die Kommunikation mit verschiedenen Communitys auf der ganzen Welt sei, gebe es geringere Risiken für Interessenskonflikte, da die Hauptziele (Unterstützung und Wachstum von Communitys) identisch seien. Ihr Arbeitgeber nehme besonders Rücksicht auf und verstehe die Bedeutung und Rolle von Communitys in OSM. Falls es zu einem möglichen Interessenskonflikt zwischen ihrer dienstlichen und ihrer Vorstandsarbeit kommen würde, würde sie sich aus Diskussionen heraushalten, in denen ein Interessenskonflikt angezeigt werden müsse.

Kassenwart

Sie sieht sich für diesen Job als ungeeignet.

Vorstandstreffen

Sie hält ein Vorstandstreffen für die Vorstandsarbeit für wichtig und wäre bereit, daran teilzunehmen.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Jinal schreibt, es gebe ein starkes Bedürfnis danach, eine klare Struktur zu definieren, die die Mitarbeit erleichtere. Auf vergangenen SotMs habe es Sitzungen von Arbeitsgruppen gegeben, wo sich Gruppen getroffen und Sachen diskutiert hätten. Die Probleme bei der Arbeit in den Arbeitsgruppen seien:

  • Nicht alle Mitglieder könnten an den Treffen teilnehmen.
  • Um die Treffen produktiver zu machen, solle man Videokonferenzen machen.
  • Der Vorstand und die Arbeitsgruppen sollen zusammenarbeiten, um die Streitpunkte beizulegen.

Vorstand und Community: Kommunikation

OSM habe viele Kommunikationskanäle, es sei schwer all diesen zu folgen. Sie nutze Filter und Benachrichtigungen.

In ihrer Antwort geht sie nicht darauf ein, auf welchen Kanälen sie präsent ist.

Vorstand und Community: Pläne

  • Quellenangabe: Es sei wichtig, dass prominente Projekte OSM nutzen würden und dass sie sich an die Bedingungen halten würden. Man dürfe nicht ignorieren, dass viel Arbeit in die Attribution Guideline gesteckt worden sei. Falls sie im Vorstand wäre, würde sie, solange die Richtlinie noch nicht beschlossen sei, den Kontakt zu den Mappern und den jeweiligen Projektleitern suchen, um die Sache zu klären. Ihr erster Schritt wäre, die Regeln zu veröffentlichen und mitzuteilen, dass man an der Sache arbeite.
  • Pronomen: Jeder habe das Recht, sein/ihr Pronomen frei zu wählen. Die SotM habe dafür Ansteckschilder gehabt. Eine Pronomen-Regel solle Teil eines Code of Conducts sein, da es die Community inklusiver mache.

OSM 2030

OSM habe sich in den letzten vier Jahren enorm gewandelt. Von einem Hobbyprojekt sei es zu einer Lösung für sämtliche kartographischen Bedürfnisse geworden. Für die nächsten 15 Jahre male sie sich aus, dass OSM Folgendes sei:

  • ein Open-Source-Projekt mit einer großen und vielfältigen Community
  • ein Inspiration für andere Projekte
  • von Behörden und Regierungen verwendet zu werden, weil es die aktuellste Karte mit einer großen Mapper- und Entwicklercommunity sei
  • ein Vorbild für andere Open-Source-Projekte bzgl. der Schaffung nachhaltiger Communitys

Gregory Marler

Gregory kandidierte schon einmal im Jahr 2013, jedoch erfolglos.

OSM-Benutzername: LivingWithDragons

HDYC-Status: Casual Mapper (Active), ca. 60 Mappingtage seit Jahresbeginn

OSM-Aktivitäten

Gregory ist seit gut 12 Jahren bei OSM aktiv. Eigenen Angaben zufolge trat er, um einen weiteren Grund zur Nutzung seines GPS-Geräts und PDA zu haben. Und als es genug Daten gegeben habe, sei er geblieben.

Er ist Mitglied der State of the Map Working Group, die die jährliche internationale Konferenz der OSMF organisiert. Wer auf der SotM (Anm.: eine der letzten Jahre) gewesen sei, kenne ihn vermutlich von der Eröffnungs- oder der Abschlusssession.

Zudem ist Gregory Autor einiger Presseartikel zu OSM. In letzter Zeit nutzt er seinen Youtube-Kanal Mapper Diaries als Videoblog.

Wenn die Themen interessant klingen, hört Gregory bei den Vorstandssitzungen zu. An der letzten Sitzung hat er teilgenommen.

Warum Vorstand werden

Gregory beginnt seine Antwort mit der Aussage, dass es eigentlich nicht viel geben sollte, was er als Vorstand, aber nicht als OSMF- oder Community-Mitglied tun könne. Er betrachtet die Vorstandstätigkeit als eine Verantwortung, die Community zu repräsentieren und ausgewählte Themen zu behandeln, die dem Vorstand vorgelegt werden.

Was die drängenden Themen seien, sei eine Frage des eigenen Standpunkts. Es sei wichtig, dass Vorstand zeige, dass er an den Sachen arbeite. Nicht immer sei die Kommunikation des Vorstands gut gewesen. Auch wenn es besser geworden sei, sei es oft auf die Transparenz konzentriert und nicht darauf, was der Vorstand und die Arbeitsgruppen geleistet hätten.

Das für ihn wichtigste Thema sei, dass OSM nicht vergessen werde, obwohl es immer wichtiger und immer häufiger in vielen verschiedenen Sektoren genutzt werde.

Zudem spricht er noch das Ausgeben von Geld an. Der aktuelle Vorstand habe nach Möglichkeiten gesucht, vorhandene Mittel (Anm.: Damit sind die ca. 200.000 Pfund aus dem Pineapple-Fund, einer großen Bitcoin-Spende gemeint.) sinnvoll auszugeben, habe dabei aber wenig Feedback aus der Community erhalten. Das sei sicherlich ein Thema, das der gesamte Vorstand aufgreifen werde. Die Community sei zögerlich, Geld für einen guten Zweck auszugeben; nichts auszugeben könne aber hinderlich sein.

Ein Vorstand zu sein

Zu der Frage nach Verhandlungen und Diskussionen antwortet er, dass er mehrere Jahre lang ein Freiwilliger, Teamleiter und im Management-Team von Durham Street Lights, eine kirchliche Organisation die samstagnachts in Durham emotionale Unterstützung auf offener Straße anbietet. Es sei anders als die OSMF, hätte ihm aber die Gelegenheit geboten, diverse Lehrgänge zum Zuhören, zur Konfliktbewältigung und Seelsorge zu besuchen. Er sei auch Code-of-Conduct-Beauftragter auf SotM-Konferenzen gewesen. Darüber hinaus nennt er Mitarbeit in der kirchlichen Jugendarbeit.

Beruflich ist Gregory als Webentwickler tätig und es sei gerne einmal der Fall, dass er zwischen verschiedenen Interessensgruppen sei. Es sei wichtig, zu verstehen, was die Anforderungen und Gründe seien, wie sie zusammenpassen würden und ein Kompromiss aussehen könne.

Vielfalt im Vorstand

Das Ausscheiden zweier Frauen aus dem Vorstand haben einen Einfluss auf die Geschlechterverhältnisse. Die Kandidatenliste scheine auch einen Mangel an räumlicher Vielfalt zu haben. Einige Vorstände hätten aktiv gewisse Leute ermutigt, zu kandidieren. Er sei froh, auch angesprochen und nicht wegen einer Fokussierung auf Minderheiten ausgeschlossen worden zu sein. Man solle sich anstrengen, einzelne gezielt anzusprechen, die man für geeignet halte.

Gregory meint, er habe einen Wandel bei OSM von einem nerdigen, technikzentrierten Projekt zu einem Projekt beobachtet, das vielfältigere Communitymitglieder habe. Dazu hätten verschiedene entwickelte Tools zusammen mit Veranstaltungen, die verschiedene Gruppen und Werbestrategien ansprechen, beigetragen.

Man könne dennoch besser werden. Es gebe Trennlinien zwischen den verschiedenen OSMer-Gruppen, z.B. zwischen traditionellen OSMern und Neulingen oder humanitären Mappern und rein lokalen Mappern. Er habe versucht, die Spannungen ein bisschen zu lösen, indem er an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen habe und auf verschiedenen Kommunikationskanälen präsent sei. Er begrüße es, wenn man Positives gemeinsam feiern würde.

Verfügbare Zeit

Gregory ist Mitglied der SotM Working Group. Anstatt überall zu helfen zu versuchen, helfe er dort, wo er am Besten helfen könne. Seine Beteiligung werde gleich bleiben.

Im Juli sei er aus dem Vorstand von OSM UK ausgeschieden, hauptsächlich weil es neue Leute gegeben habe, die kandidieren wollten. Zudem plante er, für den OSMF-Vorstand zu kandidieren und dafür genügend Zeit zu haben.

Interessenskonflikte

Seine berufliche Tätigkeit habe mit Kartographie/GIS nichts zu tun. Falls es erforderlich sei, während des typischen Büroarbeitstags britischer Zeit zur Verfügung zu stehen, sei das möglich, würde seinen Arbeitstag aber in die Länge ziehen. Er selbst habe sich als OSM-Freelancer angeboten, werde das aber nicht weiterverfolgen, sofern die OSMF dem nicht zustimme.

Es sei wichtig, seinen Vorstandskollegen auf möglicher Interessenskonflikte hinzuweisen, damit andere einfacher erkennen können, wo der Konflikt liege. Sollte ein Vorstandskollege ihn bitten, sich aus etwas herauszuhalten, würde er dem Folge leisten. Er würde sicherstellen, dass er seinen Vorstandskollegen die Details erläutern würde, weil sein Arbeitgeber zu der Gruppe gehöre, die Interesse an OSM haben könnten, obwohl er mit dem Bereich nichts zu tun habe oder diesen beeinflussen könne.

Kassenwart

Er habe das Gefühl, dass das nicht seine Stärke sei, und dankt Frederik für dessen Mentoringangebot für den neuen Kassenwart.

Vorstandstreffen

Gregoy hält ein Vorstandstreffen für sehr wichtig. Er müsse dafür Urlaub nehmen. Der professionelle Moderator sei gut angelegtes Geld. Er schreibt, er sei daran interessiert, die Kommunikation über das Vorstandstreffen zu unterstützen, und findet lobende Worte für Joosts Bemühungen in der Sache. Aus den Vorstandssitzungen, bei denen er zugehört habe, habe er den Eindruck gewonnen, dass ein möglichst frühes Vorstandstreffen besser gewesen sei.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Es sei deutlich geworden, dass einheitliche Regeln und eine einheitliche Struktur nicht zu allen Arbeitsgruppen passen würden. Eine gut funktionierende Arbeitsgruppe brauche einen informelle Kommunikationskanal zwischen der Arbeitsgruppe und dem Vorstand. Der Vorstand könne den Arbeitsgruppen behilflich sein, indem er sich darüber informiere, welche Gruppe wie funktioniere und wo ihre Besonderheiten seien. Kürzlich habe es eine Umfrage des Vorstands an die Arbeitsgruppen gegeben. Es sei in den Gruppen unklare gewesen, wer die Umfrage beantworten solle. Gerade weil es viele Fragen gewesen seien, seien manche Fragen nicht beantwortet worden, gerade von den überlasteten Arbeitsgruppen. Idealerweise wüsste der Vorstand das alles schon selber.

Vorstand und Community: Kommunikation

Gregory hat diese Frage gestellt.

Er beantwortet die Frage nicht mit einer Liste an Kommunikationskanälen, sondern verweist darauf, dass er die weeklyOSM lese und den darin genannten Links meist folge und die Quelle lese – auch wenn es für einen Diskussionsbeitrag dann schon zu spät sei.

Vorstand und Community: Pläne

  • Mehrsprachige Karten: Gregory würde gern mehr Karten auf openstreetmap.org sehen, könne aber die dafür geltende Richtlinie und deren Anforderungen an die Last nachvollziehen. Regionen/Sprachen, die präsenter sein möchten, rät er, einen Tileserver zu betreiben. Die Websites diverser Local Chapters würden jetzt schon Karten in der Landessprache anbieten. Vektortiles und nutzerdefinierte Kartenstile könnten manche Probleme lösen, er würde aber eine Stellungnahme der OWG und EWG abwarten, bevor er ein Vektortileangebot der OSMF fordere.
  • Krim-Frage: Die Tatsachen vor Ort seien eine strenge Regel in OSM und würden die Vorschläge mancher Neulinge von einem meinungsgesteuerten Editwar abhalten. Die Entscheidung zur Ukraine sei keine ideale Lösung. Er habe schon darüber geschrieben (siehe oben), dass der Vorstand die Arbeitsgruppen, wo irgendwie möglich, unterstützen solle. Er sei weder im Vorstand noch in der DWG und habe daher kein vollständiges Bild der Lage. Es gebe verschiedene Bedürfnisse und Bestrebungen auf der ganzen Welt, es sei ein weiterer Grund, weshalb man die Möglichkeit, verschiedene Karten aus denselben Daten zu machen, unterstützen solle.
  • Pronomen: Sein Pronomen sei “er”, man könne ihn Gregory oder Greg nennen. Es sei für ihn kein Problem, wenn man ihn beschreibe, weil man seinen Namen vergessen habe. Zu lernen und zu respektieren, wie Leute angesprochen werden möchten, sei eine einfache Möglichkeit zu einer einladenden Community. Er fände es nur ein Problem, falls jemand absichtlich das falsche Pronomen oder den falschen Namen verwende. Wer Probleme in dieser Sache habe, möge sich an ihn als Mediator wenden.
  • Quellenangabe: Der Vorstand solle die Arbeit der LWG in Fällen fehlender Quellenangabe unterstützen. Er solle aber entscheiden, was mit Lizenzverletzern geschehen solle, die wiederholt auffällig geworden oder kommerzielle Mitglieder seien.
  • Angestellte von Firmen im Vorstand und den Arbeitsgruppen: Er findet es gut, dass es im Vorstand viele verschiedene Interessensgruppen gebe. Er habe gezielt ein Vorstandsmitglied gefragt, wie es als SotM-Sponsor gewisse Entscheidungen sehe. Er begrüßt es, wenn der Inhaber einer kleinen Firma im Vorstand säße und dort seine Erfahrungen einbringen könnte. Man solle es wertschätzen, dass Leute bezahlte Jobs hätten. Wie schon weiter oben erwähnt, sei es angemessen, wenn Vorstandsmitglieder manchmal von Abstimmungen und vielleicht auch von der Diskussion vor der Abstimmung ausgeschlossen seien.
  • Datenschutz: Man solle den professionellen Rat, den man von der LWG in der Sache erhalten habe, befolgen. Daher würde er nicht davor zurückschrecken, Geld für die Änderungen an der API auszugeben, um rechtskonform zu sein und unsere Nutzer zu schützen.

OSM 2030

Gregory antwortet, dass es ihn freuen würde, wenn OSM bekannter werden würde. Weil man ja eh schon weiter wachse, müsse man Wege finden, wie man besser für OSM werben könne. Die Quellenangabe werde nicht genug sein, da die meisten Leute auf das Erscheinungsbild der Karte und nicht auf die Datenquelle schauen würden.

Wahlprogramm

Gregory geht in seinem Wahlprogramm nicht ins Inhaltliche, sondern stellt sich vor.

Dem OSM-Projekt als Mitglied des OSMF-Vorstand zu dienen, solle denen, die sich OSM verschrieben hätten, eine Ehre und ein Stück weit auch eine Art Dienst sein. Er kandidiere, weil aus dem Hobby OSM eine Leidenschaft geworden sei. In seinem Wahlprogramm erwähnt er seine Mitarbeit bei Mappingprojekten, bei der Gründung des Local Chapters im Vereinigten Königreich und die Arbeit in der SotM Working Group der OSMF.

Michal Migurski

OSM-Aktivitäten

OSM-Benutzername: migurski

HDYC-Status: Casual Mapper (Rarely Active), 3 Mappingtage seit Jahresanfang

Michal ist anders als alle anderen Kandidaten ist Michal kein aktiver Mapper im Sinne der Vereinbarung für Mitwirkende (Mappingaktivität in mindestens drei Monaten der letzten 12 Monate). Er kennt OSM seit einer Veranstaltung im Jahr 2005, sein Benutzerkonto hat er im Jahr 2007 angelegt, der erste Edit war im Jahr 2008. Michal gehört keiner Working Group der OSMF an.

Nach einer kurzen Einleitung wie er zu OSM kam, beschreibt er die Beiträge seines damaligen Arbeitgebers, Stamen Design. Ab 2006 habe er bei Stamen Design deren Mitarbeit bei OSM koordiniert habe. Die Firma hätte in dem Jahr die erste Mappingparty zusammen mit Steve Coast organisiert. Auch aus dem Hause Stamen Design stamme Field Papers (erstmals auf der SotM 2009 als Walking Papers präsentiert). Desweiteren nennt er diverse Kartenstile aus dem Hause Stamen und dessen Unterstützung bei der Gründung von HOT als gemeinnützige Organisation.

Anschließend stellt er sich als Visionär dar. Ab 2009 habe er die Bedeutung von OSM für den humanitären Sektor erkannt. Im Jahr 2016 prägte er in einem intensiv kommentierten (Anm.: und umstrittenenen) Blogeintrag den Begriff Craftmapper. (Anm.: In dem Blogeintrag teilte er OSM in die Gruppen humanitäre Mapper, maschinelles Mapping und das aus seiner Sicht ewiggestrige Craftmappertum ein)

Im Jahr 2012 wurde er in den Vorstand von OSM US gewählt. Zudem sei er Mitglied dreier weiterer Non-Profit-Organisationen mit OSM-Bezug: Digital Democracy, Greeninfo Network und PlanScore.

Gegen Ende seiner Antwort schreibt er, er sei über die wachsenden Nutzung von OSM im großen Maßstab so entzückt gewesen, dass er sich Facebook-Mappingteam habe anstellen lassen. (Anm.: Die Beiträge von Facebook zu OSM sind bisweilen sehr umstritten)

Warum Vorstand werden

OSM sei momentan in der Verwandlung von einem gefräßigen Herausforderer der Vermessungsämter zu einem erfolgreichen, entscheidenden Werkzeug für viele kleine und große Nutzer. Die Art und Weise der Organisation von OSM müsse der neue Rolle angepasst werden.

Er stelle eine neue Strategie vor, mit der OSM seine neue Rolle erfüllen könne: In der Vergangenheit habe die Foundation Entscheidungen zum Beitragen in großem Stil und Einfluss vor sich hergeschoben und zu alten Problemen geschwiegen. Angesichts der Fragen der Wähler sei es offensichtlich, dass die Community sich für den kommerziellen Einfluss interessiere und darüber besorgt sei. Im Vorstand müsse es Vertreter mit Erfahrung in der Nutzung der Daten geben, die direkte Kommunikationskanäle zu extensiven Kartennutzern hätten, um Unklarheiten zu klären. Er freue sich darauf, seine Erfahrung zur Zugänglichkeit der Karte, Anwendungen im humanitären Sektor, Datennutzung, Softwareentwicklung und automatisiertem Mapping in den Entscheidungsfindungsprozess des Vorstands einzubringen, sodass man in die Zukunft schauen könne.

Ein Vorstand zu sein

Michal behauptet, ausgiebige Erfahrung im Management von Non-Profit-Organisationen und Vorständen zu haben. Von 2013 bis 2015 sei er Chief Technology Officer bei Code for America gewesen. Im Rest seiner Antwort schildert einen Managementfall aus seiner Arbeit für Code für America.

Vielfalt im Vorstand

Fehlende Geschlechtervielfalt sei absolut ein Problem, meint er. Die beiden Frauen, die den Vorstand verlassen würden, hätten öffentlich darauf hingewiesen, dass das Geschlecht der zentrale Frustrationsfaktor gewesen sei, der sie an ihrer Mitarbeit in OSM gehindert habe. Man könne das Problem angehen, indem man sich erst um die Vielfalt in der Community kümmere und anschließend die Selbstnominierung bei Vorstandswahlen nachdenke.

Viele von außerhalb der OSM-Community empfinden OSM als einen Ort, der für Männer gemacht sei. Dass die Kerncommunity aus Mailinglisten, Arbeitsgruppen und diversen informellen Machtstrukturen bestünde, verstärke ihren Glauben. Frederik Ramm, der aus dem Vorstand ausscheide, habe bezahltes oder professionelles Mapping explizit als Mapping zweiter Klasse bezeichnet. Hobbymapping (erste Klasse aus Frederiks Sicht) sei hauptsächlich Männern mit Freizeit vorbehalten, die sich beim Mapping im öffentlichen Raum und an Orten, die zu Fuß und mit dem Rad erreichbar seien, sicher fühlen würde. Das Modell sei nicht universell für die Expansion in neue Gebiete nützlich. Das Versagen, andere Teilnahmemodelle willkommen zu heißen, sei der Grund für die fehlende Vielfalt.

