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	<title>OSMBlog &#8211; Wochennotiz</title>
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		<title>Wochennotiz &#8211; auf weeklyosm.eu/de</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Wochennotizteam]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2020 16:57:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Wochennotiz]]></category>
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					<description><![CDATA[Project of the month &#124; © Projet du Mois &#124; Map data © OpenStreetMap contributors In eigener Sache Liebe Leserinnen, liebe Leser,die Wochennotiz findet Ihr ab jetzt auf weeklyOSM.eu, gemeinsam mit den anderen Sprachen. Der Server wird dankenswerter Weise auch &#8230; <a href="/blog/2020/08/wochennotiz-auf-weeklyosm-eu-de/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignnone" style="width: 736px;">
<p class="wp-caption-text"><img loading="lazy" src="https://weeklyosm.eu/wp-content/uploads/sites/4/2020/08/526_T_all.png" alt="lead picture" width="726" height="410" /></p>
<p class="wp-caption-text">Project of the month | © Projet du Mois | Map data © OpenStreetMap contributors</p>
</div>
<h2 id="wn526_in_eigener_sache">In eigener Sache</h2>
<ul>
<li id="wn526_23175">Liebe Leserinnen, liebe Leser,die Wochennotiz findet Ihr ab jetzt auf <a href="http://weeklyosm.eu/de/">weeklyOSM.eu</a>, gemeinsam mit den anderen Sprachen. Der Server wird dankenswerter Weise auch von der FOSSGIS gehostet.</li>
<li>Hier im <a href="/">blog.openstreetmap.de</a> werden wir weiterhin die Nachrichten der deutschen Community kommunizieren, verzichten aber hier auf eine doppelte Veröffentlichung der Wochennotiz.</li>
<li>Wer die Wochennotiz per RSS-Feed lesen möchte, kann diesen Feed nutzen: <a href="https://weeklyosm.eu/de/feed">https://weeklyosm.eu/de/feed</a>.</li>
</ul>
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		<title>Förderprogramm der OpenStreetMap Foundation</title>
		<link>/blog/2020/04/foerderprogramm-der-openstreetmap-foundation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2020 11:53:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
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					<description><![CDATA[Die OpenStreetMap Foundation (OSMF), die internationale Organisation, welche die zentrale Infrastruktur für das OpenStreetMap-Projekt verwaltet, hat dieses Jahr erstmals ein Förderprogramm („Microgrants“) aufgelegt, mit dem sie Ausgaben von Initiativen aus der OpenStreetMap-Community mit bis zu 5000 Euro fördern möchte. Bis &#8230; <a href="/blog/2020/04/foerderprogramm-der-openstreetmap-foundation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://blog.openstreetmap.de/wp-uploads//2020/04/craftmapper-muenzen.jpg" alt="Foto eines Craftmapper-Aufkleber auf Münzen verschiedener Währungen" width="640"/></p>
<p>Die OpenStreetMap Foundation (OSMF), die internationale Organisation, welche die zentrale Infrastruktur für das OpenStreetMap-Projekt verwaltet, hat dieses Jahr erstmals ein Förderprogramm („Microgrants“) aufgelegt, mit dem sie Ausgaben von Initiativen aus der OpenStreetMap-Community mit bis zu 5000 Euro fördern möchte. Bis zum 10. Mai können dafür Bewerbungen eingereicht werden.</p>
<p>Die Mittel kommen aus den außergewöhnlichen <a href="https://blog.openstreetmap.org/2018/01/11/openstreetmap-erhaelt-grosse-spende-vom-pineapple-fund/?lang=de">Bitcoin-Großspenden</a> unbekannter Geldgeber, die die OSM Foundation im Dezember 2017 und Januar 2018 erhalten hat. Das ausgeschriebene Förderprogramm ist ein Testballon. Ob es weitere Runden geben wird und wie diese ablaufen, steht noch nicht fest und wird anhand der Erfahrungen der ersten Runde entschieden werden.</p>
<h2>Was ist förderfähig?</h2>
<p>Förderfähig sind Projekte verschiedenster Art, u.a. Werkzeuge und Hilfsmittel für das Mapping, die Finanzierung von Schulungsmaterialien, kleine virtuelle Veranstaltungen, Software-Entwicklung und Übersetzungsarbeiten. Software-Entwicklungs-Projekte müssen in sich abgeschlossen sein. Laufende Betriebskosten und Serverhardware-Anschaffungen werden als explizit nicht förderfähig genannt. Möglich ist jedoch im Prinzip die Finanzierung der Anschaffung von durch Mapper gemeinsam nutzbarer Vermessungs- und Datenerfassungs-Ausrüstung. Auch förderbar ist die Gestaltung und Produktion von Werbe- und Informationsmaterial zu OpenStreetMap. Aufgrund der weltweiten COVID-19 Krise sind für diese Runde Förderungen rund um Offline-Veranstaltungen jeglicher Art ausgeschlossen.</p>
<p>Die Förderung Freiwilliger ist wichtiger als das Bezahlen von Arbeitszeit. Arbeitszeit kann aber förderfähig sein, wenn der Nutzen des Projekts (insbesondere Software-Entwicklung) besonders groß ist. Projekte dürfen maximal 12 Monate dauern und können mit maximal 5000 Euro gefördert werden.</p>
<p>Sowohl Einzelpersonen, Gruppen als auch Organisationen können sich auf einen Mircogrant bewerben. Voraussetzung dafür ist, dass sie OSMF-Mitglieder sein müssen und breits vorher mindestens im Projektumfang als Ehrenamtliche bei OSM aktiv gewesen sind.<br />
Die erforderliche <a href="https://join.osmfoundation.org/">OSMF-Mitgliedschaft</a> kann allerdings auch noch unmittelbar vor der Antragsstellung erworben werden. Diese kostet 15 Britische Pfund pro Jahr.</p>
<h2>Wo und wie bewerbe ich mich? Wo kann ich die Anträge sehen?</h2>
<p>Die Antragsstellung und auch die Veröffentlichung eingereichten Anträge erfolgt <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Microgrants/Microgrants_2020">über das OSM-Wiki</a>. Communitymitglieder können dort Rückfragen stellen und die Anträge kommentieren und bewerten.  Die Vorlage für die Formulierung eines Antrags findet sich <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Microgrants/Microgrants_2020#Start_your_application">auf der englischsprachigen Version dieser Seite</a> – wie auch <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Microgrants/Microgrants_2020#Proposals">die Liste der eingereichten und der in der Entwicklung befindlichen Anträge</a>.</p>
<p>Die Bewerbung muss nicht in englischer Sprache erfolgen. Wer sich in der englischen Sprache nicht sicher genug fühlt, kann gerne auf Deutsch einreichen.</p>
<p>Wenn die Antragsseite fertig bearbeitet ist, wird um eine kürze Infomail an microgrants@osmfoundation.org und <a href="https://lists.openstreetmap.org/listinfo/osmf-talk">die Mailingliste OSMF-Talk</a> gebeten.</p>
<h2>Wo kann ich Unterstützung bei der Bewerbung erhalten?</h2>
<p>Die Richtlinien verlangen, dass man den Kontakt mit seinem Local Chapter sucht, wenn es im eigenen Land eines gibt. Wir bieten dafür und zur Unterstützung bei der Antragsstellung allen Interessierten an, an unserer öffentlichen Mumble-Sitzung am Montag, den 4. Mai 2020 um 20:00 Uhr auf dem Mumble-Server <a href="http://podcast.openstreetmap.de/mitmachen/">podcast.openstreetmap.de</a> teilzunehmen. Dort könnt ihr euch zur Antragsstellung und zu eurem Projekt selbst beraten lassen. Alternativ könnt ihr die Fragen auch auf den üblichen Community-Kanälen (<a href="https://forum.openstreetmap.org/viewforum.php?id=14">deutsches OSM-Forum</a>, <a href="https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de">Mailingliste Talk-de</a>) stellen. Außerdem besteht auch die Möglichkeit sich bei Fragen direkt an das Mircrogrants-Commitee zu wenden über microgrants@osmfoundation.org.</p>
<h2>Welche Unterschiede gibt es zu bestehenden Förderprogrammen?</h2>
<p>Das Förderprogramm der OSMF ist nicht das erste Förderprogramm im OpenStreetMap-Umfeld. Der FOSSGIS e.V. <a href="https://fossgis.de/f%C3%B6rderungen/">fördert</a> seit fast einem Jahrzehnt Projekte im OpenStreetMap-Umfeld, HOT US Inc. fördert örtliche Initiativen seit ein paar Jahren im Rahmen seines <a href="https://www.hotosm.org/updates/HOT-launches-Microgrants-2020/">Microgrant-Programms</a>.  Beide Programme dienten bei der Planung des OSMF-Microgrants-Programms als Inspiration, es wurde aber in manchen Punkten auch bewusst von den dortigen Grundsätzen und Zielen abgewichen.</p>
<p>Mit dem Förderprogramm der OSMF sollen die Aktivitäten regionaler OSM-Communitys gefördert werden. Anders als das HOT-Microgrant-Programm ist es nicht auf Aktivitäten in Entwicklungsländern beschränkt.</p>
<p>Während das FOSSGIS-Förderprogramm viel für Serverbetriebskosten genutzt wird und keine Arbeitszeit finanziert, fördert die OSMF keine laufenden Kosten und keine Serverhardware-Anschaffungen, stattdessen aber unter Umständen Entwicklungskosten. Außerdem kann man sich für das FOSSGIS-Förderprogramm ganzjährig bewerben und es gibt es beim Förderprogramm der OSMF eine feste Deadline (10. Mai 2020).</p>
<p>Was ähnlich wie beim FOSSGIS-Förderprogramm laufen soll ist, dass es nach den Antrags-Einreichungen eine Gelegenheit für die OSM-Community gibt, die Anträge zu lesen und öffentlich zu kommentieren und diskutieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>OSMF-Vorstandswahl 2019 – ein Kommentar</title>
		<link>/blog/2019/12/osmf-vorstandswahl-2019-ein-kommentar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Dec 2019 21:20:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Beitrag enthält die persönliche Meinung des Autors. Weder wird inhaltliche Neutralität angestrebt noch gibt dieser Beitrag die Meinung der Redaktion wieder. Bitte lest selber die Wahlprogramme und die Antworten der Kandidaten auf den Fragenkatalog durch, um euch eine eigene &#8230; <a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahl-2019-ein-kommentar/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Beitrag enthält die persönliche Meinung des Autors. Weder wird inhaltliche Neutralität angestrebt noch gibt dieser Beitrag die Meinung der Redaktion wieder. Bitte lest selber die Wahlprogramme und die Antworten der Kandidaten auf den Fragenkatalog durch, um euch eine eigene Meinung zu bilden.</em></p>
<p><em>Der Autor ist bei derselben Firma wie Rory McCann, einem der Kandidaten, angestellt.</em></p>
<p>Die Auswahl bei der diesjährige OSM-Vorstandswahl fällt verglichen mit den letzten Jahren relativ groß aus. Dieses Jahr sind vier Posten zu besetzen, wofür sich elf Kandidaten und eine Kandidatin bewerben. Zuletzt gab es im Jahr 2015 ähnliche viele Kandidaten, nämlich elf Kandidaten für vier Posten. Eine neutrale Zusammenfassung der Antworten auf die Wählerfragen und der Wahlprogramme ist in einem dreiteiligen Blogeintrag zu finden:</p>
<ul>
<li><a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-1/">Guillaum Rischard, Allan Mustard, Steve Coast, Eugene Alvin Villar, Nuno Caldair und die Fragestellungen</a></li>
<li><a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-2a/">Mikel Maron, Rory McCann, Clifford Snow</a></li>
<li><a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-2b/">Jinal Foflia, Gregory Marler, Michal Migurski, Dietmar Seifert</a></li>
</ul>
<h2>Guillaume Rischard</h2>
<p>Guillaume versucht es dieses Jahr zum dritten Mal, nachdem er im Jahr 2016 gegen Frederik Ramm und Kate Chapman (beide jetzt ausscheidend) und im Jahr 2018 gegen Tobias Knerr und Joost Schouppe verloren hatte. Er gehört zur Gruppe der Hobbymapper und verdient sein Geld nicht mit OSM. Er stammt aus Luxemburg und spricht fließend Französisch, Deutsch und Englisch, erreicht damit die großen Communitys in Westeuropa. In der OSMF ist er sowohl in der MWG als auch in der DWG aktiv. Er weiß also wie der Hase läuft – vermutlich besser als manche aktuellen Vorstandsmitglieder.</p>
<p>Seine Wahlprogramme sind von Jahr zu Jahr realistischer geworden. Im Jahr 2016 ging es ihm um die Umstellung auf HTTPS, Geld für Projekte auszugeben, eine bessere Interaktion mit der Mapper-Community und Fundraising. Die HTTPS-Sache ist mittlerweile fast ganz erledigt, Guillaume hat dort die entscheidenden Leute lange genug bearbeitet. Die Fundraisingfrage hat der Vorstand mittlerweile durch die Einführung der neuen, teuren Beitragsklassen für Firmen gelöst.</p>
<p>Das letztjährige Wahlprogramm ist nicht so weit vom diesjährigen entfernt. Die Härtung gegen feindliche Übernahmen, damals ganz frisch, nahm großen Raum ein. Guillaume war als Mitglied der MWG und einer der Autoren des Untersuchungsberichts hautnah dabei. Er forderte etwas mehr Transparenz im Vorstand und mehr Unterstützung für die Arbeitsgruppen (konkret MWG und OWG).</p>
<p>Sein diesjähriges Wahlprogramm ist hinsichtlich der Themensetzung nicht viel anders. Wie schon im Vorjahr fällt auf, dass sein Wahlprogramm keine hochgesteckten Ziele (anders als noch 2015) hat, stattdessen nennt er realistische und erreichbare Meilensteine. Das spiegelt sich auch in seinen Antworten wieder. Während seine Konkurrenten bei der Frage nach dem Geschlechterverhältnis größtenteils fast alle ähnliche Sonntagsreden über Förderung von Frauen und sexuell Diversen schreiben, warnt er davor, sich in Nebenschauplätzen zu verzetteln.</p>
<p>Guillaume gibt sich einerseits als Kritiker gegenüber Firmen und Fremdeinflüssen, versucht aber dennoch, nicht zu extrem aufzutreten. Er ist kein Kompromisskandidat, aber für alle, die in ihrer Freizeit für OSM tätig sind und kämpfen, sicherlich eine gute Wahl.</p>
<h2>Nuno Caldeira</h2>
<p>Nuno tritt zum zweiten Mal zur Wahl an, letztes Jahr hat er es nicht geschafft.</p>
<p>Nunos Antworten auf die Fragen enthalten wenig große Ziele und klingen realistisch, sofern es im Vorstand eine ausreichende Mehrheit und einen korrekten Umgang mit Interessenskonflikten gibt.</p>
<p>Nuno ist wie Guillaume recht aktiv und umtriebig in der OSMF(-Politik). Im Laufe des Jahres hat er sich auf den Mailinglisten Talk und OSMF-Talk als Lizenzdurchsetzer profiliert. Man liest aus seinen Antworten wie auch aus denen von Guillaume einen gewissen Frust über die Entscheidungsunwilligkeit des aktuellen Vorstands. Während es Guillaume um den Schutz vor feindlichen Übernahmen geht, widmet sich Nuno der Einhaltung der Lizenz.</p>
<p>Bei Nuno schwingt ein Hauch von Anti-Establishment mit.</p>
<h2>Rory McCann</h2>
<p>Über die Frage, wo Rory McCann auf seinem persönlichen Stimmzettel eintragen sollte, habe ich verschiedene Antworten gehört. Rory ist einerseits für Kritiker der großen US-Firmen eine gute Wahl, andererseits habe ich schon Befürchtungen gehört, Rory könne es mit Vielfalts-/Gleichstellungsbestrebungen übertreiben. Das gesamte Diversity-, Social-Justice- und Code-of-Conduct-Thema ist sein persönliches Steckenpferd. Die Verwendung abschätziger Sprache („Dudebros“) in seinen Antworten ragt aus den übrigen Beiträgen der anderen Kandidaten negativ heraus. Sie lässt befürchten, dass er nicht davor zurückschreckt, die OSM-Community zu spalten, um Ziele und Ideologien, die wenig mit OSM zu tun haben, durchzudrücken. Andere Communitys haben an der Einführung eines Code-of-Conducts erheblichen Schaden erlitten – manche Code-of-Conduct-Verfechter meinen, dass das richtig sei (im Sinne „Schädlinge raus“).</p>
<p>Rorys Sprachstil in den Antworten und seinem Wahlprogramm ist reich an Redewendungen und Bildern, für Fremdsprachler stellenweise nicht gut verständlich.</p>
<p>Wie auch Guillaume und Nuno ist Rory ein Hobbymapper, verdient sein Geld aber direkt in der OSM-Industrie.</p>
<h2>Steve Coast</h2>
<p>Steve Coast war von 2007 (Gründung) bis 2011 Vorstandsvorsitzender und anschließend bis 2013 Ehrenvorsitzender. Im Jahr 2014 kandidierte er. Seine Kandidatur war damals Anlass, dass sein Simon Poole, sein Nachfolger, kurz vor der Wahl <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2014-October/002773.html">zurücktrat</a> (<a href="https://www.openstreetmap.org/user/SimonPoole/diary/24126">Begründung</a>), obwohl sein Posten gar nicht zur Wahl stand. Hinter der Kulissen heißt es, er hätte keine Lust gehabt, sich die Zusammenarbeit mit Steve anzutun.</p>
<p>Bei seiner Kandidatur im Jahr 2014 <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/talk/2014-October/071135.html">forderte</a> er eine Verkleinerung des Vorstands, um Diskussionen zu verkürzen, und regelmäßige Vorstandstreffen in Person (nicht online) mit einem Moderator. Desweiteren forderte Angestellte für die OSMF. Das alles könne in 6 bis 12 Monaten umgesetzt werden, schrieb er damals. Seine Programmpunkt, das Mapping der Adressen in ein bis drei Jahren abzuschließen, war schon damals weit von der Realität entfernt.</p>
<p>Steve spricht in seinen Antworten auf die diesjährigen Fragen an die Kandidaten einige Probleme der Foundation direkt an, was in der Deutlichkeit sonst nicht so sehr tun. Das macht ihn aber nicht unbedingt zum guten Vorstand. Sollte Steve gewählt werden, kann befürchtet werden, dass die Effektivität der Vorstandsarbeit darunter leidet, wo sie doch so nötig wäre. Steve ist nicht für seine Kompromissfähigkeit bekannt. Es ist gut möglich, dass Steve ein Sprücheklopfer ist.</p>
<p>Auf der Mailingliste OSMF-Talk <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2019-December/006454.html">kritisierte</a> sein Konkurrent Eugene Alvin Villar, dass Steve seine Beschäftigung bei TomTom, einem Wettbewerber (!) von OSM verschweigt.</p>
<p>Sein Ziel, “get addresses done” (deutsch: „Das Thema Adressen abhaken“) klingt wie ein billiger Wahlslogan. Ich erkenne hier große Ähnlichkeiten mit dem Slogan eines britischen Populisten. Eine derart gezielte Einflussnahme auf das Mapping würde mit den Traditionen der OSMF brechen. Vom fehlenden Realismus des Ziels ganz zu schweigen. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass Glaubwürdigkeit nicht von großen Sprüchen, sondern von Taten kommt und davon hat Steve in den letzten Jahren nicht wirklich viele.</p>
<h2>Eugene Alvin Villar</h2>
<p>Eugene kandidiert zum ersten Mal und ist der erste Kandidat aus einem Entwicklungsland, der kein Mitarbeiter oder Mitglied von HOT US Inc.</p>
<p>Seine Äußerungen zu seinen Pläne zeigen, dass er die Vorstandsprotokolle aufmerksam liest. Die Anmerkung in den Zusammenfassungen, dass die Ausschreibung für Datenschutz-Anpassungen an der Website/API erfolglos war, darf ihm nicht angelastet werden. Das hat der aktuelle Vorstand doppelt verbockt. Erstens hat er sich nicht ernsthaft angestrengt. Zweitens die Erfolglosigkeit nicht öffentlich dokumentiert, sodass die Mitglieder es gar nicht besser wissen können, sofern sie nicht, wie ich, an der Quelle sitzen.</p>
<p>Eugene ist in meinen Augen auch ein Kompromisskandidat, der für viele Mitglieder wählbar sein dürfte. Er ist ziemlich lange bei OSM dabei und ziemlich aktiv im Projekt.</p>
<p>Seine Wahlprogramm ist realitätsnah und auf dem Boden der Tatsachen. Große Sprüche im Stil „Ich mache alles besser.“ oder „Ich will das Geschlechterverhältnis-Problem lösen“ fehlen. Ein Bewusstsein für die Risiken aus dem Business-Sektor fehlt ihm jedoch.</p>
<h2>Mikel Maron</h2>
<p>Mikel stellt sich zum sechsten Mal zu Wahl. Er war schon von 2007 bis 2011 und ab 2015 im Vorstand.</p>
<p>Folgendes waren im Jahr 2015 die zentralen Punkte seinem Wahlprogramm: Er wollte die Kontakte mit und die Unterstützung von Local Chapters fördern – das Local-Chapter-Programm war damals in den Kinderschuhen. Die Arbeitsgruppen wollte er re-energetisieren und dafür Mitglieder werben. Das „Sponsorenprogramm“ (gemeint sind vermutlich kommerzielle Mitgliedschaften) wollte er voranbringen. Von den drei Punkten wurde nur das Programm für kommerzielle Mitglieder umgesetzt, welches aber schon der Vorstand davor angegangen hatte. Bei derselben Mitgliederversammlung stand nämlich die dafür erforderliche Satzungsänderung zur Abstimmung.</p>
<p>Der Sprachstil seines Wahlprogramms und seiner Antworten ist im Allgemeinen verständlich, klingt stellenweise ein wenig nach Business-Sprech. Die entscheidenden Stellen sind im Allgemeinen neutral. Mikel weiß, wie der Hase in der OSM läuft, was grundsätzlich erst einmal für ihn spricht. Leider gibt es jedoch genügend Punkte, die gegen ihn sprechen.</p>
<p>Mikel ist in meinen Augen für eine weitere Amtszeit ungeeignet. Er will Chef sein, kein Indianer. Meiner Beobachtung nach lässt er gerne Dorothea, die von der OSMF dafür bezahlt wird, die Arbeit machen. Wer nicht durchsetzungsstark ist, hat es in Gremien mit ihm zusammen schwer. Sein Umgang mit Interessenskonflikten ist mangelhaft. Als die Organised Editing Guideline im Vorstand diskutiert wurde, verzichtete er nur nach erheblichem Druck anderer Vorstandsmitglieder auf seine Teilnahme an der Abstimmung, obwohl Mapbox damals stark im organisierten Mapping involviert war. Als er die Befangenheit einsah, legte er dem Vorstand als Trotzreaktion einen weichgespülten, nie veröffentlichten Gegenentwurf vor, über den die anderen hätten diskutieren sollen.</p>
<p>Von Nicolas Chavent und Severin Menard, beides HOT-Urgesteine, wurde ihm und anderen aus der HOT-Führungsriege vorgeworfen, einen Code of Conduct zur Stummschaltung bzw. zum Ausschluss missliebiger Stimmen zu verwenden. Die Vorwürfe hat er weder bestritten noch bestätigt.</p>
<p>Mikel scheinen Arbeitsgruppen, die selbstständig und in den Interessen der Mitglieder, ggf. auch gegen seine Interessen bzw. die des Vorstands, handeln, ein Dorn im Auge. Wenn er es gekonnt hätte, hätte er möglicherweise die MWG letztes Jahr aufgelöst, weil diese zu eigenmächtig sich der GlobalLogic-Sache angenommen habe. Es ist ein deutliches Zeichen, dass Freiwillige von ihm als Vorstand in der Realität nicht die Wertschätzung und den Rückhalt verdienen, der ihnen zusteht!</p>
<p>Es bleibt den Wählern überlassen, zu entscheiden, ob Mikel lange genug Vorstand war und es Zeit für neue Leute und neue Ideen ist. Auswahl gibt es genug.</p>
<h2>Jinal Foflia</h2>
<p>Jinal gehört zu den Kandidaten, die eine Firma direkt im Rücken haben. In ihrem Fall ist das der Taxidienstleister Grab, das Uber Südostasiens, der GlobalLogic damit beauftragt hat, in OSM zu mappen. Die Qualität von GlobalLogic <a href="https://forum.openstreetmap.org/viewtopic.php?id=64430">gefiel</a> den örtlichen Mappern gar nicht.</p>
<p>Jinals Antwort auf die Frage zu ihren OSM-Aktivitäten ist relativ lang. Während die anderen Bewerber relativ nüchtern ihre Aktivitäten aufzählen und beschreiben, geht sie ausführlicher auf die einzelnen Punkte ein und verwendet eine durchweg das Positive betonende Sprache (die anderen klingen nicht negativ, sondern neutral).</p>
<p>Spätestens, wenn man ihre Antwort auf Interessenskonflikte liest, springt die PR-Sprache ins Auge. Die Antwort auf Interessenskonflikte ist so geschrieben, dass sie das enthält, was der Fragesteller lesen möchte, dennoch aber so unverbindlich wie möglich bleibt. Selbst Mikel, der nicht gerade ein Musterschüler für den Umgang mit Interessenskonflikten ist, liefert bei dieser Frage eine Antwort, die nicht weichgespült, sondern sachlich und direkt klingt.</p>
<p>In ihren Antworten mit Community-/Diversity-Bezug ähnelt sie Heather Lesons Kandidatur im Jahr 2017. Letztere hat in ihrer Zeit im Vorstand praktisch nichts in der Hinsicht erreicht (ok, die anderen Vorstände haben sich auch nicht so richtig dafür interessiert). Ich halte Jinals Ziele für unrealistisch, da sie außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Vorstands liegen. Um neue Gruppen für OSM zu gewinnen, braucht es kein Vorstandsamt, dazu muss man nur etwas tun.</p>
<h2>Gregory Marler</h2>
<p>Gregory Marler ist einer der Kompromisskandidaten dieses Jahr. Er ist ein klassischer Craftmapper, verdient sein Geld nicht mit OSM und ist in der OSMF – genauer der SotM Working Group recht aktiv.</p>
<p>Das ist in meinen Augen auch der negative Punkte bei Gregory. Die Freizeit eines jeden ist beschränkt, wenn er sie in die Vorstandsarbeit steckt, fehlt sie in der Arbeitsgruppe. Andererseits kann man auch sagen, dass die SotM Working Group nicht zu den Gruppen mit großen Personalsorgen gehört.</p>
<p>Eine Reihe von Punkten spricht für Gregory. Er ist kein Postensammler, wie sein Rückzug aus dem Vorstand von OSM UK zeigt. In einem Vorstand, der möglicherweise aus sehr gegensätzlich orientierten Mitgliedern besteht (man stelle sich mal Nuno vs. Michal vor), kann er als Vermittler auftreten, wofür er in meinen Augen sehr geeignet ist.</p>
<p>Durch seine langjährige Aktivität in der SotM Working Group weiß er, wie die OSMF im Innern funktioniert – weitaus besser als mancher aktueller Vorstand und mancher der Kandidaten. Er lässt das in seinen Antworten auch einmal durchblicken. Zudem hat Gregory in fast alle Teile von OSM Kontakt.</p>
<p>Gregory ist meiner Meinung nach keine Wahl, bei der man etwas falsch macht, aber es gibt Kandidaten, die ich bevorzuge.</p>
<h2>Michal Migurski</h2>
<p>Michal Migurski ist zwar schon sehr lange bei OSM dabei, fällt aber nicht wirklich durch Aktivität auf. Seine Mappingbeiträge sind überschaubar. Er ist der einzige Kandidat, der kein aktiver Mapper im Sinne der Vereinbarung für Mitwirkende ist. Diese definiert aktive Mapper als solche, die in den zurückliegenden 12 Monaten in mindestens drei Monaten gemappt haben.</p>
<p>Sein Wahlprogramm und Auftreten hat gewisse Ähnlichkeiten mit Steve Coast. Steve tritt als Populist auf, Michal bläst ein wenig ins selbe Horn und stellt Sachen teilweise übertrieben dar. Der Abschnitt, in dem er sich vorstellt, ist Eigenlob.</p>
<p>Er bemüht sich, als eine Art Retter aufzutreten. Anders als Steve hat sein Rettertum aber eine andere Agenda: Wie man aus seinen Antworten, seinem Wahlprogramm und seinen Äußerungen auf der Mailingliste OSMF-Talk herauslesen kann, hat er keinen Respekt vor der aus Freiwilligen bestehenden Community. Weshalb schreibt er sonst, dass er auf den Mailinglisten Talk und OSMF-Talk nach offiziellen Beiträgen von Vorständen und Arbeitsgruppen Ausschau halte? Klar, die große Community ist für ihn nicht von Bedeutung, er hat eine wirtschaftliche Agenda. Deshalb sollte man davon ausgehen, dass er einzig und allein dazu kandidiert, den Firmen mehr Einfluss zu geben.</p>
<p>Der Satz „Meine Kandidatur für den OSMF-Vorstand wurde von den für Kommunikation und Recht Verantwortlichen bei Facebook überprüft“ heißt praktisch, dass er wegen seines Jobs kandidiert und ein Kandidat von Facebook Gnaden ist. Auch so kann man feindliche Übernahmen versuchen. Seine übrige Aussage zu Interessenskonflikten enthält, anders als bei den anderen Kandidaten <em>keine</em> Aussage, dass er bei Befangenheit sich der Stimme enthalten werde. Die Aussage, er müsse im besten Interesse der Foundation handeln, ist eine Nullaussage. Das ist seine gesetzliche Pflicht als Vorstand, sie ist jedoch schwammig und erst wirklich von Belang, wenn es ans Geld geht. Ob die OSM-Community vor die Hunde geht, ist aus der körperschaftsrechtlichen Sicht nicht von Belang.</p>
<p>Von einer Wahl Michals rate ich ausdrücklich ab. Es wäre der Anfang einer feindlichen Übernahme durch die Vordertür.</p>
<h2>Dietmar Seifert</h2>
<p>Dietmar ist seit etwa zehn Jahren bei OSM dabei. Unter den Kandidaten, die sich kritisch gegenüber kommerziellen Akteuren aussprechen, ist er der schärfste.</p>
<p>Unter den Kandidaten Dietmar die konkretesten Pläne zum Umgang mit dem Fall „iD“. Er schlägt eine Tagging-Arbeitsgruppe, einen neuen Kommunikationsansatz mit den iD-Hauptentwicklern und Regeln für Anwendungen auf openstreetmap.org vor.</p>
<p>Leider erkennt man schon an seinen Texten, das die englische Sprache nicht seine Stärke ist. Sprachliche Gewandheit hat in der Vergangenheit im OSMF-Vorstand der Durchsetzungsfähigkeit einer Person genützt.</p>
<h2>Clifford Snow</h2>
<p>Clifford ist ein recht firmenfreundlicher Kandidat, der aber weitaus weniger offensiv wie Michal auftritt. Neben dem Aufbau engerer Beziehungen zu kommerziellen Mitgliedern, setzt er sich für eine Anpassung des Mission Statements (Leitbild) der OSMF ein und einer strategischeren Ausrichtung der Foundation ein. Letzteres läuft auf eine Professionalisierung und damit eine Machtzentrierung hinaus. Ob man das gutheißen möchte, soll jeder für sich entscheiden.</p>
<h2>Allan Mustard</h2>
<p>Allan ist von vier Leuten parallel gebeten worden, sich zur Wahl zu stellen. Nach dem Ende seiner Diplomatenkarriere ist das jetzt auch möglich. Allan wäre sicherlich ein guter Vorstandsvorsitzender und brächte die dafür notwendigen Fähigkeiten als Vermittler zwischen den verschiedenen Interessensgruppen im Vorstand mit.</p>
<p>Sein Wahlprogramm umfasst die Gewinnung neuer Mitglieder und das Engagement an Schulen und Hochschule, Werkzeuge zur Nutzung von OSM durch Laien und eine Erinnerung, dass der Anglozentrismus bei OSM nicht positiv ist. Er spricht sich für Craftmapping, also das Mapping durch Freiwillige vor Ort aus, tut das aber nicht, indem er gleichzeitig andere Beitragsformen verdammt.</p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Ich rate zu Vorsicht vor Kandidaten, die bislang wenig in OSM aktiv waren. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, das Externe wenig Ahnung von den Abläufen in OSM haben und ihre Erfahrungen von draußen nicht so hilfreich sind, wie sie einem versuchen, glaubhaft zu machen. Eher verfolgen sie ihre eigene politische Agenda oder die eines externen Unterstützers. Bislang sind diese Kandidaten an den verbleibenden Vorständen gescheitert, die entweder genügend, wichtigere Themen auf die Tagesordnung setzten. Und wenn die eigene Agenda dann von der Agenda der anderen ausgebremst wird, geht schnell auch die Lust flöten und es wird wenig Zeit und Energie investiert.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>OSMF-Vorstandswahlen 2019 – die Kandidaten (Teil 2b)</title>
		<link>/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-2b/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Dec 2019 12:55:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
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					<description><![CDATA[Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten abstimmen. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten &#8230; <a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-2b/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM19/Election_to_Board">abstimmen</a>. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten vorzuschlagen, aus denen ein Moderator einen Fragenkatalog auswählte. Die Antworten der Kandidaten wurden zentral zusammen mit den von ihnen eingereichten Wahlprogrammen veröffentlicht.</p>
<p>Dieser Beitrag stellt die <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM19/Election_to_Board/Answers_and_manifestos">Antworten auf die Fragen der Wähler und die Wahlprogramme</a> von vier der zwölf Kandidaten vor. Guillaume Rischard, Allan Mustard, Steve Coast, Eugene Alvin Villar und Nuno Caldeira wurden in <a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-1/">Teil 1</a> vorgestellt. Dort sind auch Übersetzungen der Fragestellungen zu finden. Mikel Maron, Rory McCann und Clifford Snow wurden in <a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-2a/">Teil 2</a> vorgestellt.</p>
<h2>Inhaltsverzeichnis</h2>
<ul>
<li><a href="#teil2b_jinal">Jinal Foflia</a></li>
<li><a href="#teil2b_gregory">Gregory Marler</a></li>
<li><a href="#teil2b_michal">Michal Migurski</a></li>
<li><a href="#teil2b_dietmar">Dietmar Seifert</a></li>
</ul>
<h2 id="teil2b_jinal">Jinal Foflia</h2>
<p>OSM-Benutzername: jinalfoflia</p>
<p>HDYC-Status: Heavy Mapper (Rarely Active), 14 Mappingtage seit Jahresbeginn</p>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Jinal ist seit 2015 bei OSM aktiv. Wenige Wochen nach ihrem ersten Edit wurde sie bei Mapbox in dessen indischem Büro angestellt, wo sie im Data Team aktiv war (Anm.: Bis zur Schließung des Büros). Mittlerweile arbeitet sie für Grab in Singapur in dessen OSM-Mapping-Abteilung.</p>
<p>Sie hat an der Organisation einer Reihe kleinerer Veranstaltungen mitgewirkt, teilweise, wie sie schreibt, im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit. Zudem hat sie mit Sajjad Anwar die SotM-Asia 2018 in Bengaluru (Indien) organisiert.</p>
<p>Jinal ist seit mehreren Jahren aktives Mitglied des weeklyOSM-Team und der CWG der OSMF.</p>
<p>Den Vorstandssitzungen habe sie bislang nicht zugehört, weil diese aufgrund der Zeitverschiebung in Asien sehr ungünstig liegen. Die Protokolle lese sie jedoch.</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Sie leitet ihre Antwort mit dem Hinweis darauf ein, dass Karten würden immer wichtiger werden würden. Man könne als Mitglied schon viel selbst erreichen, aber als OSMF-Vorstand hätte man die „einmalige Möglichkeit und auch die Verantwortung, hinsichtlich des Wachstums des Projekts etwas zu bewirken“. Die folgende Punkte seien der Anlass für sie, zu kandidieren:</p>
<ul>
<li>Sie möchte Minderheiten repräsentieren und eine Plattform für asiatische Communitys bieten. Zur Vielfalt gehöre nicht nur die Geschlechterfrage, ihr geht es um die Förderung asiatischer Communitys.</li>
<li>Als Community-Managerin möchte sie stärkere Communitys aufbauen. Zu ihren Ideen gehöre eine Plattform, wo Communitys diskutieren und voneinander lernen können, sowie OSM einladender, inklusiver und vielfältiger zu machen.</li>
</ul>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>In ihrer Antwort nennt sie keine Managementerfahrung, die der/die Fragesteller(in) möglicherweise lesen wollte. Sie schildert hingegen den Fall, als das Mapbox Data Team in drei Städten eines gut gemappten Lands ein Mappingprojekt plante und die örtliche Community kontaktierte. Es habe mit dem Missverständnis angefangen, Deutsch zu verwenden. Schlussendlich habe man sich aus der Situation herausmanövriert, indem man nur Notes gesetzt habe. (Anm.: Das dürfte die geplante Mappingaktion von Mapbox in Deutschland gewesen sein, die sich am Ende auf ein paar Notes beschränkte. Die Städte waren die bekannten deutschen Automobilzentren.)</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Vielfalt sei äußerst wichtig, da sie zu einem reicheren Erfahrungsschatz führe. Falls es von einer Community (Frauen sind damit gemeint) keine oder nur wenig Mitwirkung an OSM gebe, sei es ein Hinweis darauf, dass man über Wege zur Erhöhung des Frauenanteils nachdenken müsse und „etwas“ fehle, was ein Hindernis dabei sei.</p>
<p>Es könne nicht von jetzt auf nachher geschehen, aber man könne damit anfangen. Sie schätze die Idee, Pronomen-Anstecker auf der SotM zu tragen. Der Vorstand könne das zeigen, indem er gezielte Programme für „Führer“ von Minderheiten in der Community gezielte Förderprogramme habe. (Anm.: Die Verwendung des Begriffs „leader“ (dt. Führer) könnte auch schlicht und einfach als aktive, sich in den Diskurs einbringende Person verstanden werden. So hatte sie den Begriff nämlich bei der oben erwähnten Mappingaktion verwendet)</p>
<p>Ein Vertretung für Minderheiten in der Community in Form von Arbeitsgruppen, Beiräten, Foren usw. könne uns helfen, derer Bedürfnisse bewusst zu sein. Sie sage dies nicht, weil sie die einzige Frau unter den Kandidierenden sei.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Jinal ist Mitglied der CWG und beabsichtigt, weiterhin auch dort aktiv zu sein.</p>
<h3>Interessenskonflikte</h3>
<p>Jinal war „Open Data Community Manager“ bei Mapbox und ist derzeit „Senior Outreach and Community Manager“ bei Grab. Dabei gehe es v.a., aber nicht nur, um OpenStreetMap-Communitys. Ihre Hauptaufgabe ist die Interaktion mit OSM-Communitys.</p>
<p>Da ihre Aufgabe zu einem großen Teil die Zusammenarbeit mit lokalen Communitys und die Kommunikation mit verschiedenen Communitys auf der ganzen Welt sei, gebe es geringere Risiken für Interessenskonflikte, da die Hauptziele (Unterstützung und Wachstum von Communitys) identisch seien. Ihr Arbeitgeber nehme besonders Rücksicht auf und verstehe die Bedeutung und Rolle von Communitys in OSM. Falls es zu einem möglichen Interessenskonflikt zwischen ihrer dienstlichen und ihrer Vorstandsarbeit kommen würde, würde sie sich aus Diskussionen heraushalten, in denen ein Interessenskonflikt angezeigt werden müsse.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Sie sieht sich für diesen Job als ungeeignet.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Sie hält ein Vorstandstreffen für die Vorstandsarbeit für wichtig und wäre bereit, daran teilzunehmen.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Jinal schreibt, es gebe ein starkes Bedürfnis danach, eine klare Struktur zu definieren, die die Mitarbeit erleichtere. Auf vergangenen SotMs habe es Sitzungen von Arbeitsgruppen gegeben, wo sich Gruppen getroffen und Sachen diskutiert hätten. Die Probleme bei der Arbeit in den Arbeitsgruppen seien:</p>