Als Vorstand möchte er Forschung unterstützen, die ein vollständigeres Bild zur Teilnahme an OSM zeichnet. Man müsse zeigen, dass alle Arten der Mappingaktivität willkommen seien. OSM brauche einen Code of Conduct, weil potentielle “besondere” Teilnehmer zuerst danach schauen würden, bevor sie die Sache (OSM) länger verfolgen.

Verfügbare Zeit

(Michal ist kein Mitglied einer Arbeitsgruppe der OSMF, daher ist die Frage nicht relevant.)

Interessenskonflikte

Michal ist Vollzeit als Manager für Softwareentwicklung im „Spatial Computing Team“ (Team Räumliches Rechnen) bei Facebook angestellt. Dort habe er regelmäßig mit Aktivitäten mit Mappingbezug zu tun, z.B. den Mappingaktionen und den lange laufenden AI- und Machine-Learning-Experimenten.

Seine Verpflichtungen bei Facebook würden ihn ermutigen, im besten Interesse von OSM zu handeln. Er behauptet, Facebook unterstütze das Wachstum des Projekts und die ODbL-Lizenzierungsstrategie von OSM. Seine Kandidatur sei von den für Öffentlichkeitsarbeit und juristische Fragen zuständigen Stellen bei Facebook überprüft worden.

Kassenwart

Er sei nicht bereit, sich dafür zu melden, da ihm dafür die Erfahrung fehle.

Vorstandstreffen

Vorstandstreffen sollte eine Pflicht für eine derart internationale Organisation wie die OSMF sein. Gemeinsam Zeit zu verbringen, würde Vertrauen unter den Vorstandsmitgliedern schaffen. Er würde gerne daran teilnehmen.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Michal schreibt, er sei mit der Arbeit der OWG und LWG am meisten vertraut, sodass er aus der Perspektive antworte. Die Aktivität der Arbeitsgruppen habe sich in den letzten Jahren ungemein verlangsamt. Eine gesunde Organisation brauche aktive Gruppen, die neue Initiativen bewerben und umsetzen würden, unsere seien stehengeblieben.

Der OSMF-Vorstand habe seine Zuständigkeitsgrenzen zu eng gesetzt und erlaubt, dass zentrale Gruppen sich in gefährlicher Weise verkümmern würden. Die Sysadmins seien eine schrumpfende Zahl heroischer, langjährig aktiver Freiwilliger. Sie hätten die Dienste über Jahre hinweg stabil betrieben, aber man habe keinen Plan B oder könne neue Dienste anbieten, die die Community haben wolle.

Der OSMF-Vorstand solle sich ein größeres Mandat geben und die Arbeitsgruppen aktiv unterstützen. Die Ziele jeder Gruppe sollten Fortschritt, neue Mitglieder und die Fähigkeit, bestehende Arbeit und tolle, neue Arbeit unter einen Hut zu bringen, sein. Der Vorstand habe die finanziellen Mittel, um zu helfen. Das könnten befristete Angestellte und Dienstleister und Unterstützung durch Mitglieder anderer Organisationen mit Zeit oder Erfahrung sein.

Vorstand und Community: Kommunikation

Michal nutzt die Slack-Organisation von OSM US, Twitter, Benutzerblogs, für technische Sachen GitHub und schaut von Zeit zu Zeit nach interessanten Sachen auf den Mailinglisten Talk und OSMF-Talk. Auf den Mailinglisten schaut er nach offiziellen Bekanntgaben und Postings von Vorständen und Arbeitsgruppen.

Vorstand und Community: Pläne

Michal beantwortet nur die Frage zur Quellenangabe.

Bei Facebook gebe es hunderte Teams, die an Karten arbeiten würden. Jedes habe seine eigenen Anwendungsfälle, Software-Backends und Auswahl an Datenquellen, viele davon seien nicht OSM. Jedes Team entscheide selbst, welche Quellen es verwende und wie ihr Produkt aussehe, um die Geschäftsziele und rechtlichen Pflichten zu erfüllen. Aufgrund der hohen Anzahl an Teams sei die Quellenangabe bislang inkonsistent gewesen. Facebook bemühe sich, das zu ändern.

Im Zuge des Ausbaus der Kartendienste, arbeite Facebook an einer Konsolidierung der Karten bei Facebook. Man werde bald einen einheitlicheren Umgang mit der Quellenangabe haben. Es sei für Facebook wichtig, über alle Quellen hinweg die Anforderungen an die Quellenangabe einzuhalten und gleichzeitig die Anforderungen an Datenschutz und Nutzersicherheit zu beachten, die bei manchen möglichen Forderungen hinsichtlich der Quellenangabe, die die LWG derzeit diskutiere ins Spiel kämen.

Als Vorstand würde er gerne die gute fachliche Praxis verbreiten und direkte Kommunikationskanäle mit Facebook und anderen großen Datennutzern pflegen. Er würde gerne eine Raum schaffen, in dem Arbeitsgruppen in persönlichen Kontakt mit den Vertretern von Firmen kommen können. Diskussionen auf Mailinglisten seien oft groß und umfassen viele sich widersprechende Ansichten; Synthese und Konsolidierung, woran die LWG arbeite, täte dem gut. Er würde gerne mehr explizite, durchsetzungsfähige Ansagen über aus OSM-Sicht korrekte Quellenangabe sehen.

OSM 2030

In seiner Antwort auf dieser Frage schildert er den Stand im Jahr 2030 im Präsenz.

OSM sei nur eine von einer Handvoll weltweit verfügbarer Straßenkarten, aber die einzige mit einem freien Kern. Nach drei Jahrzehnten habe OSM unzählige kommerzielle Datensätze überdauert und gelte als Marktführer für vollständige, einfach zu nutzende Karten. Es sei der Maßstab, mit dem andere Karten verglichen werden würden.

Wahlprogramm

Sein Wahlprogramm beginnt mit einer Vorstellung seiner Person, wie man sie auch in seiner Antwort auf die Frage zu seinen OSM-Aktivitäten findet. Der Rest teilt sich in zwei Teile mit den Überschriften „OSM heute“ und „Prioritäten für den OSMF-Vorstand“.

Die Spannungen im Projekt gäben einen Wendepunkt in der Geschichte von OSM wieder, viele seien auf seinen Arbeitgeber zentriert. Die OSM-Organisation müsse flexibel und dynamisch genug sein, um Experimente mit neuen Tags, Community-Prototypen und aufstrebenden Technologien zuzulassen, während man das Straßennetz in OSM als stabilen Layer betrachte. Dem folgt ein Loblied auf das, was man als offene Karte bislang erreicht habe.

Michal betont anschließend seine Erfahrungen. Bezahltes Mapping werde immer bedeutender. Als Vorstand und Angestellter einer Firma, könne er Brücken bilden: Er sei gezwungen, im besten Interesse von OSM zu handeln und könne gleichzeitig Facebook, seinen Arbeitgeber, beeinflussen. Bisherige Versuche wie etwa das Advisory Board seien fehlgeschlagen, formelle Repräsentation werde für die OSM-Community erfolgreicher sein.

Im Abschnitt „Prioritäten für den OSMF-Vorstand“ nennt er drei Punkte:

  1. Kritische Schwachstellen bei den Systemadministratoren schließen. Es gebe genügend motivierte Helfer. Für die nächsten 15 Jahre müsse man technische Aufgaben an Dienstleister auslagern und Beiträge von Firmen in Form von Zeit und Arbeit so lenken, dass den Freiwilligen der OWG die Arbeit erleichtert und das Tagesgeschäft abgenommen werde.
  2. Es solle explizite, fordernde Aussagen zur Lizenz und ihren Anforderungen geben. Er findet den Entwurf einer Attribution Guideline toll, Facebook sei bereit, daran mitzuwirken. Firmen bräuchten die Lizenz einfach erklärt.
  3. Neue vielfältige Mitwirkende anlocken, um das öffentliche Bild einer aggressiven und schrumpfenden Community zu bekämpfen. Fehlende Diversität sei dem Wachstum und Gedeihen des Projekts schädlich. Der Vorstand sei dafür verantwortlich, das Projekt zu unterstützen. Angesichts des Wachstums humanitären Mappings in diesem Jahrzehnt müsse man auch den Kreisen, die besonders oft von Krisen betroffen seien, klarmachen, dass sie in OSM willkommen seien. Ein Code of Conduct sei wichtig, weil Dritte danach suchen würden, bevor sie sich beteiligen würden. Ein Code of Conduct könne der Wahrnehmung des Projekts als unkonstruktive Do-ocracy etwas entgegensetzen.

Dietmar Seifert

OSM-Aktivitäten

OSM-Benutzername: okilimu

HDYC-Status: Super Mapper (Very Active), ca. 120 Mappingtage seit Jahresbeginn

Weitere Benutzernamen: PDVSeifert (dienstlich 2016–2019), NVBWSeifert (ab 2019), eladestationen (2011, Import-Konto)

Dietmar hat OSM im Jahr 2009 durch einen Fernsehbeitrag kennen gelernt, in dem eine Studentin beim Mappen von Fußwegen für Gehbehinderte in OSM gezeigt wurde. Das und die Abwesenheit von Geschäftsinteressen hätten ihn zu OSM gebracht. Sein Mappingschwerpunkt ist derzeit ÖPNV, Fahrrad sowie Sharing-Infrastruktur. Er hat lange Jahre den Augsburger Stammtisch organisiert, bevor er dieses Jahr in den Stuttgarter Raum umgezogen ist, wo er regelmäßig am Stammtisch anzutreffen ist. An diversen Hackweekends und anderen OSM-Veranstaltungen hat er auch teilgenommen. Zudem hat er drei Mapathons für Neulinge in Augsburg organisiert.

Er ist in einem Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 2010 zusammen mit anderen Mappern zu sehen, hat in seinem Benutzerblog über die Straßen- und Hausnummernlistenauswertung (regio-osm.de) gebloggt und ist auf den Mailinglisten Talk-de, Bayern und im deutschen OSM-Forum aktiv.

Seit 2011 betreibt er die Straßen- und ab 2012 die Hausnummernlistenauswertung auf regio-osm.de.

Etwa fünf Mal hat er an den OSMF-Vorstandssitzungen und etwas häufiger bei den FOSSGIS-Vorstandssitzungen zugehört.

Warum Vorstand werden

Auf die Frage, was er nur als Vorstand erreichen könne, antwortet er mit einem Verweis auf sein Wahlprogramm.

Die drängensten Themen, um die sich die OSMF kümmern sollte, seien erstens die Kontrolle und Begrenzung des Wirkens großer professioneller Mitwirkender und zweitens die Integration der Local Chapters und ein Heranrücken an die Arbeitsgruppen.

Ein Vorstand zu sein

Dietmar hat diese Frage nicht beantwortet.

Vielfalt im Vorstand

Er vermutet, dass in der Vergangenheit die Vorstandsmitglieder informelle Koalitionen gebildet hätten. Das könnte ein Grund sein, warum sich Frauen in einer derartigen Situation nicht wohl fühlen würden. Er vermutet, dass sie in ein derart politisches Treiben keine Energie investieren möchten.

Der Vorstand könne das Problem lindern, indem die Vorstände mehr Respekt voreinander hätten. Politische Aspekte müssen reduziert und letztendlich eliminiert werden.

Er möchte seine Energie darin investieren, dass die Vorstände miteinander respektvoll umgehen und politisch motivierte Aktionen keinen Platz im Vorstand hätten.

Verfügbare Zeit

Dietmar ist derzeit nicht Mitglied in einer Arbeitsgruppe. Die Straßen- und Hausnummernlistenauswertung betreue er in seiner Freizeit und plant, das weiterhin zu tun. Er glaubt, er könne beiden Rollen gerecht werden.

Interessenskonflikte

Er ist bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, einer landeseigenen Gesellschaft im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Verkehr angestellt. Dort nutze man OSM zum Routing und für Hintergrundkarten. Bislang trage man nicht zu OSM bei. Nächstes Jahr werde sich das ändern, wenn man die Haltestellen in einem größeren Gebiet vor Ort erfassen werde. Details werde man mit der OSM-Community klären.

Als Vorstand werde er grundsätzlich für die Interessen ehrenamtlicher Mapper eintreten. Falls sein Arbeitgeber in Konflikt mit OSM geraten würde, würde er zuerst versuchen, den Konflikt firmenintern zu lösen. Falls nicht, würde er sich aus der Entscheidung darüber im OSMF-Vorstand heraushalten.

Er habe keine dienstlichen Beschränkungen, die ihn hinsichtlich einer Vorstandstätigkeit einschränken würden. Er erhalte keine Anweisungen oder Hinweise, im Interesse des Arbeitgebers zu handeln. Die Firma gehöre dem Verkehrsministerium, Einflussnahme durch die Firma oder das Ministerium sei rechtswidrig. Er habe seinen Arbeitgeber vor der Kandidatur nicht im Vorfeld informiert. Nach Bekanntgabe der Kandidatur habe er das seinem Vorgesetzten mitgeteilt und dass er nur aus privaten Antrieb kandidiere.

Kassenwart

Dietmar ist an dieser Aufgabe nicht interessiert. Er habe dafür nicht das nötige Know-how.

Vorstandstreffen

Zwar bemühe er sich, aus Gründen des Klimaschutzes Flugreisen privater und dienstlicher Art zu vermeiden. Da aber neue Mitglieder in früheren Jahren sich positiv über den Nutzen des Treffens geäußert hätten, würde er sich bemühen, daran teilzunehmen.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Dietmar schreibt, er sei nur einmal jährlich in Kontakt mit den Arbeitsgruppen gekommen, als diese auf Treffen auf der SotM ihre Arbeit präsentiert hätten. Das Ergebnis der meisten Arbeitsgruppen sei unauffällig, aber gut (Operations, SotM, DWG), andere seien unsichtbar. Er sei überrascht gewesen, dass es öffentlich Protokolle aus den Sitzungen der Arbeitsgruppen gebe.

Vorstand und Community: Kommunikation

Dietmar liest einige Mailinglisten und das Forum, nimmt am monatlichen, örtlichen Stammtisch teil und ist ein Leser der Wochennotiz.

Vorstand und Community: Pläne

  • Quellenangabe: Fehlende Quellenangabe sei nicht akzeptabel, es sei unsere Bedingung für die Nutzung der Daten. Wenn keine korrekte Quellenangabe erfolge, müsse das beispielsweise öffentlich gemacht werden. Öffentlicher Druck könne Änderungen bewirken. Wer ein aktiver Teil der SotM sein wolle (Firmenvorstellung, Sponsoring oder Vortrag), dürfe nicht gegen diese Regel verstoßen.
  • Angestellte von Firmen im Vorstand und den Arbeitsgruppen: Angestellte müssen offenlegen, für welche Firma sie tätig seien und ob sie nur in den Interessen der Community handeln oder von Vorgesetzten zur Kandidatur gezwungen worden seien. In Fällen, in denen Themen im Vorstand die Firma betreffen würden, sei dem jeweiligen Vorstandsmitglied die Teilnahme an der Abstimmung nicht gestattet.
  • Datenschutz: Wenn man zur DSGVO-Konformität Änderungen vornehmen müsse, müsse man diese umsetzen.
  • iD: In seiner Antwort verweist er zuerst auf sein Wahlprogramm. Er möchte versuchen, einen Kommunikationskanal aufzubauen. Falls die Entwickler nicht direkt mit der Community in Kontakt treten wollten, könnten Freiwillige aus der OSM-Community die Moderatorenrolle übernehmen. Die OSMF könne Serverbetriebskosten tragen, die Arbeitszeit sollte aber nicht bezahlt werden. Die Motivation müsse aus eigenem Antrieb stammen, nicht durch Bezahlung entstehen. Für neue Entwickler schlägt er ein Mentoringprogramm für die Unterstützung bei deren erstem OSM-bezogenen Projekt vor. Es brauche nämlich viel Zeit, die OSM-Toolchain zu verstehen und wie die Community denke und funktioniere.

OSM 2030

Dietmar hofft, dass die großen Firmen OSM als Beitragende verlassen hätten. Die einzige Art des Beitragens durch Firmen, die er akzeptiere, sei, wenn die Angestellten vor Ort wären. Künstliche Intelligenz zur Objekterkennung sollte nicht mehr verwendet werden.

Eine weltweite, vor Ort aktive OSM-Community, die weiterhin in ihrer Freizeit beitrage, sei die beste Grundlage, aktiv und lebendig zu bleiben.

Er hofft, dass OSM in 15 Jahren für die weltweite Verwendung gut genug sei und man Möglichkeiten finde, Mapper zur Kontrolle und Aktualisierung von OSM-Tags zu motivieren.

Wahlprogramm

Sein Wahlprogramm gliedert sich in 10 Abschnitte, die nicht nummeriert sind.

Beiträge großer Konzerne OSM solle kein Spielplatz für große Konzerne wie Facebook, Microsoft und Apple sein. Ihre Beiträge sollten nicht verhindern, das Freiwillige etwas bei OSM ergänzen oder bearbeiten. Es könnte hilfreich sein, schnell viele Gebäude zu bekommen (z.B. für HOT). OSM im Allgemeinen könne es aber schaden, da Mapper die Gegend dann als fertig betrachten würden. Massive, professionelle Tätigkeit in OSM sollte intensiver Kontrolle unterliegen. Manuelle, örtliche Beiträge müssten die Grundlage von OSM bleiben.

Neue Arbeitsgruppe für Tagging Unser laxes Tagging sei nicht der einzige Grund für die Probleme mit iD und seinen Hauptentwicklern, aber ein wichtiger Grund. Für Neulinge sei es schwierig, aktuelle und korrekte Dokumentation über die Nutzung der Tags zu finden. Es müsse möglich sein, Seiten als offiziell zu markieren und sie in der Suche höher zu gewichten. Veraltete Seiten und Proposal sollten in einen separaten Namensraum verschoben werden, um sie bei den Standard-Sucheinstellungen zu verbergen. Das heiße nicht, dass Änderungen zukünftig verboten seien oder Tags dynamisch ergänzt werden würden. Wichtige Features sollten über einen formellen Weg eingeführt werden.

Tags, die in verschiedenen Ländern verschieden verwendet werden, sollten auch solche offiziellen Seiten bekommen, aber auf einem niedrigeren Niveau. Local Chapters oder eine größere regionale Mappergruppe könnte um die Einstufung einer Seiten bitten. Die erforderliche Arbeit solle eine neu zu gründende Arbeitsgruppe leisten.

Regeln für zentrale Editoren und Anwendungen auf offiziellen OSM-Websites Anwendungen, die Teil offizieller OSM-Websites seien, wie etwa openstreetmap.org, müssten den Regeln der OSMF folgen. Die Editoren, JOSM und iD, müssten von qualifizierten OSM-Mitgliedern oder einer OSMF-Arbeitsgruppe in Funktionalität und Inhalt geprüft werden. Bevorzugtes Tagging gehöre dazu. Derselbe Prüfprozesse solle auch für andere Werkzeuge wie Suche und Routing auf der offiziellen Website existieren. Updates, die durch die Prüfung fallen, dürften nicht auf openstreetmap.org angewendet werden. Falls die Hauptentwickler den Regeln nicht folgen würden, müsse die Anwendung entfernt werden. Die Prüfung solle eine rechtliche Prüfung (z.B. Datenschutz in der EU) umfassen. Andere Arbeitsgruppen könnten zusätzliche Anforderungen festlegen, denen der OSMF-Vorstand zustimmen müsse.

Die Rolle der Local Chapters für den OSMF-Vorstand Die Bedeutung der Local Chapters müsse größer werden. Die Vertreter müssten zu OSMF-Vorstandssitzungen eingeladen werden. Er wirft die Idee in den Raum, allen Local Chapters, deren Vertreter anwesend seien, zwei gemeinsame Stimmen zu geben.

Advisory Board Der OSMF-Vorstand müsse die Regeln für das Advisory Board überarbeiten, um Transparenz sicherzustellen. Es sollte keine private Kommunikation unter den Mitgliedern des Advisory Boards geben.

Regionale vs. globale SotM Er findet es, gut dass es in den letzten zwei Jahren viele lokale SotMs gegeben habe. Die globale SotM spräche örtliche Mapper nicht an.

Transparenz bei Mitgliedern und Spenden Die Mitgliedschaft juristischer Personen, solle nur möglich sein, wenn diese einer Veröffentlichung nicht widersprächen. Anonyme Spenden über 100 Dollar sollten nicht angenommen werden, ebenso digitale Währungen über 1000 Dollar. Transparenz sei wichtiger als das Geld.

Transparenz des Vorstands Die Transparenz habe sich in den letzten Jahren verbessert, solle sich aber weiter verbessern. Die Anzahl nichtöffentlicher Tagesordnungspunkte solle minimiert werden. Als Kontrolle fände er es gut, wenn Vertreter der Local Chapters in den nichtöffentlichen Teilen als Gäste anwesend wären.

Hobbytätigkeit/berufliche Tätigkeit im Vorstand Die Arbeit des Vorstand solle weiterhin ehrenamtlich bleiben. Die bezahlte Arbeit einer Hilfskraft sei erfolgreich und solle fortgeführt werden. Vorstandstreffen sollten zu verschiedenen Zeiten stattfinden, selbst wenn die Vorstände in nahe beieinander liegenden Zeitzonen ansässig wären.