<ul>
<li>Nicht alle Mitglieder könnten an den Treffen teilnehmen.</li>
<li>Um die Treffen produktiver zu machen, solle man Videokonferenzen machen.</li>
<li>Der Vorstand und die Arbeitsgruppen sollen zusammenarbeiten, um die Streitpunkte beizulegen.</li>
</ul>
<h3>Vorstand und Community: Kommunikation</h3>
<p>OSM habe viele Kommunikationskanäle, es sei schwer all diesen zu folgen. Sie nutze Filter und Benachrichtigungen.</p>
<p>In ihrer Antwort geht sie nicht darauf ein, auf welchen Kanälen sie präsent ist.</p>
<h3>Vorstand und Community: Pläne</h3>
<ul>
<li>Quellenangabe: Es sei wichtig, dass prominente Projekte OSM nutzen würden und dass sie sich an die Bedingungen halten würden. Man dürfe nicht ignorieren, dass viel Arbeit in die Attribution Guideline gesteckt worden sei. Falls sie im Vorstand wäre, würde sie, solange die Richtlinie noch nicht beschlossen sei, den Kontakt zu den Mappern und den jeweiligen Projektleitern suchen, um die Sache zu klären. Ihr erster Schritt wäre, die Regeln zu veröffentlichen und mitzuteilen, dass man an der Sache arbeite.</li>
<li>Pronomen: Jeder habe das Recht, sein/ihr Pronomen frei zu wählen. Die SotM habe dafür Ansteckschilder gehabt. Eine Pronomen-Regel solle Teil eines Code of Conducts sein, da es die Community inklusiver mache.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>OSM habe sich in den letzten vier Jahren enorm gewandelt. Von einem Hobbyprojekt sei es zu einer Lösung für sämtliche kartographischen Bedürfnisse geworden. Für die nächsten 15 Jahre male sie sich aus, dass OSM Folgendes sei:</p>
<ul>
<li>ein Open-Source-Projekt mit einer großen und vielfältigen Community</li>
<li>ein Inspiration für andere Projekte</li>
<li>von Behörden und Regierungen verwendet zu werden, weil es die aktuellste Karte mit einer großen Mapper- und Entwicklercommunity sei</li>
<li>ein Vorbild für andere Open-Source-Projekte bzgl. der Schaffung nachhaltiger Communitys</li>
</ul>
<h2 id="teil2b_gregory">Gregory Marler</h2>
<p>Gregory kandidierte schon einmal im Jahr 2013, jedoch erfolglos.</p>
<p>OSM-Benutzername: LivingWithDragons</p>
<p>HDYC-Status: Casual Mapper (Active), ca. 60 Mappingtage seit Jahresbeginn</p>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Gregory ist seit gut 12 Jahren bei OSM aktiv. Eigenen Angaben zufolge trat er, um einen weiteren Grund zur Nutzung seines GPS-Geräts und PDA zu haben. Und als es genug Daten gegeben habe, sei er geblieben.</p>
<p>Er ist Mitglied der State of the Map Working Group, die die jährliche internationale Konferenz der OSMF organisiert. Wer auf der SotM (Anm.: eine der letzten Jahre) gewesen sei, kenne ihn vermutlich von der Eröffnungs- oder der Abschlusssession.</p>
<p>Zudem ist Gregory Autor einiger Presseartikel zu OSM. In letzter Zeit nutzt er seinen Youtube-Kanal <a href="https://www.youtube.com/channel/UCOzESllbuA8MvERQYiO0KuA/videos">Mapper Diaries</a> als Videoblog.</p>
<p>Wenn die Themen interessant klingen, hört Gregory bei den Vorstandssitzungen zu. An der letzten Sitzung hat er teilgenommen.</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Gregory beginnt seine Antwort mit der Aussage, dass es eigentlich nicht viel geben sollte, was er als Vorstand, aber nicht als OSMF- oder Community-Mitglied tun könne. Er betrachtet die Vorstandstätigkeit als eine Verantwortung, die Community zu repräsentieren und ausgewählte Themen zu behandeln, die dem Vorstand vorgelegt werden.</p>
<p>Was die drängenden Themen seien, sei eine Frage des eigenen Standpunkts. Es sei wichtig, dass Vorstand zeige, dass er an den Sachen arbeite. Nicht immer sei die Kommunikation des Vorstands gut gewesen. Auch wenn es besser geworden sei, sei es oft auf die Transparenz konzentriert und nicht darauf, was der Vorstand und die Arbeitsgruppen geleistet hätten.</p>
<p>Das für ihn wichtigste Thema sei, dass OSM nicht vergessen werde, obwohl es immer wichtiger und immer häufiger in vielen verschiedenen Sektoren genutzt werde.</p>
<p>Zudem spricht er noch das Ausgeben von Geld an. Der aktuelle Vorstand habe nach Möglichkeiten gesucht, vorhandene Mittel (Anm.: Damit sind die ca. 200.000 Pfund aus dem Pineapple-Fund, einer großen Bitcoin-Spende gemeint.) sinnvoll auszugeben, habe dabei aber wenig Feedback aus der Community erhalten. Das sei sicherlich ein Thema, das der gesamte Vorstand aufgreifen werde. Die Community sei zögerlich, Geld für einen guten Zweck auszugeben; nichts auszugeben könne aber hinderlich sein.</p>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>Zu der Frage nach Verhandlungen und Diskussionen antwortet er, dass er mehrere Jahre lang ein Freiwilliger, Teamleiter und im Management-Team von Durham Street Lights, eine kirchliche Organisation die samstagnachts in Durham emotionale Unterstützung auf offener Straße anbietet. Es sei anders als die OSMF, hätte ihm aber die Gelegenheit geboten, diverse Lehrgänge zum Zuhören, zur Konfliktbewältigung und Seelsorge zu besuchen. Er sei auch Code-of-Conduct-Beauftragter auf SotM-Konferenzen gewesen. Darüber hinaus nennt er Mitarbeit in der kirchlichen Jugendarbeit.</p>
<p>Beruflich ist Gregory als Webentwickler tätig und es sei gerne einmal der Fall, dass er zwischen verschiedenen Interessensgruppen sei. Es sei wichtig, zu verstehen, was die Anforderungen und Gründe seien, wie sie zusammenpassen würden und ein Kompromiss aussehen könne.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Das Ausscheiden zweier Frauen aus dem Vorstand haben einen Einfluss auf die Geschlechterverhältnisse. Die Kandidatenliste scheine auch einen Mangel an räumlicher Vielfalt zu haben. Einige Vorstände hätten aktiv gewisse Leute ermutigt, zu kandidieren. Er sei froh, auch angesprochen und nicht wegen einer Fokussierung auf Minderheiten ausgeschlossen worden zu sein. Man solle sich anstrengen, einzelne gezielt anzusprechen, die man für geeignet halte.</p>
<p>Gregory meint, er habe einen Wandel bei OSM von einem nerdigen, technikzentrierten Projekt zu einem Projekt beobachtet, das vielfältigere Communitymitglieder habe. Dazu hätten verschiedene entwickelte Tools zusammen mit Veranstaltungen, die verschiedene Gruppen und Werbestrategien ansprechen, beigetragen.</p>
<p>Man könne dennoch besser werden. Es gebe Trennlinien zwischen den verschiedenen OSMer-Gruppen, z.B. zwischen traditionellen OSMern und Neulingen oder humanitären Mappern und rein lokalen Mappern. Er habe versucht, die Spannungen ein bisschen zu lösen, indem er an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen habe und auf verschiedenen Kommunikationskanälen präsent sei. Er begrüße es, wenn man Positives gemeinsam feiern würde.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Gregory ist Mitglied der SotM Working Group. Anstatt überall zu helfen zu versuchen, helfe er dort, wo er am Besten helfen könne. Seine Beteiligung werde gleich bleiben.</p>
<p>Im Juli sei er aus dem Vorstand von OSM UK ausgeschieden, hauptsächlich weil es neue Leute gegeben habe, die kandidieren wollten. Zudem plante er, für den OSMF-Vorstand zu kandidieren und dafür genügend Zeit zu haben.</p>
<h3>Interessenskonflikte</h3>
<p>Seine berufliche Tätigkeit habe mit Kartographie/GIS nichts zu tun. Falls es erforderlich sei, während des typischen Büroarbeitstags britischer Zeit zur Verfügung zu stehen, sei das möglich, würde seinen Arbeitstag aber in die Länge ziehen. Er selbst habe sich als OSM-Freelancer angeboten, werde das aber nicht weiterverfolgen, sofern die OSMF dem nicht zustimme.</p>
<p>Es sei wichtig, seinen Vorstandskollegen auf möglicher Interessenskonflikte hinzuweisen, damit andere einfacher erkennen können, wo der Konflikt liege. Sollte ein Vorstandskollege ihn bitten, sich aus etwas herauszuhalten, würde er dem Folge leisten. Er würde sicherstellen, dass er seinen Vorstandskollegen die Details erläutern würde, weil sein Arbeitgeber zu der Gruppe gehöre, die Interesse an OSM haben könnten, obwohl er mit dem Bereich nichts zu tun habe oder diesen beeinflussen könne.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Er habe das Gefühl, dass das nicht seine Stärke sei, und dankt Frederik für dessen Mentoringangebot für den neuen Kassenwart.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Gregoy hält ein Vorstandstreffen für sehr wichtig. Er müsse dafür Urlaub nehmen. Der professionelle Moderator sei gut angelegtes Geld. Er schreibt, er sei daran interessiert, die Kommunikation über das Vorstandstreffen zu unterstützen, und findet lobende Worte für Joosts Bemühungen in der Sache. Aus den Vorstandssitzungen, bei denen er zugehört habe, habe er den Eindruck gewonnen, dass ein möglichst frühes Vorstandstreffen besser gewesen sei.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Es sei deutlich geworden, dass einheitliche Regeln und eine einheitliche Struktur nicht zu allen Arbeitsgruppen passen würden. Eine gut funktionierende Arbeitsgruppe brauche einen informelle Kommunikationskanal zwischen der Arbeitsgruppe und dem Vorstand. Der Vorstand könne den Arbeitsgruppen behilflich sein, indem er sich darüber informiere, welche Gruppe wie funktioniere und wo ihre Besonderheiten seien. Kürzlich habe es eine Umfrage des Vorstands an die Arbeitsgruppen gegeben. Es sei in den Gruppen unklare gewesen, wer die Umfrage beantworten solle. Gerade weil es viele Fragen gewesen seien, seien manche Fragen nicht beantwortet worden, gerade von den überlasteten Arbeitsgruppen. Idealerweise wüsste der Vorstand das alles schon selber.</p>
<h3>Vorstand und Community: Kommunikation</h3>
<p>Gregory hat diese Frage gestellt.</p>
<p>Er beantwortet die Frage nicht mit einer Liste an Kommunikationskanälen, sondern verweist darauf, dass er die weeklyOSM lese und den darin genannten Links meist folge und die Quelle lese – auch wenn es für einen Diskussionsbeitrag dann schon zu spät sei.</p>
<h3>Vorstand und Community: Pläne</h3>
<ul>
<li>Mehrsprachige Karten: Gregory würde gern mehr Karten auf openstreetmap.org sehen, könne aber die dafür geltende Richtlinie und deren Anforderungen an die Last nachvollziehen. Regionen/Sprachen, die präsenter sein möchten, rät er, einen Tileserver zu betreiben. Die Websites diverser Local Chapters würden jetzt schon Karten in der Landessprache anbieten. Vektortiles und nutzerdefinierte Kartenstile könnten manche Probleme lösen, er würde aber eine Stellungnahme der OWG und EWG abwarten, bevor er ein Vektortileangebot der OSMF fordere.</li>
<li>Krim-Frage: Die Tatsachen vor Ort seien eine strenge Regel in OSM und würden die Vorschläge mancher Neulinge von einem meinungsgesteuerten Editwar abhalten. Die Entscheidung zur Ukraine sei keine ideale Lösung. Er habe schon darüber geschrieben (siehe oben), dass der Vorstand die Arbeitsgruppen, wo irgendwie möglich, unterstützen solle. Er sei weder im Vorstand noch in der DWG und habe daher kein vollständiges Bild der Lage. Es gebe verschiedene Bedürfnisse und Bestrebungen auf der ganzen Welt, es sei ein weiterer Grund, weshalb man die Möglichkeit, verschiedene Karten aus denselben Daten zu machen, unterstützen solle.</li>
<li>Pronomen: Sein Pronomen sei “er”, man könne ihn Gregory oder Greg nennen. Es sei für ihn kein Problem, wenn man ihn beschreibe, weil man seinen Namen vergessen habe. Zu lernen und zu respektieren, wie Leute angesprochen werden möchten, sei eine einfache Möglichkeit zu einer einladenden Community. Er fände es nur ein Problem, falls jemand absichtlich das falsche Pronomen oder den falschen Namen verwende. Wer Probleme in dieser Sache habe, möge sich an ihn als Mediator wenden.</li>
<li>Quellenangabe: Der Vorstand solle die Arbeit der LWG in Fällen fehlender Quellenangabe unterstützen. Er solle aber entscheiden, was mit Lizenzverletzern geschehen solle, die wiederholt auffällig geworden oder kommerzielle Mitglieder seien.</li>
<li>Angestellte von Firmen im Vorstand und den Arbeitsgruppen: Er findet es gut, dass es im Vorstand viele verschiedene Interessensgruppen gebe. Er habe gezielt ein Vorstandsmitglied gefragt, wie es als SotM-Sponsor gewisse Entscheidungen sehe. Er begrüßt es, wenn der Inhaber einer kleinen Firma im Vorstand säße und dort seine Erfahrungen einbringen könnte. Man solle es wertschätzen, dass Leute bezahlte Jobs hätten. Wie schon weiter oben erwähnt, sei es angemessen, wenn Vorstandsmitglieder manchmal von Abstimmungen und vielleicht auch von der Diskussion vor der Abstimmung ausgeschlossen seien.</li>
<li>Datenschutz: Man solle den professionellen Rat, den man von der LWG in der Sache erhalten habe, befolgen. Daher würde er nicht davor zurückschrecken, Geld für die Änderungen an der API auszugeben, um rechtskonform zu sein und unsere Nutzer zu schützen.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Gregory antwortet, dass es ihn freuen würde, wenn OSM bekannter werden würde. Weil man ja eh schon weiter wachse, müsse man Wege finden, wie man besser für OSM werben könne. Die Quellenangabe werde nicht genug sein, da die meisten Leute auf das Erscheinungsbild der Karte und nicht auf die Datenquelle schauen würden.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Gregory geht in seinem Wahlprogramm nicht ins Inhaltliche, sondern stellt sich vor.</p>
<p>Dem OSM-Projekt als Mitglied des OSMF-Vorstand zu dienen, solle denen, die sich OSM verschrieben hätten, eine Ehre und ein Stück weit auch eine Art Dienst sein. Er kandidiere, weil aus dem Hobby OSM eine Leidenschaft geworden sei. In seinem Wahlprogramm erwähnt er seine Mitarbeit bei Mappingprojekten, bei der Gründung des Local Chapters im Vereinigten Königreich und die Arbeit in der SotM Working Group der OSMF.</p>
<h2 id="teil2b_michal">Michal Migurski</h2>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>OSM-Benutzername: migurski</p>
<p>HDYC-Status: Casual Mapper (Rarely Active), <strong>3 Mappingtage</strong> seit Jahresanfang</p>
<p>Michal ist anders als alle anderen Kandidaten ist Michal kein aktiver Mapper im Sinne der Vereinbarung für Mitwirkende (Mappingaktivität in mindestens drei Monaten der letzten 12 Monate). Er kennt OSM seit einer Veranstaltung im Jahr 2005, sein Benutzerkonto hat er im Jahr 2007 angelegt, der erste Edit war im Jahr 2008. Michal gehört keiner Working Group der OSMF an.</p>
<p>Nach einer kurzen Einleitung wie er zu OSM kam, beschreibt er die Beiträge seines damaligen Arbeitgebers, Stamen Design. Ab 2006 habe er bei Stamen Design deren Mitarbeit bei OSM koordiniert habe. Die Firma hätte in dem Jahr die erste Mappingparty zusammen mit Steve Coast organisiert. Auch aus dem Hause Stamen Design stamme Field Papers (erstmals auf der SotM 2009 als Walking Papers präsentiert). Desweiteren nennt er diverse Kartenstile aus dem Hause Stamen und dessen Unterstützung bei der Gründung von HOT als gemeinnützige Organisation.</p>
<p>Anschließend stellt er sich als Visionär dar. Ab 2009 habe er die Bedeutung von OSM für den humanitären Sektor erkannt. Im Jahr 2016 prägte er in einem intensiv kommentierten (Anm.: und umstrittenenen) <a href="http://mike.teczno.com/notes/openstreetmap-at-a-crossroads.html">Blogeintrag</a> den Begriff Craftmapper. (Anm.: In dem Blogeintrag teilte er OSM in die Gruppen humanitäre Mapper, maschinelles Mapping und das aus seiner Sicht ewiggestrige Craftmappertum ein)</p>
<p>Im Jahr 2012 wurde er in den Vorstand von OSM US gewählt. Zudem sei er Mitglied dreier weiterer Non-Profit-Organisationen mit OSM-Bezug: Digital Democracy, Greeninfo Network und PlanScore.</p>
<p>Gegen Ende seiner Antwort schreibt er, er sei über die wachsenden Nutzung von OSM im großen Maßstab so entzückt gewesen, dass er sich Facebook-Mappingteam habe anstellen lassen. (Anm.: Die Beiträge von Facebook zu OSM sind bisweilen sehr umstritten)</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>OSM sei momentan in der Verwandlung von einem gefräßigen Herausforderer der Vermessungsämter zu einem erfolgreichen, entscheidenden Werkzeug für viele kleine und große Nutzer. Die Art und Weise der Organisation von OSM müsse der neue Rolle angepasst werden.</p>
<p>Er stelle eine neue Strategie vor, mit der OSM seine neue Rolle erfüllen könne: In der Vergangenheit habe die Foundation Entscheidungen zum Beitragen in großem Stil und Einfluss vor sich hergeschoben und zu alten Problemen geschwiegen. Angesichts der Fragen der Wähler sei es offensichtlich, dass die Community sich für den kommerziellen Einfluss interessiere und darüber besorgt sei. Im Vorstand müsse es Vertreter mit Erfahrung in der Nutzung der Daten geben, die direkte Kommunikationskanäle zu extensiven Kartennutzern hätten, um Unklarheiten zu klären. Er freue sich darauf, seine Erfahrung zur Zugänglichkeit der Karte, Anwendungen im humanitären Sektor, Datennutzung, Softwareentwicklung und automatisiertem Mapping in den Entscheidungsfindungsprozess des Vorstands einzubringen, sodass man in die Zukunft schauen könne.</p>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>Michal behauptet, ausgiebige Erfahrung im Management von Non-Profit-Organisationen und Vorständen zu haben. Von 2013 bis 2015 sei er Chief Technology Officer bei Code for America gewesen. Im Rest seiner Antwort schildert einen Managementfall aus seiner Arbeit für Code für America.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Fehlende Geschlechtervielfalt sei absolut ein Problem, meint er. Die beiden Frauen, die den Vorstand verlassen würden, hätten öffentlich darauf hingewiesen, dass das Geschlecht der zentrale Frustrationsfaktor gewesen sei, der sie an ihrer Mitarbeit in OSM gehindert habe. Man könne das Problem angehen, indem man sich erst um die Vielfalt in der Community kümmere und anschließend die Selbstnominierung bei Vorstandswahlen nachdenke.</p>
<p>Viele von außerhalb der OSM-Community empfinden OSM als einen Ort, der für Männer gemacht sei. Dass die Kerncommunity aus Mailinglisten, Arbeitsgruppen und diversen informellen Machtstrukturen bestünde, verstärke ihren Glauben. Frederik Ramm, der aus dem Vorstand ausscheide, habe bezahltes oder professionelles Mapping explizit als Mapping zweiter Klasse bezeichnet. Hobbymapping (erste Klasse aus Frederiks Sicht) sei hauptsächlich Männern mit Freizeit vorbehalten, die sich beim Mapping im öffentlichen Raum und an Orten, die zu Fuß und mit dem Rad erreichbar seien, sicher fühlen würde. Das Modell sei nicht universell für die Expansion in neue Gebiete nützlich. Das Versagen, andere Teilnahmemodelle willkommen zu heißen, sei der Grund für die fehlende Vielfalt.</p>
<p>Als Vorstand möchte er Forschung unterstützen, die ein vollständigeres Bild zur Teilnahme an OSM zeichnet. Man müsse zeigen, dass alle Arten der Mappingaktivität willkommen seien. OSM brauche einen Code of Conduct, weil potentielle “besondere” Teilnehmer zuerst danach schauen würden, bevor sie die Sache (OSM) länger verfolgen.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>(Michal ist kein Mitglied einer Arbeitsgruppe der OSMF, daher ist die Frage nicht relevant.)</p>
<h3>Interessenskonflikte</h3>
<p>Michal ist Vollzeit als Manager für Softwareentwicklung im „Spatial Computing Team“ (Team Räumliches Rechnen) bei Facebook angestellt. Dort habe er regelmäßig mit Aktivitäten mit Mappingbezug zu tun, z.B. den Mappingaktionen und den lange laufenden AI- und Machine-Learning-Experimenten.</p>
<p>Seine Verpflichtungen bei Facebook würden ihn ermutigen, im besten Interesse von OSM zu handeln. Er behauptet, Facebook unterstütze das Wachstum des Projekts und die ODbL-Lizenzierungsstrategie von OSM. Seine Kandidatur sei von den für Öffentlichkeitsarbeit und juristische Fragen zuständigen Stellen bei Facebook überprüft worden.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Er sei nicht bereit, sich dafür zu melden, da ihm dafür die Erfahrung fehle.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Vorstandstreffen sollte eine Pflicht für eine derart internationale Organisation wie die OSMF sein. Gemeinsam Zeit zu verbringen, würde Vertrauen unter den Vorstandsmitgliedern schaffen. Er würde gerne daran teilnehmen.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Michal schreibt, er sei mit der Arbeit der OWG und LWG am meisten vertraut, sodass er aus der Perspektive antworte. Die Aktivität der Arbeitsgruppen habe sich in den letzten Jahren ungemein verlangsamt. Eine gesunde Organisation brauche aktive Gruppen, die neue Initiativen bewerben und umsetzen würden, unsere seien stehengeblieben.</p>
<p>Der OSMF-Vorstand habe seine Zuständigkeitsgrenzen zu eng gesetzt und erlaubt, dass zentrale Gruppen sich in gefährlicher Weise verkümmern würden. Die Sysadmins seien eine schrumpfende Zahl heroischer, langjährig aktiver Freiwilliger. Sie hätten die Dienste über Jahre hinweg stabil betrieben, aber man habe keinen Plan B oder könne neue Dienste anbieten, die die Community haben wolle.</p>
<p>Der OSMF-Vorstand solle sich ein größeres Mandat geben und die Arbeitsgruppen aktiv unterstützen. Die Ziele jeder Gruppe sollten Fortschritt, neue Mitglieder und die Fähigkeit, bestehende Arbeit und tolle, neue Arbeit unter einen Hut zu bringen, sein. Der Vorstand habe die finanziellen Mittel, um zu helfen. Das könnten befristete Angestellte und Dienstleister und Unterstützung durch Mitglieder anderer Organisationen mit Zeit oder Erfahrung sein.</p>
<h3>Vorstand und Community: Kommunikation</h3>
<p>Michal nutzt die Slack-Organisation von OSM US, Twitter, Benutzerblogs, für technische Sachen GitHub und schaut von Zeit zu Zeit nach interessanten Sachen auf den Mailinglisten Talk und OSMF-Talk. Auf den Mailinglisten schaut er nach offiziellen Bekanntgaben und Postings von Vorständen und Arbeitsgruppen.</p>
<h3>Vorstand und Community: Pläne</h3>
<p>Michal beantwortet nur die Frage zur Quellenangabe.</p>
<p>Bei Facebook gebe es hunderte Teams, die an Karten arbeiten würden. Jedes habe seine eigenen Anwendungsfälle, Software-Backends und Auswahl an Datenquellen, viele davon seien nicht OSM. Jedes Team entscheide selbst, welche Quellen es verwende und wie ihr Produkt aussehe, um die Geschäftsziele und rechtlichen Pflichten zu erfüllen. Aufgrund der hohen Anzahl an Teams sei die Quellenangabe bislang inkonsistent gewesen. Facebook bemühe sich, das zu ändern.</p>
<p>Im Zuge des Ausbaus der Kartendienste, arbeite Facebook an einer Konsolidierung der Karten bei Facebook. Man werde bald einen einheitlicheren Umgang mit der Quellenangabe haben. Es sei für Facebook wichtig, über alle Quellen hinweg die Anforderungen an die Quellenangabe einzuhalten und gleichzeitig die Anforderungen an Datenschutz und Nutzersicherheit zu beachten, die bei manchen möglichen Forderungen hinsichtlich der Quellenangabe, die die LWG derzeit diskutiere ins Spiel kämen.</p>
<p>Als Vorstand würde er gerne die gute fachliche Praxis verbreiten und direkte Kommunikationskanäle mit Facebook und anderen großen Datennutzern pflegen. Er würde gerne eine Raum schaffen, in dem Arbeitsgruppen in persönlichen Kontakt mit den Vertretern von Firmen kommen können. Diskussionen auf Mailinglisten seien oft groß und umfassen viele sich widersprechende Ansichten; Synthese und Konsolidierung, woran die LWG arbeite, täte dem gut. Er würde gerne mehr explizite, durchsetzungsfähige Ansagen über aus OSM-Sicht korrekte Quellenangabe sehen.</p>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>In seiner Antwort auf dieser Frage schildert er den Stand im Jahr 2030 im Präsenz.</p>
<p>OSM sei nur eine von einer Handvoll weltweit verfügbarer Straßenkarten, aber die einzige mit einem freien Kern. Nach drei Jahrzehnten habe OSM unzählige kommerzielle Datensätze überdauert und gelte als Marktführer für vollständige, einfach zu nutzende Karten. Es sei der Maßstab, mit dem andere Karten verglichen werden würden.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Sein Wahlprogramm beginnt mit einer Vorstellung seiner Person, wie man sie auch in seiner Antwort auf die Frage zu seinen OSM-Aktivitäten findet. Der Rest teilt sich in zwei Teile mit den Überschriften „OSM heute“ und „Prioritäten für den OSMF-Vorstand“.</p>
<p>Die Spannungen im Projekt gäben einen Wendepunkt in der Geschichte von OSM wieder, viele seien auf seinen Arbeitgeber zentriert. Die OSM-Organisation müsse flexibel und dynamisch genug sein, um Experimente mit neuen Tags, Community-Prototypen und aufstrebenden Technologien zuzulassen, während man das Straßennetz in OSM als stabilen Layer betrachte. Dem folgt ein Loblied auf das, was man als offene Karte bislang erreicht habe.</p>
<p>Michal betont anschließend seine Erfahrungen. Bezahltes Mapping werde immer bedeutender. Als Vorstand und Angestellter einer Firma, könne er Brücken bilden: Er sei gezwungen, im besten Interesse von OSM zu handeln und könne gleichzeitig Facebook, seinen Arbeitgeber, beeinflussen. Bisherige Versuche wie etwa das Advisory Board seien fehlgeschlagen, formelle Repräsentation werde für die OSM-Community erfolgreicher sein.</p>
<p>Im Abschnitt „Prioritäten für den OSMF-Vorstand“ nennt er drei Punkte:</p>
<ol>
<li>Kritische Schwachstellen bei den Systemadministratoren schließen. Es gebe genügend motivierte Helfer. Für die nächsten 15 Jahre müsse man technische Aufgaben an Dienstleister auslagern und Beiträge von Firmen in Form von Zeit und Arbeit so lenken, dass den Freiwilligen der OWG die Arbeit erleichtert und das Tagesgeschäft abgenommen werde.</li>
<li>Es solle explizite, fordernde Aussagen zur Lizenz und ihren Anforderungen geben. Er findet den Entwurf einer Attribution Guideline toll, Facebook sei bereit, daran mitzuwirken. Firmen bräuchten die Lizenz einfach erklärt.</li>
<li>Neue vielfältige Mitwirkende anlocken, um das öffentliche Bild einer aggressiven und schrumpfenden Community zu bekämpfen. Fehlende Diversität sei dem Wachstum und Gedeihen des Projekts schädlich. Der Vorstand sei dafür verantwortlich, das Projekt zu unterstützen. Angesichts des Wachstums humanitären Mappings in diesem Jahrzehnt müsse man auch den Kreisen, die besonders oft von Krisen betroffen seien, klarmachen, dass sie in OSM willkommen seien. Ein Code of Conduct sei wichtig, weil Dritte danach suchen würden, bevor sie sich beteiligen würden. Ein Code of Conduct könne der Wahrnehmung des Projekts als unkonstruktive Do-ocracy etwas entgegensetzen.</li>
</ol>
<h2 id="teil2b_dietmar">Dietmar Seifert</h2>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>OSM-Benutzername: okilimu</p>
<p>HDYC-Status: Super Mapper (Very Active), ca. 120 Mappingtage seit Jahresbeginn</p>
<p>Weitere Benutzernamen: PDVSeifert (dienstlich 2016–2019), NVBWSeifert (ab 2019), eladestationen (2011, Import-Konto)</p>
<p>Dietmar hat OSM im Jahr 2009 durch einen Fernsehbeitrag kennen gelernt, in dem eine Studentin beim Mappen von Fußwegen für Gehbehinderte in OSM gezeigt wurde. Das und die Abwesenheit von Geschäftsinteressen hätten ihn zu OSM gebracht. Sein Mappingschwerpunkt ist derzeit ÖPNV, Fahrrad sowie Sharing-Infrastruktur. Er hat lange Jahre den Augsburger Stammtisch organisiert, bevor er dieses Jahr in den Stuttgarter Raum umgezogen ist, wo er regelmäßig am Stammtisch anzutreffen ist. An diversen Hackweekends und anderen OSM-Veranstaltungen hat er auch teilgenommen. Zudem hat er drei Mapathons für Neulinge in Augsburg organisiert.</p>
<p>Er ist in einem Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 2010 zusammen mit anderen Mappern zu sehen, hat in seinem Benutzerblog über die Straßen- und Hausnummernlistenauswertung (regio-osm.de) gebloggt und ist auf den Mailinglisten Talk-de, Bayern und im deutschen OSM-Forum aktiv.</p>
<p>Seit 2011 betreibt er die Straßen- und ab 2012 die Hausnummernlistenauswertung auf regio-osm.de.</p>
<p>Etwa fünf Mal hat er an den OSMF-Vorstandssitzungen und etwas häufiger bei den FOSSGIS-Vorstandssitzungen zugehört.</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Auf die Frage, was er nur als Vorstand erreichen könne, antwortet er mit einem Verweis auf sein Wahlprogramm.</p>
<p>Die drängensten Themen, um die sich die OSMF kümmern sollte, seien erstens die Kontrolle und Begrenzung des Wirkens großer professioneller Mitwirkender und zweitens die Integration der Local Chapters und ein Heranrücken an die Arbeitsgruppen.</p>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>Dietmar hat diese Frage nicht beantwortet.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Er vermutet, dass in der Vergangenheit die Vorstandsmitglieder informelle Koalitionen gebildet hätten. Das könnte ein Grund sein, warum sich Frauen in einer derartigen Situation nicht wohl fühlen würden. Er vermutet, dass sie in ein derart politisches Treiben keine Energie investieren möchten.</p>
<p>Der Vorstand könne das Problem lindern, indem die Vorstände mehr Respekt voreinander hätten. Politische Aspekte müssen reduziert und letztendlich eliminiert werden.</p>
<p>Er möchte seine Energie darin investieren, dass die Vorstände miteinander respektvoll umgehen und politisch motivierte Aktionen keinen Platz im Vorstand hätten.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Dietmar ist derzeit nicht Mitglied in einer Arbeitsgruppe. Die Straßen- und Hausnummernlistenauswertung betreue er in seiner Freizeit und plant, das weiterhin zu tun. Er glaubt, er könne beiden Rollen gerecht werden.</p>
<h3>Interessenskonflikte</h3>
<p>Er ist bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, einer landeseigenen Gesellschaft im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Verkehr angestellt. Dort nutze man OSM zum Routing und für Hintergrundkarten. Bislang trage man nicht zu OSM bei. Nächstes Jahr werde sich das ändern, wenn man die Haltestellen in einem größeren Gebiet vor Ort erfassen werde. Details werde man mit der OSM-Community klären.</p>
<p>Als Vorstand werde er grundsätzlich für die Interessen ehrenamtlicher Mapper eintreten. Falls sein Arbeitgeber in Konflikt mit OSM geraten würde, würde er zuerst versuchen, den Konflikt firmenintern zu lösen. Falls nicht, würde er sich aus der Entscheidung darüber im OSMF-Vorstand heraushalten.</p>
<p>Er habe keine dienstlichen Beschränkungen, die ihn hinsichtlich einer Vorstandstätigkeit einschränken würden. Er erhalte keine Anweisungen oder Hinweise, im Interesse des Arbeitgebers zu handeln. Die Firma gehöre dem Verkehrsministerium, Einflussnahme durch die Firma oder das Ministerium sei rechtswidrig. Er habe seinen Arbeitgeber vor der Kandidatur nicht im Vorfeld informiert. Nach Bekanntgabe der Kandidatur habe er das seinem Vorgesetzten mitgeteilt und dass er nur aus privaten Antrieb kandidiere.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Dietmar ist an dieser Aufgabe nicht interessiert. Er habe dafür nicht das nötige Know-how.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Zwar bemühe er sich, aus Gründen des Klimaschutzes Flugreisen privater und dienstlicher Art zu vermeiden. Da aber neue Mitglieder in früheren Jahren sich positiv über den Nutzen des Treffens geäußert hätten, würde er sich bemühen, daran teilzunehmen.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Dietmar schreibt, er sei nur einmal jährlich in Kontakt mit den Arbeitsgruppen gekommen, als diese auf Treffen auf der SotM ihre Arbeit präsentiert hätten. Das Ergebnis der meisten Arbeitsgruppen sei unauffällig, aber gut (Operations, SotM, DWG), andere seien unsichtbar. Er sei überrascht gewesen, dass es öffentlich Protokolle aus den Sitzungen der Arbeitsgruppen gebe.</p>
<h3>Vorstand und Community: Kommunikation</h3>
<p>Dietmar liest einige Mailinglisten und das Forum, nimmt am monatlichen, örtlichen Stammtisch teil und ist ein Leser der Wochennotiz.</p>
<h3>Vorstand und Community: Pläne</h3>
<ul>
<li>Quellenangabe: Fehlende Quellenangabe sei nicht akzeptabel, es sei <em>unsere</em> Bedingung für die Nutzung der Daten. Wenn keine korrekte Quellenangabe erfolge, müsse das beispielsweise öffentlich gemacht werden. Öffentlicher Druck könne Änderungen bewirken. Wer ein aktiver Teil der SotM sein wolle (Firmenvorstellung, Sponsoring oder Vortrag), dürfe nicht gegen diese Regel verstoßen.</li>
<li>Angestellte von Firmen im Vorstand und den Arbeitsgruppen: Angestellte müssen offenlegen, für welche Firma sie tätig seien und ob sie nur in den Interessen der Community handeln oder von Vorgesetzten zur Kandidatur gezwungen worden seien. In Fällen, in denen Themen im Vorstand die Firma betreffen würden, sei dem jeweiligen Vorstandsmitglied die Teilnahme an der Abstimmung nicht gestattet.</li>
<li>Datenschutz: Wenn man zur DSGVO-Konformität Änderungen vornehmen müsse, müsse man diese umsetzen.</li>
<li>iD: In seiner Antwort verweist er zuerst auf sein Wahlprogramm. Er möchte versuchen, einen Kommunikationskanal aufzubauen. Falls die Entwickler nicht direkt mit der Community in Kontakt treten wollten, könnten Freiwillige aus der OSM-Community die Moderatorenrolle übernehmen. Die OSMF könne Serverbetriebskosten tragen, die Arbeitszeit sollte aber nicht bezahlt werden. Die Motivation müsse aus eigenem Antrieb stammen, nicht durch Bezahlung entstehen. Für neue Entwickler schlägt er ein Mentoringprogramm für die Unterstützung bei deren erstem OSM-bezogenen Projekt vor. Es brauche nämlich viel Zeit, die OSM-Toolchain zu verstehen und wie die Community denke und funktioniere.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Dietmar hofft, dass die großen Firmen OSM als Beitragende verlassen hätten. Die einzige Art des Beitragens durch Firmen, die er akzeptiere, sei, wenn die Angestellten vor Ort wären. Künstliche Intelligenz zur Objekterkennung sollte nicht mehr verwendet werden.</p>
<p>Eine weltweite, vor Ort aktive OSM-Community, die weiterhin in ihrer Freizeit beitrage, sei die beste Grundlage, aktiv und lebendig zu bleiben.</p>
<p>Er hofft, dass OSM in 15 Jahren für die weltweite Verwendung gut genug sei und man Möglichkeiten finde, Mapper zur Kontrolle und Aktualisierung von OSM-Tags zu motivieren.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Sein Wahlprogramm gliedert sich in 10 Abschnitte, die nicht nummeriert sind.</p>
<p><strong>Beiträge großer Konzerne</strong> OSM solle kein Spielplatz für große Konzerne wie Facebook, Microsoft und Apple sein. Ihre Beiträge sollten nicht verhindern, das Freiwillige etwas bei OSM ergänzen oder bearbeiten. Es könnte hilfreich sein, schnell viele Gebäude zu bekommen (z.B. für HOT). OSM im Allgemeinen könne es aber schaden, da Mapper die Gegend dann als fertig betrachten würden. Massive, professionelle Tätigkeit in OSM sollte intensiver Kontrolle unterliegen. Manuelle, örtliche Beiträge müssten die Grundlage von OSM bleiben.</p>
<p><strong>Neue Arbeitsgruppe für Tagging</strong> Unser laxes Tagging sei nicht der einzige Grund für die Probleme mit iD und seinen Hauptentwicklern, aber ein wichtiger Grund. Für Neulinge sei es schwierig, aktuelle und korrekte Dokumentation über die Nutzung der Tags zu finden. Es müsse möglich sein, Seiten als offiziell zu markieren und sie in der Suche höher zu gewichten. Veraltete Seiten und Proposal sollten in einen separaten Namensraum verschoben werden, um sie bei den Standard-Sucheinstellungen zu verbergen. Das heiße nicht, dass Änderungen zukünftig verboten seien oder Tags dynamisch ergänzt werden würden. Wichtige Features sollten über einen formellen Weg eingeführt werden.</p>
<p>Tags, die in verschiedenen Ländern verschieden verwendet werden, sollten auch solche offiziellen Seiten bekommen, aber auf einem niedrigeren Niveau. Local Chapters oder eine größere regionale Mappergruppe könnte um die Einstufung einer Seiten bitten. Die erforderliche Arbeit solle eine neu zu gründende Arbeitsgruppe leisten.</p>
<p><strong>Regeln für zentrale Editoren und Anwendungen auf offiziellen OSM-Websites</strong> Anwendungen, die Teil offizieller OSM-Websites seien, wie etwa openstreetmap.org, müssten den Regeln der OSMF folgen. Die Editoren, JOSM und iD, müssten von qualifizierten OSM-Mitgliedern oder einer OSMF-Arbeitsgruppe in Funktionalität und Inhalt geprüft werden. Bevorzugtes Tagging gehöre dazu. Derselbe Prüfprozesse solle auch für andere Werkzeuge wie Suche und Routing auf der offiziellen Website existieren. Updates, die durch die Prüfung fallen, dürften nicht auf openstreetmap.org angewendet werden. Falls die Hauptentwickler den Regeln nicht folgen würden, müsse die Anwendung entfernt werden. Die Prüfung solle eine rechtliche Prüfung (z.B. Datenschutz in der EU) umfassen. Andere Arbeitsgruppen könnten zusätzliche Anforderungen festlegen, denen der OSMF-Vorstand zustimmen müsse.</p>