OSMF-Vorstandswahlen 2019 – die Kandidaten (Teil 2a)

Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten abstimmen. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten vorzuschlagen, aus denen ein Moderator einen Fragenkatalog auswählte. Die Antworten der Kandidaten wurden zentral zusammen mit den von ihnen eingereichten Wahlprogrammen veröffentlicht.

Dieser Beitrag stellt die Antworten auf die Fragen der Wähler und die Wahlprogramme drei der zwölf Kandidaten vor. Guillaume Rischard, Allan Mustard, Steve Coast, Eugene Alvin Villar und Nuno Caldeira wurden in Teil 1 vorgestellt. Dort sind auch Übersetzungen der Fragestellungen zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Mikel Maron

OSM-Benutzername: mikelmaron

HDYC-Status: Casual Mapper (Rarely Active), 10 Mappingtage seit Jahresanfang

OSM-Aktivitäten

Mikel ist seit 2005 bei OSM registriert und nur selten als Mapper aktiv. In den ersten Jahren hat er als Softwareentwickler mitgewirkt (u.a. die erste Karte auf www.openstreetmap.org). Mikel ist mit Ausnahme der Jahre 2012 bis 2014 durchgehend seit Gründung der OSMF Mitglied des Vorstands. Er stand in den Jahren 2007, 2008, 2009, 2011 und 2015 zur Wahl. Ab den Jahr 2012 war er nicht im Vorstand, weil sich das mit seiner Teilnahme am Presidential-Innovation-Fellow-Programm nicht vereinbar war. Derzeit ist Mikel Leiter des Community Teams bei Mapbox. Seit 2015 ist Mikel Mitglied der State of the Map Working Group der OSMF (Anm.: Er ist dort nicht sonderlich aktiv, sondern wäre vermutlich lieber Chef).

Warum Vorstand werden

Er schreibt, dass der Vorstand die Aufgabe habe, die zentralen Ressourcen der Foundation zu verwalten, eine gute Leitung sicherzustellen und die Richtung der OSMF-Aktivitäten vorzugeben. Er fühle sich dafür verantwortlich, die Foundation darin weiterhin zu unterstützen.

Einer der dringendsten Punkte seine die Bedürfnisse der Softwareentwickler-Community und die Unterstützung der Infrastruktur. OSM sei ein großes Projekt geworden. Damit Entwicklungen zurück in den Kern fließen, sei Zusammenarbeit erforderlich. Wenn dies funktioniere, bedeute das nur einen Haufen Arbeit, andernfalls sei es krankhaft und schwäche die Software-Entwicklung, wie beispielsweise kürzlich Meinungsverschiedenheiten und zugegebenermaßen schlechte Kommunikation zu gezielter Kritik an den Hauptentwicklern von iD geführt hätten. Man könne mit den Leuten, auf die OSM angewiesen sei, im Clinch liegen. Man könne darüber nicht einfach am Stammtisch lachen. Das Fehlen von Support-Strukturen für Technologie in OSM bedeutet stillschweigend, dass das in OSM im Jahr 2019 funktioniere.

Er gibt zu, dass diese Beobachtung nicht neu sei. Es sei ein regelmäßiges Thema, seit der dem Vorstand im Jahr 2015 wieder beigetreten sei. Man habe nichts getan. Einerseits sei man der Meinung, dass sich der Vorstand da nicht einmischen solle, andererseits seien Einmischungen des Vorstands in der Vergangenheit nicht zielführend gewesen. Es gebe aber – auch in der Umfrage und den Fragen an die Kandidaten dieses Jahr ersichtlich – eine wachsende Erwartung, dass sich der Vorstand der Sache annehme.

Zuerst solle, so sein Plan, der Vorstand klarstellen, dass es gewisse Support-Strukturen brauche. Das heiße nicht, dass Serveradministration und Softwareentwicklung Aufgaben des Vorstands werden sollen. Zweitens solle es eine zeitlich begrenzte, strukturierte Diskussion und Gespräche mit allen relevanten Personen in Sachen Software und Infrastruktur geben. Eine detaillierte Community-Umfrage in der Sache gehöre auch dazu.

Anschließend solle ein Plan aufgestellt, Feedback eingeholt und dieser beschlossen werden. Der Plan solle sich nicht mit technischen Fragen im Detail beschäftigen, sondern Supportstrukturen, Prinzipien und eine grobes Konzept für Verbesserungen vorgeben.

Ein Vorstand zu sein

Mikel schreibt, er habe durch harte Erfahrungen bei HOT viel gelernt. Entscheidend sei, in komplexen Situationen den Bereich der Meinungsverschiedenheit zu begrenzen. Es sei wichtig, zu verhindern, dass Meinungsverschiedenheiten, funktionierende Bereiche der Zusammenarbeit betreffen und insbesondere seine seelische Wohlbefinden stören. So sei er sehr über Frederiks deutlichen Blogpost zum iD-Editor enttäuscht, obwohl er mit ihm hinsichtlich des Ticketverkaufs für die SotM-Africa über OSMF-Infrastruktur zusammenarbeite. Mit Nicolas Chavent hätte er viele heftige Meinungsverschiedenheiten über die Strategie von HOT gehabt, stimme ihm mittlerweile aber bezüglich der Effektivität von Mapathons zu.

Derzeit leitet Mikel ein kleines Team bei Mapbox und sei in den letzten zehn Jahren als Leiter diverser kleinerer Teams tätig gewesen.

Er meint, dass der OSMF-Vorstand eine Managementrolle ähnlich der Leitung eines Teams sei. Es habe die organisatorische Verantwortlichkeit, den Interessen von OSM zu dienen. Es solle eine selbstbewusstere Rolle beim Aufnehmen von Anregungen aus der Community und dem Vorgeben einer Bewegung in eine vorgegebene Richtung haben.

Vielfalt im Vorstand

Der geringe Frauenanteil sei ein Problem, meint Mikel zu Beginn seiner Antwort.

Vier von 27 Vorständen und 8 von 65 Kandidaten seien bislang Frauen gewesen. Es gebe keine belastbaren Zahlen über den Frauenanteil in den Arbeitsgruppen und unter den Mitgliedern, es sollte aber welche geben. Er geht von einer ernsthaften Unterrepräsentierung von Frauen an.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung seien Frauen. Jede(n) willkommen zu heißen, verbessere die Karte. Es sei schlicht und einfach richtig, sicherzustellen, dass die Möglichkeit der Beteiligung zugänglich und gleich sei. Offen zu sein, garantiere nicht, dass sich jede(r) willkommen fühle. Insbesondere in der OSMF-Verwaltung würden sich viele Frauen nicht willkommen fühlen. Andere Communitys hätten damit auch schon gekämpft, man müsse daher keine Pionierarbeit mehr leisten.

Man müsse existierende Hürden identifizieren und Initiativen, die etwas ändern wollen, unterstützen. Das Wichtigste sei für den Vorstand zu beginn, dass er feststelle, dass das Problem legitim sei und Zeit und Anstrengungen zu seiner Lösung benötige. Der Vorstand solle einen Aufruf formulieren und Leute und Gruppen, die derzeit schon in der Frauenförderung aktiv seien, bitten, die Angelegenheit zu untersuchen und Empfehlungen zu unterbreiten.

Das Geschlecht sei nur ein Aspekt der Vielfalt. Dass Vorstände bislang nur aus wenigen Ländern stammten, sei auch ein Problem mangelnder Vielfalt und bedarf der Zurkenntnisnahme und Aufmerksamkeit.

Verfügbare Zeit

Mikel ist derzeit schon im Vorstand und der SotM Working Group. Er verwendet im Schnitt mehrere Tage pro Monat auf OSMF-Tätigkeiten. Er meint, er habe genug Zeit zur Verfügung.

Befangenheit

Mikel ist bei Mapbox als Leiter des „Community Team“ tätig. Dessen Aufgabe sei die Unterstützung von Non-Profit-Organisationen, Pädagogen und anderen, Mapbox-Dienste für ihre Zwecke zu verwenden. Er habe keine Klausel in seinem Arbeitsvertrag, die ihm negative Äußerungen untersage. Die einzige Beschränkung seines Arbeitsvertrags betreffe vertrauliche Informationen. Er „vertrete“ nicht Mapbox in der OSMF.

Er sei ein Vorstandsmitglied und technischer Berater bei Map Kibera Trust, einer Organisation, die mit OSM in Kenia zusammenarbeite. Er sei ein stimmberechtigtes Mitglied bei HOT US Inc., habe dort aber derzeit keine Verwaltungsaufgaben. Zudem sei er ein Mitglied von OSM US.

Kassenwart

An der Tätigkeit des Kassenwarts sei er nicht interessiert. Falls niemand anderes bereit sei, könne er den Posten des Schriftführers übernehmen.

Vorstandstreffen

Er sei für ein Vorstandstreffen. In seiner aktuellen Amtsperiode und auch schon früher habe es das fast immer gegeben. Es sei mit Unterstützung eines externen Moderators am effektivsten – sei es vor Ort oder in der Vorbereitung.

Mikel meint, dass es richtig sei, dass die OSMF Reisekosten erstattet. Er habe bislang nicht davon Gebraucht gemacht, sondern sein dienstliches Reisebudget dafür verwendet.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Die allgemeine Struktur Abgrenzung der Zuständigkeiten sei in Ordnung, erfordere aber eine bessere Dokumentation insbesondere, was die Kommunikation mit dem Vorstand betreffe. Er schreibe das als Mitglied des Vorstands, von wo aus er Fehlinterpretationen von Absichten, schlechte Kommunikation, eine Spirale der Missverständnisse und Verwirrung über undurchsichtige Prozesse und manchmal langsame Abläufe bei Vorstandsentscheidungen beobachtet habe. So wie es eine Geschäftsordnung für den Vorstand gebe, solle es auch eine für die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen geben.

Die Vitalität der Arbeitsgruppen sei sehr unterschiedlich, schreibt Mikel. Dem folgt eine Auflistung über die Vitalität der einzelnen Arbeitsgruppen, die nicht viel über seine Absichten aussagt, jedoch den Schluss zulässt, dass er schon einigermaßen weiß, was in der OSMF abläuft.

Vorstand und Community: Kommunikation

Mikel ist Abonnent und Leser der relevanten Themen auf einer ganzen Reihe englischsprachiger Mailinglisten. Zudem ist er in den Slack-Organisationen von HOT und OSM US aktiv sowie Twitter aktiv. Zwei Telegram-Gruppen gehört er auch an, meint aber, dass er dort mangels Zeit nicht so viel lese. Außerdem erwähnt er WhatsApp-Gruppen, WeeklyOSM und die Protokolle der OSMF-Arbeitsgruppen.

Vorstand und Community: Pläne

Die Frage zur Krim-Entscheidung beantwortet er ausführlich, den Rest knapp.

  • Krim-Frage: Er habe die On-the-Ground-Regel für Grenzen im Jahr 2007 erfunden, um in einem Editwar auf Zypern einen Schiedsspruch zu fällen. Es ging damals um die Sprache von Straßennamen, nicht die Grenzziehung. Er unterstützt die Vorstandsentscheidung zur Halbinsel Krim, weil sie der Harmonie der Communitys diene. Die On-the-Ground-Regel sei im Grunde gut, passe aber schwerlich für umstrittene Grenzen. Wenn man vor Ort auf der Halbinsel Krim wäre, sei es offensichtlich nicht ganz russisches und nicht ganz ukrainisches Gebiet, sodass es klar und deutlich ein umstrittenes Gebiet wäre. Er findet die Bemühungen um Regeln zum Umgang mit umstrittenen Grenzen, die es nach der Krim-Entscheidung gab, gut. Er möchte erstens, dass diese Arbeit fortgeführt wird und sich auch in Mappingsoftware und gerenderten Tiles realisiert werde. Zweitens möchte er, dass der Ablauf von Berufungen/Revisionen gegen Entscheidungen von Arbeitsgruppen dokumentiert wird.
  • Mehrsprachige Karten: Zuerst müsse man sich um Supportstrukturen für die Software-Entwicklung kümmern.
  • Pronomen: Die Verwendung des bevorzugten Pronomens sei eine Frage des Respekt für das Geschlecht des Gegenübers. Er sei sich nicht sicher, ob dieser detaillierte Aspekt in einem Code of Conduct geregelt werden müsse.
  • Quellenangabe: Die Fertigstellung und Annahme der Attribution Guideline werde helfen.
  • Angestellte von Firmen im Vorstand/in den Arbeitsgruppen: Er habe natürlich kein Problem damit. Angestellte („Professionals“) hätten von Anfang an bei OSM eine zentrale Rolle gespielt. Diese Interessenkonflikte seien heutzutage geregelt, man könne deren Umgang genauer dokumentieren. Das solle nicht heißen, dass es die Präsenz von Firmen in OSM und der OSMF keine Streitfrage sei. Er würde einen Raum für eine detaillierte Diskussion begrüßen.
  • Datenschutz: Die Umsetzung der Änderungen mit Datenschutzbezug solle abgeschlossen werden. Nichtkonformität sei ein kleines Risiko, aber Konformität sei halt korrekt. Man müsse sich mehr anstrengen, direkt Angebote aus der Rails-Entwicklercommunity zu bekommen.
  • iD-Editor: Er verweist hierzu auf die Antwort zur Frage “Warum Vorstand werden”. Er stimme nicht allem zu, was die iD-Hauptentwickler getan oder gesagt hätten. Sie seien jedoch ungerecht behandelt und angegriffen worden, Zitate gezielt herausgepickt worden, um diese Angriffe zu unterstützen. Er glaube nicht, dass die iD-Hauptentwickler sich nicht um die Community scheren würden, so wie er auch nicht glaube, dass Frederiks Vergleich von deren Verhalten mit häuslicher Gewalt ernst gemeint war. Eine schnelle Entscheidung sei keine Lösung.

OSM 2030

Er hofft, dass OSM dann nicht mehr so spannend betrachtet werde. Die Herausforderung werde sein, OSM aktuell zu halten.

Wahlprogramm

Mikel präsentiert sich zu Beginn seines Wahlprogramms als den alten Kümmerer, der seine Verantwortung für OSM ernst nehme. Er betont, dass er für Kontinuität sorge, da drei der sieben Vorstände dieses Jahr abtreten würden. Für die verbleibenden findet er lobende Worte.

Im Folgenden gliedert sich sein Wahlprogramm in drei Punkte. Die beiden ersten sind eine Wiederholung seiner oben zusammengefassten Antworten, nämlich eine organisatorische Begleitung der Softwareentwicklung im OSM-Umfeld und das Verhältnis zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen. Im dritten Punkt schlägt er ein paar strukturelle Änderungen vor. Zum einen sollte das Advisory Board in eines für kommerzielle Mitglieder und eines für Local Chapters aufgeteilt werden. Zweitens solle das „Ökosystem an Institutionen“, insbesondere Local Chapters, in kooperativer und föderativer Art und Weise unter einander verbunden werden.

Die Entscheidung, noch einmal zu kandidieren, sei ihm nicht leicht gefallen, behauptet er. Er habe viel Kritik einstecken müssen und wolle nicht ewig Vorstand sein. Es sei jedoch noch genug zu tun.

Sonstiges

Steve Friedl, ein Mitglied der Membership Working Group und einer der Autoren des Untersuchungsberichts zum GlobalLogic-Vorfall, wirft in seinem Benutzerblog ein schlechtes Licht auf den Umgang von Mikel mit Freiwilligen.

Nach der Übergabe des Untersuchungsberichts an den Vorstand habe Mikel der Arbeitsgruppe geschrieben, dass sie ihr Mandat überschritten hätte. Aufgrund dieses Verhaltens und einiger privater Nachrichten, auf die Steve Friedl nicht genauer eingeht, rät Steve davon ab, Mikel zu wählen.

Rory McCann

OSM-Benutzername: nicht darstellbar (siehe HDYC-Link)

HDYC-Status: Super Mapper (mega active), ca. 300 Mappingtage seit Jahresbeginn

OSM-Aktivitäten

Rory kommt aus der Open-Source-Community. Als er zum ersten Mal von OSM erfuhr, sah er nur drei Straßen in seiner Heimat, Irland, und ignorierte es. Etwas später (2008) war ein ausreichendes Grundgerüst vorhanden und fing an Straßen abzuzeichnen. Neben allgemeinem Mapping widmet er sich dem Mapping der Townlands in Irland (niedrigste Verwaltungsebene), dem Umtaggen von Einrichtungen von gay=yes zu lgbtq=yes und allgemeinem Qualitätssicherungsmapping.

Er ist seit etwa einem Jahr Mitglied der CWG.

Rory ist häufiger Teilnehmer des OSM-Stammtisch in Karlsruhe, wo er seit fünf Jahren lebt, regelmäßiger Teilnehmer der OSMF-Vortandssitzungen und einer Reihe englischsprachiger OSM-Konferenzen in Europa sowie der Hackweekends in Karlsruhe. Er hat ein paar OSM-Veranstaltungen in Irland mitorganisiert. Er ist vor allem im IRC aktiv, zudem auch ein wenig auf Telegram und Slack.

Neben dem Mapping ist Rory als Softwareentwickler im OSM-Umfeld aktiv. Er ist kein Maintainer von wichtiger OSM-Software.

Warum Vorstand werden

Es gebe in OSM eine gewisse Stimmung, die er erhalten möchte. Er möchte sicherstellen, dass Hobbymapper repräsentiert werden, dass Leute, die sich um die Freiheiten der Nutzer kümmern, in der OSMF repräsentiert werden. Aufgrund seines „Privilegs“ (Anm.: er outet sich in seinem Benutzernamen und Twitterprofil als schwul) meint er, dass er mangelnde Vielfalt ansprechen könne und man ihm zuhöre, weil er als weißer Nicht-Transgender-Mann wahrgenommen und ihm Gehör geschenkt werde.

Auf die Frage, was er als Vorstand erreichen könne, was ihm als normales Mitglied nicht möglich sei, meint er, dass er über Vorstandsbeschlüsse abstimmen könne. Er hofft, dass die Leute ihm mehr Gehör schenken, weil er im Vorstand sei und die Leute ihn als wichtiger ansehen würden.

Die wichtigsten Probleme von OSM/OSMF seien seiner Meinung nach:

  1. die Vereinnahme der Regulierungsbehörde (die OSMF) durch Firmen, die aus OSM eine Datenquelle und Quelle für ein besseres Ansehen in der Öffentlichkeit machen möchten;
  2. darin zu versagen, für Vielfalt zu werben, was dazu führe, dass OSM ein Projekt voller „Dudebros“ (ein Social-Justice-Slang-Begriff für sexistische, heterosexuelle junge Männer) werde.

Ein Vorstand zu sein

Rory hat keine Managementerfahrung und ist sich unsicher, wie er auf die Frage antworten soll.

Vielfalt im Vorstand

Rory beantwortet die Fragen einzeln:

  • Ist der geringe/sinkende Frauenanteil im Vorstand ein Indikator für Probleme bei der Vielfalt in OSM? Er stimmt der Frage zu. Er könne nicht nachvollziehen, wie OSMer eine Community mit einem hohen Anteil von Leuten aus traditionell privilegierten Gruppen als “nichts Besonderes hier” wahrnehmen können.
  • Kannst du das Problem, so wie du es wahrnimmst, beschreiben? Rory schreibt, man lebe in einer Gesellschaft, in der man eine Voreingenommenheit unbewusst übernehme. Man könne das durch Bildung und Aktivismus überwinden.
  • Was sei die Aufgabe des Vorstands, das zu beheben? Der Vorstand solle Frauenfeinde entmutigen/bestrafen (z.B. durch einen Code of Conduct) und ausgegrenze Gruppen unterstützen, weil deren Repräsentierung sehr sehr wichtig sei.
  • Was würdest du konkret tun? Er würde weiter für einen Code of Conduct kämpfen, klar in seinen Worten sein und Leuten aus ausgegrenzten Gruppen mitteilen, dass sie willkommen seien. Ausgegrenzte Gruppen, die Unterdrückung erfahren, würden standardmäßig davon ausgehen, dass sie auch in der Gruppe, der sie beitreten möchten, diese Unterdrückung erfahren werden. Man müsse zeigen, dass man Diskriminierung nicht unterstütze und Partriarchie/weiße Vorherrschaft/Vorherrschaft Heterosexueller/Kyriarchat zerstören möchte. (Anm.: Das klingt im Original schon so kriegerisch)

Verfügbare Zeit

Rory plant, das Werbegeschenkprogramm (Aufkleber) der CWG weiterzuführen. Er glaubt, er werde die Zeit dazu haben und es brauche wenig Zeit.