<p><strong>Die Rolle der Local Chapters für den OSMF-Vorstand</strong> Die Bedeutung der Local Chapters müsse größer werden. Die Vertreter müssten zu OSMF-Vorstandssitzungen eingeladen werden. Er wirft die Idee in den Raum, allen Local Chapters, deren Vertreter anwesend seien, zwei gemeinsame Stimmen zu geben.</p>
<p><strong>Advisory Board</strong> Der OSMF-Vorstand müsse die Regeln für das Advisory Board überarbeiten, um Transparenz sicherzustellen. Es sollte keine private Kommunikation unter den Mitgliedern des Advisory Boards geben.</p>
<p><strong>Regionale vs. globale SotM</strong> Er findet es, gut dass es in den letzten zwei Jahren viele lokale SotMs gegeben habe. Die globale SotM spräche örtliche Mapper nicht an.</p>
<p><strong>Transparenz bei Mitgliedern und Spenden</strong> Die Mitgliedschaft juristischer Personen, solle nur möglich sein, wenn diese einer Veröffentlichung nicht widersprächen. Anonyme Spenden über 100 Dollar sollten nicht angenommen werden, ebenso digitale Währungen über 1000 Dollar. Transparenz sei wichtiger als das Geld.</p>
<p><strong>Transparenz des Vorstands</strong> Die Transparenz habe sich in den letzten Jahren verbessert, solle sich aber weiter verbessern. Die Anzahl nichtöffentlicher Tagesordnungspunkte solle minimiert werden. Als Kontrolle fände er es gut, wenn Vertreter der Local Chapters in den nichtöffentlichen Teilen als Gäste anwesend wären.</p>
<p><strong>Hobbytätigkeit/berufliche Tätigkeit im Vorstand</strong> Die Arbeit des Vorstand solle weiterhin ehrenamtlich bleiben. Die bezahlte Arbeit einer Hilfskraft sei erfolgreich und solle fortgeführt werden. Vorstandstreffen sollten zu verschiedenen Zeiten stattfinden, selbst wenn die Vorstände in nahe beieinander liegenden Zeitzonen ansässig wären.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>OSMF-Vorstandswahlen 2019 – die Kandidaten (Teil 2a)</title>
		<link>/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-2a/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2019 21:41:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">/?p=15982</guid>

					<description><![CDATA[Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten abstimmen. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten &#8230; <a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-2a/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM19/Election_to_Board">abstimmen</a>. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten vorzuschlagen, aus denen ein Moderator einen Fragenkatalog auswählte. Die Antworten der Kandidaten wurden zentral zusammen mit den von ihnen eingereichten Wahlprogrammen veröffentlicht.</p>
<p>Dieser Beitrag stellt die <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM19/Election_to_Board/Answers_and_manifestos">Antworten auf die Fragen der Wähler und die Wahlprogramme</a> drei der zwölf Kandidaten vor. Guillaume Rischard, Allan Mustard, Steve Coast, Eugene Alvin Villar und Nuno Caldeira wurden in <a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-1/">Teil 1</a> vorgestellt. Dort sind auch Übersetzungen der Fragestellungen zu finden.</p>
<h2>Inhaltsverzeichnis</h2>
<ul>
<li><a href="#teil2_mikel">Mikel Maron</a></li>
<li><a href="#teil2_rory">Rory McCann</a></li>
<li><a href="#teil2_clifford">Clifford Snow</a></li>
</ul>
<h2 id="teil2_mikel">Mikel Maron</h2>
<p>OSM-Benutzername: mikelmaron</p>
<p>HDYC-Status: Casual Mapper (Rarely Active), 10 Mappingtage seit Jahresanfang</p>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Mikel ist seit 2005 bei OSM registriert und nur selten als Mapper aktiv. In den ersten Jahren hat er als Softwareentwickler mitgewirkt (u.a. die erste Karte auf www.openstreetmap.org). Mikel ist mit Ausnahme der Jahre 2012 bis 2014 durchgehend seit Gründung der OSMF Mitglied des Vorstands. Er stand in den Jahren 2007, 2008, 2009, 2011 und 2015 zur Wahl. Ab den Jahr 2012 war er nicht im Vorstand, weil sich das mit seiner Teilnahme am Presidential-Innovation-Fellow-Programm nicht vereinbar war. Derzeit ist Mikel Leiter des Community Teams bei Mapbox. Seit 2015 ist Mikel Mitglied der State of the Map Working Group der OSMF (Anm.: Er ist dort nicht sonderlich aktiv, sondern wäre vermutlich lieber Chef).</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Er schreibt, dass der Vorstand die Aufgabe habe, die zentralen Ressourcen der Foundation zu verwalten, eine gute Leitung sicherzustellen und die Richtung der OSMF-Aktivitäten vorzugeben. Er fühle sich dafür verantwortlich, die Foundation darin weiterhin zu unterstützen.</p>
<p>Einer der dringendsten Punkte seine die Bedürfnisse der Softwareentwickler-Community und die Unterstützung der Infrastruktur. OSM sei ein großes Projekt geworden. Damit Entwicklungen zurück in den Kern fließen, sei Zusammenarbeit erforderlich. Wenn dies funktioniere, bedeute das nur einen Haufen Arbeit, andernfalls sei es krankhaft und schwäche die Software-Entwicklung, wie beispielsweise kürzlich Meinungsverschiedenheiten und zugegebenermaßen schlechte Kommunikation zu gezielter Kritik an den Hauptentwicklern von iD geführt hätten. Man könne mit den Leuten, auf die OSM angewiesen sei, im Clinch liegen. Man könne darüber nicht einfach am Stammtisch lachen. Das Fehlen von Support-Strukturen für Technologie in OSM bedeutet stillschweigend, dass das in OSM im Jahr 2019 funktioniere.</p>
<p>Er gibt zu, dass diese Beobachtung nicht neu sei. Es sei ein regelmäßiges Thema, seit der dem Vorstand im Jahr 2015 wieder beigetreten sei. Man habe nichts getan. Einerseits sei man der Meinung, dass sich der Vorstand da nicht einmischen solle, andererseits seien Einmischungen des Vorstands in der Vergangenheit nicht zielführend gewesen. Es gebe aber – auch in der Umfrage und den Fragen an die Kandidaten dieses Jahr ersichtlich – eine wachsende Erwartung, dass sich der Vorstand der Sache annehme.</p>
<p>Zuerst solle, so sein Plan, der Vorstand klarstellen, dass es gewisse Support-Strukturen brauche. Das heiße nicht, dass Serveradministration und Softwareentwicklung Aufgaben des Vorstands werden sollen. Zweitens solle es eine zeitlich begrenzte, strukturierte Diskussion und Gespräche mit allen relevanten Personen in Sachen Software und Infrastruktur geben. Eine detaillierte Community-Umfrage in der Sache gehöre auch dazu.</p>
<p>Anschließend solle ein Plan aufgestellt, Feedback eingeholt und dieser beschlossen werden. Der Plan solle sich nicht mit technischen Fragen im Detail beschäftigen, sondern Supportstrukturen, Prinzipien und eine grobes Konzept für Verbesserungen vorgeben.</p>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>Mikel schreibt, er habe durch harte Erfahrungen bei HOT viel gelernt. Entscheidend sei, in komplexen Situationen den Bereich der Meinungsverschiedenheit zu begrenzen. Es sei wichtig, zu verhindern, dass Meinungsverschiedenheiten, funktionierende Bereiche der Zusammenarbeit betreffen und insbesondere seine seelische Wohlbefinden stören. So sei er sehr über <a href="https://www.openstreetmap.org/user/woodpeck/diary/391175">Frederiks deutlichen Blogpost zum iD-Editor</a> enttäuscht, obwohl er mit ihm hinsichtlich des Ticketverkaufs für die SotM-Africa über OSMF-Infrastruktur zusammenarbeite. Mit Nicolas Chavent hätte er viele heftige Meinungsverschiedenheiten über die Strategie von HOT gehabt, stimme ihm mittlerweile aber bezüglich der Effektivität von Mapathons zu.</p>
<p>Derzeit leitet Mikel ein kleines Team bei Mapbox und sei in den letzten zehn Jahren als Leiter diverser kleinerer Teams tätig gewesen.</p>
<p>Er meint, dass der OSMF-Vorstand eine Managementrolle ähnlich der Leitung eines Teams sei. Es habe die organisatorische Verantwortlichkeit, den Interessen von OSM zu dienen. Es solle eine selbstbewusstere Rolle beim Aufnehmen von Anregungen aus der Community und dem Vorgeben einer Bewegung in eine vorgegebene Richtung haben.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Der geringe Frauenanteil sei ein Problem, meint Mikel zu Beginn seiner Antwort.</p>
<p>Vier von 27 Vorständen und 8 von 65 Kandidaten seien bislang Frauen gewesen. Es gebe keine belastbaren Zahlen über den Frauenanteil in den Arbeitsgruppen und unter den Mitgliedern, es sollte aber welche geben. Er geht von einer ernsthaften Unterrepräsentierung von Frauen an.</p>
<p>Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung seien Frauen. Jede(n) willkommen zu heißen, verbessere die Karte. Es sei schlicht und einfach richtig, sicherzustellen, dass die Möglichkeit der Beteiligung zugänglich und gleich sei. Offen zu sein, garantiere nicht, dass sich jede(r) willkommen fühle. Insbesondere in der OSMF-Verwaltung würden sich viele Frauen nicht willkommen fühlen. Andere Communitys hätten damit auch schon gekämpft, man müsse daher keine Pionierarbeit mehr leisten.</p>
<p>Man müsse existierende Hürden identifizieren und Initiativen, die etwas ändern wollen, unterstützen. Das Wichtigste sei für den Vorstand zu beginn, dass er feststelle, dass das Problem legitim sei und Zeit und Anstrengungen zu seiner Lösung benötige. Der Vorstand solle einen Aufruf formulieren und Leute und Gruppen, die derzeit schon in der Frauenförderung aktiv seien, bitten, die Angelegenheit zu untersuchen und Empfehlungen zu unterbreiten.</p>
<p>Das Geschlecht sei nur ein Aspekt der Vielfalt. Dass Vorstände bislang nur aus wenigen Ländern stammten, sei auch ein Problem mangelnder Vielfalt und bedarf der Zurkenntnisnahme und Aufmerksamkeit.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Mikel ist derzeit schon im Vorstand und der SotM Working Group. Er verwendet im Schnitt mehrere Tage pro Monat auf OSMF-Tätigkeiten. Er meint, er habe genug Zeit zur Verfügung.</p>
<h3>Befangenheit</h3>
<p>Mikel ist bei Mapbox als Leiter des „Community Team“ tätig. Dessen Aufgabe sei die Unterstützung von Non-Profit-Organisationen, Pädagogen und anderen, Mapbox-Dienste für ihre Zwecke zu verwenden. Er habe keine Klausel in seinem Arbeitsvertrag, die ihm negative Äußerungen untersage. Die einzige Beschränkung seines Arbeitsvertrags betreffe vertrauliche Informationen. Er „vertrete“ nicht Mapbox in der OSMF.</p>
<p>Er sei ein Vorstandsmitglied und technischer Berater bei Map Kibera Trust, einer Organisation, die mit OSM in Kenia zusammenarbeite. Er sei ein stimmberechtigtes Mitglied bei HOT US Inc., habe dort aber derzeit keine Verwaltungsaufgaben. Zudem sei er ein Mitglied von OSM US.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>An der Tätigkeit des Kassenwarts sei er nicht interessiert. Falls niemand anderes bereit sei, könne er den Posten des Schriftführers übernehmen.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Er sei für ein Vorstandstreffen. In seiner aktuellen Amtsperiode und auch schon früher habe es das fast immer gegeben. Es sei mit Unterstützung eines externen Moderators am effektivsten – sei es vor Ort oder in der Vorbereitung.</p>
<p>Mikel meint, dass es richtig sei, dass die OSMF Reisekosten erstattet. Er habe bislang nicht davon Gebraucht gemacht, sondern sein dienstliches Reisebudget dafür verwendet.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Die allgemeine Struktur Abgrenzung der Zuständigkeiten sei in Ordnung, erfordere aber eine bessere Dokumentation insbesondere, was die Kommunikation mit dem Vorstand betreffe. Er schreibe das als Mitglied des Vorstands, von wo aus er Fehlinterpretationen von Absichten, schlechte Kommunikation, eine Spirale der Missverständnisse und Verwirrung über undurchsichtige Prozesse und manchmal langsame Abläufe bei Vorstandsentscheidungen beobachtet habe. So wie es eine Geschäftsordnung für den Vorstand gebe, solle es auch eine für die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen geben.</p>
<p>Die Vitalität der Arbeitsgruppen sei sehr unterschiedlich, schreibt Mikel. Dem folgt eine Auflistung über die Vitalität der einzelnen Arbeitsgruppen, die nicht viel über seine Absichten aussagt, jedoch den Schluss zulässt, dass er schon einigermaßen weiß, was in der OSMF abläuft.</p>
<h3>Vorstand und Community: Kommunikation</h3>
<p>Mikel ist Abonnent und Leser der relevanten Themen auf einer ganzen Reihe englischsprachiger Mailinglisten. Zudem ist er in den Slack-Organisationen von HOT und OSM US aktiv sowie Twitter aktiv. Zwei Telegram-Gruppen gehört er auch an, meint aber, dass er dort mangels Zeit nicht so viel lese. Außerdem erwähnt er WhatsApp-Gruppen, WeeklyOSM und die Protokolle der OSMF-Arbeitsgruppen.</p>
<h3>Vorstand und Community: Pläne</h3>
<p>Die Frage zur Krim-Entscheidung beantwortet er ausführlich, den Rest knapp.</p>
<ul>
<li>Krim-Frage: Er habe die On-the-Ground-Regel für Grenzen im Jahr 2007 erfunden, um in einem Editwar auf Zypern einen Schiedsspruch zu fällen. Es ging damals um die Sprache von Straßennamen, nicht die Grenzziehung. Er unterstützt die Vorstandsentscheidung zur Halbinsel Krim, weil sie der Harmonie der Communitys diene. Die On-the-Ground-Regel sei im Grunde gut, passe aber schwerlich für umstrittene Grenzen. Wenn man vor Ort auf der Halbinsel Krim wäre, sei es offensichtlich nicht ganz russisches und nicht ganz ukrainisches Gebiet, sodass es klar und deutlich ein umstrittenes Gebiet wäre. Er findet die Bemühungen um Regeln zum Umgang mit umstrittenen Grenzen, die es nach der Krim-Entscheidung gab, gut. Er möchte erstens, dass diese Arbeit fortgeführt wird und sich auch in Mappingsoftware und gerenderten Tiles realisiert werde. Zweitens möchte er, dass der Ablauf von Berufungen/Revisionen gegen Entscheidungen von Arbeitsgruppen dokumentiert wird.</li>
<li>Mehrsprachige Karten: Zuerst müsse man sich um Supportstrukturen für die Software-Entwicklung kümmern.</li>
<li>Pronomen: Die Verwendung des bevorzugten Pronomens sei eine Frage des Respekt für das Geschlecht des Gegenübers. Er sei sich nicht sicher, ob dieser detaillierte Aspekt in einem Code of Conduct geregelt werden müsse.</li>
<li>Quellenangabe: Die Fertigstellung und Annahme der Attribution Guideline werde helfen.</li>
<li>Angestellte von Firmen im Vorstand/in den Arbeitsgruppen: Er habe natürlich kein Problem damit. Angestellte („Professionals“) hätten von Anfang an bei OSM eine zentrale Rolle gespielt. Diese Interessenkonflikte seien heutzutage geregelt, man könne deren Umgang genauer dokumentieren. Das solle nicht heißen, dass es die Präsenz von Firmen in OSM und der OSMF keine Streitfrage sei. Er würde einen Raum für eine detaillierte Diskussion begrüßen.</li>
<li>Datenschutz: Die Umsetzung der Änderungen mit Datenschutzbezug solle abgeschlossen werden. Nichtkonformität sei ein kleines Risiko, aber Konformität sei halt korrekt. Man müsse sich mehr anstrengen, direkt Angebote aus der Rails-Entwicklercommunity zu bekommen.</li>
<li>iD-Editor: Er verweist hierzu auf die Antwort zur Frage &#8222;Warum Vorstand werden&#8220;. Er stimme nicht allem zu, was die iD-Hauptentwickler getan oder gesagt hätten. Sie seien jedoch ungerecht behandelt und angegriffen worden, Zitate gezielt herausgepickt worden, um diese Angriffe zu unterstützen. Er glaube nicht, dass die iD-Hauptentwickler sich nicht um die Community scheren würden, so wie er auch nicht glaube, dass Frederiks Vergleich von deren Verhalten mit häuslicher Gewalt ernst gemeint war. Eine schnelle Entscheidung sei keine Lösung.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Er hofft, dass OSM dann nicht mehr so spannend betrachtet werde. Die Herausforderung werde sein, OSM aktuell zu halten.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Mikel präsentiert sich zu Beginn seines Wahlprogramms als den alten Kümmerer, der seine Verantwortung für OSM ernst nehme. Er betont, dass er für Kontinuität sorge, da drei der sieben Vorstände dieses Jahr abtreten würden. Für die verbleibenden findet er lobende Worte.</p>
<p>Im Folgenden gliedert sich sein Wahlprogramm in drei Punkte. Die beiden ersten sind eine Wiederholung seiner oben zusammengefassten Antworten, nämlich eine organisatorische Begleitung der Softwareentwicklung im OSM-Umfeld und das Verhältnis zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen. Im dritten Punkt schlägt er ein paar strukturelle Änderungen vor. Zum einen sollte das Advisory Board in eines für kommerzielle Mitglieder und eines für Local Chapters aufgeteilt werden. Zweitens solle das „Ökosystem an Institutionen“, insbesondere Local Chapters, in kooperativer und föderativer Art und Weise unter einander verbunden werden.</p>
<p>Die Entscheidung, noch einmal zu kandidieren, sei ihm nicht leicht gefallen, behauptet er. Er habe viel Kritik einstecken müssen und wolle nicht ewig Vorstand sein. Es sei jedoch noch genug zu tun.</p>
<h3>Sonstiges</h3>
<p>Steve Friedl, ein Mitglied der Membership Working Group und einer der Autoren des Untersuchungsberichts zum GlobalLogic-Vorfall, wirft in seinem <a href="https://www.openstreetmap.org/user/SJFriedl/diary/391453">Benutzerblog</a> ein schlechtes Licht auf den Umgang von Mikel mit Freiwilligen.</p>
<p>Nach der Übergabe des Untersuchungsberichts an den Vorstand habe Mikel der Arbeitsgruppe geschrieben, dass sie ihr Mandat überschritten hätte. Aufgrund dieses Verhaltens und einiger privater Nachrichten, auf die Steve Friedl nicht genauer eingeht, rät Steve davon ab, Mikel zu wählen.</p>
<h2 id="teil2_rory">Rory McCann</h2>
<p>OSM-Benutzername: <em>nicht darstellbar (siehe HDYC-Link)<br />
</em></p>
<p>HDYC-Status: <a href="https://hdyc.neis-one.org/?%E1%9A%9B%E1%9A%8F%E1%9A%92%E1%9A%90%E1%9A%94%E1%9A%8F%E1%9A%94%E1%9A%8B%E1%9A%9C+%F0%9F%8F%B3%EF%B8%8F%E2%80%8D%F0%9F%8C%88">Super Mapper (mega active)</a>, ca. 300 Mappingtage seit Jahresbeginn</p>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Rory kommt aus der Open-Source-Community. Als er zum ersten Mal von OSM erfuhr, sah er nur drei Straßen in seiner Heimat, Irland, und ignorierte es. Etwas später (2008) war ein ausreichendes Grundgerüst vorhanden und fing an Straßen abzuzeichnen. Neben allgemeinem Mapping widmet er sich dem Mapping der Townlands in Irland (niedrigste Verwaltungsebene), dem Umtaggen von Einrichtungen von <code>gay=yes</code> zu <code>lgbtq=yes</code> und allgemeinem Qualitätssicherungsmapping.</p>
<p>Er ist seit etwa einem Jahr Mitglied der CWG.</p>
<p>Rory ist häufiger Teilnehmer des OSM-Stammtisch in Karlsruhe, wo er seit fünf Jahren lebt, regelmäßiger Teilnehmer der OSMF-Vortandssitzungen und einer Reihe englischsprachiger OSM-Konferenzen in Europa sowie der Hackweekends in Karlsruhe. Er hat ein paar OSM-Veranstaltungen in Irland mitorganisiert. Er ist vor allem im IRC aktiv, zudem auch ein wenig auf Telegram und Slack.</p>
<p>Neben dem Mapping ist Rory als Softwareentwickler im OSM-Umfeld aktiv. Er ist kein Maintainer von wichtiger OSM-Software.</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Es gebe in OSM eine gewisse Stimmung, die er erhalten möchte. Er möchte sicherstellen, dass Hobbymapper repräsentiert werden, dass Leute, die sich um die Freiheiten der Nutzer kümmern, in der OSMF repräsentiert werden. Aufgrund seines „Privilegs“ (Anm.: er outet sich in seinem Benutzernamen und Twitterprofil als schwul) meint er, dass er mangelnde Vielfalt ansprechen könne und man ihm zuhöre, weil er als weißer Nicht-Transgender-Mann wahrgenommen und ihm Gehör geschenkt werde.</p>
<p>Auf die Frage, was er als Vorstand erreichen könne, was ihm als normales Mitglied nicht möglich sei, meint er, dass er über Vorstandsbeschlüsse abstimmen könne. Er hofft, dass die Leute ihm mehr Gehör schenken, weil er im Vorstand sei und die Leute ihn als wichtiger ansehen würden.</p>
<p>Die wichtigsten Probleme von OSM/OSMF seien seiner Meinung nach:</p>
<ol>
<li>die Vereinnahme der Regulierungsbehörde (die OSMF) durch Firmen, die aus OSM eine Datenquelle und Quelle für ein besseres Ansehen in der Öffentlichkeit machen möchten;</li>
<li>darin zu versagen, für Vielfalt zu werben, was dazu führe, dass OSM ein Projekt voller „Dudebros“ (ein Social-Justice-Slang-Begriff für sexistische, heterosexuelle junge Männer) werde.</li>
</ol>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>Rory hat keine Managementerfahrung und ist sich unsicher, wie er auf die Frage antworten soll.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Rory beantwortet die Fragen einzeln:</p>
<ul>
<li><em>Ist der geringe/sinkende Frauenanteil im Vorstand ein Indikator für Probleme bei der Vielfalt in OSM?</em> Er stimmt der Frage zu. Er könne nicht nachvollziehen, wie OSMer eine Community mit einem hohen Anteil von Leuten aus traditionell privilegierten Gruppen als &#8222;nichts Besonderes hier&#8220; wahrnehmen können.</li>
<li><em>Kannst du das Problem, so wie du es wahrnimmst, beschreiben?</em> Rory schreibt, man lebe in einer Gesellschaft, in der man eine Voreingenommenheit unbewusst übernehme. Man könne das durch Bildung und Aktivismus überwinden.</li>
<li><em>Was sei die Aufgabe des Vorstands, das zu beheben?</em> Der Vorstand solle Frauenfeinde entmutigen/bestrafen (z.B. durch einen Code of Conduct) und ausgegrenze Gruppen unterstützen, weil deren Repräsentierung sehr sehr wichtig sei.</li>
<li><em>Was würdest du konkret tun?</em> Er würde weiter für einen Code of Conduct kämpfen, klar in seinen Worten sein und Leuten aus ausgegrenzten Gruppen mitteilen, dass sie willkommen seien. Ausgegrenzte Gruppen, die Unterdrückung erfahren, würden standardmäßig davon ausgehen, dass sie auch in der Gruppe, der sie beitreten möchten, diese Unterdrückung erfahren werden. Man müsse zeigen, dass man Diskriminierung nicht unterstütze und Partriarchie/weiße Vorherrschaft/Vorherrschaft Heterosexueller/Kyriarchat zerstören möchte. (Anm.: Das klingt im Original schon so kriegerisch)</li>
</ul>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Rory plant, das Werbegeschenkprogramm (Aufkleber) der CWG weiterzuführen. Er glaubt, er werde die Zeit dazu haben und es brauche wenig Zeit.</p>
<h3>Interessenskonflikte</h3>
<p>Rory ist bei der Geofabrik als Sysadmin angestellt. Sein Vorgesetzter und Freund Frederik Ramm scheide aus dem Vorstand aus, all seine Interessenskonflikte würden auch für ihn gelten, mit der Ausnahme, dass er nur Angestellter sei. Alles, was die Nutzung von OSM erschwere, sei gut für das Geschäft der Geofabrik. Falls OSM sich auflösen oder unbrauchbar werden würde, würde das Geschäft vollständig verloren gehen. Je bekannter OSM werde, desto mehr Geschäftsmöglichkeiten ergäben sich. Die Geschäftsinteressen würden dahingehend mit denen der Foundation übereinstimmen. Er hat keine Gesellschafteranteile.</p>
<p>Sein Arbeitsvertrag mache ihm keine Vorschriften weder, was er sagen dürfe, noch, was er in seiner Freizeit zu tun habe.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Rory sieht sich nicht als für diesen Posten geeignet an. Falls sich niemand melde, würde er es machen.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Er ist der Meinung, dass die Trennung der Zuständigkeiten klar sei, weist aber darauf hin, dass vieles auch außerhalb der Arbeitsgruppen erfolge. Rory mag die nicht-hierarchische Struktur im OSM-Projekt. Ebenso begrüßt er es, wenn Local Chapters einen gewissen Grad an Freiheit haben, solange sie die Eigentümerschaft über die Rechte an den Daten und der Marke durch die OSMF anerkennen.</p>
<p>Ein gewisser Zustrom neuer Leute sei für fast jede Gruppe sinnvoll. Dafür zu sorgen, sei Aufgabe der jeweiligen Arbeitsgruppen. Die Foundation sollte nicht befugt sein, einer Gruppe eigenmächtig ein Mitglied zuzuordnen. Man bezahle die Mitglieder der Arbeitsgruppen nicht, man könne Freiwillige nicht herumkommandieren. Gewisse Sysadmin- und Softwareentwicklungsgruppen benötigen jedoch Stabilität. Ein jährlicher Austausch der Sysadmins sei keine gute Idee. Der Vorstand könne hier helfen, indem er die größere OSM-Community auf offene Stellen hinweise und gezielt auf Leute zugeht, die geeignet wären.</p>
<h3>Vorstand und Community: Kommunikation</h3>
<p>Wie er auf dem aktuellen Stand bleibe? Dazu meint Rory, dass er viel Zeit im Internet verbringen würde.</p>
<h3>Vorstand und Community: Pläne</h3>
<ul>
<li>Mehrsprachige Karten: Es wäre großartig, mehrsprachige Karten auf openstreetmap.org zu haben. Er habe vor Jahren einen Tileserver installiert, der eine irische Karte anbietet. Der Grund, warum es auf osm.org keine mehrsprachigen Karten gebe, seien technische Hürden, man brauche dafür Vektortiles. Er sei sich aber unsicher, was die nächsten Schritte dafür seien.</li>
<li>Krim-Frage: Er steht hinter der On-the-Ground-Regel, es sei eine der neutralsten Möglichkeiten, Meinungsverschiedenheiten zu lösen. Seiner Meinung nach dürfe demzufolge die Krim nicht zu Russland gehören. Es habe jedoch schlechte Presse gegeben, weshalb eine Ausnahme gerechtfertigt sei. Er hätte deshalb vielleicht für die Ausnahme gestimmt. Die Entscheidung und ihre Kommunikation sei suboptimal gewesen. Es sei aber auch keine angenehme Situation für die Vorstände gewesen. Sie wären so oder so kritisiert worden.</li>
<li>Pronomen (die Frage wurde von ihm selbst eingereicht): Es sei eine voll und ganz vernünftige, grundlegende Regel, das absolute Minimum. Die Weigerung, das gewünschte Pronomen einer Person zu verwenden, sei fast immer Transphobie (Ablehnung/Feindlichkeit gegenüber Transgendern). Sie habe keinen Platz in OSM und einer modernen Gesellschaft.</li>
<li>Fehlende Quellenangabe: Facebook habe das mittlerweile korrigiert, es sei nur noch ein Klick auf das &#8222;i&#8220; erforderlich. Das sei ausreichend, meint er. Er bezweifelt, ob die Forderung, die Lizenz zu entziehen, überhaupt rechtlich möglich war. Er ist der Meinung, dass es unklug ist, sofort mit einer großen Kanone zu schießen. Man solle mit ihnen kommunizieren, aber klar machen, was man tun könne. Die Foundation habe die Pflicht, die immateriellen Rechte des Projekts zu schützen. Man müsse sicherstellen, dass sie nicht von schäbigen Firmen, die für Lügen bekannt seien, überrant werde.</li>
<li>Angestellte im Vorstand/in den Arbeitsgruppen: Er sei ein Angestellter einer Firma, also nicht dagegen. Die OSMF solle eine Richtlinie einführen, die regele, was passiere, wenn jemand mit einem offensichtlichen Interessenskonflikt schamlos &#8222;Nein, ich habe keinen&#8220; sagt. Verschriftlichte Regeln können Angestellten von Firmen helfen, die Vorstandsmitglieder sind. Wenn ein Interessenskonflikt jemanden dazu zwinge, nicht abzustimmen, kann der Arbeitgeber denjenigen dafür nicht bestrafen.</li>
<li>Datenschutz: Die DSGVO und der Schutz der Privatsphäre seien sehr wichtig. Er denkt, dass OSM zu klein ist, um damit Probleme zu bekommen, sodass man noch nicht Gefahr im Verzug sei. Man biete Geld für die Anpassungen an, dort läge die Lösung.</li>
<li>iD-Editor: Man müsse bei der Verwendung des Begriffs „Community“ vorsichtig sein. Es gebe die nicht <em>die</em> OSM-Community. Die iD-Entwickler würden <em>ihrer</em> OSM-Community folgen und die anderen OSM-Communitys sollten ignoriert werden. Die Behauptung, sie würden einer Community folgen, sei korrekt. Man müsse mit der Verwendung des Begriffs „missbräuchlich“ vorsichtig sein. Er meint, es gebe Probleme beim Management und der Ausrichtung des Projekts. iD sei ein freies Projekt, seine Entwickler könnten tun, was sie wollten. Man solle sie tun lassen, was sie wollen, man bezahle sie ja auch nicht. Andererseits sei die Respektlosigkeit gegenüber derart großen Teilen der OSM-Community nicht schlau. OSM.org gehöre, anders als das iD-Projekt, nicht den iD-Entwicklern. Man könne auch eine anders konfigurierte Fassung von iD verwenden.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Rory nimmt die Frage nicht so ernst wie seien Wettbewerber. Was wisse man schon, was in 10 Jahren sei …</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Rory beginnt sein Wahlprogramm mit dem Motto „Steady as she goes, let&#8217;s change everything“ (deutsch: So beständig wie es läuft, lass uns alles ändern“). An mehreren Stellen spricht er seine Wähler in der zweiten Person an (du/ihr).</p>
<p>Er kommt ursprünglich aus Dublin (Irland) und wohnt mittlerweile in Karlsruhe, wo er für die Geofabrik arbeitet. Er sei ein Craftmapper und Social-Justice-Hacker.</p>
<p>Es sei toll, dass OSM ein Projekt für die kleinen Leute sei, die die Gegenden, die sie interessieren, erfassen. Gegenüber großen Konzernen, die anfangen, freundlich zu sein und Hilfe anzubieten, sei er skeptisch. Sie täten es nicht aus purer Nächstenliebe. Einem leidenschaftlichen Mapper könne er jedoch vertrauen.</p>
<p>Rory kommt aus der Open-Source-Szene und steht für Open Source. Falls proprietäre Software eine Vorteil bringe, würde er sie jedoch nutzen. Er sei auf der Hut vor Hierarchien. OSM sei besser, wenn es aus leidenschaftlichen Leuten bestehe und nicht aus einer Reihe an Angestellten, die nur auf die Stechuhr schauen würden sowie einem elitären Management.</p>
<p>Er sei damit einverstanden, dass Leute ihn – abschätzig – einen Social Justice Warrior (wörtlich: Gleichstellungskrieger) nennen. OSM brauche mehr Codes of Conduct, aber welcher sei die Frage – darüber könne er selber viel schreiben. Es gebe nicht genügend Mapper aus ausgegrenzten Gruppen, die entweder uns nicht kennen würden oder denken, sie wären nicht willkommen. Er nennt Leute aus der dritten Welt, Frauen, Ältere und Leute aus der Arbeiterklasse. Leute aus ausgegrenzten Gruppen seien die ungenutzte Ressource für mehr OSM-Hobbymapper.</p>
<p>Er wäre gern euer Vorstandsmitglied, weil er der Meinung sei, dass wir das Bedürfnis nach einer besseren Repräsentation der Hobbymapper hätten. Viele davon seine „cis het dudes“ (Social-Justice-Slang für nicht transsexuelle, heterosexuelle, nicht wirklich alte Typen), er hingegen wisse, was Vielfalt heiße.</p>
<h2 id="teil2_clifford">Clifford Snow</h2>
<p>OSM-Benutzername: Glassman, Glassman_import</p>
<p>HDYC-Status des Hauptaccounts: Super Mapper (Highly Active), ca. 250 Mappingtage seit Jahresbeginn</p>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Clifford hat OSM durch einen Vortrag von Hurricane Coast auf einer Linux-Veranstaltung kennen gelernt. Derzeit mappt er v.a. Fußwege, Fußgängerübergänge und Bordsteine. Er ist eine Mitglied der kürzlich neu gegründeten LCCWG. Clifford hat an diversen kleineren OSM-Veranstaltungen teilgenommen und ist auch in der örtlichen OSM-Community aktiv. Er hat nur mit ein paar Skripten, die Bilder einer Dashcam zu Mapillary und OpenStreetCam hochladen, als Softwareentwickler beigetragen. Zweimal hat er bislang an den OSMF-Vorstandssitzungen teilgenommen.</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Er nennt in seiner Antwort fünf Kernthemen, die er in seinem Wahlprogramm genauer erläutert. Details siehe unten.</p>
<p>Auf die Frage, was die drängendsten Themen seien, meint er, dass sich die OSMF auf Inklusivität, Infrastruktur, Verwaltung und die Marke kümmern sollte.</p>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>In seiner früheren Karriere hatte er Leitungsaufgaben, zu Beginn das Leiten von Mitarbeitern einer Gewerkschaft. Der Schlüssel zum Erfolg sei, dass die Foundation Ziele habe, die von der Community mitgetragen würden.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Seine Antwort auf diese Fragen fällt recht kurz aus.</p>
<p>Er glaubt daran, dass OSM neue Mapper akquirieren muss. Deshalb begrüße er jeden neuen Mapper. Das Ziel der OSMF müsse es sein, Aktivitäten des Aufbaus von Communitys zu unterstützen. Die OSMF sollen den Prinzipien der Steigerung des Selbstbewusstseins, Inklusivität und Respekt gegenüber jedem übernehmen.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Clifford beabsichtigt, weiterhin in der LCCWG aktiv zu sein.</p>
<h3>Befangenheit</h3>
<p>Er meint keine Interessenskonflikte zu haben. Sein Einkommen komme aus anderen Quellen. Er wurde im Jahr 2018 dafür bezahlt, für eine örtlichen Firma eine JOSM-Schulung zu machen. Er rechnet nicht damit, dass er das noch einmal tun wird. Die Einnahmen daraus hätte er übrigens für die Reise zur SotM ausgegeben.</p>
<p>Clifford gibt nicht deutlich an, dass sein Einkommen aus OSM-/GIS-fernen Bereichen kommt oder er nicht berufstätig ist.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Sofern der Vorstand zuerst ermittelt, wer der geeignetste Kandidat wäre, würde er es tun.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Vorstandstreffen seien wichtig, er werde gerne daran teilnehmen.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Seine Antwort auf diese Frage fällt knapp aus. Er glaubt, dass die Arbeitsgruppen entscheidend für den Erfolg von OSM seien. Er wünscht sich, dass die Beteiligung und ihre Verantwortung zunimmt.</p>
<h3>Vorstand und Community: Kommunikation</h3>
<p>Clifford verfolgt die Mailinglisten Diversity, Talk und Tagging. Er ist in der US-amerikanischen Slack-Organisation aktiv.</p>
<h3>Vorstand und Community: Pläne</h3>
<ul>
<li>Mehrsprachige Karten: Clifford strebt an, dass Indianerstämme in ihrer Sprache zu OSM beitragen. Die Stämme in seiner Umgebung hätten alle Leute, die sich um den Erhalt der Sprache durch Schulunterricht und Veröffentlichen von Literatur kümmern. Paul Norman und er hätten diskutiert, wie man die Stimme dazu bringen könne, in ihrer Sprache zu OSM beizutragen. Die Frage selbst beantwortet er nicht aus der technischen, sondern aus der Mapper-Perspektive. Es brauche die Mitwirkung jedes einzelnen, damit die Namen auch in OSM erfasst werden.</li>
<li>Angestellte von Firmen in Vorstand/Arbeitsgruppen: Er ermutigt jeden, sich überall bei OSM zu beteiligen. Er würde die Arbeitsgruppen dazu aufrufen, Regeln einzuführen, die Transparenz und Inklusivität sicherstellen. OSM sei kein Hobby, sondern ein ernstes Projekt. Man brauche die besten Leute zusammen mit angemessenen Regeln, um erfolgreich zu sein. Deshalb solle man nicht Leute ausschließen, die von OSM leben.</li>
<li>Datenschutz: OSM muss sich an die Gesetze halten. Es sei die Aufgabe des Vorstands, das sicherzustellen. Der Vorstand solle mit der OWG zusammenarbeiten, um Steine bei der Implementierung der erforderlichen API-Änderungen aus dem Weg zu räumen. Falls erforderlich, solle Geld dafür ausgegeben werden.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Clifford hofft auf einen großen Zustrom neuer Mapper aus allen Teilen der Welt und auf eine inklusive, respektvolle und ermutigende Community. Sowie auf Vektortiles.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Clifford ist seit 2011 bei OSM dabei. Auf einer Linuxveranstaltung habe er OSM entdeckt. Eigentlich komme er aus dem Telekommunikationssektor und habe sonst mit Kunst (genauer Glasbläserei – daher sein Benutzername) zu tun. Er war einer der Mitorganisatoren des örtlichen OSM-Stammtisches in Seattle und Mitorganisator der SotM-US 2016 in Seattle. Zudem hat er an mehreren Importen der örtlichen Community (v.a. Gebäude und Adressen) mitgearbeitet. Seit 2014 begrüße er alle neuen Mapper im US-Bundesstaat Washington.</p>
<p>Er sei nirgendwo angestellt. Im Jahr 2018 sei er von Microsoft beauftragt worden, dessen Mappingteam JOSM beizubringen.</p>
<p>Als Vorstand möchte er gerne Folgendes tun:</p>
<ul>
<li>Im Abschnitt „Core Values“ (unsere Werte) des Mission Statements (Leitbild) der OSMF „embrace empowerment, inclusiveness, and respect for for all“ ergänzen.</li>
<li>Aus dem Vorstand einen strategischen Vorstand machen, der weniger Tagesgeschäft macht und sich dafür auf die Arbeitsgruppen und bezahlte Kräfte stützt.</li>
<li>Er möchte eine enge Beziehung mit den kommerziellen Mitgliedern aufbauen. Unternehmen hätten OSM entdeckt und würden es umarmen. Die 1000 bezahlten Mapper pro Tag seien eine gute Sache. Er mappe beispielsweise keine Abbiegespuren, das würden bezahlte Mapper erledigen. Er erwarte von den Firmen eine stolze Angabe von OSM als Quelle, Beiträge zum Aufbau einer stabilen Infrastruktur und Teil der globalen und lokalen Community zu sein.</li>
<li>Die bestehenden Arbeitsgruppen beim Aufbau stabilen IT-Infrastruktur zu unterstützen.</li>
<li>Er würde gerne Feedback von der gesamten Community unter der Verwendung verschiedener Foren und vieler Sprachen sehen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>OSMF-Vorstandswahlen 2019 – die Kandidaten (Teil 1)</title>
		<link>/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Dec 2019 20:24:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">/?p=15970</guid>