Interessenskonflikte

Rory ist bei der Geofabrik als Sysadmin angestellt. Sein Vorgesetzter und Freund Frederik Ramm scheide aus dem Vorstand aus, all seine Interessenskonflikte würden auch für ihn gelten, mit der Ausnahme, dass er nur Angestellter sei. Alles, was die Nutzung von OSM erschwere, sei gut für das Geschäft der Geofabrik. Falls OSM sich auflösen oder unbrauchbar werden würde, würde das Geschäft vollständig verloren gehen. Je bekannter OSM werde, desto mehr Geschäftsmöglichkeiten ergäben sich. Die Geschäftsinteressen würden dahingehend mit denen der Foundation übereinstimmen. Er hat keine Gesellschafteranteile.

Sein Arbeitsvertrag mache ihm keine Vorschriften weder, was er sagen dürfe, noch, was er in seiner Freizeit zu tun habe.

Kassenwart

Rory sieht sich nicht als für diesen Posten geeignet an. Falls sich niemand melde, würde er es machen.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Er ist der Meinung, dass die Trennung der Zuständigkeiten klar sei, weist aber darauf hin, dass vieles auch außerhalb der Arbeitsgruppen erfolge. Rory mag die nicht-hierarchische Struktur im OSM-Projekt. Ebenso begrüßt er es, wenn Local Chapters einen gewissen Grad an Freiheit haben, solange sie die Eigentümerschaft über die Rechte an den Daten und der Marke durch die OSMF anerkennen.

Ein gewisser Zustrom neuer Leute sei für fast jede Gruppe sinnvoll. Dafür zu sorgen, sei Aufgabe der jeweiligen Arbeitsgruppen. Die Foundation sollte nicht befugt sein, einer Gruppe eigenmächtig ein Mitglied zuzuordnen. Man bezahle die Mitglieder der Arbeitsgruppen nicht, man könne Freiwillige nicht herumkommandieren. Gewisse Sysadmin- und Softwareentwicklungsgruppen benötigen jedoch Stabilität. Ein jährlicher Austausch der Sysadmins sei keine gute Idee. Der Vorstand könne hier helfen, indem er die größere OSM-Community auf offene Stellen hinweise und gezielt auf Leute zugeht, die geeignet wären.

Vorstand und Community: Kommunikation

Wie er auf dem aktuellen Stand bleibe? Dazu meint Rory, dass er viel Zeit im Internet verbringen würde.

Vorstand und Community: Pläne

  • Mehrsprachige Karten: Es wäre großartig, mehrsprachige Karten auf openstreetmap.org zu haben. Er habe vor Jahren einen Tileserver installiert, der eine irische Karte anbietet. Der Grund, warum es auf osm.org keine mehrsprachigen Karten gebe, seien technische Hürden, man brauche dafür Vektortiles. Er sei sich aber unsicher, was die nächsten Schritte dafür seien.
  • Krim-Frage: Er steht hinter der On-the-Ground-Regel, es sei eine der neutralsten Möglichkeiten, Meinungsverschiedenheiten zu lösen. Seiner Meinung nach dürfe demzufolge die Krim nicht zu Russland gehören. Es habe jedoch schlechte Presse gegeben, weshalb eine Ausnahme gerechtfertigt sei. Er hätte deshalb vielleicht für die Ausnahme gestimmt. Die Entscheidung und ihre Kommunikation sei suboptimal gewesen. Es sei aber auch keine angenehme Situation für die Vorstände gewesen. Sie wären so oder so kritisiert worden.
  • Pronomen (die Frage wurde von ihm selbst eingereicht): Es sei eine voll und ganz vernünftige, grundlegende Regel, das absolute Minimum. Die Weigerung, das gewünschte Pronomen einer Person zu verwenden, sei fast immer Transphobie (Ablehnung/Feindlichkeit gegenüber Transgendern). Sie habe keinen Platz in OSM und einer modernen Gesellschaft.
  • Fehlende Quellenangabe: Facebook habe das mittlerweile korrigiert, es sei nur noch ein Klick auf das “i” erforderlich. Das sei ausreichend, meint er. Er bezweifelt, ob die Forderung, die Lizenz zu entziehen, überhaupt rechtlich möglich war. Er ist der Meinung, dass es unklug ist, sofort mit einer großen Kanone zu schießen. Man solle mit ihnen kommunizieren, aber klar machen, was man tun könne. Die Foundation habe die Pflicht, die immateriellen Rechte des Projekts zu schützen. Man müsse sicherstellen, dass sie nicht von schäbigen Firmen, die für Lügen bekannt seien, überrant werde.
  • Angestellte im Vorstand/in den Arbeitsgruppen: Er sei ein Angestellter einer Firma, also nicht dagegen. Die OSMF solle eine Richtlinie einführen, die regele, was passiere, wenn jemand mit einem offensichtlichen Interessenskonflikt schamlos “Nein, ich habe keinen” sagt. Verschriftlichte Regeln können Angestellten von Firmen helfen, die Vorstandsmitglieder sind. Wenn ein Interessenskonflikt jemanden dazu zwinge, nicht abzustimmen, kann der Arbeitgeber denjenigen dafür nicht bestrafen.
  • Datenschutz: Die DSGVO und der Schutz der Privatsphäre seien sehr wichtig. Er denkt, dass OSM zu klein ist, um damit Probleme zu bekommen, sodass man noch nicht Gefahr im Verzug sei. Man biete Geld für die Anpassungen an, dort läge die Lösung.
  • iD-Editor: Man müsse bei der Verwendung des Begriffs „Community“ vorsichtig sein. Es gebe die nicht die OSM-Community. Die iD-Entwickler würden ihrer OSM-Community folgen und die anderen OSM-Communitys sollten ignoriert werden. Die Behauptung, sie würden einer Community folgen, sei korrekt. Man müsse mit der Verwendung des Begriffs „missbräuchlich“ vorsichtig sein. Er meint, es gebe Probleme beim Management und der Ausrichtung des Projekts. iD sei ein freies Projekt, seine Entwickler könnten tun, was sie wollten. Man solle sie tun lassen, was sie wollen, man bezahle sie ja auch nicht. Andererseits sei die Respektlosigkeit gegenüber derart großen Teilen der OSM-Community nicht schlau. OSM.org gehöre, anders als das iD-Projekt, nicht den iD-Entwicklern. Man könne auch eine anders konfigurierte Fassung von iD verwenden.

OSM 2030

Rory nimmt die Frage nicht so ernst wie seien Wettbewerber. Was wisse man schon, was in 10 Jahren sei …

Wahlprogramm

Rory beginnt sein Wahlprogramm mit dem Motto „Steady as she goes, let’s change everything“ (deutsch: So beständig wie es läuft, lass uns alles ändern“). An mehreren Stellen spricht er seine Wähler in der zweiten Person an (du/ihr).

Er kommt ursprünglich aus Dublin (Irland) und wohnt mittlerweile in Karlsruhe, wo er für die Geofabrik arbeitet. Er sei ein Craftmapper und Social-Justice-Hacker.

Es sei toll, dass OSM ein Projekt für die kleinen Leute sei, die die Gegenden, die sie interessieren, erfassen. Gegenüber großen Konzernen, die anfangen, freundlich zu sein und Hilfe anzubieten, sei er skeptisch. Sie täten es nicht aus purer Nächstenliebe. Einem leidenschaftlichen Mapper könne er jedoch vertrauen.

Rory kommt aus der Open-Source-Szene und steht für Open Source. Falls proprietäre Software eine Vorteil bringe, würde er sie jedoch nutzen. Er sei auf der Hut vor Hierarchien. OSM sei besser, wenn es aus leidenschaftlichen Leuten bestehe und nicht aus einer Reihe an Angestellten, die nur auf die Stechuhr schauen würden sowie einem elitären Management.

Er sei damit einverstanden, dass Leute ihn – abschätzig – einen Social Justice Warrior (wörtlich: Gleichstellungskrieger) nennen. OSM brauche mehr Codes of Conduct, aber welcher sei die Frage – darüber könne er selber viel schreiben. Es gebe nicht genügend Mapper aus ausgegrenzten Gruppen, die entweder uns nicht kennen würden oder denken, sie wären nicht willkommen. Er nennt Leute aus der dritten Welt, Frauen, Ältere und Leute aus der Arbeiterklasse. Leute aus ausgegrenzten Gruppen seien die ungenutzte Ressource für mehr OSM-Hobbymapper.

Er wäre gern euer Vorstandsmitglied, weil er der Meinung sei, dass wir das Bedürfnis nach einer besseren Repräsentation der Hobbymapper hätten. Viele davon seine „cis het dudes“ (Social-Justice-Slang für nicht transsexuelle, heterosexuelle, nicht wirklich alte Typen), er hingegen wisse, was Vielfalt heiße.

Clifford Snow

OSM-Benutzername: Glassman, Glassman_import

HDYC-Status des Hauptaccounts: Super Mapper (Highly Active), ca. 250 Mappingtage seit Jahresbeginn

OSM-Aktivitäten

Clifford hat OSM durch einen Vortrag von Hurricane Coast auf einer Linux-Veranstaltung kennen gelernt. Derzeit mappt er v.a. Fußwege, Fußgängerübergänge und Bordsteine. Er ist eine Mitglied der kürzlich neu gegründeten LCCWG. Clifford hat an diversen kleineren OSM-Veranstaltungen teilgenommen und ist auch in der örtlichen OSM-Community aktiv. Er hat nur mit ein paar Skripten, die Bilder einer Dashcam zu Mapillary und OpenStreetCam hochladen, als Softwareentwickler beigetragen. Zweimal hat er bislang an den OSMF-Vorstandssitzungen teilgenommen.

Warum Vorstand werden

Er nennt in seiner Antwort fünf Kernthemen, die er in seinem Wahlprogramm genauer erläutert. Details siehe unten.

Auf die Frage, was die drängendsten Themen seien, meint er, dass sich die OSMF auf Inklusivität, Infrastruktur, Verwaltung und die Marke kümmern sollte.

Ein Vorstand zu sein

In seiner früheren Karriere hatte er Leitungsaufgaben, zu Beginn das Leiten von Mitarbeitern einer Gewerkschaft. Der Schlüssel zum Erfolg sei, dass die Foundation Ziele habe, die von der Community mitgetragen würden.

Vielfalt im Vorstand

Seine Antwort auf diese Fragen fällt recht kurz aus.

Er glaubt daran, dass OSM neue Mapper akquirieren muss. Deshalb begrüße er jeden neuen Mapper. Das Ziel der OSMF müsse es sein, Aktivitäten des Aufbaus von Communitys zu unterstützen. Die OSMF sollen den Prinzipien der Steigerung des Selbstbewusstseins, Inklusivität und Respekt gegenüber jedem übernehmen.

Verfügbare Zeit

Clifford beabsichtigt, weiterhin in der LCCWG aktiv zu sein.

Befangenheit

Er meint keine Interessenskonflikte zu haben. Sein Einkommen komme aus anderen Quellen. Er wurde im Jahr 2018 dafür bezahlt, für eine örtlichen Firma eine JOSM-Schulung zu machen. Er rechnet nicht damit, dass er das noch einmal tun wird. Die Einnahmen daraus hätte er übrigens für die Reise zur SotM ausgegeben.

Clifford gibt nicht deutlich an, dass sein Einkommen aus OSM-/GIS-fernen Bereichen kommt oder er nicht berufstätig ist.

Kassenwart

Sofern der Vorstand zuerst ermittelt, wer der geeignetste Kandidat wäre, würde er es tun.

Vorstandstreffen

Vorstandstreffen seien wichtig, er werde gerne daran teilnehmen.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Seine Antwort auf diese Frage fällt knapp aus. Er glaubt, dass die Arbeitsgruppen entscheidend für den Erfolg von OSM seien. Er wünscht sich, dass die Beteiligung und ihre Verantwortung zunimmt.

Vorstand und Community: Kommunikation

Clifford verfolgt die Mailinglisten Diversity, Talk und Tagging. Er ist in der US-amerikanischen Slack-Organisation aktiv.

Vorstand und Community: Pläne

  • Mehrsprachige Karten: Clifford strebt an, dass Indianerstämme in ihrer Sprache zu OSM beitragen. Die Stämme in seiner Umgebung hätten alle Leute, die sich um den Erhalt der Sprache durch Schulunterricht und Veröffentlichen von Literatur kümmern. Paul Norman und er hätten diskutiert, wie man die Stimme dazu bringen könne, in ihrer Sprache zu OSM beizutragen. Die Frage selbst beantwortet er nicht aus der technischen, sondern aus der Mapper-Perspektive. Es brauche die Mitwirkung jedes einzelnen, damit die Namen auch in OSM erfasst werden.
  • Angestellte von Firmen in Vorstand/Arbeitsgruppen: Er ermutigt jeden, sich überall bei OSM zu beteiligen. Er würde die Arbeitsgruppen dazu aufrufen, Regeln einzuführen, die Transparenz und Inklusivität sicherstellen. OSM sei kein Hobby, sondern ein ernstes Projekt. Man brauche die besten Leute zusammen mit angemessenen Regeln, um erfolgreich zu sein. Deshalb solle man nicht Leute ausschließen, die von OSM leben.
  • Datenschutz: OSM muss sich an die Gesetze halten. Es sei die Aufgabe des Vorstands, das sicherzustellen. Der Vorstand solle mit der OWG zusammenarbeiten, um Steine bei der Implementierung der erforderlichen API-Änderungen aus dem Weg zu räumen. Falls erforderlich, solle Geld dafür ausgegeben werden.

OSM 2030

Clifford hofft auf einen großen Zustrom neuer Mapper aus allen Teilen der Welt und auf eine inklusive, respektvolle und ermutigende Community. Sowie auf Vektortiles.

Wahlprogramm

Clifford ist seit 2011 bei OSM dabei. Auf einer Linuxveranstaltung habe er OSM entdeckt. Eigentlich komme er aus dem Telekommunikationssektor und habe sonst mit Kunst (genauer Glasbläserei – daher sein Benutzername) zu tun. Er war einer der Mitorganisatoren des örtlichen OSM-Stammtisches in Seattle und Mitorganisator der SotM-US 2016 in Seattle. Zudem hat er an mehreren Importen der örtlichen Community (v.a. Gebäude und Adressen) mitgearbeitet. Seit 2014 begrüße er alle neuen Mapper im US-Bundesstaat Washington.

Er sei nirgendwo angestellt. Im Jahr 2018 sei er von Microsoft beauftragt worden, dessen Mappingteam JOSM beizubringen.

Als Vorstand möchte er gerne Folgendes tun:

  • Im Abschnitt „Core Values“ (unsere Werte) des Mission Statements (Leitbild) der OSMF „embrace empowerment, inclusiveness, and respect for for all“ ergänzen.
  • Aus dem Vorstand einen strategischen Vorstand machen, der weniger Tagesgeschäft macht und sich dafür auf die Arbeitsgruppen und bezahlte Kräfte stützt.
  • Er möchte eine enge Beziehung mit den kommerziellen Mitgliedern aufbauen. Unternehmen hätten OSM entdeckt und würden es umarmen. Die 1000 bezahlten Mapper pro Tag seien eine gute Sache. Er mappe beispielsweise keine Abbiegespuren, das würden bezahlte Mapper erledigen. Er erwarte von den Firmen eine stolze Angabe von OSM als Quelle, Beiträge zum Aufbau einer stabilen Infrastruktur und Teil der globalen und lokalen Community zu sein.
  • Die bestehenden Arbeitsgruppen beim Aufbau stabilen IT-Infrastruktur zu unterstützen.
  • Er würde gerne Feedback von der gesamten Community unter der Verwendung verschiedener Foren und vieler Sprachen sehen.

Wochennotiz Nr. 489

26.11.2019-02.12.2019

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Babykarte von Sören Reinecke alias ValorNaram 1 | Kartendaten © OpenStreetMap Mitwirkende

In eigener Sache

  • Liebe Freunde der Wochennotiz. Diese Ausgabe wird veröffentlicht mit lediglich einer Korrekturlesung. Wer also Fehler findet, darf sie behalten oder meldet sich auf https://osmbc.openstreetmap.de/ und schreibt in der Abteilung “In eigener Sache”, dass er in Zukunft mitarbeiten will beim Sammeln, Schreiben und Korrigieren von Meldungen.

Mapping

  • Graeme Fitzpatrick erwähnte in der Tagging-Diskussionsliste die Erstellung einer Wikiseite, um das Hinzufügen eines Tags für eine Art von Barriere namens Berm (ein ebener Raum, ein Regal oder eine erhöhte Barriere, die zwei Bereiche trennt) zu diskutieren.
  • Die Abstimmung über den Vorschlag mimics=* endet am 13.Dezember. Das mimics-Tag wurde entwickelt, um aufzuzeichnen, als was ein Mobilfunkmast oder -turm getarnt wurde.
  • Die südafrikanische NGO Code for Africa startete ein Projekt mit Drohnen zur Kartierung der schwimmenden Slums in Makoko, in der nigerianischen Hauptstadt Lagos. Die daraus resultierenden Daten werden auf OpenStreetMap hochgeladen.
  • Nick Jones hat einen Artikel veröffentlicht, der eine Methodik erklärt, um Probleme in OpenStreetMap mit Hilfe von maschinellen Lernwerkzeugen zu identifizieren.
  • PoliMappers wird zum dritten Mal in Folge das #PoliMappersAdventure vorschlagen, eine tägliche Mappingaufgabe für den Monat Dezember 2019. Du kannst der Aufgabe auf Facebook und Twitter von PoliMappers und im Wiki folgen. In diesem Jahr kann die Aufgabe auch in einem Telegram-Kanal verfolgt werden.
  • Die Straßendaten im RapiD-Editor sind nun für alle Länder in Südamerika und Afrika verfügbar. Die neue Version wurde vollständig mit den Grundrissen von Microsoft-Gebäuden integriert (>150M unkartierte Gebäude in den USA, Tansania und Uganda).
  • Die Kampagne eines Benutzers, die Welt zum Sprechen von Esperanto zu bringen, löste eine Debatte im deutschen Forum
    aus. Die Frage, welchen Namen man für internationale Objekte verwenden sollte, ging in die OSM-Talk-Mailingliste über.
  • Die russische OSM-Gemeinschaft beschloss (ru) (automatische Übersetzung), den Import von Theatern abzuschließen, der bereits 2017 begann. Übrigens, 2019 wird in Russland zum “Jahr der Theater” erklärt.
  • In einem Twitter-Moment berichtete (fr) (automatische Übersetzung) Dabo Hamda, dass die Guinea-Gemeinschaft eine zweitägige Trainings- und Kapazitätsaufbau-Session am CNF von Conakry für Geomatikstudenten und Gemeindemitglieder in offener digitaler Kartierung und GIS hatte. Auf der Tagesordnung standen: Einführung und Sensibilisierung für OSM und seine Tools, Entdeckung und Kenntnis der lokalen Gemeinschaft, Datenerfassung mit Kobo und OSMTracker und schließlich die Wiederverwendung von OSM-Daten in QGIS und OsmAnd.

Community

  • Zwölf Kandidaten bewerben sich für die vier offenen Stellen im OSMF-Verwaltungsrat. Nuno Caldeira | Steve Coast | Jinal Foflia | Gregory Marler | Mikel Maron | Rory McCann | Michal Migurski | Allan Senf | Guillaume Rischard | Dietmar Seifert | Clifford Schnee | Eugene Alvin Villar. Lesen Sie die Antworten auf die folgenden Fragen: OSM-Aktivitäten | Warum Mitglied werden | Vorstandsmitglied sein | Vorstandsvielfalt | Ihre Zeit | Interessenkonflikte | Schatzmeister | F2F-Sitzung | Vorstand und AGs | Kommunikation | Was würden Sie tun? | OSM 2030 vision | und Manifeste sind in unserem Wiki online.
  • Martin Borsje schreibt (nl) einige interessante Punkte über Importe: “OSM ist und bleibt kein 100%iges Abbild aller Regierungsdaten; OSM ist keine Backup-Datenbank für die Regierung. Wenn Regierungen OSM für was auch immer verwenden, geschieht dies auf eigene Gefahr; schließlich kann OSM jederzeit aktualisiert werden.” Deshalb ruft er an: “Geh raus, schnapp dir dein Fahrrad, schau und kartiere!” (automatische Übersetzung)
  • Jessica Sena schrieb, dass am 14., 15. und 16. November der State Of The Map Latam in der Stadt Encarnación (Paraguay) stattfand. Dort trafen sich Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt (hauptsächlich aus Lateinamerika), um die Frage zu beantworten: Welche Welt enthüllen Ihre Karten? Das zentrale Thema dieses Jahres.
  • The Survey of India führt ein Projekt durch, um Indien im Maßstab 1:500 zu re-mapen. Der Artikel von Srishti Choudhary gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Kartierung in Indien und enthält Naveen P. Francis’ Beschreibung der Frustrationen, aufgrund von beschränkten Geodaten, mit denen OSM-Mapper in Indien konfrontiert sind.

Importe

OpenStreetMap Foundation

  • Dorothea Kazazi schreibt ausführlich, was bei den Wahlen zum OSMF-Vorstand zu berücksichtigen ist.
  • Steve Friedl gab seine redaktionelle Unterstützung für die bevorstehenden OSMF-Vorstandswahlen bekannt. Mikel Maron antwortete und es entspann sich ein interessanter Schlagabtausch.
  • Der Umfang der Antworten der Kandidaten ist diesmal sehr groß deshalb hat Imagico sie analysiert und gibt am Ende eine Empfehlung für die Wahl.
  • Michael Reichert hat – wie schon in den letzten Jahren auch seinen ersten Teil einer Analyse veröffentlicht. Den zweiten Teil seiner Betrachtungen hat er für Montag angekündigt. Es bleibt also noch Zeit sich auf eine gründliche Wahl vorzubereiten.
  • Eine schöne tabellarische Übersicht liefert westnordost.

Veranstaltungen

  • Die baltische GIS-Konferenz findet am 6. März 2020 in Riga (Lettland) statt. Einer der Abschnitte der Konferenz wird OSM gewidmet sein. Die Organisatoren bitten um Beiträge und suchen nach Partnern.
  • Die Organisatoren der Mini-Konferenz “15 Jahre OSM”, die am 16. November 2019 in St. Petersburg (Russland) stattfand, veröffentlichten Präsentationen und Videos von Vorträgen. (ru)

Humanitarian OSM

  • Missing Maps feiert seinen fünften Jahrestag und den ersten Jahrestag seines Blogs.
  • Melanie Eckle schrieb einen Blogbeitrag zum 5. Geburtstag von Missing Maps.
  • Tommy Charles, Koordinator der OSM in Sierra Leone, möchte mit Hilfe von Spenden die Mapping Community in dem westafrikanischen Land wiederbeleben.
  • Am 15. November organisierte die Uganda Red Cross Society ein Mapping Training in dem von schweren Überschwemmungen gezeichneten Land. Es nahmen 60 Freiwillige an der Schulung teil.

switch2OSM

Lizenzen

  • Vor nicht allzu langer Zeit haben wir berichtet, dass Strava die Verwendung seiner Daten im OSM wieder erlaubt hat. Ilya Zverev glaubt (ru) (automatische Übersetzung) jedoch, dass die Community die Antwort der Strava-Entwickler nicht richtig verstanden hat, und tatsächlich sind die Daten durch die Lizenz immer noch “eingeschränkt”.

Programme

  • Leonardo Gui
    tierrez teilte sich im OSM Colombia Telegram die App BusBoy (es) Public Transport of Boyaca. Diese App wurde vollständig mit OpenStreetMap-Daten entwickelt, die von der Gemeinde Boyaca, Kolumbien, gesammelt wurden (automatische Übersetzung).
  • Tianyi Ren und Monica Brandeis berichten über ihr QM-Tool Map Quality Measurement (MQM). Sie beschreiben, wie sie die Qualität der OSM-Daten in 51 Städten in den USA untersucht und bewertet haben.
  • Linuxinsider berichtet über die Version 13.0 der OSGeoLive GIS Software Sammlung.

Programmierung

  • Fabian Kowatsch berichtet über Neuerungen bei der ohsome-Plattform.
  • Sven Geggus sucht eine Bibliothek zur Transkription der kantonesischen Sprache zur Verwendung in HongKong und Macau. Bevorzugt in C++ oder Python.
  • Das Portal mappinggis.com hat kürzlich ein Tutorial veröffentlicht (es) (automatische Übersetzung) , wie man mit QGIS ein GeoPDF erstellt. Dies ist ein kürzlich hinzugefügtes Feature von QGIS 3.10.
  • Kirill Rubinstein, eine russische Programmiererin, schrieb (ru) (automatische Übersetzung) einen Artikel darüber, wie er einen Mapping-Service für sein Softwareprodukt gewählt hat. Er verglich im Detail verschiedene Mapping-Dienste und begann schließlich mit OSM zu arbeiten.

Releases

  • Du bist an den neuen Funktionen von JOSM (Stable release 15553 vom 02.Dez) interessiert? Hier ist die Liste.

Kennst du schon …

  • … [1] die Babykarte? Die Version 3.0 wurde freigegeben und zeichnet sich durch ein neues Design und verbesserter Performance aus. Und – dank FOSSGIS – nun auf einem OSM.de-Server gehosted.
  • FactsMap, eine umfassende Sammlung von denkwürdigen und analytischen Karten, Diagrammen, Fakten, Statistiken und Grafiken?
  • … die OpenTripMap, einen Dienst, der touristische Attraktionen zeigt?

Weitere Themen mit Geo-Bezug

  • Die BBC berichtet, dass Apple die Forderungen Russlands erfüllt hat, die Krim aus russischer Sicht als Russland zu zeigen. In einer Diskussion auf Hacker News weist Richard Fairhurst darauf hin, dass diese Art von lokaler Änderung überall auf der Welt in jeder größeren Karte außer auf OpenStreetMap vorkommt.Im Jahr 2018 hatte die Data Working Group (DWG) aufgrund eines Mapper-Appells, der auf der Vor-Ort-Regel (on the ground rule) basiert war, beschlossen, die Krim als Russland zu klassifizieren. Dies wurde später vom Vorstand der OSM Foundation einige Tage vor der Vorstandswahl 2018 rückgängig gemacht.Viele der Kandidaten für die Vorstandswahl 2019 erwähnen die Krim in ihren Manifesten und Antworten. Allan, Eugen, Guillaume und Rory auf der einen Seite setzen sich ein für klare Regeln und unterstützen das Vor-Ort-Prinzip. Auf der anderen Seite begründet Mikel, der “Teil der Entscheidung war, die DWG-Entscheidung über die Krim rückgängig zu machen”, seine Entscheidung durch “Gemeinschaftsharmonie”.
  • Das “Modifiable Areal Unit Problem” ist ein bekannter Begriff für akademische Geographen, aber, wie viele nützliche Begriffe, für den Rest von uns etwas unklar. Dr. Bob Barr weist darauf hin, dass ein Tweet der UK Electoral Reform Society über die Wahlgrenzen das Thema sehr gut veranschaulicht. Ihre Animation zeigt , wie sich verändernde politische Grenzen (der veränderbare Bereich) dramatisch auf das Wahlergebnis auswirken können.
  • Der World Settlement Footprint 2015, eine globale Karte der menschlichen Siedlungen in 10 m Auflösung, wurde von einem Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Google und MindEarth erstellt. Die Karte wurde aus Radardaten von Sentinel-1 und optischen Daten von Landsat-8 erstellt. Die Ergebnisse wurden anhand von 900.000 Proben validiert, die durch die Fotodarstellung von sehr hochauflösenden Google Earth-Bildern aus der Menge gekennzeichnet waren. Details sind in der Arbeit des Teams auf arXiv beschrieben(.pdf).
  • Mapillary hat eine Dashcam herausgebracht, die für Mappingzwecke angepasst wurde. Die Dashcam sammelt und lädt Bilder automatisch hoch und soll Lieferflotten ausstatten, so dass Kartendaten in Echtzeit generiert werden können.
  • Die Stanford-Medizinstudentin Hannah Wild reiste in das Omo River Valley in Äthiopien, um den Gesundheitszustand der dort lebenden nomadischen Nyangatom zu untersuchen. Jody Berger erklärte, wie Hannah bei der Kartierung unterstützt wurde, die von Stace Maples, Humanitarian OpenStreetMap, DigitalGlobe und gefräßigen Ziegen erstellt wurde.
  • Die New York Times hat einen wunderbaren interaktiven Artikel auf der New Yorker U-Bahn-Karte veröffentlicht. Der Artikel folgt der Geschichte der Entwicklung der Karte und hebt einige der Eigenheiten und Merkmale hervor, die den Menschen vielleicht nicht aufgefallen sind.

Wochenvorschau

Wo Was Wann Land
online PoliMappers Adventures 2019 2019-12-01-2019-12-31 everywhere
Zurich 112. OSM Meetup Zurich (Fondue!) 2019-12-09 switzerland
Lyon Rencontre mensuelle pour tous 2019-12-10 france
Hamburg Hamburger Mappertreffen 2019-12-10 germany
Viersen OSM Stammtisch Viersen 2019-12-10 germany
Mannheim Mannheimer Mapathons 2019-12-12 germany
Munich Münchner Stammtisch 2019-12-12 germany
Nantes Réunion mensuelle 2019-12-12 france
Berlin 138. Berlin-Brandenburg Stammtisch 2019-12-13 germany
Berlin DB Open Data XMAS Hack 2019-12-13-2019-12-14 germany
Lüneburg Lüneburger Mappertreffen 2019-12-17 germany
Digne-les-Bains HÉRuDi : l’Histoire Étonnante des Rues de Digne 2019-12-17 france
Düsseldorf Stammtisch 2019-12-27 germany
hosted by Chaos Communication Congress 36C3 OpenStreetMap assembly 2019-12-27-2019-12-30 germany

Hinweis:
Wer seinen Termin hier in der Liste sehen möchte, trage ihn in den Kalender ein. Nur Termine, die dort stehen, werden in die Wochennotiz übernommen. Bitte prüfe die Veranstaltung in unserem öffentlichen Kalendertool und korrigiere bitte die Einträge im Kalender, wenn notwendig.

Diese Wochennotiz wurde erstellt von Kleper, Rainero, Rogehm, Silka123, SomeoneElse, Guillaume Rischard (Stereo), TheSwavu, derFred, geologist.

OSMF-Vorstandswahlen 2019 – die Kandidaten (Teil 1)

Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten abstimmen. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten vorzuschlagen, aus denen ein Moderator einen Fragenkatalog auswählte. Die Antworten der Kandidaten wurden zentral zusammen mit den von ihnen eingereichten Wahlprogrammen veröffentlicht.

Dieser Beitrag stellt die Antworten auf die Fragen der Wähler und die Wahlprogramme fünf der zwölf Kandidaten vor. Die restlichen Kandidaten folgen in einem zweiten Blogeintrag.

Nach einer Übersetzung der Fragestellungen folgt für jeden Kandidaten die Zusammenfassung seiner Antworten und seines Wahlprogramms.

Abkürzungsverzeichnis

Im Text werden einige Abkürzungen verwendet. Die wichtigsten sind:

  • OSMF: OpenStreetMap Foundation
  • DWG: Data Working Group
  • OWG: Operations Working Group
  • MWG: Membership Working Group
  • LWG: License Working Group
  • LCWG: Local Chapters Working Group
  • LCCWG: Local Chapters (and Communities) Working Group

Inhaltsverzeichnis

Die Fragen

Erzähl uns ein wenig über deine OSM-Aktivitäten

Beispielsweise:

  • Was hat dich zu OSM gebracht und warum bist du immer noch dabei?
  • Wie lautet dein OSM-Benutzername?
  • Welche Mappingbeiträge hast du im vergangenen Jahr geleistet?
  • Bist/warst du Mitglied einer OSMF-Arbeitsgruppe?
  • Hast du mit anderen Mappern zusammengearbeitet, etwa in einem Local Chapter oder einem Treffen?
  • Hast du irgendetwas selber organisiert, wie beispielsweise eine Veranstaltung für OSM-Neulinge?
  • Hast du etwas über OSM in der Vergangenheit geschrieben – z.B. in einem Blog, auf Mailinglisten oder in einer Zeitung? Bitte gib, falls möglich, Links an.
  • Trägst du als Softwareentwickler bei?
  • Hast du an Vorstandssitzungen als Gast teilgenommen?

Erzähl uns ein wenig, warum die Vorstand werden möchtest

  • Was denkst du, könntest du als Vorstand erreichen, was du als normales OSM(F)-Mitglied nicht kannst?
  • Was ist das drängendste Problem, dem sich die OSMF widmen sollte?

Ein Vorstandsmitglied zu sein

Bitte gib Erfahrungen an, die du in irgendeiner oder allen der drei folgenden Bereiche erworben hast:

  1. Die Vorstandstätigkeit umfasst oft aufwendige Verhandlungen und Diskussionen innerhalb des Vorstands, mit Arbeitsgruppen und der größeren OSM-Community. Arbeit im Team und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, zuzuhören (wirklich zuzuhören) und vielfältige Meinungen kennenzulernen, erfordert Bescheidenheit, Zeitmanagement, besonnene Ablaufplanung und Community-Building-Fähigkeiten. Bitte gib Beispiele an, in denen du solche Szenarien und Konversationen angeleitet hast, denen du nicht zugestimmt hast oder die dich herausgefordert haben.
  2. Verfügst du Erfahrungen mit dem Leiten eines Projekts oder einem Team? Verfügst du über Erfahrungen, andere dabei zu coachen (d.h. Manager zu managen)? Wie lange hast du diese Tätigkeiten ausgeübt?
  3. Hast du jemals mehrere Interessenvertreter mit verschiedenen Zielen gemanagt? Was war das für eine Situation? Was hast du getan? Welche Herausforderungen sind dir begegnet und wie bist du damit umgegangen?

Vielfalt im Vorstand

Die drei verbleibenden Vorstandsmitglieder sind Männer und nur eine Frau ist unter den Kandidaten.

  • Ist das ein Indikator für ein Problem mit dem Geschlechterverhältnis innerhalb von OpenStreetMap? Falls ja:
  • Kannst du das Problem so beschreiben, wie du es empfindest?
  • Was ist die Aufgabe des Vorstands, dabei zu helfen, das Problem zu beheben?
  • Was wirst du konkret tun?

Deine Zeit

Planst du, weiterhin deine Tätigkeit in der Arbeitsgruppe fortzuführen, falls du schon Mitglied einer Arbeitsgruppe bist? Hast du genügend Zeit für viele Aufgaben?

Transparenz: Interessenskonflikte

Hat die Haupteinkommensquelle mit Kartographie oder GIS irgendwie zu tun (egal ob OSM-bezogen oder nicht)?

Welche, falls überhaupt, Interessenskonflikte hast du, die dich als Vorstand betreffen würden?

Bist du ein Mitarbeiter, Mitglied oder anderweitig bezahlt oder unbezahlt mit einer Firma, einer Behörde oder Non-Profit-Organisation verbunden, die im OSM-Ökosystem tätig ist oder mit ihm konkurriert? Hast du irgendwelche Verträge (Arbeitsvertrag oder anderer Art), die dich darin einschränken, was du in der Öffentlichkeit sagen darfst, das für OSM von Bedeutung ist? Beispielsweise eine Klausel, die negative Äußerungen über eine Firma/Organisation im OSM-Ökosystem untersagt? Oder ein Arbeitsvertrag, der dich dazu verpflichtet, dass du stets im Sinne der Firma handelst?

Wir suchen einen neuen Kassenwart

Wärst du dazu bereit?

Wärst du bereit, an einem Vorstandstreffen teilzunehmen?

Der Vorstand hat traditionell ein zweitägiges Vorstandstreffen zeitnah nach der Wahl auf Kosten der Foundation gehabt, auf dem man sich dem Festlegen der Agenda für das restliche Jahr gewidmet hat. Da es viele neue Mitglieder geben wird, bietet es die Chance sich gegenseitig besser kennen zu lernen.

  • Hältst du das für eine gute Idee?
  • Würdest bzw. kannst du an einem solchen Treffen teilnehmen?

Der Vorstand und die Arbeitsgruppen

Bitte beschreibe deine Sicht auf die allgemeine Struktur und Funktionsfähigkeit der Arbeitsgruppen der OSMF unter Verwendung von zumindest einiger der folgenden Fragestellungen. Wie stehst du zur aktuellen Struktur der OSMF, der Aufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen? Sind diese Trennung für dich offensichtlich? Gibt es Verantwortlichkeiten der OSMF, die derzeit von keiner Arbeitsgruppe abgedeckt werden? Ist das eine gute Sache? Denkst du, dass die Arbeitsgruppen ihre Aufgaben erfüllen? Ist jeder der Arbeitsgruppen in eine funktionierenden Zustand? Denkst du, dass der Vorstand die Arbeitsgruppen unterstützen sollte?

Es scheint, als würden die Arbeitsgruppen kein Wachstum in der Beteiligung erfahren. Einige der Gruppen haben zu viel zu tun. Andere werden von denselben Leuten Jahr für Jahr geführt. Während auf der einen Seite dieses Engagement toll ist, gehört das Einbinden neuer Freiwilliger/Leiter zu einer gesunden Community. Wie können wir sicherstellen, dass die Arbeitsgruppen mehr Unterstützung erhalten, wenn die Mehrheit der großen Entscheidungen über die OSMF/OSM von den Arbeitsgruppen gemacht werden? Welche Rolle hast du als potentielles Vorstandsmitglied, die Nachhaltigkeit der Arbeitsgruppen zu unterstützen?

Der Vorstand und die Community: Kommunikation

In der OSM-Community und dem OSM-Projekt gibt es zahlreiche Kommunikationskanäle. Auf welchen verfolgst du alles, was gesagt/diskutiert/beschlossen wird?

Der Vorstand und die Community: Was würdest du tun?

Die Tätigkeit eines Vorstandsmitglieds erfordert sorgfältig eine Angelegenheit zu diskutieren und zu beurteilen, entweder abzulehnen oder bis zu einer Lösung weiterzuverfolgen, damit tatsächlich etwas passiert. Im Folgenden ist eine Auswahl an möglicherweise schwierigen oder kontroversen Punkten , die einzelne OSMF-Mitglieder bewegen. Bitte denk dich in EINE im Detail und lass uns deine Ansichten wissen. Falls du Zeit hast, kannst du die anderen knapper kommentieren – es wird sich gewiss mindestens ein Wähler für deine Antwort interessieren!

  • Was ist deine Meinung zu mehrsprachigen Karten auf openstreetmap.org? Die meisten Inder fühlen sich im Umgang mit der englischen Sprache unsicher. Sollte der Vorstand ein Projekt ins Leben rufen, das Karten in verschiedenen Sprachen auf unserer Hauptseite anbietet? Wie?
  • Stehst du hinter den Entscheidungen der Data Working Group, die auf den Fakten vor Ort basiert? Was meinst du zu der Überstimmung der DWG durch den Vorstand bezüglich der ukrainischen Grenze letztes Jahr? Wie würdest du in solchen Fällen künftig entscheiden?
  • Geschlechterpronomen: Die Regeln/Code of Conducts mancher Online-Communities verlangen, dass man das von einer Person festgelegte Pronomen (auch als „bevorzugtes Pronomen“) verwendet, z.B. das korrekte Pronomen für Transgender einschließlich der Verwendung des „geschlechtsneutralen Singular-They“ (Anm.: klassisches Englisch „they“ = deutsch „sie“ (Plural)) oder Neo-Pronomen (z.B. „xe“). Meinst du, dass das eine vernünftige Regel ist, die die OSM(F) übernehmen sollte? Oder hältst du das für eine unakzeptable, alberne Regel?
  • Prominente Projekte wie z.B. Facebook, MAPS.ME oder Moovit nutzen OSM-Daten, ihnen wird aber eine fehlende korrekte Quellenangabe vorgeworfen. Trotz mehrere Anfragen verschiedener Mapper hat sich das nicht geändert. Was würdest du als Vorstandsmitglied tun?
  • Was denkst du über Beschäftigte von Firmen, die OSM-Daten nutzen, und Mitglieder des Vorstands oder der Arbeitsgruppen der OSMF werden? Womit würdest du Transparenz, Gleichheit und Neutralität der OSMF in solchen Fällen sicherstellen?
  • Die Europäische Union hat neue, strenge Regeln zum Schutz personenbezogene Daten eingeführt, die DSGVO. Diese trat im Mai 2018 in Kraft. Der License Working Group zufolge, müssen diverse Änderungen an den API-Servern vorgenommen werden, damit man sich an diese hält. Diese Anpassungen sind bislang nicht erfolgt. Was würdest du tun, um die Situation zu klären, wenn du gewählt wirst? Meinst du, dass die OSMF möglicherweise riskiert, nicht DSGVO-konform zu sein?
  • Welche Schritte würdest du als Vorstandsmitglied unternehmen, um sicherzustellen, dass die OSM-Hauptseite und ihre Bestandteile wie der Editor weiterhin in einer Art und Weise entwickelt werden, die von der Mapping-Community unterstützt wird? Bedenke drei Dinge: 1. Es gibt gewisse Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem iD-Editor. Den iD-Hauptentwicklern wird vorgeworfen, Community-Eingaben zu übergehen. Sie haben behauptet, dass sie sich nicht darum scheren, was die Community will – ein Community-konformer Fork wurde vorgeschlagen. 2. Wie möchtest du sicherstellen, dass bestehende Entwickler der Software, die OSM trägt, weiterhin mitmachen und motiviert sind? Es sind alles Freiwillige und sie investieren eine viel Zeit, das verdient sicherlich einen hohen Grad an Autonomie und Entscheidungsfreiheit? 3. Wie möchtest du neue Entwickler motivieren, unserer Community beizutreten und mitzumachen?

Vision für OpenStreetMap 2030

OpenStreetMap ist 15 Jahre alt.

  • Was wird in 15 Jahren anders sein?
  • Aus deiner Sicht, was sollte bis dahin geschehen?

Guillaume Rischard

OSM-Aktivitäten

Guillaume ist seit 2011 als Mapper aktiv und wohnt in Luxemburg. Dort ist sein Hauptmappinggebiet, ansonsten im Kosovo, weil seine Freundin dort tätig war, und Brüssel. Er ist ein typischer Craftmapper.