					<description><![CDATA[Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten abstimmen. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten &#8230; <a href="/blog/2019/12/osmf-vorstandswahlen-2019-die-kandidaten-teil-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zum Samstag, den 14. Dezember 2019 17:00 MEZ dürfen die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation über die Besetzung von vier der sieben Vorstandsposten <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM19/Election_to_Board">abstimmen</a>. Zur Wahl stehen zwölf Kandidaten. Die Mitglieder hatten im Vorfeld die Gelegenheit, Fragen an die Kandidaten vorzuschlagen, aus denen ein Moderator einen Fragenkatalog auswählte. Die Antworten der Kandidaten wurden zentral zusammen mit den von ihnen eingereichten Wahlprogrammen veröffentlicht.</p>
<p>Dieser Beitrag stellt die <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM19/Election_to_Board/Answers_and_manifestos">Antworten auf die Fragen der Wähler und die Wahlprogramme</a> fünf der zwölf Kandidaten vor. Die restlichen Kandidaten folgen in einem zweiten Blogeintrag.</p>
<p>Nach einer Übersetzung der Fragestellungen folgt für jeden Kandidaten die Zusammenfassung seiner Antworten und seines Wahlprogramms.</p>
<h2>Abkürzungsverzeichnis</h2>
<p>Im Text werden einige Abkürzungen verwendet. Die wichtigsten sind:</p>
<ul>
<li>OSMF: OpenStreetMap Foundation</li>
<li>DWG: Data Working Group</li>
<li>OWG: Operations Working Group</li>
<li>MWG: Membership Working Group</li>
<li>LWG: License Working Group</li>
<li>LCWG: Local Chapters Working Group</li>
<li>LCCWG: Local Chapters (and Communities) Working Group</li>
</ul>
<h2>Inhaltsverzeichnis</h2>
<ul>
<li><a href="#teil1_fragestellungen">Die Fragen</a></li>
<li><a href="#teil1_guillaume">Guillaume Rischard</a></li>
<li><a href="#teil1_allan">Allan Mustard</a></li>
<li><a href="#teil1_steve">Steve Coast</a></li>
<li><a href="#teil1_eugene">Eugene Alvin Villar</a></li>
<li><a href="#teil1_nuno">Nuno Caldeira</a></li>
</ul>
<h2 id="teil1_fragestellungen">Die Fragen</h2>
<h3>Erzähl uns ein wenig über deine OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Beispielsweise:</p>
<ul>
<li>Was hat dich zu OSM gebracht und warum bist du immer noch dabei?</li>
<li>Wie lautet dein OSM-Benutzername?</li>
<li>Welche Mappingbeiträge hast du im vergangenen Jahr geleistet?</li>
<li>Bist/warst du Mitglied einer OSMF-Arbeitsgruppe?</li>
<li>Hast du mit anderen Mappern zusammengearbeitet, etwa in einem Local Chapter oder einem Treffen?</li>
<li>Hast du irgendetwas selber organisiert, wie beispielsweise eine Veranstaltung für OSM-Neulinge?</li>
<li>Hast du etwas über OSM in der Vergangenheit geschrieben – z.B. in einem Blog, auf Mailinglisten oder in einer Zeitung? Bitte gib, falls möglich, Links an.</li>
<li>Trägst du als Softwareentwickler bei?</li>
<li>Hast du an Vorstandssitzungen als Gast teilgenommen?</li>
</ul>
<h3>Erzähl uns ein wenig, warum die Vorstand werden möchtest</h3>
<ul>
<li>Was denkst du, könntest du als Vorstand erreichen, was du als normales OSM(F)-Mitglied nicht kannst?</li>
<li>Was ist das drängendste Problem, dem sich die OSMF widmen sollte?</li>
</ul>
<h3>Ein Vorstandsmitglied zu sein</h3>
<p>Bitte gib Erfahrungen an, die du in irgendeiner oder allen der drei folgenden Bereiche erworben hast:</p>
<ol>
<li>Die Vorstandstätigkeit umfasst oft aufwendige Verhandlungen und Diskussionen innerhalb des Vorstands, mit Arbeitsgruppen und der größeren OSM-Community. Arbeit im Team und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, zuzuhören (wirklich zuzuhören) und vielfältige Meinungen kennenzulernen, erfordert Bescheidenheit, Zeitmanagement, besonnene Ablaufplanung und Community-Building-Fähigkeiten. Bitte gib Beispiele an, in denen du solche Szenarien und Konversationen angeleitet hast, denen du nicht zugestimmt hast oder die dich herausgefordert haben.</li>
<li>Verfügst du Erfahrungen mit dem Leiten eines Projekts oder einem Team? Verfügst du über Erfahrungen, andere dabei zu coachen (d.h. Manager zu managen)? Wie lange hast du diese Tätigkeiten ausgeübt?</li>
<li>Hast du jemals mehrere Interessenvertreter mit verschiedenen Zielen gemanagt? Was war das für eine Situation? Was hast du getan? Welche Herausforderungen sind dir begegnet und wie bist du damit umgegangen?</li>
</ol>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Die drei verbleibenden Vorstandsmitglieder sind Männer und nur eine Frau ist unter den Kandidaten.</p>
<ul>
<li>Ist das ein Indikator für ein Problem mit dem Geschlechterverhältnis innerhalb von OpenStreetMap? Falls ja:</li>
<li>Kannst du das Problem so beschreiben, wie du es empfindest?</li>
<li>Was ist die Aufgabe des Vorstands, dabei zu helfen, das Problem zu beheben?</li>
<li>Was wirst du konkret tun?</li>
</ul>
<h3>Deine Zeit</h3>
<p>Planst du, weiterhin deine Tätigkeit in der Arbeitsgruppe fortzuführen, falls du schon Mitglied einer Arbeitsgruppe bist? Hast du genügend Zeit für viele Aufgaben?</p>
<h3>Transparenz: Interessenskonflikte</h3>
<p>Hat die Haupteinkommensquelle mit Kartographie oder GIS irgendwie zu tun (egal ob OSM-bezogen oder nicht)?</p>
<p>Welche, falls überhaupt, Interessenskonflikte hast du, die dich als Vorstand betreffen würden?</p>
<p>Bist du ein Mitarbeiter, Mitglied oder anderweitig bezahlt oder unbezahlt mit einer Firma, einer Behörde oder Non-Profit-Organisation verbunden, die im OSM-Ökosystem tätig ist oder mit ihm konkurriert? Hast du irgendwelche Verträge (Arbeitsvertrag oder anderer Art), die dich darin einschränken, was du in der Öffentlichkeit sagen darfst, das für OSM von Bedeutung ist? Beispielsweise eine Klausel, die negative Äußerungen über eine Firma/Organisation im OSM-Ökosystem untersagt? Oder ein Arbeitsvertrag, der dich dazu verpflichtet, dass du stets im Sinne der Firma handelst?</p>
<h3><a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2018-September/005286.html">Wir suchen einen neuen Kassenwart</a></h3>
<p>Wärst du dazu bereit?</p>
<h3>Wärst du bereit, an einem Vorstandstreffen teilzunehmen?</h3>
<p>Der Vorstand hat traditionell ein zweitägiges Vorstandstreffen zeitnah nach der Wahl auf Kosten der Foundation gehabt, auf dem man sich dem Festlegen der Agenda für das restliche Jahr gewidmet hat. Da es viele neue Mitglieder geben wird, bietet es die Chance sich gegenseitig besser kennen zu lernen.</p>
<ul>
<li>Hältst du das für eine gute Idee?</li>
<li>Würdest bzw. kannst du an einem solchen Treffen teilnehmen?</li>
</ul>
<h3>Der Vorstand und die Arbeitsgruppen</h3>
<p>Bitte beschreibe deine Sicht auf die allgemeine Struktur und Funktionsfähigkeit der Arbeitsgruppen der OSMF unter Verwendung von zumindest einiger der folgenden Fragestellungen. Wie stehst du zur aktuellen Struktur der OSMF, der Aufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen? Sind diese Trennung für dich offensichtlich? Gibt es Verantwortlichkeiten der OSMF, die derzeit von keiner Arbeitsgruppe abgedeckt werden? Ist das eine gute Sache? Denkst du, dass die Arbeitsgruppen ihre Aufgaben erfüllen? Ist jeder der Arbeitsgruppen in eine funktionierenden Zustand? Denkst du, dass der Vorstand die Arbeitsgruppen unterstützen sollte?</p>
<p>Es scheint, als würden die Arbeitsgruppen kein Wachstum in der Beteiligung erfahren. Einige der Gruppen haben zu viel zu tun. Andere werden von denselben Leuten Jahr für Jahr geführt. Während auf der einen Seite dieses Engagement toll ist, gehört das Einbinden neuer Freiwilliger/Leiter zu einer gesunden Community. Wie können wir sicherstellen, dass die Arbeitsgruppen mehr Unterstützung erhalten, wenn die Mehrheit der großen Entscheidungen über die OSMF/OSM von den Arbeitsgruppen gemacht werden? Welche Rolle hast du als potentielles Vorstandsmitglied, die Nachhaltigkeit der Arbeitsgruppen zu unterstützen?</p>
<h3>Der Vorstand und die Community: Kommunikation</h3>
<p>In der OSM-Community und dem OSM-Projekt gibt es zahlreiche Kommunikationskanäle. Auf welchen verfolgst du alles, was gesagt/diskutiert/beschlossen wird?</p>
<h3>Der Vorstand und die Community: Was würdest du tun?</h3>
<p>Die Tätigkeit eines Vorstandsmitglieds erfordert sorgfältig eine Angelegenheit zu diskutieren und zu beurteilen, entweder abzulehnen oder bis zu einer Lösung weiterzuverfolgen, damit tatsächlich etwas passiert. Im Folgenden ist eine Auswahl an möglicherweise schwierigen oder kontroversen Punkten , die einzelne OSMF-Mitglieder bewegen. Bitte denk dich in EINE im Detail und lass uns deine Ansichten wissen. Falls du Zeit hast, kannst du die anderen knapper kommentieren – es wird sich gewiss mindestens ein Wähler für deine Antwort interessieren!</p>
<ul>
<li>Was ist deine Meinung zu mehrsprachigen Karten auf openstreetmap.org? Die meisten Inder fühlen sich im Umgang mit der englischen Sprache unsicher. Sollte der Vorstand ein Projekt ins Leben rufen, das Karten in verschiedenen Sprachen auf unserer Hauptseite anbietet? Wie?</li>
<li>Stehst du hinter den Entscheidungen der Data Working Group, die auf den Fakten vor Ort basiert? Was meinst du zu der Überstimmung der DWG durch den Vorstand bezüglich der ukrainischen Grenze letztes Jahr? Wie würdest du in solchen Fällen künftig entscheiden?</li>
<li>Geschlechterpronomen: Die Regeln/Code of Conducts mancher Online-Communities verlangen, dass man das von einer Person festgelegte Pronomen (auch als „bevorzugtes Pronomen“) verwendet, z.B. das korrekte Pronomen für Transgender einschließlich der Verwendung des „geschlechtsneutralen Singular-They“ (Anm.: klassisches Englisch „they“ = deutsch „sie“ (Plural)) oder Neo-Pronomen (z.B. „xe“). Meinst du, dass das eine vernünftige Regel ist, die die OSM(F) übernehmen sollte? Oder hältst du das für eine unakzeptable, alberne Regel?</li>
<li>Prominente Projekte wie z.B. Facebook, MAPS.ME oder Moovit nutzen OSM-Daten, ihnen wird aber eine fehlende korrekte Quellenangabe vorgeworfen. Trotz mehrere Anfragen verschiedener Mapper hat sich das nicht geändert. Was würdest du als Vorstandsmitglied tun?</li>
<li>Was denkst du über Beschäftigte von Firmen, die OSM-Daten nutzen, und Mitglieder des Vorstands oder der Arbeitsgruppen der OSMF werden? Womit würdest du Transparenz, Gleichheit und Neutralität der OSMF in solchen Fällen sicherstellen?</li>
<li>Die Europäische Union hat neue, strenge Regeln zum Schutz personenbezogene Daten eingeführt, die DSGVO. Diese trat im Mai 2018 in Kraft. Der License Working Group zufolge, müssen diverse Änderungen an den API-Servern vorgenommen werden, damit man sich an diese hält. Diese Anpassungen sind bislang nicht erfolgt. Was würdest du tun, um die Situation zu klären, wenn du gewählt wirst? Meinst du, dass die OSMF möglicherweise riskiert, nicht DSGVO-konform zu sein?</li>
<li>Welche Schritte würdest du als Vorstandsmitglied unternehmen, um sicherzustellen, dass die OSM-Hauptseite und ihre Bestandteile wie der Editor weiterhin in einer Art und Weise entwickelt werden, die von der Mapping-Community unterstützt wird? Bedenke drei Dinge: 1. Es gibt gewisse Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem iD-Editor. Den iD-Hauptentwicklern wird vorgeworfen, Community-Eingaben zu übergehen. Sie haben behauptet, dass sie sich nicht darum scheren, was die Community will – ein Community-konformer Fork wurde vorgeschlagen. 2. Wie möchtest du sicherstellen, dass bestehende Entwickler der Software, die OSM trägt, weiterhin mitmachen und motiviert sind? Es sind alles Freiwillige und sie investieren eine viel Zeit, das verdient sicherlich einen hohen Grad an Autonomie und Entscheidungsfreiheit? 3. Wie möchtest du neue Entwickler motivieren, unserer Community beizutreten und mitzumachen?</li>
</ul>
<h3>Vision für OpenStreetMap 2030</h3>
<p>OpenStreetMap ist 15 Jahre alt.</p>
<ul>
<li>Was wird in 15 Jahren anders sein?</li>
<li>Aus deiner Sicht, was sollte bis dahin geschehen?</li>
</ul>
<h2 id="teil1_guillaume">Guillaume Rischard</h2>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Guillaume ist seit 2011 als Mapper aktiv und wohnt in Luxemburg. Dort ist sein Hauptmappinggebiet, ansonsten im Kosovo, weil seine Freundin dort tätig war, und Brüssel. Er ist ein typischer Craftmapper.</p>
<p>Sein Vater war Kartograph. Guillaume hat OSM 2008 erstmals kennen gelernt, aber nicht weiter verfolgt, weil es noch zu schlecht war. Im Jahr 2011 hat es ihn dann gefesselt.</p>
<p>Er ist Mitglied der Membership Working Group; im Rahmen dieser Tätigkeit hat er zusammen mit Steve Friedl den <a href="/blog/2019/01/untersuchung-ungewoehnlicher-neuanmeldungen-bei-der-openstreetmap-foundation-durch-mitarbeiter-der-firma-globallogic/">Bericht</a> über den Massenbeitritt von 100 Sockenpuppen zwecks OSMF-Wahlmanipulation durch GlobalLogic verfasst. Für den Bericht wurden die beiden auf der letzten State of the Map mit dem Preis für einflussreiches Schreiben ausgezeichnet. Zudem ist er Mitglied der Data Working Group, in der das Antworten auf Anfragen von Regierungen und Diplomaten sein Spezialgebiet ist. Diese weist er auf die Bedeutung der On-the-Ground-Regel für OSM hin.</p>
<p>Im Kosovo hat Guillaume mit der örtlichen Community zusammen an der Öffnung der amtlichen Vermessungsdaten und deren Import in OSM gearbeitet (Mapathons, Programmierung usw.). Dort sei OSM als beste freie Karte im Massenmarkt angekommen und MAPS.ME die Karten-App schlechthin. OSM habe dort ein großes Potential, weil die kommerziellen Apps diese Märkte mittleren Einkommens vernachlässigten. Er wolle als Vorstand die Zusammenarbeit mit Dritten verbessern, um gerade diese Regionen zu stärken.</p>
<p>Guillaume hat an zahlreichen OSM-Events in Europa (diverse SotM, Hackweekends, Mappingpartys) teilgenommen und ist auf IRC und Telegram aktiv.</p>
<p>Er betreut den Editor-Layer-Index, sonst ist er praktisch nicht Maintainer irgendeiner OSM-Software.</p>
<p>OSM-Benutzername: Stereo</p>
<p>HDYC-Status: Heavy Mapper (Very Active), ca. 110 Mappingtage bislang in diesem Kalenderjahr</p>
<h3>Vorbemerkung</h3>
<p>Guillaume kandidiert zum dritten Mal.</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Guillaume möchte die OSMF gegen negativen Einfluss durch Dritte härten. Es sei unglaublich umständlich gewesen, dies als Mitglied der Membership Working Group zu tun. Einige Vorstände hätten die MWG als Nervensäge wahrgenommen und versucht, die MWG zu demotivieren. Man habe schlussendlich gewonnen.</p>
<p>In seiner Antwort auf diese Frage erwähnt Guillaume, dass es auch dieses Jahr wieder einen kleineren Gruppenbeitritt von GlobalLogic gegeben habe, aber in kleinerem Umfang.</p>
<p>Die zur Abstimmung stehenden Satzungsänderungen gehen in die richtige Richtung, seien aber nicht genug. Der MWG-Bericht zum GlobalLogic-Vorfall habe mehr Möglichkeiten aufgezeigt. Man müsse darüber nachdenken, wie man es für die Aktiven in OSM noch einfacher machen könne, einzutreten, und für den Rest schwerer.</p>
<p>OSM leide unter Kommunitarismus und Feindbildern – Craftmapper, HOTties, Kommerzielle. Der andauernde Konflikt schade dem Projekt. Er möchte gegen diese Feindbilder arbeiten. Vom Vorstand aus möchte er dazu aufrufen, in der größeren Community einen Konsens zu finden.</p>
<h3>Vorstand sein</h3>
<p>Guillaume beginnt seine Antwort auf die Frage mit dem Hinweis, dass die Verwendung des Begriffs “geleitet” (engl. managed) – möglicherweise unbewusst – einen Hinweis gibt. Er findet es als Freiwilliger in einer Arbeitsgruppe sehr unschön, wenn Vorstände ihn wie einen Mitarbeiter anzuweisen versuchen. Ein Vorstand habe zuzuhören, zu unterstützen und bei Problemen beizuspringen. Autorität und Vertrauen seien zerbrechlich.</p>
<p>Er hat im Jahr 2017 für den Stadtrat in Luxemburg kandidiert und ist Mitglied des dortigen Verkehrsausschusses. In mehreren Non-Profit-Organisationen war er im Vorstand. Er schreibt, er wisse, wie in der OSMF der Hase laufe.</p>
<p>Mit Verweis auf seine berufliche Tätigkeit und seine schon in der OSMF erreichten Ziele betont er seine Fähigkeit zum Kompromiss.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Auch hier weist Guillaume auf Mängel an der Fragestellung hin. Sie suggeriere eine einfache Lösung. Er selbst möchte sich davor hüten, aus anekdotischen Beobachtungen (derzeit zwei Frauen im Vorstand, die beide ausscheiden) auf Trends (nur eine Kandidatin) zu schließen. Bemühungen um die Vielfalt im Projekt dürften kein Selbstzweck sein, sie müssen dem Projekt dienen. Man müsse aufpassen, dass man sich nicht in Nebensächlichkeiten verzettele.</p>
<p>Er bedauert es, dass es keine Kandidierenden von der Südhalbkugel gebe. Er habe einige Frauen ermutigt, zu kandidieren. Sie alle hätten geantwortet, dass sie keine Zeit hätten. Sexismus &amp; Co. sei nicht als Grund genannt worden.</p>
<p>Guillaume betont, dass er es wisse, wie man Leute ermutigt. Die große Anzahl an Beitritten aus Frankreich, Luxemburg und dem Kosovo spräche für sich.</p>
<p>Er meint, dass man den Überlegungen Fakten zugrunde legen solle, nicht nur die persönlichen Eindrücke einzelner.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Guillaume ist derzeit Mitglieder der DWG und MWG und will das weiterhin bleiben. Die Kommunikation zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen könne einfacher sein, wenn Vorstände in der Arbeitsgruppe seien.</p>
<p>Indirekt warnt Guillaume vor einigen seiner Wettbewerber. Das Vorstandsamt sei zeitintensiv. Er sei gegenüber Vorständen, die nicht genügend Zeit zur Mitarbeit hätten, kritisch eingestellt. Er rät den Wählern, die Antworten sorgfältig zu lesen und bezüglich Kandidaten auf der Hut zu sein, die nicht wirklich im Projekt involviert seien und mitwirken würden. Daher stellt er die rhetorische Fragen, warum sie dann überhaupt kandidieren würden, wie sie erfahren würden, was geschehe, und wen sie vertreten würden. Zwischen den Zeilen greift er damit offensichtlich die in OSM nur gering involvierten Kandidaten an: Jinal Foflia, Michal Migurski und möglicherweise auch Steve Coast.</p>
<h3>Befangenheit</h3>
<p>Seine Haupteinkommensquellen haben nichts mit GIS und OSM zu tun. Er habe nur einen kleinen Kunden gehabt, für den er OSM-Daten genutzt habe. Wie schon in seiner Antwort auf eine ähnliche Frage im Vorjahr, erwähnt er, wie in der Luxemburger Kommunalpolitik mit Befangenheiten in Sitzungen umgegangen werde: Man verlasse die Sitzung und nehme nicht an der Abstimmung teil.</p>
<p>Guillaume betont, dass er keine Verbindungen zu GlobalLogic habe. Er sei jedoch besorgt, dass einige Kandidaten für Kunden dieser Firma tätig seien oder persönliche Kontakte hätten.</p>
<p>Die Übernahme der OSMF durch Dritte sei eine Gefahr. GlobalLogic sei kein Einzelfall, Firmen seien nicht die einzigen mit speziellen Interessen. Falls er gewählt werde, werde er die Ziele der OSMF, all ihrer Mitglieder und nicht die von Hintermännern repräsentieren.</p>
<p>Erstmals erwähnt er in dieser Antwort ein konkretes Ziel: Er möchte die Schutzmechanismen gegen feindliche Übernahmen verstärken. Zum Schutz gegen Interessenskonflikte schlägt er vor, Aktivität im Projekt – sei es Mapping oder andere signifikante Beiträge – als Voraussetzung für das passive Wahlrecht einzuführen. Man solle Regeln einführen, die Wahlempfehlungen durch Arbeitgeber, Nötigung, Stimmenkauf und Identitätsbetrug verbieten. Gleichzeitig solle man aber vorsichtig sein, die firmenfeindlichen Stimmen in der Community nicht zu stärken. Der wahre Wert von OSM stecke in seiner Wiederverwendung, Firmen seien wichtige Beitragende und Sponsoren.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Guillaume wäre bereit, es zu tun, wenn es keinen besseren Kandidaten gäbe.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Er hält ein Vorstandstreffen für eine exzellente Idee.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Guillaume schreibt, dass die Arbeitsgruppen das Herz der OSMF seien. Auch wenn viel Arbeit delegiert werde, habe der Vorstand die demokratische Legitimation, große Entscheidungen zu treffen, z. B. die Organised Editing Guideline zu beschließen oder Mitglieder auszuschließen. In seiner Antwort erwähnt er recht knapp ein Positiv- und ein Negativbeispiel für den Umgang mit Befangenheiten in den Arbeitsgruppen. Die DWG schließe mögliche Beschwerdegegner (mappende Organisationen) von einer Mitgliedschaft in der DWG aus, während in der LWG, die an der Attribution Guideline arbeite, die Mehrheit der Mitglieder von Firmen stamme. Desweiteren kritisiert er, wie der Vorstand die Arbeitsgruppen herumkommandiert habe. Damit verärgere man Freiwillige, das müsse verhindert werden. Die Umfrage, die der Vorstand dieses Jahr an die Arbeitsgruppen gesendet habe, sei ein erster Schritt. Der Vorstand und die Arbeitsgruppen sollen einen Leitfaden für die Zusammenarbeit von Vorstand und Arbeitsgruppen entwerfen.</p>
<h3>Vorstand und Community (Kommunikation)</h3>
<p>Guillaume ist auf diversen IRC- und Telegram-Kanälen präsent, liest die WeeklyOSM und trägt manchmal zu ihr bei. Zudem ist er auf Twitter und einer Reihe an Mailinglisten aktiv.</p>
<h3>Vorstand und Community (Pläne)</h3>
<ul>
<li>Mehrsprachige Karten: Guillaume möchte Bemühungen zur Verwendung von Vektortiles auf www.openstreetmap.org unterstützen. Damit könne man verschiedene Karten rendern, die verschiedene Ansichten auf die Welt wiedergäben (Beschriftungssprache, Grenzverläufe, …).</li>
<li>Entscheidungen der DWG in Fragen der Grenzziehung auf Basis der On-the-Ground-Rule: Guillaume steht ausdrücklich hinter der uneingeschränkten Anwendung dieser Regel. Er betont, dass es wichtig sei, dass solche Entscheidungen transparent getroffen werden. Auch bei dieser Antwort schildert er erneut eine Perspektive von Mitgliedern einer Arbeitsgruppe auf die Vorstandsarbeit. Die detaillierte Begründung des Vorstands sei erst nach der Entscheidung des Vorstands entstanden und weiche erheblich von einer ersten Entwurfs-Begründung ab. Seiner Meinung nach gibt es keine brauchbare Alternative zur On-the-Ground-Rule, sie werde auch im Mission Statement der OSMF erwähnt. Seiner Meinung nach müsse die Regel ohne Ausnahme weltweit angewendet werden.</li>
<li>Geschlechterbezogene Pronomen: Seine Antwort auf diese Frage fällt knapp aus. Er verweist auf seine Antwort zur Frauenquote. Es gehöre zur grundsätzlichen Freundlichkeit, Leute mit dem Pronomen ihrer Wahl anzusprechen. Er äußert sich nicht weiter zu der Frage.</li>
<li>Lizenzverletzungen: Anders als in der Fragestellung behauptet sei es kein Vorwurf, dass Facebook, Moovit und MAPS.ME gegen die Pflicht zur Quellenangabe verstoßen. Es sei ein Fakt, schreibt Guillaume. Falls der derzeitige Leitfaden zur Quellenangabe von Datennutzern so verstanden werde, dass eine fehlende ordentliche Quellenangabe akzeptabel sei, müsse man dessen Wortwahl so anpassen, dass sie den Willen der Community abbilde. Der Vorstand müsse Datennutzer daran erinnern, dass eine Quellenangabe für die Maximierung der Datenerfassung essentiell sei. Er betont, dass es wichtig sei, dass Datennutzer sich in der LWG nicht selbst regulieren können.</li>
<li>Angestellte von Firmen im Vorstand und Arbeitsgruppen: Es sei nicht grundsätzlich ein Problem, solange mit Interessenskonflikten korrekt umgegangen werde. Das sei leider zu oft nicht der Fall.</li>
<li>Datenschutz: Guillaume antwortet, dass die OSMF sich natürlich an die Gesetze zu halten habe. Da es keine Freiwilligen zur Anpassung der API gegeben habe, müsse man jemanden dafür bezahlen.</li>
<li>iD-Editor: Guillaumes Antwort hierauf fällt nicht ganz knapp aus. Die OSMF sei traditionell dem Ansatz “unterstützen, nicht kontrollieren” gefolgt. Die Richtung des Projekts sei durch die Community bestimmt worden. Es sei weise, dass sich die OWG und die Entwickler der Website aus Editor-Streitigkeiten herausgehalten hätten. Auf der SotM hätte Andy Allan den Einsatz von Liquid Democracy vorgeschlagen, eine Idee die Guillaume interessant findet. Er fragt sich, ob man das nicht auch auf andere Bereiche übertragen könne. Der Vorstand solle bei Streitigkeiten dieser Art neutral bleiben und die Konsensfindung unterstützen. Die Community solle die Entscheidung treffen, ihr Konsens solle durchgesetzt werden.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Guillaume geht davon aus, dass OSM bis dahin an vielen Orte seine Wettbewerber überholt haben werde. Die öffentlichen Herausgeber von Open-Data-Datensätzen werden das Verbessern von OSM-Daten als eine ihrer gesetzlichen Aufgaben haben. OSM werde die Referenz für Geodaten werden.</p>
<p>Die Art der Datenerfassung werde sich ändern. Statt neu zu mappen, werde man die Daten pflegen müssen. Man werde mehr starke lokale Communitys und mehr Dialog zwischen ihnen haben. OSM werde sich zur Standard-Datenquelle in Ländern mit mittlerem Einkommen entwickeln, weil große Firmen dort nicht die Gewinne erzielen können, die sie anstreben. Vielleicht werde man mit der Arbeit an der API 0.7 anfangen.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Zu Beginn seines Wahlprogramms verweist er auf seine Antworten auf die Fragen und seine Wahlprogramme bei den Vorstandswahlen 2016 und 2018. Das weitere Programm ist deshalb recht knapp und gliedert sich in zwei Abschnitte: „Eine unabhängige Foundation“ und „Förderprogramm“. Im Großen und Ganzen besteht sein Wahlprogramm aus der Offenlegung von Ungereimtheiten bei Wettbewerbern und Unfähigkeit des aktuellen Vorstands.</p>
<p>Der Beitrittsversuch von GlobalLogic habe gezeigt, dass OSM kein schräges Hobbyprojekt, sondern ein kontrollierenswertes Projekt sei. Es sei naiv zu glauben, dass GlobalLogic ein Einzelfall sei. Derartige Fälle gab es früher schon in kleinerem Maße.</p>
<p>Sieben Personen mit Verbindungen zu GlobalLogic seien kurz vor dem Stichtag für die diesjährige Vorstandswahl der Foundation beigetreten. Sie hätten erfolglos versucht, das zu verschleiern. Der Vorstand habe darin versagt, ihre Beitrittsanträge abzuweisen.</p>
<p>Zwei Kandidaten haben oder hatten seinen Angaben zufolge Beziehungen zu GlobalLogic. Eine Offenlegung sei ihm nicht bekannt. Einige der Arbeitgeber der Kandidaten (damit sind vermutlich auch andere als die zwei mit GlobalLogic verbundenen gemeint) hätten in der Vergangenheit Mitgliedsbeiträge bezahlt. Guillaume fordert seine Leser dazu auf, die Antworten seiner Wettbewerber aufmerksam zu lesen und sich vor Kandidaten mit wenigen OSM-Edits und wenig Beteiligung im OSM-Projekt im vergangenen Jahr in Acht zu nehmen. Selbst wenn man ihn nicht auf Platz 1 des Stimmzettels eintrage, solle man dort Kandidaten eintragen, die, falls sie gewählt werden, die Karte und die mappende Community repräsentieren und nicht nur ihre Firma.</p>
<p>Die zur Abstimmung stehenden Satzungsänderungen gingen in die richtige Richtung, man brauche aber noch mehr. Beispielsweise verlange die Satzung der Document Foundation (die Organisation hinter LibreOffice), dass man im Projekt involviert sein müsse, um an der Entscheidungsfindung teilzunehmen. Man solle bei der OSMF Ähnliches anstreben. Der Untersuchungsbericht der MWG gehe in dieselbe Richtung.</p>
<p>Zuletzt fordert Guillaume, dass die OSMF eine große Mitgliederwerbungs-Kampagne haben solle. Einerseits solle sie besser für sich selbst werben und die Mitgliedschaft erstrebenswert machen, andererseits den Mitgliedern eine Stimme im Entscheidungsfindungsprozess geben.</p>
<p>Der zweite Abschnitt unter der Überschrift „Förderprogramm“ fällt kurz aus. Das Programm gehe in die richtige Richtung. Es solle für lokale Mapper überall einfach sein, Unterstützung zu beantragen. Möglicherweise ironisch nennt er es deshalb einen Pizza-Fond.</p>
<h2 id="teil1_allan">Allan Mustard</h2>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Allan Mustard ist ein seit 2014 aktiver Mapper. Er war bis Juni 2019 US-Botschafter in Turkmenistan, weshalb seine Hauptmappingaktivität dort war. Mittlerweile ist er in Pension.</p>
<p>OSM-Benutezrname: apm-wa</p>
<p>HDYC-Status: Super Mapper (Very Active), ca. 150 Mappingtage dieses Jahr</p>
<p>Allan kam mit OSM in Kontakt, als er noch in Indien als Diplomat tätig war, und wurde nach seiner Berufung nach Turkmenistan richtig aktiv. Auf der diesjährigen SotM gewann er den OSM-Award in der Kategorie Mapping. In Turkmenistan machte Allan ein paar OSM-Einführungsworkshops. Die Gründung eines Local Chapters ist dort aus politischen Gründen jedoch nicht möglich. Über seine Mappingaktivität sprach Allan u.a. in seiner Keynote auf der State of the Map 2016 in Brüssel.</p>
<p>Er ist bislang in keiner Arbeitsgruppe der OSMF aktiv und hat nicht an Vorstandssitzungen teilgenommen (Turkmenistan ist nicht gut an das Internet angeschlossen).</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Allan schreibt, vier Mapper hätten ihn gedrängt, zu kandidieren. Nach seiner Pensionierung im Juni sei dies jetzt ihm auch möglich. Die vier denken, so führt er weiter aus, dass seine Erfahrungen als Diplomat und seine intensive Mappingtätigkeit in einem Land der Dritten Welt für OSM nützlich seien. Er möchte der OSMF das zurückgeben, was sie ihm und seiner Botschaft gegeben habe. Er möchte die Organisation stabil halten und gestalten.</p>
<h3>Ein Vorstandsmitglied zu sein</h3>
<p>Zuhören und zu vermitteln sei das Herz der Diplomatie, in der er über 37 Jahre Berufserfahrung verfüge. Als Beispiel aus der OSM-Community erwähnt er das von ihm mitgestaltete Tagging-Proposal zu <code>office=diplomatic</code>.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Er schreibt, dass er sich vorstellen könne, dass der niedrige Frauenanteil im Vorstand ein Indikator für ein Problem beim Frauenanteil in OSM sei. Nicht genügend Frauen würden sich dafür interessieren, zu kandidieren. Eine Analyse der OSM-Mitglieder würde, so vermutet er, offenlegen, dass es mehr Mapper als Mapperinnen gebe. Die Lösung dafür sei, mehr Mapperinnen zu rekrutieren und sie zur Kandidatur zu drängen. Er möchte konkret, Frauen, auf die er aufmerksam wird und ihn beeindrucken, zu einer Kandidatur ermutigen.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Diese Frage passt für ihn nicht, da er derzeit kein Mitglied einer Arbeitsgruppe ist.</p>
<h3>Befangenheit</h3>
<p>Allan geht keiner beruflichen Tätigkeit nach, die mit GIS/OSM zu tun hat. Er beziehe eine Pension. Er ist Mitglied der Beiräte/Beratungsgremien einiger Organisationen, die aber nichts mit Kartographie oder Geographie zu tun haben.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Er antwortet darauf, dass das nicht die beste Nutzung seiner Stärken sei.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Falls er ein bezahlbares Flugticket findet, werde er teilnehmen. Er findet es gut, dass die OSMF Spesen für die Reise zum Vorstandstreffen erstattet.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Seine Antworten in dieser Kategorie orientierten sich streng an den Fragestellungen. Die Trennung der Zuständigkeiten von Vorstand und Arbeitsgruppen seien ihm klar, alle wichtigen Bereiche seien abgedeckt. Er erwähnt lobend die DWG.</p>
<p>Es sei die Aufgabe des Vorstands, die Arbeitsgruppen und die Mapper zu unterstützen. Der Vorstand solle strategisch denken und nicht zu sehr ins Tagesgeschäft eintauchen. Solange eine Arbeitsgruppe nicht den Vorstand um das Fällen einer Entscheidung bitte, solle Verantwortung und Autorität delegiert werden. Seine Rolle als Vorstand sieht er darin, neue Mitglieder für die Arbeitsgruppen zu rekrutieren.</p>
<h3>Vorstand und Community (Kommunikation)</h3>
<p>Allan bezweifelt, dass er alles mitbekommt, was in OSM passiert und diskutiert wird. Er folgt Mailinglisten, liest Twitter usw. Seit seiner Pensionierung sollte er mehr Zeit dafür haben, auch wenn er noch damit beschäftigt sei, Umzugskisten auszupacken.</p>
<h3>Vorstand und Community (Pläne)</h3>
<ul>
<li>Mehrsprachige Karten: Das Anbieten mehrsprachiger Karten betrachtet er als Aufgabe der Local Chapters.</li>
<li>Krim-Frage: Er ist für die On-the-Ground-Rule und meint, dass sich der Vorstand in derartiges Tagesgeschäft nicht einmischen solle. Nur, wenn die Entscheidung der Arbeitsgruppe (hier: DWG) der Strategie des Vorstands zuwiderliefe, sei eine Intervention des Vorstands angemessen. In diesem Fall solle der Vorstand einen Beschluss treffen, der auf alle Entscheidungen der DWG angewendet werden könne.</li>
<li>Geschlechterbezogene Pronomen: Allan ist eigenen Angaben zufolge kein großer Fan politischer Korrektheit, sie lenke zu oft von der Hauptaufgabe ab. OSM solle sich Karten und der Sammlung von Geodaten widmen, nicht dem Social Engineering (ungefähre Übersetzung: Umformung sozialer Strukturen). Er richte sich nach dem U.S. Government Printing Office Style Manual. Wenn Mapper geschlechterneutrale Pronomen wie they (Anmerkung: im klassischen Englisch ist das 3. Person Plural) oder xe (Anm.: ein Neologismus) verwenden möchten, sind sie auch willkommen. OSM solle sich aber um Mapping und die übliche Höflichkeit kümmern und nicht bei Spezialinteressen anbiedern.</li>
<li>Fehlende Quellenangabe: Er würde, so schreibt er, eine andauernde Nervensäge sein, bis die Anforderungen erfüllt seien.</li>
<li>Angestellte als Vorstand oder Mitglieder in Arbeitsgruppen: Falls sie gutgläubig handeln, könnten sie ruhig kandidieren.</li>
<li>Vorschlag, um Transparenz, Gleichheit und Neutralität durchzusetzen: Die Beantwortung von Fragen im Vorfeld der Wahl solle erzwungen werden, damit Kandidaten transparent seien.</li>
<li>Datenschutz: Er würde jemanden einstellen, damit die Änderungen durchgeführt werden würden.</li>
<li>iD-Editor: Allan schreibt, dass er ein großer Fan von iD sei und sich freuen würde, wenn dieser Streit gelöst werden würde. Er schlägt einen Dialog zwischen den Entwicklern und der DWG vor.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Er betrachtet es als Herausforderung, dass zwar die große Mappingarbeit mit Desktop-PCs erfolge, der große Trend in der IT aber hin zu tragbaren kleinen Geräten gehe. Man dürfe diese Plattformen nicht aus den Augen verlieren. MAPS.ME sei zwar im Grunde gut, aber sicherlich kein Allheilmittel. Er würde es begrüßen, wenn OSM in den Lehrplan von Schulen integriert werden würde. Es würde nicht nur Geographie als Studienfach fördern, sondern auch lokale Mapper und somit auf lange Frist künftige Mitglieder von Arbeitsgruppen und Vorständen gewinnen.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Allan betont zu Beginn seines Wahlprogramms seine über drei Jahrzehnte lange Erfahrung im Management, 19 davon im gehobenen Management und der interkulturellen Diplomatie, jedoch nur fünf Jahre in OSM. Er spricht fließend Englisch und Russisch sowie so viel Deutsch und Spanisch, um sich Essen bestellen zu können. Seine Schulbildung sei auf Russisch gewesen.</p>
<p>Die Gewinnung neuer Mitglieder und das Engagement an Schulen und Hochschulen solle intensiviert werden. OSM biete eine praktische Möglichkeit, Erfahrungen mit Geographie und Karten zu bekommen. OSM müsse offener für neue Mapper sein und toleranter gegenüber ihrer Fehler sein, damit man mehr neue Mapper gewinne.</p>
<p>Um mehr Leute für OSM zu gewinnen, müsse man sicherstellen, dass es Werkzeuge zur Nutzung gebe, die nicht nur professionellen Kartographen offen stehen. Es erfordere Zusammenarbeit und Offenheit für Innovation. Die Freundlichkeit der Community habe dafür gesorgt, dass er bei OSM hängen geblieben sei.</p>
<p>OSM sei zu sehr auf die englische Sprache zentriert, eine Barriere, die ihm in Turkmenistan sehr aufgefallen sei. Man müsse überlegen, wie man die Sprachbarriere überwinden und außerhalb der englischsprachigen Welt neue Mapper gewinnen könne.</p>
<p>Die finanzielle Sicherheit der OSMF sei kritisch, da davon der Betrieb der Server und die Existenz von OSM abhänge.</p>
<p>Als pensionierter Mitarbeiter einer großen Organisation (der US-Regierung) habe er keine Abneigung weltanschaulicher Art gegenüber der Förderung durch Firmen und deren Mitarbeitern im OSMF-Vorstand. Er glaubt jedoch, dass OSM bei seinen Wurzeln, einem von Freiwilligen getragenen „Craftmapping“-Projekt bleiben solle. Ortskenntnis sei wundervoll, insbesondere in Umgebungen ohne eine straffe staatliche Verwaltung. Er selbst habe in mühevoller Kleinarbeit mit iD Beobachtungen vor Ort eingepflegt und Ortsnamen aus öffentlichen Quellen übernommen. Deshalb habe er kein Problem damit, wenn die örtliche Verwaltung Daten in großer Menge beitrage, wenn das mühevolle Kleinarbeit erspare. Beides habe seinen Platz in OSM; er trage stolz sein Craftmapper-T-Shirt.</p>
<h2 id="teil1_steve">Steve Coast</h2>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Steve ist der Gründer des Projekts und war von 2007 bis 2011 Vorstand. Bei den Wahlen im Jahr 2012 trat er nicht an, von 2012 bis 2013 hatte er den Titel des Ehrenvorsitzenden inne. Bei den Vorstandswahlen im Jahr 2014 wurde er nicht gewählt.</p>