Sein Vater war Kartograph. Guillaume hat OSM 2008 erstmals kennen gelernt, aber nicht weiter verfolgt, weil es noch zu schlecht war. Im Jahr 2011 hat es ihn dann gefesselt.

Er ist Mitglied der Membership Working Group; im Rahmen dieser Tätigkeit hat er zusammen mit Steve Friedl den Bericht über den Massenbeitritt von 100 Sockenpuppen zwecks OSMF-Wahlmanipulation durch GlobalLogic verfasst. Für den Bericht wurden die beiden auf der letzten State of the Map mit dem Preis für einflussreiches Schreiben ausgezeichnet. Zudem ist er Mitglied der Data Working Group, in der das Antworten auf Anfragen von Regierungen und Diplomaten sein Spezialgebiet ist. Diese weist er auf die Bedeutung der On-the-Ground-Regel für OSM hin.

Im Kosovo hat Guillaume mit der örtlichen Community zusammen an der Öffnung der amtlichen Vermessungsdaten und deren Import in OSM gearbeitet (Mapathons, Programmierung usw.). Dort sei OSM als beste freie Karte im Massenmarkt angekommen und MAPS.ME die Karten-App schlechthin. OSM habe dort ein großes Potential, weil die kommerziellen Apps diese Märkte mittleren Einkommens vernachlässigten. Er wolle als Vorstand die Zusammenarbeit mit Dritten verbessern, um gerade diese Regionen zu stärken.

Guillaume hat an zahlreichen OSM-Events in Europa (diverse SotM, Hackweekends, Mappingpartys) teilgenommen und ist auf IRC und Telegram aktiv.

Er betreut den Editor-Layer-Index, sonst ist er praktisch nicht Maintainer irgendeiner OSM-Software.

OSM-Benutzername: Stereo

HDYC-Status: Heavy Mapper (Very Active), ca. 110 Mappingtage bislang in diesem Kalenderjahr

Vorbemerkung

Guillaume kandidiert zum dritten Mal.

Warum Vorstand werden

Guillaume möchte die OSMF gegen negativen Einfluss durch Dritte härten. Es sei unglaublich umständlich gewesen, dies als Mitglied der Membership Working Group zu tun. Einige Vorstände hätten die MWG als Nervensäge wahrgenommen und versucht, die MWG zu demotivieren. Man habe schlussendlich gewonnen.

In seiner Antwort auf diese Frage erwähnt Guillaume, dass es auch dieses Jahr wieder einen kleineren Gruppenbeitritt von GlobalLogic gegeben habe, aber in kleinerem Umfang.

Die zur Abstimmung stehenden Satzungsänderungen gehen in die richtige Richtung, seien aber nicht genug. Der MWG-Bericht zum GlobalLogic-Vorfall habe mehr Möglichkeiten aufgezeigt. Man müsse darüber nachdenken, wie man es für die Aktiven in OSM noch einfacher machen könne, einzutreten, und für den Rest schwerer.

OSM leide unter Kommunitarismus und Feindbildern – Craftmapper, HOTties, Kommerzielle. Der andauernde Konflikt schade dem Projekt. Er möchte gegen diese Feindbilder arbeiten. Vom Vorstand aus möchte er dazu aufrufen, in der größeren Community einen Konsens zu finden.

Vorstand sein

Guillaume beginnt seine Antwort auf die Frage mit dem Hinweis, dass die Verwendung des Begriffs “geleitet” (engl. managed) – möglicherweise unbewusst – einen Hinweis gibt. Er findet es als Freiwilliger in einer Arbeitsgruppe sehr unschön, wenn Vorstände ihn wie einen Mitarbeiter anzuweisen versuchen. Ein Vorstand habe zuzuhören, zu unterstützen und bei Problemen beizuspringen. Autorität und Vertrauen seien zerbrechlich.

Er hat im Jahr 2017 für den Stadtrat in Luxemburg kandidiert und ist Mitglied des dortigen Verkehrsausschusses. In mehreren Non-Profit-Organisationen war er im Vorstand. Er schreibt, er wisse, wie in der OSMF der Hase laufe.

Mit Verweis auf seine berufliche Tätigkeit und seine schon in der OSMF erreichten Ziele betont er seine Fähigkeit zum Kompromiss.

Vielfalt im Vorstand

Auch hier weist Guillaume auf Mängel an der Fragestellung hin. Sie suggeriere eine einfache Lösung. Er selbst möchte sich davor hüten, aus anekdotischen Beobachtungen (derzeit zwei Frauen im Vorstand, die beide ausscheiden) auf Trends (nur eine Kandidatin) zu schließen. Bemühungen um die Vielfalt im Projekt dürften kein Selbstzweck sein, sie müssen dem Projekt dienen. Man müsse aufpassen, dass man sich nicht in Nebensächlichkeiten verzettele.

Er bedauert es, dass es keine Kandidierenden von der Südhalbkugel gebe. Er habe einige Frauen ermutigt, zu kandidieren. Sie alle hätten geantwortet, dass sie keine Zeit hätten. Sexismus & Co. sei nicht als Grund genannt worden.

Guillaume betont, dass er es wisse, wie man Leute ermutigt. Die große Anzahl an Beitritten aus Frankreich, Luxemburg und dem Kosovo spräche für sich.

Er meint, dass man den Überlegungen Fakten zugrunde legen solle, nicht nur die persönlichen Eindrücke einzelner.

Verfügbare Zeit

Guillaume ist derzeit Mitglieder der DWG und MWG und will das weiterhin bleiben. Die Kommunikation zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen könne einfacher sein, wenn Vorstände in der Arbeitsgruppe seien.

Indirekt warnt Guillaume vor einigen seiner Wettbewerber. Das Vorstandsamt sei zeitintensiv. Er sei gegenüber Vorständen, die nicht genügend Zeit zur Mitarbeit hätten, kritisch eingestellt. Er rät den Wählern, die Antworten sorgfältig zu lesen und bezüglich Kandidaten auf der Hut zu sein, die nicht wirklich im Projekt involviert seien und mitwirken würden. Daher stellt er die rhetorische Fragen, warum sie dann überhaupt kandidieren würden, wie sie erfahren würden, was geschehe, und wen sie vertreten würden. Zwischen den Zeilen greift er damit offensichtlich die in OSM nur gering involvierten Kandidaten an: Jinal Foflia, Michal Migurski und möglicherweise auch Steve Coast.

Befangenheit

Seine Haupteinkommensquellen haben nichts mit GIS und OSM zu tun. Er habe nur einen kleinen Kunden gehabt, für den er OSM-Daten genutzt habe. Wie schon in seiner Antwort auf eine ähnliche Frage im Vorjahr, erwähnt er, wie in der Luxemburger Kommunalpolitik mit Befangenheiten in Sitzungen umgegangen werde: Man verlasse die Sitzung und nehme nicht an der Abstimmung teil.

Guillaume betont, dass er keine Verbindungen zu GlobalLogic habe. Er sei jedoch besorgt, dass einige Kandidaten für Kunden dieser Firma tätig seien oder persönliche Kontakte hätten.

Die Übernahme der OSMF durch Dritte sei eine Gefahr. GlobalLogic sei kein Einzelfall, Firmen seien nicht die einzigen mit speziellen Interessen. Falls er gewählt werde, werde er die Ziele der OSMF, all ihrer Mitglieder und nicht die von Hintermännern repräsentieren.

Erstmals erwähnt er in dieser Antwort ein konkretes Ziel: Er möchte die Schutzmechanismen gegen feindliche Übernahmen verstärken. Zum Schutz gegen Interessenskonflikte schlägt er vor, Aktivität im Projekt – sei es Mapping oder andere signifikante Beiträge – als Voraussetzung für das passive Wahlrecht einzuführen. Man solle Regeln einführen, die Wahlempfehlungen durch Arbeitgeber, Nötigung, Stimmenkauf und Identitätsbetrug verbieten. Gleichzeitig solle man aber vorsichtig sein, die firmenfeindlichen Stimmen in der Community nicht zu stärken. Der wahre Wert von OSM stecke in seiner Wiederverwendung, Firmen seien wichtige Beitragende und Sponsoren.

Kassenwart

Guillaume wäre bereit, es zu tun, wenn es keinen besseren Kandidaten gäbe.

Vorstandstreffen

Er hält ein Vorstandstreffen für eine exzellente Idee.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Guillaume schreibt, dass die Arbeitsgruppen das Herz der OSMF seien. Auch wenn viel Arbeit delegiert werde, habe der Vorstand die demokratische Legitimation, große Entscheidungen zu treffen, z. B. die Organised Editing Guideline zu beschließen oder Mitglieder auszuschließen. In seiner Antwort erwähnt er recht knapp ein Positiv- und ein Negativbeispiel für den Umgang mit Befangenheiten in den Arbeitsgruppen. Die DWG schließe mögliche Beschwerdegegner (mappende Organisationen) von einer Mitgliedschaft in der DWG aus, während in der LWG, die an der Attribution Guideline arbeite, die Mehrheit der Mitglieder von Firmen stamme. Desweiteren kritisiert er, wie der Vorstand die Arbeitsgruppen herumkommandiert habe. Damit verärgere man Freiwillige, das müsse verhindert werden. Die Umfrage, die der Vorstand dieses Jahr an die Arbeitsgruppen gesendet habe, sei ein erster Schritt. Der Vorstand und die Arbeitsgruppen sollen einen Leitfaden für die Zusammenarbeit von Vorstand und Arbeitsgruppen entwerfen.

Vorstand und Community (Kommunikation)

Guillaume ist auf diversen IRC- und Telegram-Kanälen präsent, liest die WeeklyOSM und trägt manchmal zu ihr bei. Zudem ist er auf Twitter und einer Reihe an Mailinglisten aktiv.

Vorstand und Community (Pläne)

  • Mehrsprachige Karten: Guillaume möchte Bemühungen zur Verwendung von Vektortiles auf www.openstreetmap.org unterstützen. Damit könne man verschiedene Karten rendern, die verschiedene Ansichten auf die Welt wiedergäben (Beschriftungssprache, Grenzverläufe, …).
  • Entscheidungen der DWG in Fragen der Grenzziehung auf Basis der On-the-Ground-Rule: Guillaume steht ausdrücklich hinter der uneingeschränkten Anwendung dieser Regel. Er betont, dass es wichtig sei, dass solche Entscheidungen transparent getroffen werden. Auch bei dieser Antwort schildert er erneut eine Perspektive von Mitgliedern einer Arbeitsgruppe auf die Vorstandsarbeit. Die detaillierte Begründung des Vorstands sei erst nach der Entscheidung des Vorstands entstanden und weiche erheblich von einer ersten Entwurfs-Begründung ab. Seiner Meinung nach gibt es keine brauchbare Alternative zur On-the-Ground-Rule, sie werde auch im Mission Statement der OSMF erwähnt. Seiner Meinung nach müsse die Regel ohne Ausnahme weltweit angewendet werden.
  • Geschlechterbezogene Pronomen: Seine Antwort auf diese Frage fällt knapp aus. Er verweist auf seine Antwort zur Frauenquote. Es gehöre zur grundsätzlichen Freundlichkeit, Leute mit dem Pronomen ihrer Wahl anzusprechen. Er äußert sich nicht weiter zu der Frage.
  • Lizenzverletzungen: Anders als in der Fragestellung behauptet sei es kein Vorwurf, dass Facebook, Moovit und MAPS.ME gegen die Pflicht zur Quellenangabe verstoßen. Es sei ein Fakt, schreibt Guillaume. Falls der derzeitige Leitfaden zur Quellenangabe von Datennutzern so verstanden werde, dass eine fehlende ordentliche Quellenangabe akzeptabel sei, müsse man dessen Wortwahl so anpassen, dass sie den Willen der Community abbilde. Der Vorstand müsse Datennutzer daran erinnern, dass eine Quellenangabe für die Maximierung der Datenerfassung essentiell sei. Er betont, dass es wichtig sei, dass Datennutzer sich in der LWG nicht selbst regulieren können.
  • Angestellte von Firmen im Vorstand und Arbeitsgruppen: Es sei nicht grundsätzlich ein Problem, solange mit Interessenskonflikten korrekt umgegangen werde. Das sei leider zu oft nicht der Fall.
  • Datenschutz: Guillaume antwortet, dass die OSMF sich natürlich an die Gesetze zu halten habe. Da es keine Freiwilligen zur Anpassung der API gegeben habe, müsse man jemanden dafür bezahlen.
  • iD-Editor: Guillaumes Antwort hierauf fällt nicht ganz knapp aus. Die OSMF sei traditionell dem Ansatz “unterstützen, nicht kontrollieren” gefolgt. Die Richtung des Projekts sei durch die Community bestimmt worden. Es sei weise, dass sich die OWG und die Entwickler der Website aus Editor-Streitigkeiten herausgehalten hätten. Auf der SotM hätte Andy Allan den Einsatz von Liquid Democracy vorgeschlagen, eine Idee die Guillaume interessant findet. Er fragt sich, ob man das nicht auch auf andere Bereiche übertragen könne. Der Vorstand solle bei Streitigkeiten dieser Art neutral bleiben und die Konsensfindung unterstützen. Die Community solle die Entscheidung treffen, ihr Konsens solle durchgesetzt werden.

OSM 2030

Guillaume geht davon aus, dass OSM bis dahin an vielen Orte seine Wettbewerber überholt haben werde. Die öffentlichen Herausgeber von Open-Data-Datensätzen werden das Verbessern von OSM-Daten als eine ihrer gesetzlichen Aufgaben haben. OSM werde die Referenz für Geodaten werden.

Die Art der Datenerfassung werde sich ändern. Statt neu zu mappen, werde man die Daten pflegen müssen. Man werde mehr starke lokale Communitys und mehr Dialog zwischen ihnen haben. OSM werde sich zur Standard-Datenquelle in Ländern mit mittlerem Einkommen entwickeln, weil große Firmen dort nicht die Gewinne erzielen können, die sie anstreben. Vielleicht werde man mit der Arbeit an der API 0.7 anfangen.

Wahlprogramm

Zu Beginn seines Wahlprogramms verweist er auf seine Antworten auf die Fragen und seine Wahlprogramme bei den Vorstandswahlen 2016 und 2018. Das weitere Programm ist deshalb recht knapp und gliedert sich in zwei Abschnitte: „Eine unabhängige Foundation“ und „Förderprogramm“. Im Großen und Ganzen besteht sein Wahlprogramm aus der Offenlegung von Ungereimtheiten bei Wettbewerbern und Unfähigkeit des aktuellen Vorstands.

Der Beitrittsversuch von GlobalLogic habe gezeigt, dass OSM kein schräges Hobbyprojekt, sondern ein kontrollierenswertes Projekt sei. Es sei naiv zu glauben, dass GlobalLogic ein Einzelfall sei. Derartige Fälle gab es früher schon in kleinerem Maße.

Sieben Personen mit Verbindungen zu GlobalLogic seien kurz vor dem Stichtag für die diesjährige Vorstandswahl der Foundation beigetreten. Sie hätten erfolglos versucht, das zu verschleiern. Der Vorstand habe darin versagt, ihre Beitrittsanträge abzuweisen.

Zwei Kandidaten haben oder hatten seinen Angaben zufolge Beziehungen zu GlobalLogic. Eine Offenlegung sei ihm nicht bekannt. Einige der Arbeitgeber der Kandidaten (damit sind vermutlich auch andere als die zwei mit GlobalLogic verbundenen gemeint) hätten in der Vergangenheit Mitgliedsbeiträge bezahlt. Guillaume fordert seine Leser dazu auf, die Antworten seiner Wettbewerber aufmerksam zu lesen und sich vor Kandidaten mit wenigen OSM-Edits und wenig Beteiligung im OSM-Projekt im vergangenen Jahr in Acht zu nehmen. Selbst wenn man ihn nicht auf Platz 1 des Stimmzettels eintrage, solle man dort Kandidaten eintragen, die, falls sie gewählt werden, die Karte und die mappende Community repräsentieren und nicht nur ihre Firma.

Die zur Abstimmung stehenden Satzungsänderungen gingen in die richtige Richtung, man brauche aber noch mehr. Beispielsweise verlange die Satzung der Document Foundation (die Organisation hinter LibreOffice), dass man im Projekt involviert sein müsse, um an der Entscheidungsfindung teilzunehmen. Man solle bei der OSMF Ähnliches anstreben. Der Untersuchungsbericht der MWG gehe in dieselbe Richtung.

Zuletzt fordert Guillaume, dass die OSMF eine große Mitgliederwerbungs-Kampagne haben solle. Einerseits solle sie besser für sich selbst werben und die Mitgliedschaft erstrebenswert machen, andererseits den Mitgliedern eine Stimme im Entscheidungsfindungsprozess geben.

Der zweite Abschnitt unter der Überschrift „Förderprogramm“ fällt kurz aus. Das Programm gehe in die richtige Richtung. Es solle für lokale Mapper überall einfach sein, Unterstützung zu beantragen. Möglicherweise ironisch nennt er es deshalb einen Pizza-Fond.

Allan Mustard

OSM-Aktivitäten

Allan Mustard ist ein seit 2014 aktiver Mapper. Er war bis Juni 2019 US-Botschafter in Turkmenistan, weshalb seine Hauptmappingaktivität dort war. Mittlerweile ist er in Pension.

OSM-Benutezrname: apm-wa

HDYC-Status: Super Mapper (Very Active), ca. 150 Mappingtage dieses Jahr

Allan kam mit OSM in Kontakt, als er noch in Indien als Diplomat tätig war, und wurde nach seiner Berufung nach Turkmenistan richtig aktiv. Auf der diesjährigen SotM gewann er den OSM-Award in der Kategorie Mapping. In Turkmenistan machte Allan ein paar OSM-Einführungsworkshops. Die Gründung eines Local Chapters ist dort aus politischen Gründen jedoch nicht möglich. Über seine Mappingaktivität sprach Allan u.a. in seiner Keynote auf der State of the Map 2016 in Brüssel.

Er ist bislang in keiner Arbeitsgruppe der OSMF aktiv und hat nicht an Vorstandssitzungen teilgenommen (Turkmenistan ist nicht gut an das Internet angeschlossen).

Warum Vorstand werden

Allan schreibt, vier Mapper hätten ihn gedrängt, zu kandidieren. Nach seiner Pensionierung im Juni sei dies jetzt ihm auch möglich. Die vier denken, so führt er weiter aus, dass seine Erfahrungen als Diplomat und seine intensive Mappingtätigkeit in einem Land der Dritten Welt für OSM nützlich seien. Er möchte der OSMF das zurückgeben, was sie ihm und seiner Botschaft gegeben habe. Er möchte die Organisation stabil halten und gestalten.

Ein Vorstandsmitglied zu sein

Zuhören und zu vermitteln sei das Herz der Diplomatie, in der er über 37 Jahre Berufserfahrung verfüge. Als Beispiel aus der OSM-Community erwähnt er das von ihm mitgestaltete Tagging-Proposal zu office=diplomatic.

Vielfalt im Vorstand

Er schreibt, dass er sich vorstellen könne, dass der niedrige Frauenanteil im Vorstand ein Indikator für ein Problem beim Frauenanteil in OSM sei. Nicht genügend Frauen würden sich dafür interessieren, zu kandidieren. Eine Analyse der OSM-Mitglieder würde, so vermutet er, offenlegen, dass es mehr Mapper als Mapperinnen gebe. Die Lösung dafür sei, mehr Mapperinnen zu rekrutieren und sie zur Kandidatur zu drängen. Er möchte konkret, Frauen, auf die er aufmerksam wird und ihn beeindrucken, zu einer Kandidatur ermutigen.

Verfügbare Zeit

Diese Frage passt für ihn nicht, da er derzeit kein Mitglied einer Arbeitsgruppe ist.

Befangenheit

Allan geht keiner beruflichen Tätigkeit nach, die mit GIS/OSM zu tun hat. Er beziehe eine Pension. Er ist Mitglied der Beiräte/Beratungsgremien einiger Organisationen, die aber nichts mit Kartographie oder Geographie zu tun haben.

Kassenwart

Er antwortet darauf, dass das nicht die beste Nutzung seiner Stärken sei.

Vorstandstreffen

Falls er ein bezahlbares Flugticket findet, werde er teilnehmen. Er findet es gut, dass die OSMF Spesen für die Reise zum Vorstandstreffen erstattet.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Seine Antworten in dieser Kategorie orientierten sich streng an den Fragestellungen. Die Trennung der Zuständigkeiten von Vorstand und Arbeitsgruppen seien ihm klar, alle wichtigen Bereiche seien abgedeckt. Er erwähnt lobend die DWG.

Es sei die Aufgabe des Vorstands, die Arbeitsgruppen und die Mapper zu unterstützen. Der Vorstand solle strategisch denken und nicht zu sehr ins Tagesgeschäft eintauchen. Solange eine Arbeitsgruppe nicht den Vorstand um das Fällen einer Entscheidung bitte, solle Verantwortung und Autorität delegiert werden. Seine Rolle als Vorstand sieht er darin, neue Mitglieder für die Arbeitsgruppen zu rekrutieren.

Vorstand und Community (Kommunikation)

Allan bezweifelt, dass er alles mitbekommt, was in OSM passiert und diskutiert wird. Er folgt Mailinglisten, liest Twitter usw. Seit seiner Pensionierung sollte er mehr Zeit dafür haben, auch wenn er noch damit beschäftigt sei, Umzugskisten auszupacken.

Vorstand und Community (Pläne)

  • Mehrsprachige Karten: Das Anbieten mehrsprachiger Karten betrachtet er als Aufgabe der Local Chapters.
  • Krim-Frage: Er ist für die On-the-Ground-Rule und meint, dass sich der Vorstand in derartiges Tagesgeschäft nicht einmischen solle. Nur, wenn die Entscheidung der Arbeitsgruppe (hier: DWG) der Strategie des Vorstands zuwiderliefe, sei eine Intervention des Vorstands angemessen. In diesem Fall solle der Vorstand einen Beschluss treffen, der auf alle Entscheidungen der DWG angewendet werden könne.
  • Geschlechterbezogene Pronomen: Allan ist eigenen Angaben zufolge kein großer Fan politischer Korrektheit, sie lenke zu oft von der Hauptaufgabe ab. OSM solle sich Karten und der Sammlung von Geodaten widmen, nicht dem Social Engineering (ungefähre Übersetzung: Umformung sozialer Strukturen). Er richte sich nach dem U.S. Government Printing Office Style Manual. Wenn Mapper geschlechterneutrale Pronomen wie they (Anmerkung: im klassischen Englisch ist das 3. Person Plural) oder xe (Anm.: ein Neologismus) verwenden möchten, sind sie auch willkommen. OSM solle sich aber um Mapping und die übliche Höflichkeit kümmern und nicht bei Spezialinteressen anbiedern.
  • Fehlende Quellenangabe: Er würde, so schreibt er, eine andauernde Nervensäge sein, bis die Anforderungen erfüllt seien.
  • Angestellte als Vorstand oder Mitglieder in Arbeitsgruppen: Falls sie gutgläubig handeln, könnten sie ruhig kandidieren.
  • Vorschlag, um Transparenz, Gleichheit und Neutralität durchzusetzen: Die Beantwortung von Fragen im Vorfeld der Wahl solle erzwungen werden, damit Kandidaten transparent seien.
  • Datenschutz: Er würde jemanden einstellen, damit die Änderungen durchgeführt werden würden.
  • iD-Editor: Allan schreibt, dass er ein großer Fan von iD sei und sich freuen würde, wenn dieser Streit gelöst werden würde. Er schlägt einen Dialog zwischen den Entwicklern und der DWG vor.

OSM 2030

Er betrachtet es als Herausforderung, dass zwar die große Mappingarbeit mit Desktop-PCs erfolge, der große Trend in der IT aber hin zu tragbaren kleinen Geräten gehe. Man dürfe diese Plattformen nicht aus den Augen verlieren. MAPS.ME sei zwar im Grunde gut, aber sicherlich kein Allheilmittel. Er würde es begrüßen, wenn OSM in den Lehrplan von Schulen integriert werden würde. Es würde nicht nur Geographie als Studienfach fördern, sondern auch lokale Mapper und somit auf lange Frist künftige Mitglieder von Arbeitsgruppen und Vorständen gewinnen.

Wahlprogramm

Allan betont zu Beginn seines Wahlprogramms seine über drei Jahrzehnte lange Erfahrung im Management, 19 davon im gehobenen Management und der interkulturellen Diplomatie, jedoch nur fünf Jahre in OSM. Er spricht fließend Englisch und Russisch sowie so viel Deutsch und Spanisch, um sich Essen bestellen zu können. Seine Schulbildung sei auf Russisch gewesen.

Die Gewinnung neuer Mitglieder und das Engagement an Schulen und Hochschulen solle intensiviert werden. OSM biete eine praktische Möglichkeit, Erfahrungen mit Geographie und Karten zu bekommen. OSM müsse offener für neue Mapper sein und toleranter gegenüber ihrer Fehler sein, damit man mehr neue Mapper gewinne.

Um mehr Leute für OSM zu gewinnen, müsse man sicherstellen, dass es Werkzeuge zur Nutzung gebe, die nicht nur professionellen Kartographen offen stehen. Es erfordere Zusammenarbeit und Offenheit für Innovation. Die Freundlichkeit der Community habe dafür gesorgt, dass er bei OSM hängen geblieben sei.

OSM sei zu sehr auf die englische Sprache zentriert, eine Barriere, die ihm in Turkmenistan sehr aufgefallen sei. Man müsse überlegen, wie man die Sprachbarriere überwinden und außerhalb der englischsprachigen Welt neue Mapper gewinnen könne.

Die finanzielle Sicherheit der OSMF sei kritisch, da davon der Betrieb der Server und die Existenz von OSM abhänge.

Als pensionierter Mitarbeiter einer großen Organisation (der US-Regierung) habe er keine Abneigung weltanschaulicher Art gegenüber der Förderung durch Firmen und deren Mitarbeitern im OSMF-Vorstand. Er glaubt jedoch, dass OSM bei seinen Wurzeln, einem von Freiwilligen getragenen „Craftmapping“-Projekt bleiben solle. Ortskenntnis sei wundervoll, insbesondere in Umgebungen ohne eine straffe staatliche Verwaltung. Er selbst habe in mühevoller Kleinarbeit mit iD Beobachtungen vor Ort eingepflegt und Ortsnamen aus öffentlichen Quellen übernommen. Deshalb habe er kein Problem damit, wenn die örtliche Verwaltung Daten in großer Menge beitrage, wenn das mühevolle Kleinarbeit erspare. Beides habe seinen Platz in OSM; er trage stolz sein Craftmapper-T-Shirt.

Steve Coast

OSM-Aktivitäten

Steve ist der Gründer des Projekts und war von 2007 bis 2011 Vorstand. Bei den Wahlen im Jahr 2012 trat er nicht an, von 2012 bis 2013 hatte er den Titel des Ehrenvorsitzenden inne. Bei den Vorstandswahlen im Jahr 2014 wurde er nicht gewählt.

OSM-Benutzername: Steve (er hat weitere Benutzerkonten)

HDYC-Status: Casual Mapper (rarely active), ca. 30 Mappingtage dieses Jahr

Steve war Mitglied diverser Arbeitsgruppen und hatte eigenen Angaben zufolge auch die Idee dazu. Zu seinen weiteren Beiträgen gehört das Design der API (zumindest frühere Versionen) und – nicht von ihm erwähnt – der erste OSM-Editor, ein Java-Applet.

Seit einiger Zeit nimmt er an den Vorstandssitzungen per Mumble teil.

Warum Vorstand werden

Die Antwort auf diese Frage ist eine Aufzählung mit fünf Punkten, die der Vorstand seiner Meinung nach umsetzen müsse. Es handelt sich dabei um die Kurzfassung seines Wahlprogramms, weshalb an dieser Stelle auf eine Zusammenfassung verzichtet wird.

Ein Vorstand zu sein

Steve ist ein Berater für viele Startups. Er bezeichnet es als Herausforderung in freien Projekten Potential zu erschließen, weil niemand der Chef sei, aber viele es gewohnt seien, Anweisungen zu erhalten. Das führe zu Stillstand. Es sei seiner Meinung nach wichtig, ehrliche Diskussionen zu haben, was in stets öffentlichen Vorstandssitzungen nicht möglich sei. Zudem sei es wichtig, Entscheidungen zu treffen, auch wenn nicht jeder damit einverstanden sei.

Vielfalt im Vorstand

Die Antwort von Steve hierzu fällt recht kurz aus. Man solle die Gleichheit der Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Hautfarbe, Rasse, Fähigkeit, Geschlecht, Orientierung usw. bewerben. Der Vorstand solle, wo möglich, die Vielfalt der Community abbilden. Ein erster Schritt sei, zu erheben, wie es derzeit um die Vielfalt in OSM stehe.

Verfügbare Zeit

Steve ist derzeit kein Mitglied einer Arbeitsgruppe. Daher fällt die Antwort sehr kurz aus.

Interessenskonflikte

Seine Antwort ist mit weitem Abstand die kürzestes und informationsärmste. Er schreibt nur, dass er mit Kartographie sein ganzes Berufsleben lang zu tun habe. Auf die Fragen zum Umgang mit Interessenskonflikten geht er nicht ein.

Auf der Mailingliste OSMF-Talk weist sein Wettbewerber Eugene Alvin Villar darauf hin, dass Steve seit April 2019 Vice President bei TomTom, einem Konkurrenten von OpenStreetMap sei.

Kassenwart

Steve wäre bereit, Kassenwart der OSMF zu sein.

Vorstandstreffen

Er hält ein Vorstandstreffen für eine großartige Idee.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Steve legt in seiner Antwort wert darauf, festzuhalten, dass OSM funktioniere. Für derart wenig finanzielle Mittel, die in der OSMF stecke, sei es bemerkenswert, dass die Karte von Tag zu Tag besser werde und es eine Reihe lebendiger Konferenzen gebe. Man müsse das Beste davon, den kleinen Kern, die Sparsamkeit und die von Entwicklern und Freiwilligen geleitete Community erhalten. Hier und da bestehe jedoch Änderungsbedarf. Offensichtlich sei die Verbindung zwischen dem Vorstand und einigen Arbeitsgruppen abgerissen. So solle es eine klare Führung durch den Vorstand bei wichtigen und lange offenen Fragen, eine klare Finanzierung für einige Arbeitsgruppen und bessere Anreize zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen (z. B. Reisekostenerstattung, Treffen) geben.

Vorstand und Community (Kommunikation)

Steves Antwort ist die kürzeste. Er schreibt nur, dass er allen Kommunikationskanälen ein wenig folge.

Vorstand und Community (Pläne)

Steve beantwortet nur die Frage zu mehrsprachigen Karten. Er stimmt der Idee und skizziert, wie er vorgehen würde. Er würde die OWG fragen, was es alles kosten würde und sie um einen Plan bitten. Darüber hinaus würde er sie bitten, Ressourcen freizumachen, indem man nicht mehr länger der kostenlose Tileserver der Welt sei und den Zugriff auf OSM-bezogene Projekte begrenze.

OSM 2030

Im Jahr 2030 sollte OSM „komplett“ sein. Die Welt werde sich weiter ändern, aber heutzutage gebe es noch eine große Lücke zwischen OSM und der Realität: Adressdaten. Das sei die letzte Schwachstelle von OSM.

Wahlprogramm

Sein Wahlprogramm ist recht kurz und besteht, wie die Antwort auf die Frage, warum er Vorstand werden wolle, aus einer Aufzählung mit fünf Punkten – nur eben etwas ausführlicher:

  1. Amtszeitbeschränkungen einführen, damit neue Mitglieder eine Chance haben
  2. Die Vorstandssitzungen sollen wieder einen nicht öffentlichen Teil haben, damit die Vorstände freier reden können.
  3. Man solle die OWG bitten, nur für Projekte mit OSM-Bezug Tiles bereitzustellen. Wir seien derzeit der kostenlose Tileserver der Welt, das sei nicht nachhaltig. Aufgrund von Missbrauch durch Dritte seien Tiles von openstreetmap.org schon heute in manchen Teilen der Welt nicht mehr brauchbar. (Anm.: Das ist derzeit ein Problem in den USA. Steve schreibt, dass manche sich dessen nicht so bewusst seien.) So wie der Bau neuer Straßen keine Staus auflöse, würde das Verbrennen von noch mehr Geld das Problem nicht lösen. Er würde die OWG bitten, die Details und das weitere Vorgehen auszuarbeiten. Für den Anfang erscheine es simpel, einfach nur noch Tiles auszuliefern, wenn die Abfragen von www.openstreetmap.org oder einiger Seiten mit OSM-Bezug wie etwa Maproulette kämen. Scraping sei immer noch möglich, es sei keine perfekte Lösung, aber es werde einen Großteil des Missbrauchs aussperren. Entweder solle der Vorstand darüber entscheiden oder, falls er dazu nicht im Stande sei, die Mitglieder.
  4. Das Budget der OWG solle um den Faktor 2 oder mehr vergrößert werde.
  5. Die Erfassung von Adressen solle abgeschlossen werden.
  6. Die Resourcen sollten dem Ziel, die Karte fertigzustellen, gewidmet werden, d.h. der Erfassung von Adressen, wo es Adressen gebe.

Eugene Alvin Villar

Eugene ist seit 2007 bei OSM aktiv. Die Aktivität sei aus seinem Interesse an Karten als Kind entstanden. Nachdem er in den Anfangsjahren sich dem Mapping von Straßen gewidmet habe, mappe und aktualisiere er jetzt vor allem POIs in seiner Umgebung. Zudem nimmt er an humanitären Mappingaktionen teil und widmet sich dem Aufbau einer lokalen Community auf den Philippinen. Außerdem widmet er sich der Zusammenarbeit der OSM- und Wikimedia-Community.

Eugene hat eigenen Angaben zufolge bei acht Vorstandssitzungen bislang zugehört und ist Mitglied der neuen Local Chapters and Communities Working Group.

OSM-Benutzername: seav

HDYC-Status: Super Mapper (Highly Active), ca. 170 Mappingtage seit Jahresbeginn

Warum Vorstand werden

Eine der Gründe für die Kandidatur sei die fehlende geographische Vielfalt im Vorstand. Bislang seien alle Vorstände aus Europa, den USA oder Kanada gekommen. Fehlende räumliche Vielfalt sei ein genauso schlimmes Problem wie ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis.

Vorstand sein

Eugene ist seit 2002 bei der Wikipedia aktiv. Er habe in der Zeit gelernt, Probleme und Meinungsverschiedenheiten auf den Diskussionsseiten der Wikipedia respektvoll und zivilisiert zu diskutieren. Von 2010 bis 2017 war er Mitglied des Kuratoriums des Local Chapters der Wikimedia Foundation auf den Philippinen. Während dieser Zeit mussten auch Mitglieder ausgeschlossen werden. Zudem wurden auch Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Local Chapter und der Wikimedia Foundation zur Sprache gebracht.

Vielfalt im Vorstand

Er schreibt, dass es ein Problem mit dem Frauenanteil in OSM und dem „OSM-Vorstand“ (sic) im Speziellen gebe. Seiner Meinung nach gibt es das Problem auch in anderen technischen Communities und Open-Knowledge-Projekten wie der Wikimedia-Bewegung. Es sei die Aufgabe des Vorstands, Ideen und Lösungen umzusetzen, die in anderen Communities funktionieren, wie beispielsweise das Verhindern von Belästigung und unzivilisiertem Verhalten sowie die Unterstützung von Frauen-Initiativen wie Geochicas und Geoladies.

Eugene ist der Meinung, dass man mehr Mapper ermutigen solle, der OSMF beizutreten, um die räumliche Vielfalt unter den Mitgliedern zu verbessern. Er begrüßt es daher, wenn die Mitgliederversammlung für die Abschaffung des Mitgliedsbeitrag für sehr aktive Mitwirkende stimmt. Falls er gewählt werde, werde er zusammen mit der MWG die Details, wie der Beschluss umgesetzt werde, herausarbeiten.

Weil die OSMF dank kommerzieller Mitgliedschaften keine Geldnöte mehr habe, solle man den Mitgliedsbeitrag an die Kaufkraft des Herkunftslandes anpassen, damit die normale Mitgliedschaft nicht nur zahlungsfähigen Leuten aus dem Westen offen stehe. Die Abschaffung des Beitrags in Höhe von 15 Pfund beschränkt sich nämlich auf assoziierte Mitglieder. Das würde auch die Anzahl derer, die Vorstand werden dürfen, erhöhen.

Verfügbare Zeit

Er plant, weiterhin in der LCCWG aktiv zu sein, wenn er gewählt wird. Den Vorsitz der Arbeitsgruppe werde er aber abgeben. Er sei als Freiberufler tätig und sehe daher kein Zeitproblem.

Befangenheit

Eugene ist als Freiberufler tätig und hat bislang noch nie für eine Firma oder Organisation gearbeitet, die etwas mit dem OSM-Ökosystem zu tun habe. Nur die Tätigkeit für die Cadasta Foundation von 2016 bis 2018, die für eine Cloud-basierte Webanwendung OSM als Basiskarte verwendet habe, habe etwas mit OSM zu tun. Er werde, falls er Geschäftsbeziehungen mit OSM-Bezug eingehe, den Vorstand darüber in Kenntnis setzen.

Der dritte Absatz seiner Antwort auf dieser Frage widerspricht teilweise dem ersten. Während er zu Beginn noch schreibt, dass seine geschäftliche Tätigkeit fast nichts mit OSM zu tun habe, schreibt er hier, dass er für mehrere Organisationen und Firmen (World Bank, Asian Development Bank, Philippine Disaster Resilience Foundation, Map the Philippines, and Grab Philippines) Mappingschulungen gegen Bezahlung gehalten habe.

Kassenwart

Er sei bereit, den Vorsitz oder die Schriftführung zu übernehmen. Gegen die Tätigkeit als Kassenwart spreche schon sein Wohnsitz außerhalb Europas und selbst Frederik, der bisherige Kassenwart, habe über Probleme mit Bank berichtet, weil er nicht in England wohne.

Vorstandstreffen

Er findet ein Vorstandstreffen zwar gut, weist aber auf Probleme mit der Erteilung eines Visums für ihn als Philippino hin. Ein Vorstandstreffen kurz nach der Wahl sei daher unrealistisch.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Eugene hat auf dem Vorstands- und Arbeitsgruppentreffen auf der State of the Map 2019 beobachtet, dass die Beziehung zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen nicht ganz klar ist. Arbeitsgruppen würden in einer ad-hoc-Manier gegründet werden, viel Tagesgeschäft in der OSMF werde von ihnen erledigt. Das bekannteste kontroverse Problem sei die Aufhebung des DWG-Beschlusses zur Zugehörigkeit der Halbinsel Krim durch den Vorstand gewesen. Das Überstimmen durch den Vorstands sei zwar seiner Ansicht nach nicht falsch gewesen, man hätte aber damit besser umgehen können.

Er schreibt, dass er keine Richtlinie für den Umgang zwischen Vorstand und Arbeitsgruppen gefunden habe (nur einen alten Vorschlag). Er denkt, dass es eine solche Richtlinie geben sollte, die die Gründung, Leitung und Auflösung sowie die Revision von Arbeitsgruppenbeschlüssen durch den Vorstand regelt. Als Vorstand möchte er solch eine Richtlinie entwerfen.

Vorstand und Community (Kommunikation)

Eugene ist Mitglied vieler Mailinglisten, mehrerer inoffiziellen Telegram-Gruppen, liest Benutzer-Blogs, nimmt an Vorstandstreffen teil und liest weeklyOSM. Es sei hilfreich, Texte schnell überfliegen zu können, um Relevantes von Irrelevantem trennen zu können.

Vorstand und Community (Pläne)

Eugene beantwortet alle Fragen ausführlich.