<p>OSM-Benutzername: Steve (er hat weitere Benutzerkonten)</p>
<p>HDYC-Status: Casual Mapper (rarely active), ca. 30 Mappingtage dieses Jahr</p>
<p>Steve war Mitglied diverser Arbeitsgruppen und hatte eigenen Angaben zufolge auch die Idee dazu. Zu seinen weiteren Beiträgen gehört das Design der API (zumindest frühere Versionen) und – nicht von ihm erwähnt – der erste OSM-Editor, ein Java-Applet.</p>
<p>Seit einiger Zeit nimmt er an den Vorstandssitzungen per Mumble teil.</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Die Antwort auf diese Frage ist eine Aufzählung mit fünf Punkten, die der Vorstand seiner Meinung nach umsetzen müsse. Es handelt sich dabei um die Kurzfassung seines Wahlprogramms, weshalb an dieser Stelle auf eine Zusammenfassung verzichtet wird.</p>
<h3>Ein Vorstand zu sein</h3>
<p>Steve ist ein Berater für viele Startups. Er bezeichnet es als Herausforderung in freien Projekten Potential zu erschließen, weil niemand der Chef sei, aber viele es gewohnt seien, Anweisungen zu erhalten. Das führe zu Stillstand. Es sei seiner Meinung nach wichtig, ehrliche Diskussionen zu haben, was in stets öffentlichen Vorstandssitzungen nicht möglich sei. Zudem sei es wichtig, Entscheidungen zu treffen, auch wenn nicht jeder damit einverstanden sei.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Die Antwort von Steve hierzu fällt recht kurz aus. Man solle die Gleichheit der Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Hautfarbe, Rasse, Fähigkeit, Geschlecht, Orientierung usw. bewerben. Der Vorstand solle, wo möglich, die Vielfalt der Community abbilden. Ein erster Schritt sei, zu erheben, wie es derzeit um die Vielfalt in OSM stehe.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Steve ist derzeit kein Mitglied einer Arbeitsgruppe. Daher fällt die Antwort sehr kurz aus.</p>
<h3>Interessenskonflikte</h3>
<p>Seine Antwort ist mit weitem Abstand die kürzestes und informationsärmste. Er schreibt nur, dass er mit Kartographie sein ganzes Berufsleben lang zu tun habe. Auf die Fragen zum Umgang mit Interessenskonflikten geht er nicht ein.</p>
<p>Auf der Mailingliste OSMF-Talk <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2019-December/006454.html">weist</a> sein Wettbewerber Eugene Alvin Villar darauf hin, dass Steve seit April 2019 Vice President bei TomTom, einem Konkurrenten von OpenStreetMap sei.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Steve wäre bereit, Kassenwart der OSMF zu sein.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Er hält ein Vorstandstreffen für eine großartige Idee.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Steve legt in seiner Antwort wert darauf, festzuhalten, dass OSM funktioniere. Für derart wenig finanzielle Mittel, die in der OSMF stecke, sei es bemerkenswert, dass die Karte von Tag zu Tag besser werde und es eine Reihe lebendiger Konferenzen gebe. Man müsse das Beste davon, den kleinen Kern, die Sparsamkeit und die von Entwicklern und Freiwilligen geleitete Community erhalten. Hier und da bestehe jedoch Änderungsbedarf. Offensichtlich sei die Verbindung zwischen dem Vorstand und einigen Arbeitsgruppen abgerissen. So solle es eine klare Führung durch den Vorstand bei wichtigen und lange offenen Fragen, eine klare Finanzierung für einige Arbeitsgruppen und bessere Anreize zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen (z. B. Reisekostenerstattung, Treffen) geben.</p>
<h3>Vorstand und Community (Kommunikation)</h3>
<p>Steves Antwort ist die kürzeste. Er schreibt nur, dass er allen Kommunikationskanälen ein wenig folge.</p>
<h3>Vorstand und Community (Pläne)</h3>
<p>Steve beantwortet nur die Frage zu mehrsprachigen Karten. Er stimmt der Idee und skizziert, wie er vorgehen würde. Er würde die OWG fragen, was es alles kosten würde und sie um einen Plan bitten. Darüber hinaus würde er sie bitten, Ressourcen freizumachen, indem man nicht mehr länger der kostenlose Tileserver der Welt sei und den Zugriff auf OSM-bezogene Projekte begrenze.</p>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Im Jahr 2030 sollte OSM „komplett“ sein. Die Welt werde sich weiter ändern, aber heutzutage gebe es noch eine große Lücke zwischen OSM und der Realität: Adressdaten. Das sei die letzte Schwachstelle von OSM.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Sein Wahlprogramm ist recht kurz und besteht, wie die Antwort auf die Frage, warum er Vorstand werden wolle, aus einer Aufzählung mit fünf Punkten – nur eben etwas ausführlicher:</p>
<ol>
<li>Amtszeitbeschränkungen einführen, damit neue Mitglieder eine Chance haben</li>
<li>Die Vorstandssitzungen sollen wieder einen nicht öffentlichen Teil haben, damit die Vorstände freier reden können.</li>
<li>Man solle die OWG bitten, nur für Projekte mit OSM-Bezug Tiles bereitzustellen. Wir seien derzeit der kostenlose Tileserver der Welt, das sei nicht nachhaltig. Aufgrund von Missbrauch durch Dritte seien Tiles von openstreetmap.org schon heute in manchen Teilen der Welt nicht mehr brauchbar. (Anm.: Das ist derzeit ein Problem in den USA. Steve schreibt, dass manche sich dessen nicht so bewusst seien.) So wie der Bau neuer Straßen keine Staus auflöse, würde das Verbrennen von noch mehr Geld das Problem nicht lösen. Er würde die OWG bitten, die Details und das weitere Vorgehen auszuarbeiten. Für den Anfang erscheine es simpel, einfach nur noch Tiles auszuliefern, wenn die Abfragen von www.openstreetmap.org oder einiger Seiten mit OSM-Bezug wie etwa Maproulette kämen. Scraping sei immer noch möglich, es sei keine perfekte Lösung, aber es werde einen Großteil des Missbrauchs aussperren. Entweder solle der Vorstand darüber entscheiden oder, falls er dazu nicht im Stande sei, die Mitglieder.</li>
<li>Das Budget der OWG solle um den Faktor 2 oder mehr vergrößert werde.</li>
<li>Die Erfassung von Adressen solle abgeschlossen werden.</li>
<li>Die Resourcen sollten dem Ziel, die Karte fertigzustellen, gewidmet werden, d.h. der Erfassung von Adressen, wo es Adressen gebe.</li>
</ol>
<h2 id="teil1_eugene">Eugene Alvin Villar</h2>
<p>Eugene ist seit 2007 bei OSM aktiv. Die Aktivität sei aus seinem Interesse an Karten als Kind entstanden. Nachdem er in den Anfangsjahren sich dem Mapping von Straßen gewidmet habe, mappe und aktualisiere er jetzt vor allem POIs in seiner Umgebung. Zudem nimmt er an humanitären Mappingaktionen teil und widmet sich dem Aufbau einer lokalen Community auf den Philippinen. Außerdem widmet er sich der Zusammenarbeit der OSM- und Wikimedia-Community.</p>
<p>Eugene hat eigenen Angaben zufolge bei acht Vorstandssitzungen bislang zugehört und ist Mitglied der neuen Local Chapters and Communities Working Group.</p>
<p>OSM-Benutzername: seav</p>
<p>HDYC-Status: Super Mapper (Highly Active), ca. 170 Mappingtage seit Jahresbeginn</p>
<h3>Warum Vorstand werden</h3>
<p>Eine der Gründe für die Kandidatur sei die fehlende geographische Vielfalt im Vorstand. Bislang seien alle Vorstände aus Europa, den USA oder Kanada gekommen. Fehlende räumliche Vielfalt sei ein genauso schlimmes Problem wie ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis.</p>
<h3>Vorstand sein</h3>
<p>Eugene ist seit 2002 bei der Wikipedia aktiv. Er habe in der Zeit gelernt, Probleme und Meinungsverschiedenheiten auf den Diskussionsseiten der Wikipedia respektvoll und zivilisiert zu diskutieren. Von 2010 bis 2017 war er Mitglied des Kuratoriums des Local Chapters der Wikimedia Foundation auf den Philippinen. Während dieser Zeit mussten auch Mitglieder ausgeschlossen werden. Zudem wurden auch Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Local Chapter und der Wikimedia Foundation zur Sprache gebracht.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Er schreibt, dass es ein Problem mit dem Frauenanteil in OSM und dem „OSM-Vorstand“ (sic) im Speziellen gebe. Seiner Meinung nach gibt es das Problem auch in anderen technischen Communities und Open-Knowledge-Projekten wie der Wikimedia-Bewegung. Es sei die Aufgabe des Vorstands, Ideen und Lösungen umzusetzen, die in anderen Communities funktionieren, wie beispielsweise das Verhindern von Belästigung und unzivilisiertem Verhalten sowie die Unterstützung von Frauen-Initiativen wie Geochicas und Geoladies.</p>
<p>Eugene ist der Meinung, dass man mehr Mapper ermutigen solle, der OSMF beizutreten, um die räumliche Vielfalt unter den Mitgliedern zu verbessern. Er begrüßt es daher, wenn die Mitgliederversammlung für die Abschaffung des Mitgliedsbeitrag für sehr aktive Mitwirkende stimmt. Falls er gewählt werde, werde er zusammen mit der MWG die Details, wie der Beschluss umgesetzt werde, herausarbeiten.</p>
<p>Weil die OSMF dank kommerzieller Mitgliedschaften keine Geldnöte mehr habe, solle man den Mitgliedsbeitrag an die Kaufkraft des Herkunftslandes anpassen, damit die normale Mitgliedschaft nicht nur zahlungsfähigen Leuten aus dem Westen offen stehe. Die Abschaffung des Beitrags in Höhe von 15 Pfund beschränkt sich nämlich auf assoziierte Mitglieder. Das würde auch die Anzahl derer, die Vorstand werden dürfen, erhöhen.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Er plant, weiterhin in der LCCWG aktiv zu sein, wenn er gewählt wird. Den Vorsitz der Arbeitsgruppe werde er aber abgeben. Er sei als Freiberufler tätig und sehe daher kein Zeitproblem.</p>
<h3>Befangenheit</h3>
<p>Eugene ist als Freiberufler tätig und hat bislang noch nie für eine Firma oder Organisation gearbeitet, die etwas mit dem OSM-Ökosystem zu tun habe. Nur die Tätigkeit für die Cadasta Foundation von 2016 bis 2018, die für eine Cloud-basierte Webanwendung OSM als Basiskarte verwendet habe, habe etwas mit OSM zu tun. Er werde, falls er Geschäftsbeziehungen mit OSM-Bezug eingehe, den Vorstand darüber in Kenntnis setzen.</p>
<p>Der dritte Absatz seiner Antwort auf dieser Frage widerspricht teilweise dem ersten. Während er zu Beginn noch schreibt, dass seine geschäftliche Tätigkeit fast nichts mit OSM zu tun habe, schreibt er hier, dass er für mehrere Organisationen und Firmen (World Bank, Asian Development Bank, Philippine Disaster Resilience Foundation, Map the Philippines, and Grab Philippines) Mappingschulungen gegen Bezahlung gehalten habe.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Er sei bereit, den Vorsitz oder die Schriftführung zu übernehmen. Gegen die Tätigkeit als Kassenwart spreche schon sein Wohnsitz außerhalb Europas und selbst Frederik, der bisherige Kassenwart, habe über Probleme mit Bank berichtet, weil er nicht in England wohne.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Er findet ein Vorstandstreffen zwar gut, weist aber auf Probleme mit der Erteilung eines Visums für ihn als Philippino hin. Ein Vorstandstreffen kurz nach der Wahl sei daher unrealistisch.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Eugene hat auf dem Vorstands- und Arbeitsgruppentreffen auf der State of the Map 2019 beobachtet, dass die Beziehung zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen nicht ganz klar ist. Arbeitsgruppen würden in einer ad-hoc-Manier gegründet werden, viel Tagesgeschäft in der OSMF werde von ihnen erledigt. Das bekannteste kontroverse Problem sei die Aufhebung des DWG-Beschlusses zur Zugehörigkeit der Halbinsel Krim durch den Vorstand gewesen. Das Überstimmen durch den Vorstands sei zwar seiner Ansicht nach nicht falsch gewesen, man hätte aber damit besser umgehen können.</p>
<p>Er schreibt, dass er keine Richtlinie für den Umgang zwischen Vorstand und Arbeitsgruppen gefunden habe (nur einen alten Vorschlag). Er denkt, dass es eine solche Richtlinie geben sollte, die die Gründung, Leitung und Auflösung sowie die Revision von Arbeitsgruppenbeschlüssen durch den Vorstand regelt. Als Vorstand möchte er solch eine Richtlinie entwerfen.</p>
<h3>Vorstand und Community (Kommunikation)</h3>
<p>Eugene ist Mitglied vieler Mailinglisten, mehrerer inoffiziellen Telegram-Gruppen, liest Benutzer-Blogs, nimmt an Vorstandstreffen teil und liest weeklyOSM. Es sei hilfreich, Texte schnell überfliegen zu können, um Relevantes von Irrelevantem trennen zu können.</p>
<h3>Vorstand und Community (Pläne)</h3>
<p>Eugene beantwortet alle Fragen ausführlich.</p>
<ul>
<li>Mehrsprachige Karten: Man solle nicht anstreben, dass openstreetmap.org ein Google-Maps-Ersatz werde. Die OSM-Website solle ein Schaufenster sein, was man mit OSM-Daten machen könne. Das Anbieten einfacher mehrsprachiger Karten sei ein gutes Beispiel dafür. Man könne Vektortiles zusätzlich zu Rastertiles anbieten. Er würde Bemühungen in diese Richtung unterstützen. Wie man das erreiche, müsse diskutiert werden. Er spricht sich jedoch dagegen aus, Leute für die Umsetzung nicht dringender Features (anders als die Änderungen in Sachen Datenschutz) dafür zu bezahlen.</li>
<li>Krim-Frage: Er ist der Meinung, dass die DWG richtig entschieden hat. Der Vorstand habe jedoch eine Aufsichtsfunktion. Als Vorstandsmitglied hätte unter Berücksichtigung der ihm zugänglichen Informationen er die DWG-Entscheidung damals nicht aufgehoben. Er vermutet, dass der Vorstand nicht öffentliche Informationen hatte, die ihn zu diesem Beschluss verleitet hätten. Er bittet um die Offenlegung dieser Informationen, um sich eine abschließende Meinung darüber bilden zu können. Weil der Vorstand den DWG-Beschluss aufgehoben habe, habe der Vorstand die Pflicht, die <a href="https://wiki.osmfoundation.org/wiki/File:DisputedTerritoriesInformation.pdf">Disputed Territories Policy</a> (Richtlinie zum Umgang mit umstrittener Territorien) zu überprüfen und zu entscheiden, wo die On-the-Ground-Regel künftig nicht mehr gelte.</li>
<li>Geschlechterpronomen: Im Allgemeinen stimmt er dem Prinzip zu, dass man das von einer Person bevorzugte Pronomen verwenden solle. Bezüglich der Kontroverse auf Stack Exchange meint er, dass jemand nicht bestraft werden solle, der einen Text so umformuliere, dass keine Pronomen mehr verwendet werden. Wenn jemand jedoch demonstrativ keine Pronomen für eine Personengruppe verwende, sei das indirekt diskriminierend und verdiene eine Bestrafung, wenn auch keine vollständige Sperre des Benutzerkontos.</li>
<li>Fehlende Quellenangabe: Wo eine Quellenangabe komplett fehle, würde er den Vorstand bzw. die LWG darin unterstützen, die Website bzw. das Projekt zu kontaktieren und eine richtige Quellenangabe einzufordern. Wo die Quellenangabe nicht direkt sichtbar sei (z.B. hinter einem “i” versteckt oder auf einer Seite „About“ platziert), würde er gerne abwarten, bis die Attribution Guideline fertig sei. Seiner Meinung nach solle die Angabe „© OpenStreetMap contributors“ standardmäßig sichtbar sein. Sie könne zu „© OpenStreetMap“ verkürzt werden, wo der Platz knapp sei. Nur wo der Platz wirklich knapp sei (z.B. Smartwatches) oder viele verschiedene Quellen zum Einsatz kämen, solle eine Benutzer-Interaktion erlaubt sein.</li>
<li>Mitarbeiter von Firmen im Vorstand und den Arbeitsgruppen: Es sieht kein großes Problem darin und geht von guten Absichten auf Seiten dieser Mitarbeiter aus. Man solle jedoch bessere bzw. detailliertere Regeln zum Umgang mit Interessenskonflikten einführen, wie sie die Wikimedia Foundation habe. Er würde begrüßen, wenn der neue Vorstand sich damit noch einmal beschäftigen würde (der alte hat es versanden lassen, wie er den Protokollen entnimmt).</li>
<li>Datenschutz: Es bestehe seiner Meinung nach ein Risiko, dass die OSMF nicht DSGVO-konform handle. Das Risiko sei jedoch nicht so groß, dass es das Thema von höchster Priorität sei. Das größte Risiko sei, dass jemand aus den Metadaten Informationen über einen eigentlich anonymen Beitragenden ableite. Das sei jedoch nicht so schlimm, wie die öffentliche Zugänglichkeit von explizit persönlichen Informationen. (Anmerkung: Was er schreibt, ist falsch) Er liest die Vorstandsprotokolle so, dass es eine Ausschreibung des Vorstands für Anpassungen der API gebe und man nur darauf warten müsse, dass sich jemand meldet. Die Anmerkung im Protokoll der Sitzung im April 2019, dass Frederik von sich aus mit Anpassungen an der API anfange, erwähnt er ebenfalls und stellt die rethorische Frage, ob Frederik nach dem Ende seiner Amtszeit mehr Zeit dafür habe.</li>
<li>iD-Editor: Das sei eine heikle Angelegenheit, meint er. Im Grunde stimme er <a href="https://www.openstreetmap.org/user/woodpeck/diary/391175#comment45789">einem Kommentar</a> von Richard Fairhurst zu. Richard kritisiert darin das bislang untätige Zuschauen durch den Vorstand, der auch einen dritten Hauptentwickler hätte bezahlen können. Zudem sei, so Richard darin, das Entwickeln des Hauptentwicklers kein Zuckerschlecken. Eugene meint, dass ein Teil des Verhaltens der iD-Entwickler inakzeptabel sei. Andererseits gebe es auch ein paar Fälle, in denen die Entwickler tatsächlich kontroverse Entscheidungen rückgängig gemacht hätten. Er begrüßt es, dass es eine Testinstanz gebe und die Abtrennung OSM-spezifischer Teile langfristig angestrebt werde. Es sei gut, dass Vorstände auf der SotM mit einem der Entwickler gesprochen hätten. Er würde es begrüßen, wenn der Vorstand zusammen mit der OWG die Kommunikationskanäle offen halten würde. Falls erforderlich, sei es seiner Meinung vielleicht nötig, direkt mit der Mapbox-Geschäftsleitung zu sprechen, um eine Vermittlung zu erreichen.</li>
</ul>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Er glaubt, dass im Jahr 2030 Techniken des maschinellen Lernens gebräuchlicher seien als heute, sodass es weniger Fleißarbeit für Mapper gebe und man Menschen für Aufgaben einsetzen könne, die Menschen vorbehalten seien. Man sehe jetzt schon den ersten Vorboten davon – der RapiD-Editor von Facebook, eine „wohlüberlegte Anwendung von Machine-Learning-Techniken“ stets unter Rücksichtnahme auf die lokale Community.</p>
<p>Er selbst hofft, dass im Jahr 2030 OSM die Standard-Quelle für Kartographie aller Art ist.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Zu Beginn seines Wahlprogramms verweist Eugene auf seine Antworten. Sein Wahlprogramm falle deshalb kurz aus.</p>
<p>In seinem Wahlprogramm nennt er drei Ziele. Die Foundation und ihr Vorstand sollen repräsentativer und vielfältiger werden. Daher würde er Bemühungen, die Mitgliederzahl zu erhöhen, unterstützen, beispielsweise die Änderung des Mitgliederbeitrags-Befreiungsprogramms. Außerdem möchte er die Hürden, normales Mitglied zu werden, senken.</p>
<p>Zweitens möchte er, dass die OSMF aktiver wird, lokale Communitys zu unterstützen, weshalb er der LCCWG beigetreten sei. Er würde gerne Joost Schouppe helfen, das Förderprogramm endgültig umzusetzen, weil er glaubt, dass das lokalen Communitys nützte.</p>
<p>Drittens strebt er an, dass der Vorstand interne Abläufe verbessert:<br />
1. ein Leitfaden verfassen, der das Verhältnis zwischen dem Vorstand und den Arbeitsgruppen dokumentiert<br />
2. Klarheit über den Umgang mit Interessenskonflikten durch Einführung einer Richtlinie<br />
3. geringe Verbesserung der Transparenz der Vorstandsarbeit (z.B. Offenlegung von Umlaufbeschlüssen schon vor ihrer Abstimmung, nicht erst danach)</p>
<h2 id="teil1_nuno">Nuno Caldeira</h2>
<h3>OSM-Aktivitäten</h3>
<p>Nuno ist seit 2011 als Mapper aktiv und wohnt auf Madeira. Sein Hauptmappinggebiet ist seine Heimat, hinzu kommen HOT-Beiträge. Er hat im Jahr 2015 eine Mappingparty mitorganisiert und ist in der portugiesischen OSM-Gruppe auf Telegram aktiv. Er ist ein typischer Craftmapper.</p>
<p>OSM-Benutzername: NunoCaldeira (prä-Lizenzwechsel: Nuno Caldeira?)</p>
<p>HDYC-Status: Super Mapper (Highly Active), ca. 230 Mappingtage bislang in diesem Kalenderjahr</p>
<h3>Vorbemerkung</h3>
<p>Nuno kandidiert zum zweiten Mal.</p>
<h3>Warum Vorstand werden?</h3>
<p>Nuno schreibt, es sei einfach zu kritisieren, sich aber nicht in Organisationen einzubringen, die OSM tatsächlich verändern können. Er wolle etwas bewirken und OSM so gestalten, wie es mit seiner Crowdsourcing-Community sei und nicht nach kommerziellen Gesichtspunkten gestalten.</p>
<h3>Ein Vorstandsmitglied zu sein</h3>
<p>Er ist seit einem Jahr Mitglied der License Working Group und war vier Jahre im Vorstand eines Wandervereins.</p>
<h3>Vielfalt im Vorstand</h3>
<p>Vielfalt im Vorstand solle von den Mitgliedern ausgehen. Wenn man mehr weibliche Mitglieder wolle, die dann kandidieren, müsse man das Verbessern des Frauenanteils verbessern (sic!). Er meint, man brauche zuerst mehr Mapperinnen, was sich dann auch in den Mitgliedern der OSMF wiederspiegeln werde.</p>
<h3>Verfügbare Zeit</h3>
<p>Falls gewünscht, könne er weiterhin Mitglied der LWG bleiben. Seine OSMF-Aktivität erfolge in seiner Freizeit, da er der Meinung sei, dass OSMF unabhängig sein und nicht von kommerziellen Interessen gesteuert werden solle – erst recht, weil wir uns nicht bewusst sind, ob deren Engagement Teil ihre Erwerbstätigkeit sei.</p>
<h3>Befangenheit</h3>
<p>Nuno ist als Geograph bei der Katastrophenschutzverwaltung seiner Gemeinde tätig. Die Tätigkeit hat GIS-Bezug, man nutze aber nicht OSM. Seit 2016 ist er – unbezahlter – Mapillary-Botschafter. Er mag das Projekt und sieht die Vorteile darin als Datenquelle für OSM. Bei Mapillary-Angelegenheiten werde er sich an der Diskussion und Abstimmung nicht beteiligen.</p>
<h3>Kassenwart</h3>
<p>Das sei nicht sein Ding, schreibt er.</p>
<h3>Vorstandstreffen</h3>
<p>Er könne teilnehmen, falls es möglich sei.</p>
<h3>Vorstand und Arbeitsgruppen</h3>
<p>Seiner Meinung nach müsse der Vorstand Entscheidungen, die schon diskutiert und gut dokumentiert seien, fällen. Es sei falsch, Entscheidungen über schwarze Schafe der OSMF hinauszuzögern, nur weil sie kommerzielle Mitglieder seien. Firmen hätten die Satzung zu befolgen, das Verbergen der Quellenangabe widerspreche den satzungsgemäßen Zielen.</p>
<h3>Vorstand und Community (Kommunikation)</h3>
<p>Nuno hat die Mailinglisten, die ihn interessieren abonniert, liest die Vorstandsprotokolle und beteiligt sich an Diskussionen in der internationalen OSM-Telegram-Gruppe. Es sei schwierig allen Kanälen zu folgen, er schlägt deshalb eine zentrale Plattform für die Kommunikation mit kommerziellen Mitgliedern vor, die E-Mails von Communitymitgliedern ignorieren würden.</p>
<h3>Vorstand und Community (Pläne)</h3>
<p>Die Antworten auf diese Frage sind knapp und teilweise in sich widersprüchlich. Die Frage zur Quellenangabe beantwortet er am ausführlichsten.</p>
<ul>
<li>mehrsprachige Karten auf osm.org: Er sei damit einverstanden, man brauche aber eine Reihe Freiwilliger zur Übersetzung.</li>
<li>Krim-Frage: OSM müsse voreingenommen (sic!) sein und sich nicht einfach eine Seite des Konflikts herauspicken. Man solle einfach die Daten herunterladen und die Grenze nehmen, die einem passe.</li>
<li>Quellenangabe: Er weist auf seine Aktivität diesbezüglich auf den Mailinglisten im Verlauf dieses Jahres hin. Die Firmen sollten sich der fehlenden Quellenangabe bewusst sein. Er vermutet, dass sie sich für die Nutzung von OSM schämen und es deshalb hinter einem “i” verbergen. Kommerzielle Mitglieder sollten stolz darauf sein, OSM zu nutzen, und darauf hinweisen.</li>
<li>iD: Editor-Entwickler, insbesondere solche, die von Firmen bezahlt werden, sollen vorgeben, welche Tags besser oder für die geschäftlichen Interessen ihrer Firma geeigneter seien.</li>
</ul>
<p>Die Fragen zu Geschlechterpronomen, Datenschutz und kommerziellem Einfluss in Vorstand und Arbeitsgruppen beantwortet er nicht.</p>
<h3>OSM 2030</h3>
<p>Er glaubt, dass OSM eine Art von Sichtung für gewisse ältere Objekte oder gewisse Elemente benötigen werde. Der New-York-Vandalismusfall habe gezeigt, dass jemand mit bösen Absichten dem Ansehen des Projekts als zuverlässige Datenquelle Schaden zufügen kann. Es werde natürlich für reichlich Diskussionsstoff sorgen, wer sichten werde und was gesichtet werden solle. Er glaubt jedoch, dass das in naher Zukunft als Folge von Vandalismus und eigennützigem Mapping (er nennt Pokémon Go) gesehen müsse.</p>
<h3>Wahlprogramm</h3>
<p>Sein Wahlprogramm ist drei Worte lang: „OSM Community first“, mehr nicht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Untersuchung ungewöhnlicher Neuanmeldungen [bei der OpenStreetMap Foundation durch Mitarbeiter der Firma GlobalLogic]</title>
		<link>/blog/2019/01/untersuchung-ungewoehnlicher-neuanmeldungen-bei-der-openstreetmap-foundation-durch-mitarbeiter-der-firma-globallogic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jan 2019 18:38:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">/?p=15702</guid>

					<description><![CDATA[Die Membership Working Group hat am 26. Januar 2019 ihren Untersuchungsbericht zum Masseneintritt von etwa 100 neuen Mitgliedern aus Indien in die OpenStreetMap Foundation am 15.11.2018 veröffentlicht, den sie am 26. Dezember 2018 dem Vorstand der OpenStreetMap Foundation vorgelegt hat. &#8230; <a href="/blog/2019/01/untersuchung-ungewoehnlicher-neuanmeldungen-bei-der-openstreetmap-foundation-durch-mitarbeiter-der-firma-globallogic/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Membership Working Group hat am 26. Januar 2019 ihren <a href="https://openstreetmap.lu/MWGGlobalLogicReport20181226.pdf">Untersuchungsbericht</a> zum Masseneintritt von etwa 100 neuen Mitgliedern aus Indien in die OpenStreetMap Foundation am 15.11.2018 veröffentlicht, den sie am 26. Dezember 2018 dem Vorstand der OpenStreetMap Foundation vorgelegt hat. Im Folgenden veröffentlichen wir eine Übersetzung des Berichts. Wir danken insbesondere SJFriedl für die Bereitstellung der Abbildungen als SVG-Dateien.</em><br />
<strong><br />
Englischer Originaltitel:</strong> <em>Investigation into Unusual Signups</em></p>
<p>erstellt von der Arbeitsgruppe Mitgliederverwaltung der OSMF, 26. Dezember 2018 <a href="#fn01">[1]</a></p>
<p>Autoren: Steve Friedl (SJFriedl), Guillaume Rischard (Stereo) <a href="#fn02">[2]</a></p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Am 15. November 2018 gab es einen signifikanten und unüblichen Ausschlag in der Anzahl der Registrierungen neuer Mitgliedschaften bei der OpenStreetMap Foundation (OSMF): Ungefähr 100 indische Mitarbeiter einer Firma, die auf die Auslagerung von Arbeiten spezialisiert ist, haben innerhalb weniger Stunden Mitgliedschaften abgeschlossen und Bedenken hervorgerufen, dass es sich um einen Versuch handelt, die Wahl zu beeinflussen <a href="#fn03">[3]</a>.</p>
<p>Ein Umlaufbeschluss, der diese Mitgliedsanträge abgelehnt hätte, fand keine Mehrheit im Vorstand.</p>
<p>Davon unabhängig hat die Arbeitsgruppe Mitgliederverwaltung (MWG) <a href="#fn04">[4]</a>, die für die Verwaltung der OSMF-Mitgliedschaften zuständig ist, eine Untersuchung der Umstände dieses Falles durchgeführt.</p>
<p>Die MWG glaubt, dass angesichts der Beweislage Folgendes angenommen werden muss:</p>
<ul>
<li>Die unüblichen Neuanmeldungen sind tatsächliche Mitglieder, keine Schein-Identitäten.</li>
<li>Es war eine zentral gelenkte, gerichtete Kampagne des Arbeitgebers, keine natürliche Reaktion auf einen öffentlichen Aufruf.</li>
<li>Die Mehrheit dieser Mitglieder hat sich nicht freiwillig, aus eigenem Antrieb und eigenständig angemeldet.</li>
<li>Wir hegen den starken Verdacht, dass der Arbeitgeber diese Mitgliedschaften bezahlt hat.</li>
<li>Die OSMF hat Glück, dass diese Kampagne entdeckt worden ist.</li>
<li>Wir wissen nichts über die Motive der Kampagne.</li>
<li>Die Firma ist gegenüber dem Vorstand und der Öffentlichkeit unehrlich.</li>
</ul>
<p>Diese Neuanmeldungen wecken den Verdacht eines möglicher Versuches, die Vorstandswahlen am 15. Dezember 2018 zu beeinflussen, was nur durch den allgemein veröffentlichten, aber falschen Stichtag für die Wahlberechtigung unmöglich gemacht wurde.</p>
<p>Die Autoren danken all denjenigen, die uns unterstützt haben, insbesondere der indischen Community, deren Mitglieder sehr wichtige Hilfe während unserer Untersuchungen geleistet haben.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Die OpenStreetMap Foundation ist ein nicht gewinnorientierter Verein, der in England und Wales registriert ist und das OpenStreetMap-Projekt &#8222;unterstützt, aber nicht kontrolliert&#8220;. Ihr Aufbau ist durch die Satzung (engl. Articles of Association (AoA), Anm. d. Übs.) vorgegeben, ihre Mitglieder sind die höchste Autorität.</p>
<p>Gerade als der Stichtag für die Wahlberechtigung der Vorstandswahl 2018 verstrichen war, traf eine große Anzahl an OSMF-Mitgliedsanträgen unter verdächtigen Umständen ein.</p>
<p>Dieser Umstand wurde vom MWG-Mitglied (und damaligen Vorstandskandidaten) Guillaume Rischard entdeckt, als er die Mitgliederstatistik der einzelnen Länder analysierte. Er meldete diesen Vorfall <a href="#fn05">[5]</a> dem Vorstand am 20. November 2018, weil er von diesem Zustrom besorgt war und nachdem er nach Nachforschungen in der Sache angestellt hatte.</p>
<p>Die Satzung der OSMF erlaubt es dem Vorstand, neue Mitgliedsanträge binnen sieben Tagen ohne Angabe von Gründen abzuweisen. Der Vorstand hat im Jahr 2011 davon Gebrauch gemacht, als es eine Massenanmeldung von Angestellten der Firma Skobbler, einer Firma, die OSM-Dienste anbot, gab. Diese wurde auf dieser Grundlage abgewiesen <a href="#fn06">[6]</a>.</p>
<p>Im Fall Skobbler war kein Fehlverhalten oder Unanständigkeit vermutet worden, aber der Beitritt von 10 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder so knapp vor der Wahl war als destabilisierend angesehen worden, sodass der Vorstand die Anträge erst zum Tag nach der jährlichen Mitgliederversammlung (d.h. nach der Wahl) angenommen hat.</p>
<p>Ein Umlaufbeschluss, der diese Mitgliedsanträge abgelehnt hätte, hat im aktuellen Fall keine Mehrheit im Vorstand gefunden <a href="#fn07">[7]</a>.</p>
<p>Guillaume kontaktierte die anderen Kandidaten der Vorstandswahl, und fünf der sieben Kandidaten unterzeichneten ein Schreiben an den Vorstand, das eine Stellungnahme und eine umfängliche Untersuchung dazu forderte und die Einführung von Regeln zur Vermeidung von Wahlbetrug zusagte. Der Vorstand bereitete daraufhin einen Umlaufbeschluss vor:</p>
<blockquote><p>Umlaufbeschluss</p>
<p>Am 15. November 2018 gab es eine Massenanmeldung von 100 neuen Mitgliedern aus Indien, von der die meisten von einer einzigen IP-Adresse eines Unternehmens stammen, die im OpenStreetMap-Umfeld „wohlbekannt“ ist. Es gab eine größere Anzahl an Beschwerden bezüglich der Bearbeitungen dieser Firma, welche Mappingdienstleistungen für andere Unternehmen anbietet. Dieser Umlaufbeschluss weist die Mitgliedsanträge vorläufig zurück und beauftragt die MWG damit, den Fall weiter zu untersuchen. Mit dem Skobbler-Fall aus dem Jahr 2011 gibt einen Präzedenzfall mit einer ähnlichen Reaktion.</p></blockquote>
<p>Der Vorstand veröffentlichte daraufhin die folgenden Informationen auf der Mailingliste OSMF-Talk <a href="#fn08">[8]</a>:</p>
<blockquote><p>Die Befürworter argumentierten, dass die Umstände, unter denen die Anmeldungen erfolgten, untersucht werden sollten und später über sie entschieden werden sollte. Das ist keine Annahme böser Absichten.</p>
<p>Die Gegner argumentierten, dass der ursprüngliche Beschwerde – der Verdacht, dass die neu abgeschlossenen Mitgliedschaften unter bösen Absichten angelegt wurden, und die Forderung nach einer weiteren Untersuchung – nicht zugestimmt werde und somit keine keine rechtliche Grundlage zur Verzögerung des Beitritts unter unseren aktuellen Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft sei.</p>
<p>Alle Vorstände sind gegen das Anlegen unechter OSMF-Mitgliedschaften.</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig entschied der Vorstand, dass der Zeitpunkt, zu dem Mitglied gewesen sein musste, um wählen zu dürfen, der Beginn des 15. November und nicht das Ende des 15. November (UTC) sei. Diese und jegliche andere Neumitglieder, die nach diesem Datum eintrafen, waren auf der Mitgliederversammlung 2018 nicht stimmberechtigt.</p>
<p>Die Aufgaben der MWG umfassen die Verwaltung der OSMF-Mitgliedschaften. In ihrer Sitzung am 26. November 2018 beschloss sie <a href="#fn09">[9]</a>, die Umstände dieser Neuanmeldungen zu untersuchen.</p>
<h2>Was war unüblich?</h2>
<p>Es ist üblich <a href="#fn10">[10]</a>, kurz vor einer Wahl eine erhöhte Anzahl an Neuanmeldungen bei der OSMF zu sehen: Das Zeitfenster endet einen Monat vor der Wahl selbst, sodass ein Ausschlag bei den Neuanmeldungen sowohl erwartet als auch willkommen ist.</p>
<p>Aber der geschilderte Zustrom an Mitgliedern passt nicht zu den üblichen Verhaltensmustern und erregte Verdacht.</p>
<p>Die Beobachtungen, die uns ins Auge fielen:</p>
<ul>
<li>Alle waren assoziierte Mitglieder; es gibt nicht die übliche Mischung an Mitgliedschaftskategorien.</li>
<li>Alle haben @gmail.com-Adressen; normalerweise sehen wir eine Mischung.</li>
<li>Fast niemand hat einen OSM-Benutzernamen angegeben; das ist sehr unüblich.</li>
<li>Viele (die meisten?) kamen von einer IP-Adresse von GlobalLogic verbunden, einer IT-Dienstleistungsfirma in Indien, die in OSM/der Geodatenerfassungsbranche unterwegs ist <a href="#fn11">[11]</a>.</li>
<li>Alle haben sich im letzten Moment in sehr geballter Form angemeldet.</li>
</ul>
<p>Dies war offensichtlich eine koordinierte Aktion, aber welcher Art? Eine legitime (aber unschuldige) Kampagne, um neue echte Mapper zum Beitritt und zur Unterstützung der Foundation zu bewegen? Ein arglistiger Versuch, mit gefälschten Mitgliedschaften das Wahlergebnis zu kippen? Etwas anderes? Wir nahmen uns der Sache an, um es herauszufinden.</p>
<h2>Erste technische Erkenntnisse</h2>
<p>Der erste Teil unserer Untersuchungen hat überwiegend nach Belegen gesucht, die entweder eine koordinierte (wie wir vermuteten) oder eine natürliche von der Basis ausgehende Kampagne (wie wir bezweifelten) unterstützen.</p>
<p>Sofern nicht anders angegeben, sind alle Zeiten in diesem Bericht in UTC.</p>
<p>Eine graphische Darstellung der Anmeldeszeiten <a href="#fn12">[12]</a> in stündlichen Gruppen über mehrere Tage um den 15. November herum zeigt einen enormen Ausschlag zu Mittag – 55 in der Stunde 10 UTC, etwa 2,5-Mal so viel wie in jeglichem anderen einstündigen Zeitraum seit die OSMF ihre Mitglieder mit CiviCRM verwaltet.</p>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/november-signup-summary-IN-only.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/november-signup-summary-IN-only.svg" alt="Beitritte pro Stunde im November 2018, .IN-Gruppe hervorgehoben" /></a></p>
<p>Dies ist ein enormer Ausschlag, der keine andere wahrscheinliche Erklärung außer eine koordinierte Kampagne hat <a href="#fn13">[13]</a>. Koordinierte Kampagnen sind nicht zwangsläufig oder üblicherweise verachtenswert. Wir haben recht schnell festgestellt, dass all diese echte Personen sind, was unsere ursprüngliche Befürchtung über mögliche Fake-Mitgliedschaften (dankenswerterweise) hinfällig gemacht hat. Die Motive oder der mögliche Einfluss durch Dritte bleibt nichtsdestotrotz unbekannt.</p>
<p>Zu Beginn des großen Zustroms neuer Mitglieder <a href="#fn14">[14]</a> erschien auf der Mailingliste Talk-in eine Nachricht, die zum Eintritt in die OSMF ermutigt hat und deb 15. November als den (falschen) Stichtag <a href="#fn15">[15]</a> erwähnte:</p>
<blockquote><p>Betreff: [Talk-in] Mitgliedschaft in der OSM Foundation<br />
Von: **@gmail.com<br />
Datum: Do. 15.11.2018 07:16:00 UTC</p>
<p>Hallo OSM Indien,</p>
<p>dies ist nur eine Erinnerung daran, dass laut https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM18/Election_to_Board die nächste Wahl für den Vorstand der OSM Foundation am 15. Dezember stattfindet.</p>
<p>Wer an der Wahl teilnehmen möchte, muss sich spätestens heute, den 15. November, als Mitglied unter folgendem Link anmelden: https://join.osmfoundation.org/</p></blockquote>
<p>Das ist sicherlich ein ermutigender Mailinglistenbeitrag <a href="#fn16">[16]</a>, aber 100 Mitgliedschaften aufgrund einer freundlichen Erinnerung, die an eine regionale Mailingliste gesendet wurden, würden daraus eine der wirkungsvollsten Kampagnen der Geschichte machen und die OSMF täte gut daran, das noch einmal zu probieren.</p>
<p>Der Absender ist ein Angestellter der Firma GlobalLogic und angesichts der Zeitdifferenz (Indien hat UTC+05:30) ist dieser Mailinglistenbeitrag um 12:46 Uhr Ortszeit (gegen Mittag) erschienen.</p>
<p>Es gab keinen Kontakt von Seiten der Firma, bis die Erklärung des Vorstands auf der Mailingliste OSMF-Talk veröffentlicht wurde, sodass man keine Erklärung hat, aber sich fragt, ob das eine von der Firma ausgedachte Tarnkampagne war, die gehofft hat, dass sie nicht auffliegt.</p>
<p>Die Firma selbst durch einen Vertreter hat nach der Veröffentlichung der Erklärung in einer E-Mail an die Mailingliste Talk-in bestätigt, dass sie hinter der koordinierten Aktion stecke <a href="#fn17">[17]</a>:</p>
<blockquote><p>Betreff: [Talk-in] Dank an die Teilnehmer der SOTM-Asien und über 100 Neuanmeldungen für die OSMF<br />
Von: **@globallogic.com<br />
Datum: Mo. 03.12.2018 06:30:14 UTC<br />
Hallo OSM Indien,</p>
<p>Ich schreibe diesen Beitrag mit frischen Erinnerungen an die SOTM Asien, an der ich und 25 andere Mitglieder meines Teams teilgenommen haben. Dies war unser erstes Mal auf der SOTM Asien und es war solch eine wunderschöne Erfahrung, all den tollen Vorträgen zuzuhören und an den Workshops teilzunehmen. Wir bei GlobalLogic engagieren uns dafür, die beste Karte mit OSM zu erschaffen und haben von anderen OSM-Communitys gelernt und koordiniert; SOTM&#8217;s sind eine tolle Plattform, um andere Communitys zu treffen. Wir haben die Mitglieder unseres Teams stets ermutigt, in den OSM-Communitys aktiv zu sein und <strong>sind darüber erfreut, mitteilen zu können, dass über 100 Mitglieder unseres Teams nach einem ermutigenden Beitrag freiwillig OSMF-Mitglieder geworden sind</strong> und hoffen, dass viele andere von euch es auch tun. (Hervorhebung durch MWG)</p></blockquote>
<p>Ein Manager von GlobalLogic behauptet, dass der ermutigende Beitrag auf der Mailingliste Talk-in am 15. November, der von einem GlobalLogic-Mitarbeiter erstellt wurde, dafür verantwortlich war, dass ungefähr 100 andere Mitarbeiter entschieden haben, OSMF-Mitglied zu werden und den Beitrag selbst zu bezahlen. Wir sind uns im Klaren, dass der Manager diese Behauptung auch gegenüber dem Vorstand vorgebracht hat.</p>
<p>Der Vertreter scheint zu wissen, wie viele Mitarbeiter Mitglied geworden sind.</p>
<p>Der Autor des ursprünglichen Aufrufs und der Manager sind die einzigen GlobalLogic-Angehörigen, die die Mailingliste Talk-in abonniert haben <a href="#fn18">[18]</a> – zumindest mit E-Mail-Adressen, die uns bekannt sind.</p>
<p>Eine Reihe von uns hat die Verwendung des Begriffs &#8222;freiwillig&#8220; in der Erklärung erkannt, was ungewöhnlich defensiv in einer ansonsten positiven Erklärung ist, aber es liegt möglicherweise daran, dass der Autor kein englischer Muttersprachler ist.</p>
<p>Wir haben außerdem beobachtet, dass die State of the Map Asia <a href="#fn19">[19]</a>, die 500 km vom Firmensitz in Hyderabad entfernt stattfand, am 18. November geendet hat, der Beitrag aber erst zwei Wochen später veröffentlicht worden ist, nachdem die Anmeldungen auf der Mailingliste OSMF-Talk diskutiert wurden. All die Mitglieder [um die es hier geht], sind vor der SOTM der OSMF beigetreten.</p>
<p>Schlussendlich belegen unsere Aufzeichnungen, dass niemand aus Indien in den Wochen nach dem Beitrag des Managers am 3. Dezember der OSMF beigetreten ist, was eine begrenzte Wirkung von Beitrittsaufrufen auf der Mailingliste Talk-in nahelegt.</p>
<h2>Wer sind diese Mitglieder?</h2>
<p>Einige ehemalige Mapbox-Mitarbeiter sind zu GlobalLogic gewechselt und haben immer noch Kontakt zu ehemaligen Kollegen. Mapbox ist eien US-amerikanische Firma, die sehr aktiv zu OSM beiträgt und ehemals ein OSM-Mappingbüro in Bangalore unterhalten hat <a href="#fn20">[20]</a>.</p>
<p>61 der neuen Mitglieder haben E-Mail-Adressen angegeben, die sich auch in der OSM-Datenbank finden. Wir haben erwartet, dass mehr Leute OSM-Konten unter anderen E-Mail-Adressen haben (möglicherweise mit dem dienstlichen E-Mail-Konto).</p>
<p>Die meisten haben recht wenig zu OSM beigetragen. In den sechs Monaten vor der Anmeldung haben nur 32 von ihnen überhaupt zu OSM beigetragen. Nur sieben haben mehr als zehn Bearbeitungen.</p>
<p>Eine andere Gemeinsamkeit der aktiven Mapper sind humanitäre Mappingaktivitäten im Rahmen von HOT-Aktivitäten <a href="#fn21">[21]</a>. 15 haben nur für HOT gemappt – in verschiedenen Gegenden, größtenteils in Indien. 3 haben andere Dinge getan, aber die Mehrheit hat HOT-Mapping gemacht, 6 nicht mehrheitlich HOT-Mapping, 7 haben gemappt, aber nichts mit HOT-Bezug. HOT und der GlobalLogic-Kunde Grab arbeiten in Indonesien zusammen <a href="#fn22">[22]</a>.</p>
<p>Die MWG bezweifelt, dass eine Gruppe dieser Art der Foundation aus eigenen Antrieb beigetreten ist, wie es behauptet wird.</p>
<p>Stattdessen haben wir den Eindruck, dass den E-Mail-Adressen Zweit- oder Tests-Benutzerkonten anstelle der Benutzerkonten für das Tagesgeschäft zugeordnet sind, weil der Umfang der Mappingaktivität nicht dem entspricht, was wir von einer professionellen Mappinggruppe erwarten.</p>
<p>Alle Anmeldungen sind von Gmail-Adressen aus erfolgt.</p>
<p>Wir verstehen, dass viele die Foundation aus eigenen Mitteln und nicht aus dienstlichen unterstützen möchten, womit das Auffinden von persönlichen E-Mail-Adressen zusammenpasst. Unserer Erfahrung nach haben Zweit-, Zweck- oder Wegwerf-E-Mail-Adressen oft Namen, die das nahelegen. Solche Muster werden hier nicht vorgefunden.</p>
<p>Zwar ist Gmail in Indien sehr populär, aber nur 71 Prozent (189 von 263) Abonnenten der Mailingliste Talk-in haben eine Gmail-Adresse. Wir beobachten eine breite Vielfalt an E-Mail-Domains in der Mitgliederliste der OSMF. Keines der neuen Mitglieder hat sich mit seiner @globallogic.com-Adresse angemeldet – nicht einmal der Manager, der später seine dienstliche E-Mail-Adresse verwendet hat, um an die Mailingliste Talk-in zu schreiben. Warum haben sie alle einen generischen Domainnamen verwendet?</p>
<p>Unserer Meinung nach passt das zu der Vorstellung, dass das eine Tarnkappenkampagne war, die beabsichtigte die Verbindung zwischen den Mitgliedern zu verschleiern.</p>
<h2>Eine zufällige Kontrollgruppe</h2>
<p>Wir haben glücklicherweise im Laufe dieser Untersuchungen eine große Gruppe französischer Mapper bemerkt, die der OSMF im November beigetreten ist, – auch als Reaktion auf nicht zusammenhängende ermutigende Beiträge (einer von Christine Karch auf der Mailingliste Talk-fr <a href="#fn23">[23]</a> am 12. November gefolgt von einem von Christian Quest <a href="#fn24">[24]</a> am Folgetag). Das ist für uns die ideale Kontrollgruppe, um das Verhalten von Neumitgliedern zu analysieren.</p>
<p>Mit diesen zwei Kohorten – .FR und .IN – beide ungefähr gleich groß (jeweils 110 bzw. 101 Mitglieder) konnten wir die Umstände und das Verhalten beider Gruppen vergleichen und einander gegenüberstellen. Was es uns wohl sagen mag?</p>
<p>Man möge beachten, dass die MWG nicht ermitteln kann, welche Mitglieder der jeweiligen Gruppen auf die Kampagne reagiert haben: Es ist gut möglich, dass einige der neuen Mitglieder von .FR und .IN mit den anderen nichts zu tun haben und einfach zufällig während des betrachteten Zeitraums der OSMF beigetreten sind. Wir weisen jedoch darauf hin, dass der GlobalLogic-Vertreter &#8222;über 100 Mitglieder&#8220; für seine Kampagne beansprucht, was jeglichen Zweifel an den Aktivitäten dieser Leute an jenem tag ausräumt.</p>
<p>Leider haben wir keine Zugriffsprotokolle des Webservers aus diesem Zeitraum mehr, die uns noch mehr Informationen über die Anmeldungen zur Verfügung gestellt hätten.</p>
<h3>Vergleich: Reaktionen auf Aufrufe</h3>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/november-signup-summary.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/november-signup-summary.svg" alt="OSMF-Beitritte pro Stunde, November 2018, .FR- und .IN-Kohorte hervorgehoben" /></a></p>
<p>Das vorherige Diagramm der Anmeldungen Mitte November wird hier noch einmal wiederholt, hebt aber die .FR-Anmeldungen separat hervor, welche zuvor Teil der Kategorie &#8222;andere&#8220; waren. Außerdem sind nun Aufrufe auf Mailinglisten eingezeichnet, die zum Beitritt aufgerufen haben:</p>
<p>Wir beobachten eine deutlich geballtere Reaktion in der .IN-Kohorte als in der .FR-Kontrollgruppe. Wir wissen, dass die .FR-Beitritte eine natürliche Antwort auf ermutigende Mailinglistenbeiträge waren. Die .IN-Gruppe ging davon aus, einer deutlich knappere Frist genügen zu müssen, was selbstverständlich zu einer geballteren Reaktion führt.</p>
<p>Die französische Kampagne hat die Frist korrekt verstanden und lief von allein gegen die 48-Stunden-Frist.</p>
<p>Die obige Abbildung stellt einen längeren Zeitraum dar, um den Ausschlag im Vergleich mit normalen Anmeldezahlen hervorzuheben. Wir können aber auch diesen Zeitraum vergrößern, um die Reaktion auf die Aufrufe zu zeigen, als die Kampagnen auf die von ihnen für wahr gehaltenen Fristen zuliefen:</p>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/november-signup-zoom.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/november-signup-zoom.svg" alt="OSMF-Beitritte pro Stunde, November 2018, .FR- und .IN-Kohorte hervorgehoben (vergrößerte Darstellung 12.11. 12:00 bis 16.11. 03:00)" /></a></p>
<p>Der Betrachter möge das Diagramm sorgfältig betrachten, um die Markierung für den Aufruf der zweiten Kohorte zu entdecken. Ihm folgt direkt eine <em>enorme</em> Anzahl an Anmeldungen.</p>
<p>Dies war eine noch nie dagewesene Reaktion auf irgendeine Kampagne, von der wir je erfahren haben.</p>
<p>Wir verstehen, dass die zweite Kohorte sich einer knapperen Frist konfrontiert sah, aber das ungeheurer Ausmaß und die Unmittelbarkeit der Reaktion könnte eine <em>gerichtete</em> Reaktion anstatt einer <em>koordinierten</em> nahelegen.</p>
<h3>Vergleich: Mitgliedschaftstypen</h3>
<p>Obwohl es praktisch kaum einen Unterschied <a href="#fn25">[25]</a> macht, wie die Mitgliedsschaftstyp das tägliche Mapping (oder die Mitgliedschaft in der Foundation) beeinflusst, erwarten wir eine Mischung an normalen und assoziierten Mitgliedern. Selbstverständlich sind sämtliche Mitglieder in der OSMF willkommen, unabhängig davon, welchen Mitgliedsschaftstyp sie wählen. Der Mitgliedsbeitrag ist in beiden Fällen 15 Britische Pfund pro Jahr und kein Typ ist aus Sicht der MWG oder der OSMF „besser“ als der andere.</p>
<p>Wir beobachten keinen Mix: Die .FR-Gruppe besteht größtenteils aus normalen Mitgliedern mit ein paar assoziierten Mitgliedern, aber die <strong>gesamte</strong> .IN-Kohorte hat sich als assoziierte Mitglieder angemeldet:</p>
<table>
<thead>
<tr>
<td>Gruppe</td>
<td>normale Mitglieder</td>
<td>assoziierte Mitglieder</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>.IN</td>
<td><b>0</b></td>
<td>101</td>
</tr>
<tr>
<td>.FR</td>
<td><b>99</b></td>
<td>11</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Eine mögliche Erklärung für ein verzerrtes Verhältnis ist, dass ein Aufruf auf eine spezielle Anmeldeseite verlinkt, auf der man sich nur für einen Mitgliedstyp anmelden kann, anstatt auf die Hauptseite join.osmfoundation.org zu verlinken, die die Wahl zwischen beiden Kategorien anbietet.</p>
<p>Tatsächlich: Christian Quests Aufruf verlinkt auf die Anmeldeseite für normale Mitgliedschaften (absichtlich) und diejenigen, die diese Nachricht weiterverbreiteten haben denselben Link verwendet. Aus irgendwelchen Gründen haben es ein paar .FR-Mitglieder geschafft, den Weg auf die Seite für assoziierte Mitglieder zu finden.</p>
<p>Man mag spekulieren: Könnte jemand in einem Beitrag innerhalb von GlobalLogic unabsichtlich auf die Seite für assoziierte Mitglieder verlinkt haben und damit eine höhere Aufmerksamkeit dorthin gezogen haben?</p>
<p>Das kann möglich sein, aber es passt nicht zur Behauptung, die die Firma wiederholt hat <a href="#fn26">[26]</a>, dass es der öffentliche Mailinglistenbeitrag sei (möglicherweise intern weitergeleitet), der zu diesen Beitritten aufgerufen hat, ein öffentlicher Beitrag, der auf die Hauptseite der OSMF verlinkt hat, die beide Links enthält.</p>
<p>Es ist unglaubwürdig, dass 101 Mitarbeiter durch diesen Aufruf, der beide Optionen präsentiert, eine Anweisung wahrnehmen, jedoch nur eine zu wählen. <em>Alle.</em> Wir könnten erwarten, dass mindestens eine von ihnen ein normales Mitglied wird und wenn es nur daran liegt, dass der Abschnitt für normale Mitgliedschaften als erstes auf der Seite erwähnt wird. Somit passt das deutlich besser zur These, dass ein Dateneinpflegeteam die Daten in einem Dateneinpflegerhythmus eingepflegt hat.</p>
<p>Eine andere mögliche Erklärung ist, dass solch ein Dateneinpflegeteam die zu leistende Arbeit minimiert hat: Da die normale Mitgliedschaft die Angabe einer Wohnanschrift erfordert, kann man assoziiertes Mitglied werden, ohne eine Adresse oder einen OSM-Benutzernamen anzugeben, was weniger Arbeit bedeutet.</p>
<p>Die MWG ist sich sicher, dass ein anderer Aufruf, diese Anmeldungen ausgelöst hat, ein Aufruf, über den die Firma nicht offen gesprochen hat.</p>
<h3>Vergleich: Mitglieder, die einen OSM-Benutzernamen angeben</h3>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/screenshot-associated-signup.png"><img src="/wp-uploads//2019/01/screenshot-associated-signup.png" alt="Screenshot aus dem Beitrittsformular für assoziierte Mitglieder, Benutzernamensfeld hervorgehoben" /></a></p>
<p>Beim Eintritt in die Foundation gibt es im Beitrittsformular ein Feld für das Land, eine Pflichtangabe, und eines für den Benutzername, eine optionale Angabe. Ungefähr 80 Prozent aller aktiven OSM-Mitglieder haben einen Benutzernamen bei der Registrierung angegeben und innerhalb der .FR-Gruppe beträgt der Anteil 73 Prozent, was mit den Erfahrungen übereinstimmt. Die um Größenordnungen kleineren 5 Prozent in der .IN-Kohorte sind ein substantieller Ausreißer.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<td>Gruppe</td>
<td>Anmeldungen <a href="#fn27">[27]</a></td>
<td>mit OSM-Identität</td>
<td>% mit OSM-Identität</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>.IN</td>
<td>101</td>
<td>5</td>
<td>5%</td>
</tr>
<tr>
<td>.FR</td>
<td>110</td>
<td>80</td>
<td>73%</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Relativ wenige, die echte Mapper sind, vergessen ihren Benutzernamen anzugeben. Der Benutzername ist viel zu wichtig im OpenStreetMap-Projekt, dass praktisch alle in der .IN-Kohorte den Benutzername durch die Bank weglassen <a href="#fn28">[28]</a>. Wir wissen durch den Abgleich der E-Mail-Adressen, dass mindestens 60 Prozent ein Benutzerkonto auf openstreetmap.org haben.</p>
<p>Wir verstehen natürlich und begrüßen es, dass man nicht ein täglich aktiver Mapper sein muss, um die Ziele der Foundation zu unterstützen, aber es ist außergewöhnlich, dass 96 von 101 Mapper während der Registrierung nicht ihren Benutzernamen angeben.</p>
<p>Eine plausible (aber nicht entschuldigende) Erklärung könnte sein, dass ein Dateneinpflegeteam eine Liste abgearbeitet hat, die schlicht und einfach keine OSM-Benutzernamen enthalten hat, oder dass man sich die Zeit gespart hat, optionale Felder zu befüllen.</p>
<p><strong>Die MWG nimmt an, dass dieses Verhalten nicht zu freiwilligen, individuellen und persönlichen Eintritten in die Foundation passt.</strong></p>
<h3>Vergleich: Zeitdauer bis zum Abschluss des Anmeldeprozesses</h3>
<p>Der Eintritt in die OSMF erfordert das Anlegen eines Benutzerkontos in CiviCRM, indem man einem Link zu join.osmfoundation.org folgt, eine Link zum Bezahlsdienstleister PayPal folgt, dem dann ein Abschluss der formellen Anmeldung folgt. Das System erfasst die einzelnen Schritte jeweils mit einem Zeitstempel, sodass wir ds Anmeldeverhalten auf einem Zeitstrahl pro Mitglied beobachten können.</p>
<p>Bei einem Benutzer mit existierendem PayPal-Konto und vorkonfigurierter Bankverbindung würden wir erwarten, dass die Anmeldung nur ein oder zwei Minuten in Anspruch nimmt, während andere ohne ein existierendes PayPal-Konto mehr Zeit benötigen, um die Kreditkartendaten, eine Rechnungsanschrift usw. einzugeben.</p>
<p>Auf jeden Fall ist das praktisch das Tätigen einer Online-Bestellung, etwas mit dem die meisten Internetnutzer vertraut sind. Aber wir haben ein erheblich unterschiedliches Verhalten in den zwei Gruppen gesehen.</p>
<p>Wir haben für jede erfolgreiche Anmeldung die verstrichene Zeit berechnet, die es für den Abschluss der Transaktion vom Anfang bis zum Ende braucht (in Minuten) und stellen diese in einem Graphen dar, wie viel Prozent der Mitglieder es geschafft haben, in einem gewissen Zeitraum die Anmeldung abzuschließen. Es ist ein Summendiagramm, das sich bis zu 100% der Mitglieder entwickelt, die die Anmeldung erfolgreich abgeschlossen haben.</p>
<p>In der .FR-Gruppen haben 75 Prozent der Mitglieder binnen höchstens drei Minuten die Anmeldung abgeschlossen und alle bis auf einen haben es in maximal acht Minuten geschafft <a href="#fn29">[29]</a>. Wir glauben, dass das mit dem normalen Verhalten übereinstimmt: Sich für den Beitritt entscheiden und dann beitreten. Das ist die obere rote Linie im Graphen.</p>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/elapsed-time-to-signup.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/elapsed-time-to-signup.svg" alt="Zeit in Minuten, die während des Anmeldevorgangs bei der .IN- und .FR-Kohorte verstrichen ist" /></a></p>
<p>In der .IN-Gruppe hat die Anmeldung hingegen viel länger gedauert – unterbrochen von langen Pausen zwischen den einzelnen Schritten (was wir später zeigen): In den acht Minuten, binnen derer alle .FR-Mitglieder die Anmeldung abschließen konnten, waren nur ein bisschen mehr als 50 Prozente der .IN-Gruppe so weit; es war viel weiter in die Länge gestreckt.</p>
<p>In der .IN-Gruppe hatten zudem erheblich mehr Probleme mit dem Zahlungsprozess <a href="#fn30">[30]</a>, 45 hatten erfolglose Zahlungsversuche, 13 Anmeldungen wurden abgebrochen verglichen mit 6 Zahlungsfehlversuchen und 3 abgebrochenen Anmeldungen in der Kontrollgruppe.</p>
<p><strong>Die MWG nimmt an, dass dieses Verläufe nicht zu freiwilligen, individuellen und persönlichen Eintritten in die Foundation und einer Zahlung der Beiträge durch die Mitglieder selbst passen.</strong></p>
<h3>Detaillierte Anmeldeverläufe</h3>
<p>Wenn wir bei den Daten in der vorhergehenden Abbildung weiter ins Detail gehen, können wir die kleinen Details in allen Schritten des Anmeldeverfahrens der Vorgänge am 15. November für die zu untersuchende Kohorte zeigen; die Graphen sind detailreicher <a href="#fn31">[31]</a> und verfügen über intensive Anmerkungen, die etwas Erklärung bedürfen, aber eine Geschichte erzählen.</p>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/detailed-signup-timing-IN.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/detailed-signup-timing-IN.svg" alt="Diagramm: Anmeldungen der .IN-Kohorte über die Zeit verteilt" /></a></p>
<p>Die Manager/Teamleiter wurden durch einen Blick auf die Internetpräsenz bestätigt. Andere Anmeldungen könnten auch Manager oder leitende Angestellte sein, die wir nicht identifiziert haben.</p>
<p>Jede einzelne horizontale Linie ist der Zeitstrahl eines einzelnen Anmeldeverfahrens vom Anfang bis zum Ende (von links nach rechts). Die Anmeldelinien sind übereinander gestapelt, um für alle in der Kohorte eine Abfolge über den Tag hinweg zu zeigen: Höhere Linien stellen verschiedene Individuen dar, die später angefangen haben. <a href="#fn32">[32]</a></p>
<p>Schwarze Linien sind erfolgreiche Anmeldungen, während rote erfolglose („abgebrochene Anmeldungen“) und rote Rauten die dazwischen liegende erfolglose Zahlungsversuche sind, die zu irgendeiner Anmeldung gehören können. Der Stapel repräsentiert insgesamt 118 Anmeldeversuche, 101 schlussendlich erfolgreiche und 17 abgebrochene.</p>
<p>Beispielsweise zeigt die unterste Linie eine erfolglose Zahlung um 12:05 IST, eine weitere um 13:38, gefolgt von einer erfolgreichen Zahlung/Anmeldung um 13:41.</p>
<p>Die nächste Linie darüber hat vier fehlgeschlagene Zahlungsversuche, bevor die Anmeldung gelungen ist, und die Linie darüber hat den Anmeldeprozess ohne Fehlversuche abgeschlossen und ihn um 13:00 Uhr abgeschlossen.</p>
<p>Die ersten fünf Anmeldungen stammen von GlobalLogic-Managern, Teamleitern oder Senior-Analysten.</p>
<p>Wir haben schon auf die Schwierigkeiten der .IN-Kohorte bei der Zahlung hingewiesen, was hier intensiv dargestellt wird. <a href="#fn33">[33]</a></p>
<p>Die zweite Auffälligkeit, die wir bemerkten, war die in Schüben erfolgende Anmeldung; der erste Schub um 13:30 IST, der zweite um 15:30 IST. Das ist dieselbe Abbildung, aber mit markierten Schüben:</p>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/detailed-signup-timing-IN-shifts.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/detailed-signup-timing-IN-shifts.svg" alt="Diagramm: Anmeldungen der .IN-Kohorte über die Zeit verteilt mit markierten Blöcken" /></a></p>
<p>Es ist möglich, dass diese zum Tagesplan der Firma an diesem Tag passen: ein ermutigendes Meeting über Mittag, das für die Mitgliedschaft in der OSMF wirbt, dann ein damit nicht zusammenhängendes Meeting später am Nachmittag, das alle von der Arbeit abhält.</p>
<p>Die MWG geht jedoch davon aus, dass es wahrscheinlicher ist, dass wir den Effekt einer Masseneintragungsaktion durch eine kleine Gruppe sehen, die das Formular für eine große Anzahl an Leuten ausgefüllt hat.</p>
<h2>Der Kleinschreibungsfaktor</h2>
<p>Wenn wir auf die Daten schauen <a href="#fn34">[34]</a>, bemerken wir eine unüblich hohe Anzahl an Mitgliedern, die ihre Namen ausschließlich in Kleinbuchstaben geschrieben haben: gerardus mercator anstelle des üblichen Gerardus Mercator. Es ist an sich nicht unüblich <a href="#fn35">[35]</a>, aber es waren deutlich mehr als in der Kontrollgruppe oder unter den OSMF-Mitgliedern insgesamt.</p>
<p>Wir wissen nicht, ob dem regionale Unterschiede zugrunde liegen oder ob es sich um einen Zufall handelt, aber das Einblenden grüner dreieckiger Marker am unteren Rand des Diagramms zeigt ein deutliches Muster:</p>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/detailed-signup-timing-IN-lower.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/detailed-signup-timing-IN-lower.svg" alt="Diagramm: Anmeldungen der .IN-Kohorte über die Zeit verteilt, kleingeschriebene Namen hervorgehoben" /></a></p>
<p>Wir glauben, dass es nicht möglich ist, dass 20 Einzelpersonen sich direkt nach dem Mittagessen anmelden, Kleinbuchstabenliebhaber sind, während nur einer davon in der nachmittäglichen Gruppe ist: Das kann kein Zufall sein.</p>
<p><strong>Wichtiger Hinweis:</strong> Dies berücksichtigt keine regionalen/kulturellen Unterschiede: alle von ihnen sind aus der .IN-Kohorte, die große Mehrheit aus derselben Firma. Es ist fast unmöglich, dass das ein Zufall ist.</p>
<p>Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass ein Mitglied des Dateneintragungsteams schlicht und einfach die Namen in Kleinbuchstaben ergänzt hat, während es den ersten Stapel abgearbeitet hat, aber nicht an der Abarbeitung des zweiten Stapels mitgewirkt hat.</p>
<p>Im Folgenden wird ein deutlich aufgeräumteres Schaubild der Anmeldungen des Tages gezeigt, welches das deutliche Muster der kleingeschriebenen Namen zeigt, die nur im ersten Schwung, aber nicht im zweiten Schwung eingegeben wurde.</p>
<p><a href="/wp-uploads//2019/01/signup-velocity-lower.svg"><img src="/wp-uploads//2019/01/signup-velocity-lower.svg" alt="Säulendiagramm, das den Anteil der kleingeschriebenen Anmeldungen an allen .IN-Anmeldungen zeigt" /></a></p>
<p>Dies ist ein kleiner, aber entscheidender Punkt: Die einzige mögliche Erklärung für diese systematische Ballung eines unüblichen Fehlers ist, dass es sich zumindest teilweise um die Masseneintragung durch einen einzelnen Beauftragten handelt, und nicht um viele Einzelpersonen, die der gleichen Anleitung gefolgt sind.</p>
<h2>Kontaktaufnahme zu den Mitgliedern</h2>
<p>Die MWG hat parallel zur Rohdatenanalyse die Mitglieder beider Gruppen über die Massenmailingwerkzeuge von CiviCRM aufgenommen, um allen Neuanmeldungen aus der .IN-Gruppe am 5. Dezember 2018 um 13:00 UTC die folgende Nachricht zu senden:</p>
<blockquote><p>Hallo [Name],</p>
<p>über 100 Inder (einschließlich dir selbst) sind im November Mitglied der OpenStreetMap Foundation geworden, was eure Anzahl mehr als verfünffacht hat. Im Auftrag der Arbeitsgruppe Mitgliederverwaltung begrüßen wir euch und gratulieren zu diesem bemerkenswerten und historischen Wachstum!</p>
<p>Wir sind über diesen Erfolg erfreut und würden gerne Informationen sammeln, um unsere Mitgliedergewinnungskampagnen in anderen Ländern zu organisieren, die bislang unterdurchschnittlich repräsentiert sind.</p>
<p>Was hat dich dazu bewegt, so zu handeln?</p>
<p>Hast du schon zuvor von irgendwelchen Mitgliedergewinnungskampagnen erfahren?</p>
<p>Wie können wir mehr neue Mitglieder ermutigen, ihren OSM-Benutzernamen im Formular anzugeben?</p>
<p>War die Wahlmöglichkeit zwischen der normalen und assoziierten Mitgliedschaft gut erklärt?</p>
<p>Empfandest du den Zahlungsprozess geradlinig?</p>
<p>Hast du die automatische Begrüßungsnachricht von unserem System erhalten?</p>
<p>Gibt es irgendetwas, das in unserem Prozess vereinfacht werden könnte?</p>
<p>Vielen Dank für deine Kommentare.</p>
<p>Die Arbeitsgruppe Mitgliederverwaltung von OpenStreetMap</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig wurde die praktisch gleiche Nachricht ins Französische übersetzt <a href="#fn36">[36]</a> und der .FR-Kohorte gesendet. Alle Antworten gingen im E-Mail-Ticketsystem der OSMF ein.</p>
<p>Die französischen Antworten waren deutlich zahlreicher, trafen erheblich schneller ein (die meisten binnen der ersten 24 Stunden) und waren länger und ermutigender. Wir sind für die konstruktiven Antworten und Vorschläge dankbar, die wir von ihnen erhalten haben und die der MWG in ihrer täglichen Arbeit helfen werden. Das hat praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen, mehr als wir erwartet haben <a href="#fn37">[37]</a>.</p>
<p>Die MWG erhielt 30 Antworten:</p>
<ul>
<li>22 aus der .FR-Kohorte</li>
<li>1 aus Indien, von der wir aber wissen, dass sie nicht zu GlobalLogic gehört</li>
<li>7 aus der .IN-Kohorte, die wahrscheinlich zu GlobalLogic gehören.</li>
</ul>
<p>Der eine Inder, der antwortete und nicht zu GlobalLogic gehört – ein langjähriger Mapper, der seinen OSM-Benutzernamen angegeben hat, war ähnlich freundlich und kommunikativ.</p>
<p>Die Antworten der GlobalLogic-Mitglieder waren knapp, nicht besonders gesprächig und haben mehr Fragen aufgeworfen, als sie beantwortet haben.</p>
<ul>
<li>Alle sieben behaupten, dass der Unterschied zwischen einer assoziierten und normalen Mitgliedschaft ihnen bekannt war.</li>
<li>Einige gaben an, dass sie Zahlungsprobleme gehabt hätten, was zu unseren Beobachtungen passt.</li>
<li>Keiner der sieben hat auf den Beitrag des GlobalLogic-Vertreters auf der Mailingliste Talk-in Bezug genommen. Der indische Mapper, der nicht bei GlobalLogic arbeitet, tat es hingegen.</li>
<li>Als Antwort auf die Frage „Wie können wir mehr neue Mitglieder ermutigen, ihren OSM-Benutzernamen im Formular anzugeben?“ schlugen sechs der sieben GlobalLogic-Antworten vor, dass das Feld verpflichtend („mandatory“, Anm. d. Übers.) <a href="#fn38">[38]</a> werden solle, während einer die Frage nicht beantwortet hat. Nur drei Personen der Kontrollgruppe erwähnten das, gingen aber mit mehr Details darauf ein und erörterten es. Das legt vorgefertigte Antworten auf die E-Mails in der .IN-Kohorte nahe.</li>
<li>Eine Person behauptet, dass sie &#8222;neu [sei] und kürzlich mit dem Bearbeiten von OSM-Daten begonnen habe“. Ihr Linkedin-Profil zeigt jedoch, dass sie seit 15 Monaten „Manager – OpenStretMap“ bei GlobalLogic war und stolz ihre Arbeit an OSM, HOT-Aufgaben und Missing Maps kund tat.</li>
</ul>
<p>Um fair zu sein: Die Kontrollgruppe hat die Nachricht in ihrer Muttersprache (Französisch) erhalten und beantwortet, während die .IN-Kohorte auf Englisch kommunizieren musste <a href="#fn39">[39]</a>. Wir glauben, dass das Verwenden einer Fremdsprache die Gesprächigkeit dämpft (und die Antwortfreudigkeit im Ganzen).</p>
<p>Die Antworten machten nichtsdestotrotz die Umstände des Aufrufs noch undurchsichtiger. Vertreter der Firma hatten zuvor behauptet, dass der Beitrag auf der Mailingliste Talk-in diese Anmeldungen ausgelöst habe, aber keiner der sieben Antwortenden hat das erwähnt, einschließlich der Vertreter der Firma selbst.</p>
<p>Desweiteren ist es gut möglich, dass ein Benutzer die Meldung im Begrüßungsbildschirm von JOSM gesehen hat, die zum Beitritt aufgerufen hat. Es scheint jedoch verdächtigt, dass eine Nachricht, die seit dem 6. November sichtbar war, ein Handeln ausgelöst hat, das zeitlich so eng an den nominell unabhängigen Anmeldungen in der Eile kurz vor Fristende ausgelöst hat.</p>
<p>Zudem hat die Meldung auf dem JOSM-Startbildschirm Links zur Hauptseite enthalten, die beide Wahlmöglichkeiten anbietet: Erneut hat sich niemand für die normale Mitgliedschaft entschieden.</p>
<p>Desweiteren ist der MWG von mehreren Hinweisgebern, die anonym bleiben möchten, mitgeteilt worden, dass GlobalLogic-Mitarbeiter angewiesen wurden, über die Sache Stillschweigen zu bewahren, was den Mangel an Antworten auf die Umfrage und auch die merkwürdigen Gemeinsamkeiten unter den Antworten erklärt.</p>
<p>Angehörige der indischen Community, die diese Anmeldungen für verdächtig empfanden und uns mit entscheidenden Informationen versorgt haben, waren nicht willig, Informationen zu Protokoll zu geben, was nachvollziehbar ist. Die Geodatenbranche ist klein und einige befürchten, dass das Weitergeben von Informationen an die Öffentlichkeit sieh ihren Arbeitsplatz oder ihre Karriere kosten könnte.</p>
<p><strong>Die MWG betrachtet die Antworten der untersuchten Kohorte als arglistig ein.</strong></p>
<h2>Schlussfolgerungen</h2>
<p>Die MWG hat in den letzten Wochen hunderte Stunden in diese Untersuchung investiert und versucht, zu ermitteln, was geschehen war und wohin die Belege uns bringen.</p>
<p>Diese Rückschlüsse sind unsere beste, gemeinschaftliche Beurteilung. Ihnen liegen ausschließlich Beweise zu Grunde. Wir haben aktiv nach alternativen – einschließlich unschuldiger oder entschuldigender – Erklärungen gesucht und einige Ermittlungsansätze veworfen, wenn die Schlussfolgerungen nicht von mehr als reiner Spekulation gestützt werden konnten.</p>
<p>Einige Rückschlüsse wurden durch teilweise durch informelle Hinweisen gestützt, aber wir haben diesen eine beschränkte Beweiskraft zugemessen (insbesondere, wenn eine Quelle möglicherweise ein Hühnchen mit jemandem zu rupfen hatt). In keinem Fall stützen sich unsere Ergebnisse ganz oder auch nur größtenteils auf anonyme Quellen.</p>
<p>Auch wenn ein Autor (Guillaume) zu diesem Zeitpunkt für die Vorstandswahl kandidiert hat, fand ein Großteil der Untersuchungen statt, nachdem diese Mitglieder für nicht stimmberechtigt erklärt worden waren, was den Einfluss auf die Wahlen im Jahr 2018 hinfällig macht.</p>
<p>Keiner der Hauptautoren hat irgendwelche Interessenskonflikte mit dem Gegenstand dieser Untersuchung.</p>
<p>Ausführliche Erklärung der Rückschlüsse, die in der Zusammenfassung genannt werden:</p>
<h3>Es handelt sich um echte Mitglieder, keine Fakes</h3>
<p>Es war ursprünglich gegenüber dem Vorstand in Frage gestellt worden, ob diese Anmeldungen, die in letzter Minute eintrafen, erfundene Identitäten seien, um die Wahl zu beeinflussen. Es hat die MWG nicht viel Zeit gekostet, um festzustellen, dass das schlicht und einfach nicht der Fall ist; zu allen Mitglieder gibt es echte Personen.</p>
<h3>Zentral geleitete, gerichtete Kampagne des Arbeitgebers</h3>
<p>Wir haben mit der Kontrollgruppe beobachtet, wie eine natürliche Reaktion auf eine Kampagne aussieht, und es scheint dass es nicht glaubwürdig ist, dass der Aufruf auf der Mailingliste Talk-in oder auf dem JOSM-Startbildschirm diese heftige Reaktion in einem so kurzem Zeitfenster ausgelöst hat.</p>
<p>Auch wenn es gut vorstellbar ist, dass jemand den Beitrag von der Mailingliste Talk-in an einen internen mitarbeiter@-Mailverteiler weiterleitet und die Kollegen – selbst mit einer persönlichen Ansprache – zum Eintritt in die Foundation einlädt, so ist die Reaktion weit jenseits dessen, was eine freiwillige Mitgliedergewinnungskampagne jemals in der Geschichte der OSMF bewirkt hat.</p>
<p>Die MWG geht davon aus, dass die Firma die Mehrheit dieser Mitgliedschaften <em>angeordnet</em> hat.</p>
<h3>Die Mitglieder haben sich nicht frei und uns aus eigenen Motiven angemeldet</h3>
<p>Man kann sich vorstellen, dass eine Firma ihre Mitarbeiter anweist, der OSMF beizutreten und dass die Mitarbeiter dem durch individuelle und private (aber nicht freiwillige) Beitritte Folge leisten, aber wir glauben, dass es das so nicht geschehen ist.</p>
<p>Wir betonen, dass es bei jeder Massenanmeldung und jedem Bezahlverfahren einen Arbeitsablauf geben muss, wir haben es jedoch nicht geschafft, diesen vollständig nachzuvollziehen (wir haben sehr wenig Insiderwissen darüber).</p>
<p>Die MWG glaubt, dass der einheitliche Mangel an Benutzername, die konsequente Auswahl der assoziierten Mitgliedschaft und zusätzlich das interessante Kleinschreibungsmuster bedeuten, dass die Mitgliedschaften größtenteils zentral von einer kleinen Gruppe angelegt wurden, möglicherweise zusammen mit einer Liste an Gmail-Adressen.</p>
<p>Durch die Auswahl der assoziierten Mitgliedschaft, für die weniger Informationen erforderlich sind, war die Eingabe der Daten schneller und, weil die Mitarbeiterliste keine OSM-Benutzernamen enthielt, wurden diese nicht angegeben (es fiel offenbar keinem ein, dass das verdächtig sein könnte).</p>
<p>Eine alternative Erklärung für die fehlenden OSM-Benutzername ist, dass sie diese absichtlich weggelassen haben, um eine Verbindung zu ihrem Arbeitgeber zu vermeiden.</p>
<p>Auch wenn wir glauben, dass einige der Bezahlungsschwierigkeiten echt sind, lassen sich viele andere mit einer hastigen Anmeldung vieler Mitarbeiter in kurzer Zeit und einem ungewohnten Arbeitsablauf erklären.</p>
<h3>Wir haben die starke Vermutung, dass der Arbeitgeber diese Mitgliedschaften bezahlt hat</h3>
<p>Wir haben untersucht, ob diese Mitgliedschaften direkt vom Arbeitgeber bezahlt wurden. Obwohl es zahlreiche Fälle gab, in denen eine Person für drei bis vier andere bezahlt hat, haben genug Mitglieder selbst bezahlt, zumindest soweit PayPal uns das mitteilt, sodass wir nicht behaupten können, dass es ein gemeinsames Bezahlungsmuster gibt.</p>
<p>Die MWG kann nur Indizien veröffentlichen, die eine Erstattung durch den Arbeitgeber nahelegen. Uns hat jedoch mehr als eine Person vertraulich mitgeteilt, dass dies geschehen werde.</p>
<p>Wir sind skeptisch, dass von den Mitarbeiter, die auf einen weiteren Aufruf des Arbeitgebers reagieren werden, der OSMF beizutreten, erwartet wird, 15 Britische Pfund aus eigener Tasche zu bezahlen. 15 Pfund entspricht einem signifikant hohen Anteil des Einkommens eines recht hoch bezahlten Mitarbeiters in Hyderabad <a href="#fn40">[40]</a>.</p>
<p>Wir erkennen an, dass es nicht gegen die Regeln der OSMF verstößt, wenn eine Firma die Mitgliedschaften bezahlt und darüber offen ist. Es aber in einer derart heimlichen Art und Weise zu machen, macht insbesondere im Umfeld einer Wahl daraus eine Frage der Aufrichtigkeit und Transparenz und weniger eine finanzielle.</p>
<h3>Die OSMF hat Glück, diese Kampagne entdeckt zu haben</h3>
<p>Der einzige Grund, warum das entdeckt wurde, war der Umstand, dass die Firma so schlampig damit umgegangen ist: Das massenhafte Abschließen von Mitgliedschaften in letzter Minute und der enorme Zustrom an 100 Mitgliedern, der die durchschnittliche Anzahl täglich aktiver Mapper übersteigt haben Aufmerksamkeit auf sich gezogen.</p>
<p>Weder hat einer der Mitarbeiter hat seine dienstliche E-Mail-Adresse angegeben noch seinen OSM-Benutzernamen. Das Fehlen beider macht es erheblich schwieriger, das gemeinsame Agieren als Gruppe zu erkennen.</p>
<p>Wäre diese Kampagne stiller erfolgt und hätte sie deutlich früher im Vorfeld (und vor Ende der Frist) angefangen, wäre sie bis auf ihren wie auch immer gearteten Einfluss auf die Wahl unbemerkt geblieben.</p>
<h3>Wir haben keine Kenntnis über die Motive der Kampagne</h3>
<p>Die MWG ist überzeugt, dass diese Kampagne vom Arbeitgeber geleitet wurde, aber wissen nicht warum.</p>
<p>Man mag spekulieren, dass es ein bloß ein unschuldiger, aber plumper Versuch war, die Foundation zu unterstützen <a href="#fn41">[41]</a>.</p>
<p>Wir wissen aus verschiedenen Quellen, dass die Firma mehrfach vertraulich gegenüber dem Vorstand die Frage aufgeworfen hat, ob sie denn wählen dürfe. Diese Frage wurde auch von GlobalLogic-Mitarbeitern in vertraulichen Konversationen mit der MWG aufgeworfen. Interessanterweise wurde diese Frage selten, wenn überhaupt, in gelegentlichen Konversationen mit Freunden aufgeworfen, die den Stichtag verpasst haben.</p>