  • Mehrsprachige Karten: Man solle nicht anstreben, dass openstreetmap.org ein Google-Maps-Ersatz werde. Die OSM-Website solle ein Schaufenster sein, was man mit OSM-Daten machen könne. Das Anbieten einfacher mehrsprachiger Karten sei ein gutes Beispiel dafür. Man könne Vektortiles zusätzlich zu Rastertiles anbieten. Er würde Bemühungen in diese Richtung unterstützen. Wie man das erreiche, müsse diskutiert werden. Er spricht sich jedoch dagegen aus, Leute für die Umsetzung nicht dringender Features (anders als die Änderungen in Sachen Datenschutz) dafür zu bezahlen.
  • Krim-Frage: Er ist der Meinung, dass die DWG richtig entschieden hat. Der Vorstand habe jedoch eine Aufsichtsfunktion. Als Vorstandsmitglied hätte unter Berücksichtigung der ihm zugänglichen Informationen er die DWG-Entscheidung damals nicht aufgehoben. Er vermutet, dass der Vorstand nicht öffentliche Informationen hatte, die ihn zu diesem Beschluss verleitet hätten. Er bittet um die Offenlegung dieser Informationen, um sich eine abschließende Meinung darüber bilden zu können. Weil der Vorstand den DWG-Beschluss aufgehoben habe, habe der Vorstand die Pflicht, die Disputed Territories Policy (Richtlinie zum Umgang mit umstrittener Territorien) zu überprüfen und zu entscheiden, wo die On-the-Ground-Regel künftig nicht mehr gelte.
  • Geschlechterpronomen: Im Allgemeinen stimmt er dem Prinzip zu, dass man das von einer Person bevorzugte Pronomen verwenden solle. Bezüglich der Kontroverse auf Stack Exchange meint er, dass jemand nicht bestraft werden solle, der einen Text so umformuliere, dass keine Pronomen mehr verwendet werden. Wenn jemand jedoch demonstrativ keine Pronomen für eine Personengruppe verwende, sei das indirekt diskriminierend und verdiene eine Bestrafung, wenn auch keine vollständige Sperre des Benutzerkontos.
  • Fehlende Quellenangabe: Wo eine Quellenangabe komplett fehle, würde er den Vorstand bzw. die LWG darin unterstützen, die Website bzw. das Projekt zu kontaktieren und eine richtige Quellenangabe einzufordern. Wo die Quellenangabe nicht direkt sichtbar sei (z.B. hinter einem “i” versteckt oder auf einer Seite „About“ platziert), würde er gerne abwarten, bis die Attribution Guideline fertig sei. Seiner Meinung nach solle die Angabe „© OpenStreetMap contributors“ standardmäßig sichtbar sein. Sie könne zu „© OpenStreetMap“ verkürzt werden, wo der Platz knapp sei. Nur wo der Platz wirklich knapp sei (z.B. Smartwatches) oder viele verschiedene Quellen zum Einsatz kämen, solle eine Benutzer-Interaktion erlaubt sein.
  • Mitarbeiter von Firmen im Vorstand und den Arbeitsgruppen: Es sieht kein großes Problem darin und geht von guten Absichten auf Seiten dieser Mitarbeiter aus. Man solle jedoch bessere bzw. detailliertere Regeln zum Umgang mit Interessenskonflikten einführen, wie sie die Wikimedia Foundation habe. Er würde begrüßen, wenn der neue Vorstand sich damit noch einmal beschäftigen würde (der alte hat es versanden lassen, wie er den Protokollen entnimmt).
  • Datenschutz: Es bestehe seiner Meinung nach ein Risiko, dass die OSMF nicht DSGVO-konform handle. Das Risiko sei jedoch nicht so groß, dass es das Thema von höchster Priorität sei. Das größte Risiko sei, dass jemand aus den Metadaten Informationen über einen eigentlich anonymen Beitragenden ableite. Das sei jedoch nicht so schlimm, wie die öffentliche Zugänglichkeit von explizit persönlichen Informationen. (Anmerkung: Was er schreibt, ist falsch) Er liest die Vorstandsprotokolle so, dass es eine Ausschreibung des Vorstands für Anpassungen der API gebe und man nur darauf warten müsse, dass sich jemand meldet. Die Anmerkung im Protokoll der Sitzung im April 2019, dass Frederik von sich aus mit Anpassungen an der API anfange, erwähnt er ebenfalls und stellt die rethorische Frage, ob Frederik nach dem Ende seiner Amtszeit mehr Zeit dafür habe.
  • iD-Editor: Das sei eine heikle Angelegenheit, meint er. Im Grunde stimme er einem Kommentar von Richard Fairhurst zu. Richard kritisiert darin das bislang untätige Zuschauen durch den Vorstand, der auch einen dritten Hauptentwickler hätte bezahlen können. Zudem sei, so Richard darin, das Entwickeln des Hauptentwicklers kein Zuckerschlecken. Eugene meint, dass ein Teil des Verhaltens der iD-Entwickler inakzeptabel sei. Andererseits gebe es auch ein paar Fälle, in denen die Entwickler tatsächlich kontroverse Entscheidungen rückgängig gemacht hätten. Er begrüßt es, dass es eine Testinstanz gebe und die Abtrennung OSM-spezifischer Teile langfristig angestrebt werde. Es sei gut, dass Vorstände auf der SotM mit einem der Entwickler gesprochen hätten. Er würde es begrüßen, wenn der Vorstand zusammen mit der OWG die Kommunikationskanäle offen halten würde. Falls erforderlich, sei es seiner Meinung vielleicht nötig, direkt mit der Mapbox-Geschäftsleitung zu sprechen, um eine Vermittlung zu erreichen.

OSM 2030

Er glaubt, dass im Jahr 2030 Techniken des maschinellen Lernens gebräuchlicher seien als heute, sodass es weniger Fleißarbeit für Mapper gebe und man Menschen für Aufgaben einsetzen könne, die Menschen vorbehalten seien. Man sehe jetzt schon den ersten Vorboten davon – der RapiD-Editor von Facebook, eine „wohlüberlegte Anwendung von Machine-Learning-Techniken“ stets unter Rücksichtnahme auf die lokale Community.

Er selbst hofft, dass im Jahr 2030 OSM die Standard-Quelle für Kartographie aller Art ist.

Wahlprogramm

Zu Beginn seines Wahlprogramms verweist Eugene auf seine Antworten. Sein Wahlprogramm falle deshalb kurz aus.

In seinem Wahlprogramm nennt er drei Ziele. Die Foundation und ihr Vorstand sollen repräsentativer und vielfältiger werden. Daher würde er Bemühungen, die Mitgliederzahl zu erhöhen, unterstützen, beispielsweise die Änderung des Mitgliederbeitrags-Befreiungsprogramms. Außerdem möchte er die Hürden, normales Mitglied zu werden, senken.

Zweitens möchte er, dass die OSMF aktiver wird, lokale Communitys zu unterstützen, weshalb er der LCCWG beigetreten sei. Er würde gerne Joost Schouppe helfen, das Förderprogramm endgültig umzusetzen, weil er glaubt, dass das lokalen Communitys nützte.

Drittens strebt er an, dass der Vorstand interne Abläufe verbessert:
1. ein Leitfaden verfassen, der das Verhältnis zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen dokumentiert
2. Klarheit über den Umgang mit Interessenskonflikten durch Einführung einer Richtlinie
3. geringe Verbesserung der Transparenz der Vorstandsarbeit (z.B. Offenlegung von Umlaufbeschlüssen schon vor ihrer Abstimmung, nicht erst danach)

Nuno Caldeira

OSM-Aktivitäten

Nuno ist seit 2011 als Mapper aktiv und wohnt auf Madeira. Sein Hauptmappinggebiet ist seine Heimat, hinzu kommen HOT-Beiträge. Er hat im Jahr 2015 eine Mappingparty mitorganisiert und ist in der portugiesischen OSM-Gruppe auf Telegram aktiv. Er ist ein typischer Craftmapper.

OSM-Benutzername: NunoCaldeira (prä-Lizenzwechsel: Nuno Caldeira?)

HDYC-Status: Super Mapper (Highly Active), ca. 230 Mappingtage bislang in diesem Kalenderjahr

Vorbemerkung

Nuno kandidiert zum zweiten Mal.

Warum Vorstand werden?

Nuno schreibt, es sei einfach zu kritisieren, sich aber nicht in Organisationen einzubringen, die OSM tatsächlich verändern können. Er wolle etwas bewirken und OSM so gestalten, wie es mit seiner Crowdsourcing-Community sei und nicht nach kommerziellen Gesichtspunkten gestalten.

Ein Vorstandsmitglied zu sein

Er ist seit einem Jahr Mitglied der License Working Group und war vier Jahre im Vorstand eines Wandervereins.

Vielfalt im Vorstand

Vielfalt im Vorstand solle von den Mitgliedern ausgehen. Wenn man mehr weibliche Mitglieder wolle, die dann kandidieren, müsse man das Verbessern des Frauenanteils verbessern (sic!). Er meint, man brauche zuerst mehr Mapperinnen, was sich dann auch in den Mitgliedern der OSMF wiederspiegeln werde.

Verfügbare Zeit

Falls gewünscht, könne er weiterhin Mitglied der LWG bleiben. Seine OSMF-Aktivität erfolge in seiner Freizeit, da er der Meinung sei, dass OSMF unabhängig sein und nicht von kommerziellen Interessen gesteuert werden solle – erst recht, weil wir uns nicht bewusst sind, ob deren Engagement Teil ihre Erwerbstätigkeit sei.

Befangenheit

Nuno ist als Geograph bei der Katastrophenschutzverwaltung seiner Gemeinde tätig. Die Tätigkeit hat GIS-Bezug, man nutze aber nicht OSM. Seit 2016 ist er – unbezahlter – Mapillary-Botschafter. Er mag das Projekt und sieht die Vorteile darin als Datenquelle für OSM. Bei Mapillary-Angelegenheiten werde er sich an der Diskussion und Abstimmung nicht beteiligen.

Kassenwart

Das sei nicht sein Ding, schreibt er.

Vorstandstreffen

Er könne teilnehmen, falls es möglich sei.

Vorstand und Arbeitsgruppen

Seiner Meinung nach müsse der Vorstand Entscheidungen, die schon diskutiert und gut dokumentiert seien, fällen. Es sei falsch, Entscheidungen über schwarze Schafe der OSMF hinauszuzögern, nur weil sie kommerzielle Mitglieder seien. Firmen hätten die Satzung zu befolgen, das Verbergen der Quellenangabe widerspreche den satzungsgemäßen Zielen.

Vorstand und Community (Kommunikation)

Nuno hat die Mailinglisten, die ihn interessieren abonniert, liest die Vorstandsprotokolle und beteiligt sich an Diskussionen in der internationalen OSM-Telegram-Gruppe. Es sei schwierig allen Kanälen zu folgen, er schlägt deshalb eine zentrale Plattform für die Kommunikation mit kommerziellen Mitgliedern vor, die E-Mails von Communitymitgliedern ignorieren würden.

Vorstand und Community (Pläne)

Die Antworten auf diese Frage sind knapp und teilweise in sich widersprüchlich. Die Frage zur Quellenangabe beantwortet er am ausführlichsten.

  • mehrsprachige Karten auf osm.org: Er sei damit einverstanden, man brauche aber eine Reihe Freiwilliger zur Übersetzung.
  • Krim-Frage: OSM müsse voreingenommen (sic!) sein und sich nicht einfach eine Seite des Konflikts herauspicken. Man solle einfach die Daten herunterladen und die Grenze nehmen, die einem passe.
  • Quellenangabe: Er weist auf seine Aktivität diesbezüglich auf den Mailinglisten im Verlauf dieses Jahres hin. Die Firmen sollten sich der fehlenden Quellenangabe bewusst sein. Er vermutet, dass sie sich für die Nutzung von OSM schämen und es deshalb hinter einem “i” verbergen. Kommerzielle Mitglieder sollten stolz darauf sein, OSM zu nutzen, und darauf hinweisen.
  • iD: Editor-Entwickler, insbesondere solche, die von Firmen bezahlt werden, sollen vorgeben, welche Tags besser oder für die geschäftlichen Interessen ihrer Firma geeigneter seien.

Die Fragen zu Geschlechterpronomen, Datenschutz und kommerziellem Einfluss in Vorstand und Arbeitsgruppen beantwortet er nicht.

OSM 2030

Er glaubt, dass OSM eine Art von Sichtung für gewisse ältere Objekte oder gewisse Elemente benötigen werde. Der New-York-Vandalismusfall habe gezeigt, dass jemand mit bösen Absichten dem Ansehen des Projekts als zuverlässige Datenquelle Schaden zufügen kann. Es werde natürlich für reichlich Diskussionsstoff sorgen, wer sichten werde und was gesichtet werden solle. Er glaubt jedoch, dass das in naher Zukunft als Folge von Vandalismus und eigennützigem Mapping (er nennt Pokémon Go) gesehen müsse.

Wahlprogramm

Sein Wahlprogramm ist drei Worte lang: „OSM Community first“, mehr nicht.

Wochennotiz Nr. 488

 

19.11.2019-25.11.2019

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Alle Jahre wieder – Weihnachtsmärkte können auch auf OSM eingetragen werden 1 | © OpenStreetBrowser – Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende

Mapping

  • Im deutschen OSM-Forum wird darüber diskutiert, wie die Zugangsrechte für Kleingartenanlagen in OSM erfasst werden sollten.
  • kreuzschnabel vermutete, dass das OSM-Wiki im Falle von bridge=yes/no Tagging for the Renderer empfiehlt, da vorgeschlagen wird, den Brückennamen als name= anstelle des Straßennamens der Straße auf der Brücke zu erfassen. Es scheint jedoch, dass es im Jahr 2012 dokumentiert wurde und man_made=bridge, wozu der name=-Tag seiner Meinung nach gehört, erst 2013 im Wiki eingetragen wurde. Zum Resultat wurde eine intensive Diskussion geführt.

Community

  • Das GeoChicas-Projekt feierte am 26. November seinen dritten Geburtstag. Eine Karte zeigt einen wachsenden Trend für die Gruppe, die das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Unterschiede in der OpenStreetMap-Community schärfen möchte.
  • Die lateinamerikanische OpenStreetMap-Community hat die Videos der SotM Latam-Konferenz veröffentlicht (es), die kürzlich in Encarnacion, Paraguay, stattfand.
  • Mit der Schließung der weißrussischen Mitfahrgesellschaft Juno sind Ilya Zverev und andere Entwickler nun beim OSMF Corporate Member Lyft beschäftigt. Dies hat dazu geführt, dass die Veröffentlichung auf Ilyas Blog WHATOSM ausgesetzt wurde. Wie Ilya erklärt (ru) (automatische Übersetzung), beschränkt der Arbeitsvertrag von Lyft das persönliche Bloggen ohne die Erlaubnis des Unternehmens. Hoffentlich ist dies ein kurzfristiges Problem.
  • Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH führt im Auftrag des Verkehrsministeriums NRW das Projekt „Effiziente und stadtverträgliche LKW-Navigation für NRW“ durch. Das Projekt Sevas bietet eine ausführliche Beschreibung. Es gibt eine Anfrage (nur auf Talk-de) des Verkehrsverbundes an die OSM-Community, wie diese Daten auf OSM veröffentlicht werden können und die Kommunikation zu Stande kommen soll.

OpenStreetMap Foundation

  • In ihrem OSM-Benutzerblog fasst Heather Leson ihre Erfahrungen im OSMF-Vorstand der letzten zwei Jahre zusammen. Der Blogbeitrag befasst sich mit Governance, strategischer Planung im OSM-Ökosystem bzw. dem Mangel daran, sowie der Gesundheit der Community und der toxischen Männlichkeit.
  • Imagico beschloss, die letztjährige Analyse der OSMF-Mitgliedschaft nach Ländern zu wiederholen, wobei das Verhältnis der OSMF-Mitglieder zu den täglich aktiven Mappern verwendet wurde. Das Muster war ähnlich wie 2018, wobei die englischsprachigen Länder und andere in Westeuropa die höchsten Anteile aufwiesen. Es gab einige Trends zu mehr Vielfalt. Imagico hofft, dass der vorgeschlagene Ansatz des Verzichts auf die Mitgliedschaft sie beschleunigt.Die Daten wurden von der Membership Working Group und den OSM-Statistiken von Pascal Neis zur Verfügung gestellt.

Veranstaltungen

  • SotM Africa 2019 veröffentlichte ein Eröffnungsvideo über twitter.
  • Kleper hat in seinem OSM-Blog eine kurze Zusammenfassung über die SOTM Latam 2019 veröffentlicht (es), die vom 14. bis 16. November in der Stadt Encarnación, Paraguay, stattfand. (automatische Übersetzung)
  • Das 6. Vienna Geo Meetup findet am 9. Dezember statt. Dort kann man sich unter anderem einen Vortrag über die Vektordaten auf basemap.at und Berichte über die SotM 2019 anhören oder an einem von Ärzte ohne Grenzen organisierten Mapathon teilnehmen.
  • GeoNews berichtet (ja) vom 2. Meetup für OSM-Mapper und mapbox.jp. Das nächste Treffen ist am 4. Dezember geplant. (automatische Übersetzung)

Humanitarian OSM

  • Unter dem Motto #MaptheDifference startet HOT die Microgrants für 2020, indem sie Spenden für sechs bestimmte Projekte und ihren allgemeinen Fonds sammeln.

Karten

  • Terence Eden hat in seinem Blog einen Leitfaden zum Erstellen einer Karte mit OpenLayers veröffentlicht, die den Süden oben anzeigt, im Pazifik zentriert ist und in der Peters-Projektion dargestellt wird.

switch2OSM

  • Wie viele andere Sport- und Outdoor-Apps oder -Portale verwendet Polar Flow jetzt auch OpenStreetMap und nennt als Gründe unter anderem „Detailliertere Outdoor-Daten“ und „Bessere Wege“.

Lizenzen

  • Guillaume Rischard warnt, dass 308 Luftbild- oder Kartenquellen, davon 7 in Deutschland, 3 in Österreich und 11 in der Schweiz, im Editor Layer Index, einem Index für potenzielle Bild- und Rasterdaten-Hintergrundlayer für OSM-Editoren wie iD und JOSM, unter einer unbekannten Lizenz stehen. Kannst du helfen, einige von denen zu finden?

Programme

  • Java WebStart, das von JOSM zum Starten des Editors ohne Installation verwendet wurde, kann jetzt durch OpenWebStart ersetzt werden.

Releases

  • Sofern alles geklappt hat, wurden die Server für MapOSMatic aktualisiert. Der Hauptgrund für dieses Upgrade ist der Funktionsumfang, den Mapnik mit der Version 3.0.22 mit sich bringt. SVG-Vektordaten sind nun endlich als echte Vektordaten in gerenderte PDF-Karten aufgenommen, anstatt sie zuerst in Bitmaps mit relativ niedriger Auflösung zu konvertieren.
  • Am 17. November ist das Release 1.6.0 von Leaflet erschienen.
    Es gab einige kleinere Erweiterungen und einige Fixes.

Kennst du schon …

  • … [1] die weihnachtlichen Layer der OpenStreetBrowser-Karte, mit denen man Weihnachtsbäume, Weihnachtsmärkte und winterliche Events finden kann? Grundlage ist die langjährig etablierte XmasMap und deren weihnachtliches Taggingschema, das außer der Norm in der OpenStreetMap einen festen Platz gewonnen hat. Das Projekt leidet mittlerweile etwas an der Aktualität.
  • …. die Soup Map (Suppenkarte), die in verschiedenen Teilen Europas zu finden ist? Das geht aber auch mit vielen anderen Speisen.
  • … die List of OSM-based services? Also die alphabetisch geordnete Liste von Projekten und Websites, welche OpenStreetMap-Daten nutzen. Als Beispiel sei hier die mehrsprachige Historic Place herausgestellt, welche mit dem weltweiten Rendering aller historischen Tags innerhalb der OSM und zusätzlicher Spezialkarten aufwarten kann. Die Maintainer bitten aber um Hilfe für die Softwareentwicklung, da sich der Hauptentwickler zurückgezogen hat.
  • … die OpenRailwayMap?
  • OsmInEdit, der auf Indoor-Mapping spezialisierte Editor? Der JavaScript-basierte Editor war Thema eines Vortrags während des letzten SotM in Heidelberg.

OSM in der Presse

  • „Projekte wie Wikipedia, OpenStreetMap und die Welt der Open-Source-Software sind die Art von konstruktiven Werkzeugen, von denen ich mir erhofft habe, dass sie aus dem World Wide Web herausfließen“, schreibt Tim Berners-Lee, Erfinder des World Wide Web.

Weitere Themen mit Geo-Bezug

  • Geoff Boeing von der University of Southern California in Los Angeles hat das Open-Source-Softwarepaket OSMnx entwickelt. Dieses unterstützt Stadtplaner bei der Erstellung von Karten. Als Datengrundlage verwenden die Werkzeuge OpenStreetMap.
  • Minecraft Earth, das auf OSM-basierte Augmented-Reality-Game, ist jetzt auch in Deutschland, Österreich und Schweiz als Early-Access-Version spielbar.
  • Laut einer neuen Studie könnten Notfallhelfer Kosten und Zeit sparen, indem sie nach einer Überschwemmungskatastrophe Satellitendaten in nahezu Echtzeit zusammen mit anderen Entscheidungshilfen nutzen.

Wochenvorschau

Wo Was Wann Land
online PoliMappers Adventures 2019 2019-12-01-2019-12-31 everywhere
Stuttgart Stuttgarter Stammtisch 2019-12-04 germany
Stuttgart Stuttgarter Stammtisch 2019-12-04 germany
Bochum Mappertreffen 2019-12-05 germany
Ulmer Alb Stammtisch Ulmer Alb 2019-12-05 germany
Dortmund Mappertreffen 2019-12-05 germany
Digne-les-Bains Soirée spéciale OpenStreetMap 2019-12-05 france
Montrouge Réunion des contributrices et contributeurs de Montrouge et alentours 2019-12-05 france
Zürich 112. OSM Meetup Zürich (Fondue!) 2019-12-09 switzerland
Lyon Rencontre mensuelle pour tous 2019-12-10 france
Hamburg Hamburger Mappertreffen 2019-12-10 germany
Viersen OSM Stammtisch Viersen 2019-12-10 germany
Mannheim Mannheimer Mapathons 2019-12-12 germany
München Münchner Stammtisch 2019-12-12 germany
Nantes Réunion mensuelle 2019-12-12 france
Berlin 138. Berlin-Brandenburg Stammtisch 2019-12-13 germany
Berlin DB Open Data XMAS Hack 2019-12-13-2019-12-14 germany
Lüneburg Lüneburger Mappertreffen 2019-12-17 germany
Digne-les-Bains HÉRuDi : l’Histoire Étonnante des Rues de Digne 2019-12-17 france

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Diese Wochennotiz wurde erstellt von Map-Peter, PierZen, Rogehm, Guillaume Rischard (Stereo), SunCobalt, derFred, doktorpixel14, geologist, wambacher.