<p>Man kann hier nicht helfen, aber zur Schlussfolgerung kommen, dass dies etwas mit der Wahl zu tun hat, und sich fragen, ob diese neuen Mitglieder möglicherweise zusätzlich zu der Beitrittsanweisung noch eine Abstimmungsanweisung erhalten haben.</p>
<p>Bislang haben wir keinen Beweis, nicht einmal Informationen hinter den Kulissen mitbekommen, was jemand in Bezug auf die Vorstandkandidaten geplant hätte. Die Mitarbeiter wissen es möglicherweise selber nicht <a href="#fn42">[42]</a>.</p>
<h3>Die Firma ist nicht ehrlich</h3>
<p>Die Firma hat gegenüber der Öffentlichkeit und dem Vorstand behauptet, dass das eine freiwillige Reaktion auf einen öffentlichen Beitrag auf der Mailingliste war, aber das kann schwerlich mit unseren Erkenntnissen in Einklang gebracht werden: Die Äußerungen der Firma erscheinen nicht glaubwürdig.</p>
<p>Das wirft die Frage auf, ob diese Firma, die immerhin Teil der Mapping-Community ist, aufrichtig in Bezug auf ihre Aktionen und Absichten ist, und ob das mit einer verantwortungsvollen Geschäftsführung in der OSMF zusammenpasst.</p>
<p>Die MWG hat das Unternehmen bezüglich dieser Angelegenheit nicht offiziell kontaktiert, da wir denken, dass das die Aufgabe des OSMF-Vorstands ist.</p>
<p>Wir schlussfolgern, dass diese Last-Minute-Beitritte koordiniert waren und die Firma nicht ehrlich ist. Wir denken, dass diese Beitritte nicht unschuldig sind, da die Firma mehrfach auf die Wahlberechtigung gedrängt hat.</p>
<h2>Empfehlungen</h2>
<p>Wir hoffen, dass die Community darauf mit Eintritten in die OSMF reagiert und andere Mapper zum Eintritt ermutigt, um die Anzahl der Mitglieder zu erhöhen. Eine breite und vielfältige Teilnahme der Mapper an den Zielen der OSMF macht uns gegenüber einer Stimmabgabe en bloc weniger anfällig.</p>
<p>Die MWG erkennt, dass rechtliche Mittel gegen schädliches Verhalten nur begrenzt wirken und denkt, dass jegliche Aktionen gegen GlobalLogic oder deren Mitarbeiter und Kunden dem Vorstand und der breiteren Community obliegen. Diese neuen Mitglieder waren auf der Mitgliederversammlung im Jahr 2018 nicht stimmberechtigt und werden, sofern sie nicht nächstes Jahr (d.h. 2019, Anm. d. Übs.) ihre Mitgliedschaft erneuern, möglicherweise nicht im Dezember 2019 wählen dürfen.</p>
<p>Wir glauben aber, dass das Bedenken aufkommen lässt, die vielen OSMF-Mitgliedern teilen: Kann eine Wahl von einer Kampagne im Geheimen ungerecht beeinflusst werden? Was würde eine Firma von einer offenen Kampagne abhalten?</p>
<p><em>Die MWG ist der Meinung, dass Transparenz das beste Gegenmittel gegen die meisten Probleme auf Leitungsebene ist.</em></p>
<p>Dementsprechend haben wir einige Vorschläge zur Erhöhung der Transparenz und Vermeidung von Überraschungen diskutiert: Wir stellen diese zur Diskussion, ohne ihre Annahme vorzuschlagen. Die MWG ist nicht der richtige Körper, um über diese Fragen zu entscheiden. Einige Vorschläge erfordern eine Änderung der OSMF-Satzung.</p>
<ul>
<li>Das Verlangen einer Bestätigung der E-Mail-Adresse bei neuen Mitgliedschaften würde es anderen schädlichen Kampagnen erschweren, für ihre Mitarbeiter ohne deren aktives Mitwirken OSMF-Mitgliedschaften abzuschließen.</li>
<li>Angabe der geschäftlichen Zugehörigkeit („Firma“) während er Registrierung ermöglichen <a href="#fn43">[43]</a> und es bei den existierenden Exporten der Liste aktiver Mitglieder mit exportieren. Selbst wenn das Feld nicht verpflichtend ist, würde es anderen ermöglichen, das die Transparenz und Offenheit bei jeglichen künftigen Kampagnen zu beurteilen.</li>
<li>Einführung einer neuen Richtlinie, dass die OSMF eine Liste der Stimmabgaben nach jeder Wahl veröffentlicht, die es den Mitgliedern erlauben, für sich selbst zu entscheiden, ob eine Firma einheitlich abgestimmt hat (die Stimmabgaben selbst würden stets geheim bleiben).</li>
<li>Klarstellung lange im Vorfeld der nächsten Mitgliederversammlung, wann der exakte und korrekte Stichtag und -zeitpunkt sein wird.</li>
<li>Darum bitten/verlangen, dass Firmen, die OSMF-Eintritte ihrer Mitarbeiter bezahlen, dies an irgendeinem Ort offenlegen (Mailingliste OSMF-Talk? membership@? board@? Kästchen bei der Anmeldung?).<br />
Das wäre, abgesehen von der Entdeckung von Verstößen im Nachhinein, schwer durchzusetzen, aber die Voraussetzung selbst und die Androhung der Durchsetzung (oder schlechte PR) wäre genug, um böse Gestalten abzuhalten.</li>
<li>Nur überprüften, aktiven Mappern das Stimmabgabe und die Kandidatur für den Vorstand gestatten.</li>
<li>Wahlempfehlungen durch Arbeitgeber, Stimmabgabe unter Zwang, Stimmenkauf, den Kauf von Wahlbeteiligung und/oder Wahlbetrug explizit verbieten.</li>
<li>Die Operations Working Group (OWG) zu bitten, beim CiviCRM-Webserver, der für die OSMF-Mitgliederverwaltung dient, eine längere Rückhaltung von Server-Protokolldateien zu erwägen, einschließlich Neuanmeldungen; wir meinen, dass die Speicherdauer momentan zwei Wochen beträgt.</li>
<li>Wir empfehlen dem Vorstand, mit GlobalLogic Kontakt aufzunehmen, um in Dialog zu treten, Absichten zu klären und einen Plan zu erarbeiten, wie man die Transparenz ihrer Aktivitäten in der OSM-Welt erhöht, möglicherweise durch eine Firmenmitgliedschaft.</li>
</ul>
<h2>Fußnoten</h2>
<ul style="list-style: none; padding: 0; margin: 0;">
<li style="list-style-type: none;">
<ul style="list-style: none;">
<li id="fn01">[1] kleine Korrektur des Ortes des Mapbox-Büro am 14. Januar 2019</li>
<li id="fn02">[2] Hauptautoren mit intensiver Unterstützung der größeren MWG-/OSMF-/OSM-Community</li>
<li id="fn03">[3] 19 Stimmen haben bei der Wahl im Jahr 2017 den Ausschlag gegeben und 100 Stimmen wären genug gewesen, um irgendeinen Kandidaten der Wahl 2017 ins Amt zu befördern. Die Zahlen aus dem Jahr 2018 waren natürlich noch nicht verfügbar, als diese Stimmabgabe erfolgt ist, aber 100 Stimmen hätten gereicht, um zwischen den zwei möglichen Kandidaten für den zweiten Vorstandsposten auswählen zu dürfen.</li>
<li id="fn04">[4] <a href="https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Membership_Working_Group">https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Membership_Working_Group</a></li>
<li id="fn05">[5] Da Guillaume die Vertraulichkeitsvereinbarung der MWG unterschrieben hat, hat er Zugang zu diesen Informationen, wie z.B. dem vollständigen Mitgliederverzeichnis (obwohl alle Mitglieder das auf Anfrage erhalten). Weil er damals für den Vorstand kandidiert hat, hat er diesen Fall vertraulich gemeldet und es nicht öffentlich getan.</li>
<li id="&quot;fn06">[6] <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2011-August/001139.html">https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2011-August/001139.html</a></li>
<li id="fn07">[7] <a href="https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Board/Minutes/2018-12-20">https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Board/Minutes/2018-12-20</a> Ref: “2018/Res12”</li>
<li id="fn08">[8] <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2018-November/005456.html">https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2018-November/005456.html</a></li>
<li id="fn09">[9] mit Ja gestimmt: Steve Friedl, Guillaume Rischard, Michael Spreng; Enthaltung: Paul Norman</li>
<li id="fn10">[10] <a href="https://www.openstreetmap.org/user/SunCobalt/diary/47107">https://www.openstreetmap.org/user/SunCobalt/diary/47107</a></li>
<li id="fn11">[11] GlobalLogic war zuvor Gegenstand von Beschwerden, die die an die DWG gerichtet wurden, als sie für Apple und Grab tätig waren.</li>
<li id="fn12">[12] Aus CiviCRM, dem von der OSMF verwendeten Mitgliederverwaltungssystem</li>
<li id="fn13">[13] In einem Diagramm, das einen größeren Zeitraum zeigt, ist der Unterschied noch deutlicher.</li>
<li id="fn14">[14] Dieser Beitrag erschien <em>kurz</em> nachdem zwei GlobalLogic-Manager begonnen hatten, sich als Mitglieder anzumelden.</li>
<li id="fn15">[15] <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/talk-in/2018-November/003216.html">https://lists.openstreetmap.org/pipermail/talk-in/2018-November/003216.html</a></li>
<li id="fn16">[16] Die Vertreter der Firma haben später den Begriff „ermutigender Beitrag“ verwendet, weshalb wir das durchweg auch tun, austauschbaur mit „Aufruf“.</li>
<li id="fn17">[17] <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/talk-in/2018-December/003225.html">https://lists.openstreetmap.org/pipermail/talk-in/2018-December/003225.html</a></li>
<li id="fn18">[18] <a href="https://lists.openstreetmap.org/roster/talk-in">https://lists.openstreetmap.org/roster/talk-in</a></li>
<li id="fn19">[19] <a href="https://stateofthemap.asia/">https://stateofthemap.asia/</a></li>
<li id="fn20">[20] Die erste Fassung dieses Berichts, die dem Vorstand am 26. Dezember 2018 übermittelt wurde, gab als Ort des alten Mapbox-Büros Hyderabad an. Das wurde gemeldet und am 14. Januar 2019 korrigiert.</li>
<li id="fn21">[21] HOT (<a href="https://www.hotosm.org/">https://www.hotosm.org/</a>) ist eine in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe tägite Nichtregierungsorganisation im Bereich der Kartierung. HOT-Änderungssätze sind mit „#hot[Ziffern]“ in den Änderungssatzkommentaren versehen, z.B. #hot4986. Das verwendete Skript ist unter <a href="https://gist.github.com/grischard/d3e947fa8e3ccac1a5c327f920a418b5">https://gist.github.com/grischard/d3e947fa8e3ccac1a5c327f920a418b5</a> zu finden.</li>
<li id="fn22">[22] <a href="https://qz.com/1481849/grab-southeast-asias-biggest-ride-hailing-firm-is-on-a-mapping-spree">https://qz.com/1481849/grab-southeast-asias-biggest-ride-hailing-firm-is-on-a-mapping-spree</a> erwähnt 100 Mapper mit Sitz in Indien. In einer vertraulichen Konversation hat ein GlobalLogic-Angehöriger behauptet, dass er nicht Teil sei oder Kontakt zum Grab-Team von GlobalLogic habe.</li>
<li id="fn23">[23] <em>[OSM-talk-fr] rappel concernant l&#8217;élection de OSMF board</em>, <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/talk-fr/2018-November/090979.html">https://lists.openstreetmap.org/pipermail/talk-fr/2018-November/090979.html</a> (Titel im englischen Originalbericht nicht übersetzt, Anm. d. Übs.)</li>
<li id="fn24">[24] 48h pour ré-équilibrer la gouvernance de la fondation OpenStreetMap <a href="https://medium.com/@cq94/-906f3f648d27">https://medium.com/@cq94/-906f3f648d27</a></li>
<li id="fn25">[25] Details siehe <a href="https://join.osmfoundation.org/">https://join.osmfoundation.org/</a></li>
<li id="fn26">[26] einmal öffentlich auf der Mailingliste Talk-in, einmal in persönlicher Konversation mit dem Vorstand</li>
<li id="fn27">[27] Nur erfolgreiche Anmeldungen wurden gezählt.</li>
<li id="fn28">[28] Wir erkennen an, dass ein paar Mitglieder ihren Benutzernamen absichtlich nicht angeben, um anonym zu bleiben. Wir haben nicht geprüft, ob die .FR-Mitglieder, die ihren Benutzernamen nicht angegeben haben, OpenStreetMap-Konten mit derselben E-Mail-Adresse haben.</li>
<li id="fn29">[29] Ein einziger .FR-Ausreißer hat bis zum Abschluss 17 Stunden gebraucht, wozu auch ein fehlgeschlagener Zahlungsversuch direkt zu Beginn des Prozesses und ein Abschluss der Registrierung am Folgetage gehört. Wir alle hatten schon einmal Probleme mit einer Kreditkarte, einer Internetverbindung oder sogar einem schreienden Kind, das uns von einer Online-Bestellung abgehalten hat.</li>
<li id="fn30">[30] Ein neues Mitglied aus Indien, das nicht zu GlobalLogic gehört, hat es am 15. November geschafft, innerhalb von zwei Minuten mit nur einem einzige Zahlungsversuch Mitglied zu werden.</li>
<li id="fn31">[31] Es tut uns leid, dass dieses Schaubild so chaotisch ist. Wir bitten und Verständnis und versprechen, dass es Sinn ergibt.</li>
<li id="fn32">[32] Die Tatsache, dass die ersten Punkte der darüber liegenden Linien eine glatte Kurve bilden ist dem Design des Diagramms geschuldet, nicht einem Muster. Es sollte kein Anlass sein, Verdacht zu schöpfen, die große Anzahl an Anmeldungen in derart kurzer Zeit sollte es jedoch.</li>
<li id="fn33">[33] Wir haben korrespondierende detaillierte Schaubilder für die Anmeldungen aus der .FR-Kohorte, aber sie waren so normal und hatte so wenig Anomalien, dass sie nicht einmal ansatzweise irgendetwas Nützliches hinzufügen würden.</li>
<li id="fn34">[34] viele viele Stunden lang</li>
<li id="fn35">[35] Sogar ein MWG-Mitglied schreibt seinen Namen so.</li>
<li id="fn36">[36] Die MWG hat mindestens einen französischen Muttersprachler (Guillaume).</li>
<li id="fn37">[37] Wir haben andere Aktionen im Hinterkopf, die Anlass zum Versand von Serien-E-Mails sind.</li>
<li id="fn38">[38] Fünf Mal wurde das Wort „mandatory“ verwendet, das Wort „compulsory“ wurde in der sechsten Antwort verwendet, die wir empfangen haben.</li>
<li id="fn39">[39] Englisch ist in Indien recht gebräuchlich, da es als Brücke zwischen den Sprachen dient. Höhere Bildung wird in Englischer Sprache unterrichtet und die Mailingliste Talk-in und die indische OSM-Telegram-Gruppe nutzen die englisch Sprache. GlobalLogic schreibt Jobs in Hyderabad auf Englisch aus und verlangt von den Bewerbern, dass sie einen schriftliche Test mit englischen Fragen und Antworten bestehen.</li>
<li id="fn40">[40] Glassdoor listet Gehälter bei GlobalLogic beginnend bei ₹1,38L/Jahr oder umgerechnet etwa 130 Britische Pfund pro Monat. Vertraulichen Konversationen zufolge verdient ein erfahrener Experte bis zu ₹7,2L pro Jahr, umgerechnet etwa 675 Britische Pfund pro Monat.</li>
<li id="fn41">[41] Dafür gibt es Firmenmitgliedschaften.</li>
<li id="fn42">[42] es wäre möglich gewesen, den nächsten Schritt („Wahlanweisung“) an die Mitarbeiter offenzulegen, nachdem die Wahl einige Wochen später im Gange war.</li>
<li id="fn43">[43] CiviCRM scheint dieses Feld schon zu unterstützen, wir haben es jedoch noch nicht im Detail untersucht.</li>
</ul>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wahlen zum Vorstand der OpenStreetMap Foundation 2018 – Einordnung der Kandidaten</title>
		<link>/blog/2018/12/wahlen-zum-vorstand-der-openstreetmap-foundation-2018-einordnung-der-kandidaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Dec 2018 21:26:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Beitrag enthält die persönliche Meinung von Michael Reichert. Weder wird inhaltliche Neutralität angestrebt noch gibt dieser Beitrag die Meinung der Redaktion wieder. Bitte lest selber die Wahlprogramme und die Antworten der Kandidaten auf den Fragenkatalog durch, um euch eine &#8230; <a href="/blog/2018/12/wahlen-zum-vorstand-der-openstreetmap-foundation-2018-einordnung-der-kandidaten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Beitrag enthält die persönliche Meinung von Michael Reichert. Weder wird inhaltliche Neutralität angestrebt noch gibt dieser Beitrag die Meinung der Redaktion wieder. Bitte lest selber die <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Foundation/AGM18/Election_to_Board/Answers_and_manifestos">Wahlprogramme und die Antworten</a> der Kandidaten auf den Fragenkatalog durch, um euch eine eigene Meinung zu bilden.</em></p>
<h2>Woran kann man sich bei der Auswahl der Kandidaten orientieren?</h2>
<p>Viele haben ihre eigenen, persönlichen Entscheidungskriterien. Um das Verständnis dieses Beitrags zu erleichtern, lege ich zuerst einmal dar, was mir wichtig ist.</p>
<h3>Freiheit der Mitwirkenden</h3>
<p>Bislang folgt das Handeln der OSMF dem Grundsatz „support, not control“ (unterstützen, nicht kontrollieren) und ist daher das eines Fördervereins. Die OSMF hält die Rechte an den Daten und betreibt die zentralen Dienste, schreibt aber nicht viel vor und überlässt es in großen Teilen der Community, Regeln festzulegen. Es gibt jedoch Kandidaten, die das ändern möchten. Sie streben an, dass die OSMF eine führende bzw. herrschende Position im OpenStreetMap-Projekt einnimmt. Regionale Communitys sollten „Leader“ (Führer) haben. Das mag zwar eine Wunschvorstellung sein, denn in den Industrieländern ist OSM eben keine hierarchische Organisation, sondern eine Graswurzelbewegung mit vielen selber denkenden Individuen.</p>
<p>Wenn OSM jedoch hierarchischer wird, verliert es seinen Kern – die Unabhängigkeit. OSM gehört niemandem. Keine Firma, keine kapitalistischen Interessen entscheiden, wo die Reise hingeht.<del></del></p>
<h3>Die OSMF als Organisation ehrenamtlicher Kräfte</h3>
<p>Die OSMF wird derzeit von Freiwilligen getragen. Nur die Buchhaltung und etwas administrative Assistenz geschieht durch bezahlte Kräfte. Ein Teil der Kandidaten ist dafür, mehr Tätigkeiten durch bezahlte Kräfte durchzuführen. Hierbei muss unterschieden werden, um welche Tätigkeiten es geht. Geht es um einfache Verwaltungsarbeiten wie etwa die Mitgliederverwaltung? Handelt es sich um Software-Entwickler, die Features für die OpenStreetMap-Website programmieren? Will man Projektmanager anstellen oder gar Leute, die wie ein Geschäftsführer aktiv Entscheidungen treffen und die Richtung vorgeben?</p>
<p>Mehr bezahlte Kräfte machen zwar eine Organisation schlagkräftiger, bergen aber auch Risiken. Bezahlte Kräfte kosten Geld, das von Geldgebern eingeworben werden muss und zu Abhängigkeiten führt. Die Freiwilligen in der OSMF sind selbst denkende Individuen, kein Arbeitervolk. Dieses Selberdenken sollte man wertschätzen und nicht als Hindernis betrachten. Wenn eine Tätigkeit gemeinsam durch bezahlte und ehrenamtliche Kräfte durchgeführt wird, <del>kann</del> wird das die Motivation der Freiwilligen senken. Gerade dann, wenn die bezahlten Kräfte nicht den Freiwilligen untergeordnet sind oder bestimmte bisherige Communitymitglieder plötzlich bezahlt werden.</p>
<p>Das geplante Förderprogramm hat einen Umfang, der entweder eines verstärkten Engagements Freiwilliger oder einer bezahlten Arbeitskraft bedarf. Kandidaten, die deutlich für mehr Förderung sind, bringen über die Hintertür einen Mitarbeiterstab mit.</p>
<p>Ist ein Mitarbeiterstab einmal vorhanden, wird dieser alles daran setzen, seine Position zu verteidigen und seine Posten zu sichern (ist ja schließlich deren Einkommen). Daher sollten bezahlte Tätigkeiten gering gehalten werden, da sie ein Suchtpotential bieten. Eine vertretbare und dennoch nützliche Möglichkeit wäre die projektbasierte Beschäftigung, z.B. für die Umsetzung konkreter Features für die OSM-Website oder andere Kern-Software, für die sich Firmen nicht interessieren.</p>
<p>Selbst wenn Vorstände nicht aktiv neue bezahlte Stellen zur Diskussion stellen, gibt es Möglichkeiten die OSMF langsam umzubauen. Wenn Vorstände über die Arbeitsgruppen hinweg Entscheidungen treffen und diese vor vollendete Tatsachen setzen, demotiviert das Freiwillige. Die fehlende Motivation führt zu weniger Engagement. Dieses kann später als Argument für die Anstellung einer bezahlten Kraft dienen.</p>
<h3>Code of Conduct</h3>
<p>Aus den USA schwappt in den letzten Jahren der Code-of-Conduct-Trend über die Open-Source-Szene. Ziel der Befürworter von solchen Verhaltenskodexen ist es, die Communitys für Außenstehende „freundlicher“ zu machen und eine Willkommenskultur zu etablieren. Damit solle nicht nur der Anteil von Frauen, sondern auch anderen Minderheiten (homo-/bisexuell, transgender/-sexuell, Hautfarbe, …) erhöht werden. Ein Verhaltenskodex ist an sich nicht schlecht. Manche Communitys und manche Leute sind für Außenstehende nicht gerade einladend. Das Problem daran ist jedoch, dass einigen prominenten Code-of-Conduct-Befürwortern in der OSM-Community der Ruf anhaftet, Verhaltenskodexe zum Ausschluss kritischer Stimmen zu nutzen. Außerhalb von OSM scheinen Code of Conducts eine Waffe zum Aufbrechen alter Machtstrukturen zu sein (das kann gut und schlecht sein). Aus HOT US Inc. gibt es Berichte, von Verfahren gegen Leute, die ihre Meinung zu deutlich ausgesprochen haben.</p>
<p>War da eine kulturelle Kompenente im Spiel? HOT ist von US-Amerikanern dominiert, deren Diskussionskultur eine andere ist. Wenn jemand, der nicht englischer Muttersprachler ist, seine Meinung auf seine Art ausdrückt, kann es leicht passieren, dass das von Amerikanern als Verstoß gegen die Konventionen wahrgenommen wird.</p>
<p>Ist jedoch ein Code of Conduct, den eine Gruppe von oben herab durchdrückt, für OpenStreetMap überhaupt geeignet? Anders als in vielen Open-Source-Software-Projekten sind bei OSM die nationalen und regionalen Communitys, die nicht auf englisch kommunizieren, groß. Jede Sprache hat ihre eigene Kommunikationskultur. Daher sollte die Festlegung von Regeln wie sonst in OSM auch üblich von unten herauf geschehen.</p>
<h3>Umgang mit Firmen und Interessenskonflikten</h3>
<p>Im Vorfeld dieser Wahl sind einige Dinge teils deutlich, teils weniger deutlich zu Tage getreten, die man zum Anlass nehmen sollte, über den Umgang mit Firmen und deren Interessen in der OSMF nachzudenken.</p>
<p>Am 1. November 2018 hat Frederik Ramm auf der Mailingliste OSMF-Talk <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2018-November/005335.html">berichtet</a>, dass Mitarbeiter zweier Firmen ihn darüber informiert hätten, dass ihnen vom Arbeitgeber der OSMF-Mitgliedsbeitrag erstattet und Wahlempfehlungen erteilt werden. Im Lauf der späteren Diskussion hat sich herausgestellt, dass es kulturelle Unterschiede zu geben scheint und das Erstatten von Beiträgen zu Berufsverbänden durch den Arbeitgeber in den USA üblich ist. Dies erklärt es, warum der Anteil an US-Amerikanern unter den OSMF-Mitglieder höher ist, als er aufgrund der Anzahl der dort aktiven Mapper sein sollte.</p>
<p>In der Diskussion im Vorstand rund um die Organised Editing Guideline, die das Geschäft einiger Firmen und Nichtregierungsorganisationen betrifft, haben zwei Vertreter dieser Gruppe zwar erklärt, dass sie einen Interessenskonflikt haben und nicht abstimmen werden. (Das wäre auch schwer zu leugnen gewesen). Einer der beiden hat jedoch hinter den Kulissen intensiv versucht, auf den Leitfaden Einfluss zu nehmen. Es soll sogar einen Gegenentwurf von einem befangenen Vorstand gegeben haben. Trotz der Bitte aus der Community ist dieser bislang noch nicht herausgegeben worden. Angesichts des finanziellen Werts von OSM und des Einfluss auf die Geschäftsinteressen von Firmen zeigt das folgende Probleme auf:</p>
<ol>
<li>Der Umgang mit Interessenskonflikten im Vorstand ist von Dilettantismus und fehlender Strenge geprägt. Bislang fällt nur Paul Norman regelmäßig positiv damit auf, den korrekten Umgang mit Interessenskonflikten zu fordern.</li>
<li>Es existieren keine präzisen Regeln dafür. Wer befangen ist, hat sich gefälligst nicht nur der Abstimmung fernzuhalten, sondern auch aus der gesamten Entscheidungsfindung im Vorfeld herauszuhalten! Wenn die Meinung eines Befangenen von Bedeutung ist, kann man ihn in der Art und Weise anhören, wie es bei Anhörung der Community oder Dritter bislang geschieht. Sich dann noch einzumischen ist unanständig.</li>
<li>Wer im Vorstand ist, keinen Anstand kennt und nur seine eigenen Interessen oder die seines Arbeitgebers durchsetzen möchte, wird auf Teufel komm raus versuchen, seine Interessen durchzuboxen. Dagegen helfen nur Transparenz, Kontrolle, engagierte andere Vorstände und Regeln, die nicht davon ausgehen, dass sich sowieso alle daran halten und man daher das „Offensichtliche“ weglassen kann.</li>
</ol>
<p>Wenn der Anteil derjenigen, die den korrekten Umgang mit Interessenskonflikten im Vorstand anmahnen und die selbst ein geringes Risiko für Interessenskonflikte haben, weiter zurückgeht, werden diese Stimmen im Vorstand zu ignorierbaren Störgeräuschen. Der erhebliche Überhang an US-Amerikanern (in Bezug auf die Anzahl der aktiven Mapper) hat dafür gesorgt und kann weiterhin dafür sorgen, dass der Vorstand zu einem Diener kommerzieller Interessen verkommt.</p>
<h3>OpenStreetMap-Kenntnisse</h3>
<p>Wer Vorstand ist, hat irgendwann auch über Themen zu entscheiden, die das Mapping direkt betreffen. Dafür ist Erfahrung als Mapper unerlässlich. In den letzten Jahren hatten mit wenigen Ausnahmen die meisten Kandidaten fundierte und langjährige Kenntnisse. Beispiele, wo diese Kenntnisse unerlässlich sind, sind die Organised Editing Guidelines und der <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2018-December/005577.html">von Vorstand gebilligte Revisionsantrag</a> bzgl. der Krim-Resolution der DWG.</p>
<h3>Bisheriges Engagement</h3>
<p>Das bisherige Engagement in der OSMF und/oder in Local Chapters lässt meiner Erfahrung nach gute Schlüsse zu, ob von der Person viel oder wenig zu erwarten ist. Externen Kandidaten kann man unterstellen, damit nur Karriereziele zu verfolgen, z.B. zwei Jahre als OSMF-Vorstand, um danach in einer Firma mit bezahlten Mappern als „Community-Manager“ zu arbeiten. Dieses Jahr ist das nicht wirklich der Fall.</p>
<p>Für externe Kandidaten wird oft ins Feld geführt, dass diese „neue Ansichten“ in den Vorstand brächten. Das mag zwar sein, aber der Vorstand sollte keine Richtlinien vorgeben. Seine Aufgaben sind Verwaltungsaufgaben. Wer etwas bewegen will, wird nicht Vorstand, sondern engagiert sich in den Arbeitsgruppen. Neue Ansichten und Erfahrungen braucht es daher nicht im Vorstand, sondern dort, wo die Arbeit tatsächlich gemacht wird. Der Vorstand ist ein Ehrenamt.</p>
<h3>Was tatsächlich geschehen wird</h3>
<p>Als Wähler sollte man einerseits nicht allen Wahlversprechen blind glauben, denn hoch fliegende Träumer sind in der Vergangenheit im OSMF-Vorstand häufig auf dem Boden der Tatsachen gelandet oder brauchten einen langen Atem. Eine teilweise Transparenz der Vorstandsarbeit hat vier Jahre vom Wahlprogramm über eine Wiederwahl und ein weiteres Jahr hinweg gedauert, bis sie Realität wurde. Für Amtszeitbeschränkungen haben sich seit sechs Jahren bislang die meisten Kandidaten in irgendeiner Form ausgesprochen. Passiert ist nichts bzw. entsprechende Vorstöße sind von Unlust erstickt worden.</p>
<p>Jedes Jahr aufs Neue starten Kandidaten als Tiger, um nach der Wahl als Bettvorleger zu landen. Gefühlt die Hälfte der Kandidaten nennt Maßnahmen, um mehr Neulinge anzulocken. In den Vorstandprotokollen findet man dazu kein Wort. Engagement dieser Personen außerhalb des Vorstands in den Themenbereichen ist ebenfalls Fehlanzeige. Diese Teile der Wahlprogramme könnt ihr ignorieren – es handelt sich um die Manuskripte von Sonntagsreden. Wenn danach noch Ziele für die Vorstandsarbeit übrig bleiben, handelt es sich um jemanden, über dessen Wahl man nachdenken kann.</p>
<p>Auch ansonsten sollte man sich beim Lesen der Wahlprogramme vor Augen führen, dass der Vorstand nicht viel macht. Im Laufe der letzten Jahre hat sich – vielleicht glücklicherweise – nicht viel bewegt. Schaut euch mal die To-Do-Listen aus den <a href="https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Board_Meeting_Minutes#2018">Vorstandsprotokollen</a> an …</p>
<h3>Zwischen den Zeilen</h3>
<p>Es lohnt sich, sich nicht nur die Inhalte der Wahlprogramme und Antworten, sondern auch die Wortwahl anzuschauen. Wie schwierig ist das Englisch? Welche Fachbegriffe werden verwendet? Besteht das Wahlprogramm aus Positionen, die man anders formuliert in den Vorjahren schon gesehen hat. Wird auf aktuelle heiße Themen eingegangen? Werden Probleme erwähnt oder nur Gutes gelobt?</p>
<p>Wer in der OSM-Community seltene Begriffe verwendet, ist entweder abgehoben oder nicht wirklich integriert. Diese Kandidaten tun nach der Wahl entweder nichts, weil sie erst dann verstehen, wie OSM funktioniert, oder sie bleiben abgehoben und fallen mit Redebeiträgen in den Sitzungen auf, die meist am Thema vorbeigehen. Ihr Verhältnis zu den Freiwilligen in der OSMF ist gewöhnungsbedürftig.</p>
<h2>Tobias Knerr</h2>
<p>Tobias steht ausdrücklich für die Beibehaltung des Grundsatzes „support, not control“. Er hat eine kritische Haltung zum kommerziellen Einfluss und ist streng im Umgang mit Interessenskonflikten. Seine Einreichungen fallen damit auf, Probleme zu beschreiben und nicht das schöne Blau am Himmel zu beschreiben. Es gibt nur wenig konkrete Ziele (Geschäftsordnung ändern, Obergrenze für Firmen, ethische Standards für Firmen), die er angehen will. Somit scheint er sich als Verwalter und weniger als Gestalter zu sehen.</p>
<p>Ob seine Ziele auch erreichbar sind oder an mangelnden Mehrheit oder weichgekochten Kompromissen scheitern, wird die Zukunft zeigen. Die Obergrenze wird nicht kommen, es sei denn, man findet dafür eine Zweidrittelmehrheit unter den Mitgliedern, woran ich allein aufgrund der Natur der Regel zweifle. Die Änderung der Geschäftsordnung wird spannend und kontrovers.<del></del></p>
<p>Seine klare Haltung lässt jedoch erkennen, auf welcher Seite man ihn finden wird. Er ist ein idealer Kandidat für alle, die Peters Handeln und Hartnäckigkeit gut finden.</p>
<p>Tobias sieht das geplante Förderprogramm kritisch und möchte nur Leute fördern, die schon in OSM aktiv sind und sich somit Vertrauen erarbeitet haben. Er legt wert auf messbare Ergebnisse.</p>
<h2>Guillaume Rischard</h2>
<p>Vor dem Lesen seines Wahlprogramms und seiner Antworten habe ich Guillaume als Kompromisskandidaten eingeschätzt. Dieser Titel steht aber dieses Jahr Joost zu (siehe unten). Guillaume ist dennoch für jemanden, der eine ähnliche Meinung wie ich hat, eine gute Wahl.</p>
<p>Guillaume hat vor zwei Jahren schon einmal kandidiert. Sein damaliges Wahlprogramm war eines mit vielen heeren Zielen. Auf dieses nimmt er Bezug. Sein diesjähriges hat wenig heere Ziele. Stattdessen prangert er in kurzer und knapper Form einige Fehlentwicklungen der letzten Zeit sowie Mängel an. Er verspricht nicht viel.</p>
<p>In Sachen Code of Conduct begibt sich Guillaume auf Kompromisskurs. Er spricht sich nicht dagegen aus, meint aber, dass das Sache der Community sei. In vielen anderen Themen sind seine Positionen nahe bei Tobias und in Kompromissentfernung zu Joost.</p>
<p>Seine Positionen haben starke Überschneidungen mit denen von Tobias. Beide fordern messbare Ziele für förderwürdige Projekte.</p>
<p>Guillaume kann sich an einem Thema festbeißen und es über längere Zeit verfolgen, wenn er dahinter steht. Die HTTPS-Umstellung ist ein Beispiel dafür. Im Vorfeld dieser Wahl hat er aktiv neue Mitglieder in unterrepräsentierten europäischen Communitys eingeworben, die bislang Minderheiten in der OSMF waren.</p>
<h2>Joost Schouppe</h2>
<p>Joost ist ein Kompromisskandidat, der für sehr viele wählbar sein dürfte. Letztes Jahr hat er mit wenigen Stimmen Rückstand gegenüber Heather Leson verloren. Vermutlich wird er auch dieses Jahr wieder zahlreiche Stimmen aus dem HOT-Lager bekommen.</p>
<p>Er ist praktisch frei (oder fast frei) von kommerziellen oder organisierten Einflüssen und ein echter Craftmapper. Seine Positionen zum Umgang mit Firmen sind nahe an denen von Tobias und Guillaume. In Sachen Code of Conduct hat er schon letztes Jahr eine Kompromissposition vertreten. Damals schrieb er, dass das Thema zu kontrovers sei und die Community spalten könne.</p>
<p>Sein diesjähriges Wahlprogramm weist keine großen Unterschiede zum <a href="https://www.openstreetmap.org/user/joost%20schouppe/diary/42720">letztjährigen</a> auf. Sein Wahlprogramm erwähnt die Verbesserung der Vielfalt und dass er sich darum kümmern möchte. Wirklich konkrete Ideen nennt er nicht. Ich würde diesen Teil als übliches Wahlkampfgerede einstufen und rechne nicht mit relevanten Aktionen.</p>
<p>Er macht für mich einen eher faktenorientierten Eindruck. Wie Tobias und Guillaume spricht er sich für eine bessere Repräsentierung der Mapper-Community unter den OSMF-Mitgliedern aus. Wie die beiden ist er ein waschechter Mapper.</p>
<p>Zum Förderprogramm hat er kritische Anmerkungen, die darauf hindeuten, dass er ein solches Programm realistisch sieht (oder die Arbeit sieht).</p>
<p>Seine intensive Mappingaktivität, seine Aktivität in der OSMF und die Mitgründung des Local Chapters tragen zu seiner Legitimation bei und sprechen ausdrücklich für ihn. Er weiß, wie OSM funktioniert.</p>
<h2>Jo Walsh</h2>
<p>Jo vertritt im Allgemeinen Positionen, denen ich zustimme. Sie ist gegen eine starke Professionalisierung, ist aber für einen Code of Conduct. Hervorhebenswert finde ich, dass sie die Autonomie der Arbeitsgruppen in der OSMF als fehlenden Punkt im Missions Statement hervorhebt. Ihre Meinungen überschneiden sich sehr mit Joost, Guillaume und Tobias.</p>
<p>Positiv ist, dass sie ein geringes Risiko für Interessenskonflikte hat.</p>
<p>Sie mag zwar wissen, wie eine Organisation intern läuft, aber ihre geringe OSM-Aktivität (nicht nur Änderungssätze) und die sehr knappen Antworten lassen die Vermutung zu, dass sie im Vorstand nichts tun wird. Zwar ist ihre Meinung im Großen und Ganzen für mich akzeptabel, aber das hohe Risiko jemand inaktives zu wählen überwiegt für mich.</p>
<h2>Geoffrey Kateregga</h2>
<p>Geoffrey hat für mich sehr seltsame (und nicht akzeptable) Ansichten zu OSM. Er sieht sich als Community-Führer. Da er vorschlägt, dass regionale Führer ermutigt werden sollen, als Vorstand zu kandidieren, steht er somit für Hierarchien und eine Professionalisierung. Da er nicht nur Mitglied von HOT US Inc. ist, sondern auch von HOT US Inc. bezahlt wird, hat er erhebliche Befangenheitsprobleme.</p>
<p>Geoffrey war bislang nicht in der OSMF aktiv. Sein Wahlprogramm erwähnt keine Probleme und aktuellen Fragen der OSMF-Politik, sein Schreibstil ist amerikanisch-lobend. Die Inhalte könnten auch von einem amerikanischen Kandidaten aus dem HOT-Umfeld stammen, wenn es einen gäbe. Die Formulierung „I will do […]“ klingt für mich nach etablierten Floskeln.</p>
<p>Ich befürchte, dass er im Vorstand installiert wird, um den Einfluss von HOT US Inc. zu festigen und die Mehrheit zu erlangen. Bislang sind drei von sieben Vorständen Mitglieder von HOT US Inc. Es besteht die ernste Gefahr einer &#8222;regulatory capture&#8220;, einer Übernahme der Regulierungsbehörde durch den Regulierten. HOT ist nämlich ein Betroffener der Regulierung durch die Organised Editing Guidelines und HOT-Aktivisten haben einen früheren Entwurf als Beinahe-Verbot von HOT bezeichnet.</p>
<p>Organisiertes Mapping ist für Geoffrey ein Ersatz für die Community und könne genutzt werden, um Lücken zu füllen.</p>
<p>Entweder scheint er keine Erfahrung in Sachen Qualitätssicherung, Vandalismusbekämpfung und der Überprüfung fremder Änderungen zu haben oder er hat die Revertier-Frage falsch verstanden. Er spricht nämlich nur von Reverts von Importen und meint, diese sollten wie Importe diskutiert werden. Hat er schlechte Erfahrungen gemacht, weil ein von ihm gern gesehener Import revertiert worden ist? Zwar müssen Importe dokumentiert und vorab diskutiert werden. Wenn aber ein Import mangels Diskussion gegen die Import-Richtlinie verstößt, ist eine Diskussion des Reverts nicht erforderlich, sondern nimmt dem Regelverletzer nur seine Vorteile der Regelverletzung.</p>
<p>Besonders seltsam ist die von ihm vorgeschlagene Verwendung von Fördermitteln. Er will sie für Zwecke einsetzen, die nicht direkt OSM dienen – nämlich für Projekte, die „OSM innovativ nutzen“. Das ist das exakte Gegenteil von Tobias.</p>
<h2>Miriam Gonzalez</h2>
<p>Miriams Absichten sind für mich unklar. Es hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack, dass sie aus der kommerziellen Szene stammt, unkonkret ist und keine Probleme und Fehlentwicklungen benennt. Vielleicht betrachtet sie das aber auch gar nicht als Fehlentwicklungen? Oder sie hat, was keine Überraschung wäre, denselben Schreibstil wie andere stimmberechtigte Mitglieder von HOT US Inc. (sie ist Voting Member), die in den letzten Jahren kandidiert haben.</p>
<p>Ihre Antwort auf die Befangenheits-Frage ist sehr knapp. Man kann daraus schließen, dass ihr das Thema entweder nicht wichtig ist oder sie sich der Bedeutung des Themas nicht bewusst sein könnte.</p>
<p>Man kann Miriam keine fehlende Mappingkenntnis vorwerfen. Zwar hat ihr Haupt-Benutzerkonto nicht sehr viele Änderungen, aber ihr ehemaliges dienstliches Konto bei Telenav dürfte nicht untätig gewesen sein. Dass sie nach Ende des Arbeitsverhältnisses bei OSM ihr Engagement sogar noch vertieft, spricht für sie. Von den Kandidaten, die über Maßnahmen zur Verbesserung der Vielfalt schreiben, ist sie die einzige, bei der das glaubwürdig ist, denn schließlich hat sie sich im Geochicas-Projekt engagiert.</p>
<p>Ihr Antworten sind im Allgemeinen recht knapp, auch die Antworten, die sie nach der Frist eingereicht hat. Diese hatte sie zwar bei den anderen Antworten ergänzt, auf Bitte von Christoph Hormann dann aber in ihren Benutzer-Blog verschoben, um fair zu bleiben.</p>
<p>Sie drückt sich nicht negativ über die Organised Editing Guidelines aus, wirklich loben tut sie sie aber nicht. Man kann es auch so interpretieren, dass sie nicht 100%ig dahinter steht.</p>
<p>Als einzige unter den sieben äußert sie sich – sogar unaufgefordert – zu automatischen Bearbeitungen. Letztes Jahr war das ein großes Thema, dieses Jahr war die Frage im (neu eingeführten) offiziellen Fragenkatalog nicht enthalten. Sie scheint für maschinelles oder von Maschinen unterstütztes Mapping zu sein. Vermutlich sieht sie die unzähligen Freiwilligen auch nicht als Entscheidungsträger, sondern als fleißige Masse.</p>
<p>Wenn Miriam gewählt wird, wird HOT US Inc. eine absolute Mehrheit im OSMF-Vorstand haben.</p>
<h2>Nuno Caldeira</h2>
<p>Nuno ist der Außenseiter dieser Wahl. Er tritt ohne bisheriges Engagement in der OSMF an. Aus den Antworten auf die Fragen kann man schließen, dass er über die kontroversen Themen in der OSMF nicht wirklich bescheid weiß. Es besteht das Risiko, dass Nuno sich der Mehrheit anschließt und keine wirkliche eigene Meinung hat. Mangels vorherigem Engagement in der OSMF kann man sich fragen, ob er weiß, was wie in der OSMF funktioniert.</p>
<h2>Meinung der Kandidaten zu der dubiosen Massenanmeldung neuer Mitglieder</h2>
<p>Am 15. November 2018 gab es eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Neuanmeldungen über eine einzige IP-Adresse, die der MWG, der zwei Kandidaten angehören, nicht unbemerkt geblieben ist. Die MWG hatte dies dem Vorstand gemeldet, da der Vorstand gemäß der Satzung Mitgliedsanträge binnen sieben Tagen zurückweisen kann. Der Vorstand hat mit vier Nein und drei Ja-Stimmen die Ablehnung der Mitgliedsanträge <a href="https://wiki.osmfoundation.org/w/index.php?title=Board/Minutes/2018-12-20&amp;oldid=5881#2018.2FRes12_Preliminarily_reject_and_individually_inspect_all_membership_applications_from_India_from_15.11.2018">abgelehnt</a>. Daraufhin haben auf Initiative von Guillaume Rischard fünf Kandidaten die folgende E-Mail gemeinsam an den Vorstand gesendet:</p>
<blockquote><p>Dear OSMF board,</p>
<p>As candidates for the board, we take a close look at where the voters come from. On 15 November, there was a significant and unusual spike in sign-ups for OSMF membership: 100 new members from one country completed an OSMF membership application within a few hours. The cut-off to register to vote in OSMF elections is 30 whole days before; for that reason, it appears that this was done by a group who wants to vote in the board election on December 15.</p>
<p>Other facts known to us suggest a coordinated sign-up linked to one outsourcing company. While this could just be an employer encouraging their employees to join, a group or individual could actually have contracted an outsourcer to create artificial memberships so that they could influence the election.</p>
<p>The board has been made aware of this, but has not taken action.</p>
<p>In 2011, a different board decided to reject membership from a mass sign-up by a company (<a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2011-August/001139.html">https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2011-August/001139.html</a>). The difference in reactions highlights the need for a policy on this. The absence of one could apparently let anyone “buy” the OSMF.</p>
<p>We do not point fingers at anyone, and ask that others refrain from doing so. All of us benefit from fair OSMF elections, whether we are corporations, humanitarian mappers or craft mappers.</p>
<p>As candidates, we are not in the best place to talk about this, but we see no other possible course of action.</p>
<p>Therefore:</p>
<ul>
<li>We ask the board to immediately issue a statement.</li>
<li>We further ask the board, in collaboration with the working groups, to urgently investigate the cause of these sign ups. If those new members registered in time to vote, we ask the board to publish a report long enough before the election. If they did not, the board should clearly communicate this.</li>
<li>We ask that the community can decide, based on the report and any other information, what should happen then.</li>
<li>After the election, we will consult and collaborate with the community to introduce rules to prevent electoral fraud to safeguard confidence and make us less vulnerable.</li>
<li>We ask the community to react by joining the OSMF and getting other mappers to join, increasing our membership numbers. Only a vast and diverse participation of passionate mappers who are engaged in the OSMF’s mission can make us impossible to hijack.</li>
</ul>
<p>We are, of course, available to discuss this and any further actions.</p>
<p>Nuno Caldeira, Geoffrey Kateregga, Tobias Knerr, Guillaume Rischard, Joost Schouppe</p></blockquote>
<p>Deutsche Übersetzung:</p>
<blockquote><p>Werter Vorstand,</p>
<p>als Kandidaten für den Vorstand sehen wir genauer hin, woher unsere Wähler kommen. Am 15. November gab es eine signifikante und unübliche Spitze in den Neuanmeldungen für die OSMF-Mitgliedschaft: 100 neue Mitglieder aus einem Land sind innerhalb weniger Stunden Mitglied geworden. Der Stichtag für Neuanmeldungen, um an den OSMF-Wahlen teilnehmen zu können, ist 30 ganze Tage vorher; es scheint daher so zu sein, dass die Neuanmeldungen von einer Gruppe stammen, die an der Vorstandswahl am 15. Dezember teilnehmen möchte.</p>
<p>Andere uns vorliegende Fakten legen nahe, dass es sich um eine koordinierte Anmeldung einer Outsourcing-Gesellschaft handelt. Auch wenn dies nur ein Arbeitgeber gewesen sein könnte, der seine Angestellten dazu ermutigt, Mitglied zu werden, könnte es auch eine Gruppe oder Einzelperson sein, die gezielt eine Firma zum Ausfüllen von Online-Formularen beauftragt hat, künstliche Mitgliedschaften anzulegen, sodass er/sie die Wahl beeinflussen kann.</p>
<p>Der Vorstand wurde darüber in Kenntnis gesetzt, hat aber nichts unternommen.</p>
<p>Ein anderer Vorstand hat im Jahr 2011 beschlossen, Mitgliedschaften aus einer Massenanmeldung einer Firma abzulehnen (<a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2011-August/001139.html">https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2011-August/001139.html</a>). Die Unterschiede in den Reaktionen heben den Bedarf einer Richtlinie hervor. Der Mangel einer solchen könnte es anscheinend irgendjemandem ermöglichen, die OSMF zu „kaufen“.</p>
<p>Wir zeigen nicht mit den Fingern auf irgendjemanden und bitten, es auch nicht zu tun. Wir alle profitieren von fairen OSMF-Wahlen, egal ob es sich um Firmen, humanitäre Mapper oder Craftmapper handelt.</p>
<p>Wir sind als Kandidaten nicht in der besten Position, uns dazu zu äußern, aber wir sehen keine andere mögliche Vorgehensweise.</p>
<p>Daher:</p>
<ul>
<li>Wir bitten den Vorstand, umgehend eine Stellungnahme herauszugeben.</li>
<li>Zudem bitten wir den Vorstand, in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen die Ursache dieser Anmeldungen schleunigst zu untersuchen. Falls diese neuen Mitglieder sich fristgerecht angemeldet haben, bitten wir den Vorstand, einen Bericht ausreichend früh vor der Wahl zu veröffentlichen. Falls das nicht der Fall sein sollte, sollte der Vorstand das klar und deutlich so kommunizieren.</li>
<li>Wir bitten darum, dass die Community basierend auf dem Bericht und anderen Informationen darüber entscheiden kann, was passieren sollte.</li>
<li>Wir werden nach der Wahl uns mit der Community beraten und mit ihr zusammenarbeiten, um Regeln einzuführen, die Wahlbetrug vorbeugen, das Vertrauen stärken und uns weniger anfällig zu machen.</li>
<li>Wir bitten die Community, als Reaktion auf diesen Fall der OSMF beizutreten und andere Mapper zum Beitritt zu bewegen, um unsere Mitgliederzahl zu erhöhen. Nur eine zahlreiche und vielfältige Teilnahme passionierter Mapper, die in den Auftrag der OSMF engagiert sind, kann eine Übernahme verunmöglichen.</li>
</ul>
<p>Wir sind natürlich dafür offen, dies und weitere Schritte zu diskutieren.</p>
<p>Nuno Caldeira, Geoffrey Kateregga, Tobias Knerr, Guillaume Rischard, Joost Schouppe</p></blockquote>
<p>Miriman Gonzalez wollte die Mail nicht unterzeichnen. Jo Walsh stimmt der Mail in Teilen zu und ist gegen Wahlbetrug.</p>
<p>Bei der indischen IP-Adresse handelt es sich um die Adresse einer Firma, die als Subunternehmer für Dritte Digitialisierungsarbeiten (Geometrien nachzeichnen) übernimmt. Die organisierten Mappingaktivitäten von Grab werden anscheinend durch diese Firma <a href="https://forum.openstreetmap.org/viewtopic.php?id=64075">durchgeführt</a>. <a href="https://github.com/osmlab/appledata/wiki/Data-Team">Apples Aktivitäten</a> scheinen von derselben Firma zu stammen. Ehemalige Mapbox-Mitarbeiter <a href="https://lists.openstreetmap.org/pipermail/osmf-talk/2018-November/005468.html">arbeiten dort</a>.</p>
<h2>Wahlempfehlung</h2>
<p>Eine explizite Wahlempfehlung gebe ich dieses Jahr nicht. Meine oben stehenden Äußerung sollten aufschlussreich genug sein.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wahlen zum Vorstand der OpenStreetMap Foundation 2018 – die Wahlprogramme und der Fragenkatalog</title>
		<link>/blog/2018/12/wahlen-zum-vorstand-der-openstreetmap-foundation-2018-die-wahlprogramme-und-der-fragenkatalog/</link>
					<comments>/blog/2018/12/wahlen-zum-vorstand-der-openstreetmap-foundation-2018-die-wahlprogramme-und-der-fragenkatalog/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reichert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Dec 2018 09:19:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">/?p=15629</guid>

					<description><![CDATA[Vom 8. bis 15. Dezember 2018 sind die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation dazu aufgerufen, zwei neue Vorstände für die OpenStreetMap Foundation zu wählen. In diesem Blogbeitrag werden die sieben Kandidaten vorgestellt, ihre Wahlprogramme (engl. manifesto), ihre Antworten auf Wählerfragen und &#8230; <a href="/blog/2018/12/wahlen-zum-vorstand-der-openstreetmap-foundation-2018-die-wahlprogramme-und-der-fragenkatalog/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 8. bis 15. Dezember 2018 sind die Mitglieder der OpenStreetMap Foundation dazu aufgerufen, zwei neue Vorstände für die OpenStreetMap Foundation zu wählen. In diesem Blogbeitrag werden die sieben Kandidaten vorgestellt, ihre Wahlprogramme (engl. manifesto), ihre Antworten auf Wählerfragen und weitere Informationsquellen zusammengefasst. Eine Wahlempfehlung ist nicht Bestandteil dieses Blogeintrags.</p>
<p>Die Wahlprogramme der Kandidaten sind im OSM-Wiki verlinkt. Dort gibt es auch eine Diskussionsseite, auf der jeder Fragen an die Kandidaten stellen kann. Darüber hinaus gab es zahlreiche Diskussionen in den letzten Tagen auf der Mailingliste OSMF-Talk.</p>
<h2>Lesehinweise</h2>
<p>In diesem Blogbeitrag wird die Bezeichnung „HOT US Inc.“ verwendet, wenn es sich um die formelle Organisation HOT US Inc. handelt. Dies dient der Unterscheidung von HOT als Community und HOT als Organisation, welche deutlich kleiner ist, da man nur unter gewissen Umständen stimmberechtigtes Mitglied („voting member“) werden kann.</p>
<p>Folgende Abkürzungen werden verwendet:<br />
OSMF: OpenStreetMap Foundation<br />
CWG: Communications Working Group der OSMF (Öffentlichkeitsarbeit)<br />
DWG: Data Working Group der OSMF (Benutzerkontensperren, Mapper-Streitschlichtung, Regeldurchsetzungsinstanz)<br />
EWG: Engineering Working Group der OSMF<br />
MWG: Membership Working Group der OSMF (Mitgliederverwaltung)</p>
<p>Die Kandidaten werden hier in der Reihenfolge ihrer Bewerbung vorgestellt.</p>
<h2>Die Abstimmung</h2>
<p>Jedes stimmberechtigte Mitglied hat am Samstag, den 8. Dezember 2018 eine E-Mail von noreply@opavote.com erhalten. Diese enthält einen persönlichen Link, unter dem man seine Stimme abgeben kann. Eine einmal abgegebene Stimme kann nicht geändert werden.</p>
<p>Wahlberechtigt sind bei dieser Wahl alle, die mindestens 30 Tage vor der Mitgliederversammlung (09. Dezember 2017) OSMF-Mitglied waren. Für das aktive Wahlrecht spielt es keine Rolle, ob man <a href="https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Membership">Normal Member oder Associated Member</a> ist. Der Vorstand hat die Frist dieses Jahr auf den 14. November 2018 23:59 UTC gelegt, damit die 100 Neumitglieder, die sich von ein und derselben IP-Adresse am 15. November angemeldet haben, nicht stimmberechtigt sind.</p>
<p>Die Wahl selbst wird nach dem System der übertragbaren Einzelstimmgebung (englisch: <em>single transferable vote</em>, kurz <em>STV</em>) durchgeführt. Es ist ein proportionales Personenwahlverfahren, bei dem jeder Wähler eine priorisierte Liste seiner Wunschkandidaten erstellt.</p>
<p>Bei der späteren Auszählung der Stimmen findet dann die eigentliche Stimmenübertragung statt. Die Auszählung läuft dabei in mehreren Runden ab und in jeder Runde wird geprüft, ob ein oder mehrere Kandidaten die benötigte Stimmanzahl aufweisen um in den Vorstand aufgenommen zu werden. Besitzt ein Kandidat bei seiner Aufnahme mehr als die benötigten Stimmen, so wird die Anzahl der Stimmen, die er zu viel erhalten hat, anhand der Zweitstimmen auf die verbleibenden Kandidaten verteilt. Wurde kein Kandidat aufgenommen, werden die Stimmen des Kandidaten mit den wenigsten Stimmen anhand der Zweitstimmen auf die anderen Kandidaten verteilt. Dieses Spiel wiederholt sich, bis die gewünschte Anzahl an Kandidaten gefunden wurde. Das heißt, wenn eure Erstwahl als schwächster Kandidat in einer Runde gestrichen wird, kommt eure Zweitstimme zu Zug. Das gilt analog auch für die Drittwahl usw., sofern ihr auf den ersten Plätzen Leute mit wenigen Stimmen habt.</p>
<p>Ihr müsst nicht sieben Plätze in eurem Ranking vergeben. Lasst einen Kandidaten weg, wenn ihr einen Kandidaten wirklich nicht im Vorstand sehen möchtet. Er kann dann nicht von eurer Fünft-/Sechst-/Siebtstimme profitieren. Wie auch andere Wahlstrategien spielt es jedoch kaum eine Rolle bei der OSMF-Vorstandswahl, weil nur zwei Plätze auf sieben Kandidaten zu verteilen sind – anders als in Irland, wo ganze Parlamente damit gewählt werden.</p>
<p>Ein Beispiel für eine Auszählung findet sich z.B. auf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbertragbare_Einzelstimmgebung#Ausz.C3.A4hlung_der_Stimmen">Wikipedia</a>, man kann sich aber auch die Ergebnisse der <a href="http://weait.com/osmf-board-election-results-2015">Auszählung</a> der Wahlen im Jahr 2015 als Beispiel ansehen.</p>
<h2>Die Fragen</h2>
<p>Die Kandidaten waren gebeten worden, bis zum 30. November 2018 auf einen Satz an Fragen zu antworten, der von Michael Collinson zusammengestellt worden war. Zuvor konnten Communitymitglieder Fragen einreichen, wovon rege Gebrauch gemacht wurde. Die Fragen waren:</p>
<ol>
<li>Erzähl uns ein bisschen über deine OSM-Aktivitäten, z. B.
<ul>
<li>Was hat dich zu OSM gebracht und warum bist du noch dabei?</li>
<li>Was ist dein OSM-Benutzername?</li>
<li>Wo mappst du?</li>
<li>Bist oder warst du Mitglied einer Arbeitsgruppe der OSMF?</li>
<li>Bist du Mitglied eines Local Chapters oder triffst du dich mit anderen Mappern?</li>
<li>Hast du irgendetwas selber organisiert, z. B. eine Veranstaltung für OSM-Neulinge?</li>
<li>Hast du als Software-Entwickler beigetragen?</li>
<li>Hast du an Vorstandssitzungen teilgenommen?</li>
</ul>
</li>
<li>Was denkst du, was dich für das Amt als Vorstand qualifiziert?</li>
<li>Die Werte und Ziele des OpenStreetMap-Projekts, z. B. das <a href="https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Mission_Statement">Mission Statement der OSMF</a> (genauer: des Vorstands) und die Seite <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Good_practice">Good Practice</a> im Wiki. Sind diese gut? Würdest du etwas ändern?</li>
<li>Mapper, Mapper und viele glückliche Mapper
<ul>
<li>Wie denkst du sollte OpenStreetMap alle Arten von Mappern aufnehmen – von denen, die aus Spaß mappen über freiwillige Mapper am Feierabend in Firmen bis hin zu Studenten und anderen?</li>
<li>Hast du eine Meinung zur Vielfalt und wie können wir diese verbessern (geographisch, reich/arm, weiblich/männlich/andere, LGBT (lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, etc.))?</li>
<li>Die Rolle der OSMF bzgl. der Regulierung der Mitglieder der OSM-Community: Sollte die OSMF Verhaltensregeln für die OSM-Community aufstellen?</li>
<li>Was beabsichtigst du bzgl. der Verbesserung der Infrastruktur für Mitwirkende, insbesondere auf der OSM-Website?</li>
</ul>
</li>
<li>Du und die anderen Kandidaten: Wie gut kennst du die anderen Kandidaten und die Vorstandsmitglieder? Kannst du etwas Nettes über jeden schreiben?</li>
<li>Vielfalt im Vorstand: Die Mitglieder des OSMF-Vorstands kamen bislang stets aus Europa, Kanada und den Vereinigten Staaten. Was meinst du zu dieser mangelnden Vielfalt? Denkst du, dass man das verbessern sollte? Wie könnte die Foundation an die Sache herangehen (vielleicht nicht während dieser Wahl, aber nächstes Jahr)?</li>
<li>Interessenskonflikte: Hast du und, wenn ja, welche Interessenskonflikte, die dich als Vorstandsmitglied betreffen würden? Bist du ein Angestellter, Mitglied oder anderes einer Firma, Behörde oder einem Verein, der in OSM aktiv ist?</li>
<li>Sollte es deiner Meinung nach eine Amtszeitbeschränkung für den Vorstand geben? Das wurde schon unzählige Male diskutiert, es gibt eine <a href="https://wiki.osmfoundation.org/wiki/Annual_General_Meetings/14-2">nicht bindende Abstimmung mit 56-prozentiger Mehrheit</a> aus dem Jahr 2014, die den Willen ausgedrückt hat, aber ohne Ergebnis.</li>
<li>Deine Meinung zu bezahlten Kräften: Derzeit haben wir nur Teilzeitkräfte für Verwaltungsassistenz und Buchhaltung. Willst du diese beibehalten? Mehr Leute einstellen? Falls ja, wofür? Oder die bezahlte Arbeit zurückfahren, um die Arbeit Freiwilliger zu bevorzugen?</li>
<li>Deine Meinung zu organisiertem Bearbeiten: Denkst du, dass die OSMF das regulieren sollte und, falls ja, wie sollte die Regulierung aussehen? Was denkst du über den Weg, den die OSMF dazu bislang genommen hat?</li>
<li>Entscheiden, wer Fördermittel bekommt: Auch wenn die Details noch unklar sind, wird die OSMF im Laufe des folgenden Jahres beginnen, “Micro-Grants” (das ist relativ zur örtlichen Kaufkraft gar nicht so wenig) zu vergeben.
<ul>
<li>Welche Arten von Projekten und Themen sollten in solch einem Programm gefördert werden (bitte so konkret wie möglich)?</li>
<li>Wer (und in welchem Körper der OSMF) sollte bestimmen, welche Anträge bewilligt werden?</li>
</ul>
</li>
<li>Angemessene Sorgfalt bei Reverts: Welche Sorgfalt sollte OSM von Mappern erwarten, bevor diese Beiträge zurücksetzen?</li>
<li>Kritik in sozialen Medien: Wie würdest du auf nachhaltige Kritik auf Twitter oder sozialen Medien reagieren? Wie würdest du die Zielscheibe der Kritik unterstützen?</li>
</ol>
<h2>Ein paar Zahlen</h2>
<table>
<thead>
<tr>
<td>Name</td>
<td>Benutzername</td>
<td>Benutzername im Wiki</td>
<td>HDYC-Level</td>
<td>OSM seit</td>
<td>OSMF seit</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Tobias Knerr</td>
<td>Tordanik</td>
<td>Tordanik</td>
<td>Casual Mapper (Regularly Active)</td>
<td>2008</td>
<td>2009</td>
</tr>
<tr>
<td>Jo Walsh</td>
<td>zool</td>
<td>Ultrazool</td>
<td>Casual Mapper (Rarely Active)</td>
<td>2005</td>
<td>2015</td>
</tr>
<tr>
<td>Geoffrey Kateregga</td>
<td>Kateregga1</td>
<td>Kateregga1</td>
<td>Casual Mapper (Active)</td>
<td>2012</td>
<td>2017</td>
</tr>
<tr>
<td>Joost Schouppe</td>
<td>joost schouppe</td>
<td>Joost_schouppe</td>
<td>super mapper (highly active)</td>
<td>2008 (Bearbeitungen ab 2012)</td>
<td>2015</td>
</tr>
<tr>
<td>Guillaume Rischard</td>
<td>Stereo</td>
<td>Stereo</td>
<td>heavy mapper (very active)</td>
<td>2008 (Bearbeitungen ab 2011)</td>
<td>2013</td>
</tr>
<tr>
<td>Miriam Gonzalez</td>
<td>Mapanauta</td>
<td>Mapanauta</td>
<td>casual mapper (regularly active)</td>
<td>2015t</td>
<td>2015</td>
</tr>
<tr>
<td>Nuno Caldeira</td>
<td>Nunocaldeira</td>
<td>NunoCaldeira</td>
<td>super mapper (highly active)</td>
<td>2012 (lt. eigenen Angaben 2011)</td>
<td>2018</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<thead>
<tr>
<td>Name</td>
<td>Bearbeitungen OSM-Wiki</td>
<td>Beiträge OSM-Forum</td>
<td>OSM-Mailinglisten* (Mails/Jahr)</td>
<td>Reputation OSM Help</td>
<td>Zeichenzahl Wahlprogramm</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Tobias Knerr</td>
<td>5686</td>
<td>2269</td>
<td>150</td>
<td>10057</td>
<td>10269</td>
</tr>
<tr>
<td>Jo Walsh</td>
<td>114</td>
<td>2</td>
<td>16</td>
<td>1</td>
<td>16</td>
</tr>
<tr>
<td>Geoffrey Kateregga</td>
<td>279</td>
<td>1</td>
<td>9</td>
<td>61</td>
<td>2009</td>
</tr>
<tr>
<td>Joost Schouppe</td>
<td>413</td>
<td>107</td>
<td>140</td>
<td>3197</td>
<td>6664</td>
</tr>
<tr>
<td>Guillaume Rischard</td>
<td>2946</td>
<td>38</td>
<td>9</td>
<td>256</td>
<td>2772</td>
</tr>
<tr>
<td>Miriam Gonzalez</td>
<td>19</td>
<td>14</td>
<td>6</td>
<td>inaktiv</td>
<td>3520</td>
</tr>
<tr>
<td>Nuno Caldeira</td>
<td>3</td>
<td>1</td>
<td>13</td>
<td>inaktiv</td>
<td>1582</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>*) nur öffentliche Mailinglisten, die auf der Übersichtsseite verlinkt sind (also ohne OSMF-Talk)</p>
<table>
<thead>
<tr>
<td>Name</td>
<td>OSMF-Arbeitsgruppen</td>
<td>aktiv im Local Chapter</td>
<td>anderswo Vorstand (vormals oder noch)</td>
<td>Gast in OSMF-Vorstandssitzungen</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Tobias Knerr</td>
<td>CWG, EWG</td>
<td>wenig</td>
<td>nein</td>
<td>sehr häufig</td>
</tr>
<tr>
<td>Jo Walsh</td>
<td>vormals DWG</td>
<td>nicht aktiv</td>
<td>ja</td>
<td>selten/nie</td>
</tr>
<tr>
<td>Geoffrey Kateregga</td>
<td>keine</td>
<td>ja</td>
<td>?</td>
<td>gelegentlich?</td>
</tr>
<tr>
<td>Joost Schouppe</td>
<td>MWG</td>
<td>ja</td>
<td>ja</td>
<td><span style="text-decoration: line-through;">des Öfteren</span> selten</td>
</tr>
<tr>
<td>Guillaume Rischard</td>
<td>DWG, MWG</td>
<td>nicht existent</td>
<td>ja</td>
<td>immer wieder mal</td>
</tr>
<tr>
<td>Miriam Gonzalez</td>
<td>keine</td>
<td>kein formales</td>
<td>?</td>
<td>selten</td>
</tr>
<tr>
<td>Nuno Caldeira</td>
<td>keine</td>
<td>nicht existent oder kein formales</td>
<td>ja</td>
<td>nicht?</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2>Tobias Knerr</h2>
<h3>Person und Wahlprogramm</h3>
<p>Tobias (Benutzername Tordanik) ist seit 2008 bei OSM aktiv und seit 2009 Mitglied der OSM Foundation. Er hat als Mapper angefangen und mit einem eigens angeschafften GPS-Empfänger weiße Flecken in seiner Gegend geschlossen, als es noch keine Luftbilder gab.</p>
<p>Im ersten, kurzen Absatz seines Wahlprogramms stellt er sich vor, der zweite hebt hervor, was OSM erreicht hat, bevor er in den übrigen Absätzen Probleme in der OSMF aufzeigt und seine Ideen zu ihrer Lösung darlegt.</p>
<p>Er ist über die zukünftige Rolle der OSMF besorgt. Es habe, solange er Mitglied der Foundation gewesen sei, eine gewisse Trennung zwischen der OSMF und der Community gegeben. In der letzten Zeit habe die OSMF sich jedoch damit abgemüht, gewisse Regeln (gemeint ist vermutlich die Organised Editing Guideline) einzuführen, obwohl diese von der Freiwilligen-Mappingcommunity ausdrücklich gewünscht worden waren. Er ist besorgt, dass sich die Schere durch die größere Bedeutung kommerzieller Datennutzer weiter öffnet. Er betrachte es als seine wichtigste Aufgabe, den Einfluss der Freiwilligen in der OSMF zu stärken.</p>
<p>Es sei die Aufgabe der OSMF, dem gesamten OSM-Projekt zu dienen – sowohl die freiwilligen Mapper als auch Unternehmen und all die anderen Gruppen. Organisationen übten jedoch einen überproportional großen Einfluss auf den Vorstand und das Projekt als Ganzes aus: Viele Vorstände seien in Geschäfte mit OSM oder humanitäre Organisationen im OSM-Umfeld involviert. Er möchte sicherstellen, dass die Beiträge der Firmen und Organisationen nicht zu Lasten der Interessen der Freiwilligen gehen.</p>
<p>Das bestehende Ungleichgewicht sei keine Folge böser Absichten. Er meint, dass es die Folge der Unorganisiertheit der selbstständig agierenden Freiwilligen sei. Um das auszugleichen, sollte die OSMF folgende Korrekturmaßnahmen vornehmen:</p>
<ul>
<li>Alle aktiven Mapper sollen OSMF-Mitglieder werden können. Finanzielle und organisatorische Hürden sollten minimiert werden. Bei Mitgliedsanträgen solle der OSM-Benutzername stets angegeben werden. Die Benutzernamen aller Mitglieder sollten als Pseudonyme veröffentlicht werden.</li>
<li>Mit Interessenkonflikten solle verantwortungsvoll umgegangen werden. Die Geschäftsordung des Vorstands bittet befangene Vorstände, sich bei Abstimmungen zu enthalten. Die Regeln seien jedoch sehr vage und der Vorstand hat sich in einigen Fällen schwer getan, sie umzusetzen.</li>
<li>Je Organisation solle maximal ein Mitglied im Vorstand vertreten sein. Er glaubt, dass aufgrund der großen Anzahl an Individuen und Organisationen, die zu OSM beitragen, es nicht zu rechtfertigen sei, dass eine Organisation mehr als 30 Prozent der Stimmen im Vorstand innehat. Damit solle die Vielfalt im Vorstand verbessert werden.</li>
<li>Unternehmen sollten davon abgehalten werden, über Mitgliedschaften ihrer Mitarbeiter Einfluss auf den Vorstand auszuüben. Eine Person solle aus eigener Initiative der OSMF beitreten, nicht als Teil einer Gruppe. Firmen sollten ihren Angestellten die Mitgliedsbeiträge nicht erstatten und ihnen keine Wahlempfehlung aussprechen. Die Ansprüche sollten klar kommuniziert werden und Firmen aus dem OSM-Umfeld sollten an diese ethischen Standards gebunden werden. Fälle, in denen koordinierte Massenanmeldungen neuer Mitgliedschaften aufträten, sollten untersucht werden.</li>
<li>Die Transparenz und die Einbindung der Community solle verbessert werden. Der Vorstand und die Arbeitsgruppen sollten die Meinungen aus der Community in einem frühen Stadium einholen.</li>
</ul>
<h3>Antworten auf den Fragenkatalog</h3>
<p>Tobias hat alle Fragen des offiziellen Fragenkatalogs beantwortet.</p>
<p>Auf die Frage wie er zu OSM gekommen sei und in welchen Bereichen er im Projekt aktiv war/ist, antwortet er, dass er sich nicht mehr an die ursprüngliche Motivation bzw. den Anstoß, bei OSM mitzumachen, erinnern könne. Er sei damals jedoch schon ein Unterstützer von freier Software gewesen und habe bei der Wikipedia und Wikimedia Commons mitgemacht. Zusammen mit anderen Mappern des örtlichen Stammtisches habe er Mappingpartys organisiert, JOSM-Schulungen gemacht, OSM Studenten und Leuten aus der Freie-Software-Bewegung gezeigt. Er war in der Organisation der FOSSGIS 2017 involviert. In seiner Freizeit arbeitet er an OSM2World, einer 3D-Rendering-Software. Er ist Mitglied der CWG, wo er Beiträge für blog.openstreetmap.org ins Deutsche übersetzt. Weil er als Mentor und Co-Admin von OSM für den Google Summer of Code seit 2015 aktiv war, ist er Mitglied der EWG geworden. Tobias nimmt sehr häufig als Gasthörer an den Vorstandssitzungen der OSMF teil.</p>
<p>Er hält sich für einen Vorstandsposten geeignet, weil er OSM liebt, seit einem Jahrzehnt dabei ist und sich sicher ist, den Durchblick zu haben, was in OSM wie läuft. Zudem habe er keine geschäftlichen Verwicklungen mit OSM und sei in keiner Nichtregierungsorganisation, die mit OSM zu tun habe, aktiv. Er sieht sich als eine Stimme der Hobby-Mapper und Freiwilligen. Diese Gruppe sollte im Vorstand stärker vertreten sein, als sie es bislang ist.</p>
<p>Tobias stimmt Mission Statement voll und ganz zu. Er denkt jedoch, dass darin einige Dinge fehlen und das Dokument die Werte des OSM-Projekts sowie, wie es tickt, nicht hinreichend gut wiedergebe. Ebenfalls stimmt er den Mappinggrundsätzen im Wiki zu.</p>
<p>Er denkt, dass OSM blühen und gedeihen werde, solange das Mapping Spaß mache. Die Top Ten Tasks der EWG sind seiner Meinung nach vernünftige Ziele mit einer großen Wirkung, die mittelfristig erreichbar seien. Zwar sei der Vorstand nicht in die Implementierung der Software direkt eingebunden, aber es sei seine Aufgabe sicherzustellen, dass die dafür erforderlichen Mittel verfügbar sind.</p>
<p>Es sei die Aufgabe der OSMF, die OSM-Community zu unterstützen, nicht zu kontrollieren („support, not control“). Deshalb möchte er gerne Verhaltensregeln (gemeint ist vermutlich ein Code of Conduct) vermeiden, die von oben herab beschlossen werden. Er sehe derzeit keinen Bedarf dafür. OSM sei weiterhin eine der angenehmsten Internet-Communitys, in denen er aktiv sei. Dennoch heiße das nicht, dass alles perfekt sei. In den letzten Jahren seien immer wieder mal Konflikte zwischen freiwilligen und bezahlten Mappern zu Tage getreten. Außerdem seien die Bemühungen, bestimmte Bevölkerungsgruppen anzusprechen, nicht gut genug. Seine größte Sorge ist die Verbesserung der ausgeglichenen Repräsentierung der einzelnen Regionen. Es sei die direkte Folge aus dem Hang von OSM zu vor Ort erhobenen Daten.</p>
<p>Allen Mappern sollte es möglich sein, der OSMF beizutreten. Finanzielle Hürden seien zu senken.</p>
<p>Mit Ausnahme von Jo, Geoffrey, Miriam und Nuno kenne er alle aktuellen und künftigen Vorstände.</p>
<p>Für die Erhöhung der räumlichen Vielfalt im Vorstand schlägt er vor, physischen Vorstandstreffen und synchroner Kommunikation weniger Bedeutung beizumessen. Zeitzonen und die Tatsache, dass das Hörverstehen eine höhere Hürde für Nicht-Muttersprachler sei, seien schädlich für das Engagement derzeit unterrepräsentierter Gruppen. Um eine größere Vielfalt unter den Kandidaten zu erreichen, sei es wichtig, weltweit aktive Mapper dazu zu ermutigen, Mitglied zu werden.</p>
<p>Tobias denkt, dass ein Interessenskonflikt ein Vorstandsmitglied disqualifiziert, an der Abstimmung teilzunehmen und sich an der Entscheidungsfindung im Vorfeld zu beteiligen. Man solle den Begriff „Interessenskonflikt“ nicht nur auf bezahlte Tätigkeiten beschränken. Wenn es in der Vorstandsarbeit um seine eigenen, als Freiwilliger gepflegte Open-Source-Projekte ginge, werde er sich enthalten.</p>
<p>Die fehlende Amtszeitbegrenzung für Vorstände halte er nicht für ein Problem. Der überproportional große Einfluss von Firmen und anderen Organisationen sei das Problem. Stattdessen solle man die Anzahl an Vorstandsmitgliedern, die mit OSM Geld verdienen, begrenzen. Dennoch sollte der Vorstand eine Amtszeitbegrenzung zusammen mit anderen Wahlrechtsänderungen einführen. Er möchte die Reform im kommenden Jahr anstoßen.</p>
<p>Tobias ist sehr kritisch gegenüber bezahlten Kräften in der OSMF. Bereits bestehende Beschäftigungsverhältnisse (diese sind auf freiberuflicher Basis) würde er beibehalten. Er werde sich nicht für weitere Kräfte einsetzen. Sollten die anderen Vorstände sich für weitere bezahlte Kräfte einsetzen, werde er sich nicht dagegen sperren, sondern bemühen, es mitzugestalten, damit es nicht nach hinten losgeht. Er spricht sich jedoch deutlich gegen bezahlte Kräfte in Führungs- und Leitungspositionen aus („Manager“ und „Projektleiter“) und will dem Widerstand leisten. Seine Antwort auf diese Frage enthält auch eine ausführliche Begründung seiner Position.</p>
<p>Er steht voll und ganz hinter den Organised Editing Guidelines, hätte aber einen Text, der näher am ersten DWG-Entwurf gelegen hätte, bevorzugt. Er hat den Prozess, der zur Richtlinie geführt habe, interessiert verfolgt und ist ein Mitautor des deutschen Entwurfs. Er ist sehr besorgt über die Umstände, die zu einem fast ein Jahr langen Entscheidungsfindungsprozess ohne intensive Einbindung der OSM-Community geführt haben.</p>
<p>Dem neuen Förderprogramm der OSMF steht er wegen einer Reihe offener Fragen, die dessen Befürworter noch nicht selber beantwortet haben, kritisch gegenüber. Die unterstützten Projekt müssen messbare Ziele haben. Sie sollten über übliche OSM-Mappingaktivitäten hinausgehen. Die Empfänger sollten schon vorher in OSM als Freiwillige aktiv gewesen sein. Er spricht von einer „history of contributions“ und will damit wohl ausdrücken, dass die Leute nicht ganz frisch dabei sein sollten.</p>
<p>Er möchte das Förderprogramm anfangs nicht thematisch begrenzen, um Raum für Versuche zu schaffen. Als Beispiele für Verwendungszwecke nennt er Mappingpartys, Code-Sprints (ähnlich Hackweekends) und den Erwerb von Satelliten-/Luftbildern. Die Ernennung eines Auswahlkomitees sei die kritischste Frage. Es widerspreche unserem Do-ocracy-Ansatz eine Gruppe zu haben, deren einzige Aufgabe das Entscheiden sei. Die damit verbundenen Risiken könne man umschiffen, indem man das Komitee nur für einen begrenzten Zeitraum aufstelle und langjährige Aktive auswähle. Der gesamte Prozess müsse „transparent by design“ (transparent von Anfang an) sein.</p>
<p>Die unpräzise Frage, welche Pflichten jemand habe, der Änderungssätze revertiert, beantwortet er deutlich ausführlicher als die anderen Kandidaten. Auch berechtigte Reverts können Mitwirkenden die Freude an OSM verderben, seien aber in einem Wiki-artigen Projekt erforderlich. Für Importe und organisierte Aktivitäten setzt er höhere Mindestqualitätsanforderungen an. Wenn ein Mapper in seiner Gegend mit qualitativ mangelhaften Beiträgen überschwemmt werde, sei es die Aufgabe anderer Communitymitglieder und der Arbeitsgruppen der OSMF, ihm zu helfen.</p>
<p>Auf die unpräzise Frage nach dem Umgang mit Kritik in sozialen Medien antwortet er allgemein. Öffentlichkeitsarbeit sei eine Community-Aufgabe. Gelegentlich sei es erforderlich, dass die Communications Working Group die Position des Projekts öffentlich darlege. Wenn Mitwirkende angegriffen oder bedroht werden, sei es die Aufgabe der Foundation, ihnen den Rücken zu stärken.</p>
<h2>Jo Walsh</h2>
<h3>Person und Wahlprogramm</h3>
<p>Jo ist seit 2005 bei OSM aktiv, hat mir ihrem Benutzerkonto zool aber sehr wenig gemappt. Sie hat kein Wahlprogramm fristgerecht eingereicht.</p>
<h3>Antworten auf den Fragenkatalog</h3>
<p>Sie hat nur elf von zwölf Fragen beantwortet. Ihre Antworten sind im Allgemeinen recht kurz.</p>
<p>Sie ist keine wirklich aktive Mapperin, besucht eigenen Angaben zufolge aber regelmäßig den OSM-Stammtisch in Edinburgh. In den Jahren 2015 bis 2016 war sie 18 Monate lang in der Data Working Group aktiv.</p>
<p>Da sie in den vergangen Jahren Mitglied des Vorstand der Open Source Geospatial Foundation (OSGeo) und der Open Knowledge Foundation war, glaubt sie für das Amt eines Vorstands geeignet zu sein. Sie schreibt, sie habe keine besondere Ziele für OSM.</p>
<p>Ihr Antwort auf die Frage, ob sie das Mission Statement der OSMF gut finde und was sie ändern würde, antwortet sie mit einigen konkreten Änderungsvorschlägen. Unter anderen schreibt sie, dass einige der Aufgaben des Vorstands in diesem Dokument eigentlich Aufgaben der Arbeitsgruppen seien. Es solle deutlich gemacht werden, die die Verantwortung bei den Arbeitsgruppen liege und diese Autonomie genießen würden. Die OSMF sei keine Firma, der Vorstand solle verwalten, nicht leiten und befehlen.</p>
<p>Jo ist für einen Verhaltenskodex. Wie man neue Mapper besser einbinden könne, antwortet sie mit einer allgemein. Sie habe diese Frage auf dem örtlichen OSM-Stammtisch gestellt und gibt in ihrer Antwort die dortige Antwort wieder.</p>
<p>Sie kennt keinen der anderen Kandidaten persönlich. Von den bestehenden Vorständen kennt sie nur Mikel Maron persönlich. Sie hebt Guillaume Rischard lobend hervor.</p>
<p>Die Frage nach der Vielfalt im Vorstand beantwortet sie nicht.</p>
<p>Jo geht keiner kommerziellen Tätigkeit nach, die mit OSM zu tun hat. Ihr fällt nichts ein, mit dem sie rechne, das sie dazu zwingen würde, sich der Stimme bei Befangenheit zu enthalten. Sie ist beim British Geological Survey tätig. Ihre Kollegen dort würden aber gelegentlich Mapathons organisieren, deren Teilnahme freiwillig sei.</p>
<p>Sie ist für eine Amtszeitbeschränkung. Weitere Details enthält ihr Antwort auf diese Frage nicht.</p>
<p>Auf die Frage nach bezahlten Kräften antwortet sie, dass es sinnvoll sei, eine Verwaltungsassistenzkraft zu bezahlen (gemeint ist damit vermutlich Dorothea). Sie strebe nicht danach, weitere Kräfte zu bezahlen. Es bestünde das Risiko, dass jemand in einer leitenden Position schlussendlich Fundraising für seine eigene Stelle betreibe und die Öffentlichkeitsarbeits-Bemühungen Freiwilliger schwäche. Die anarchische und hemdsärmlige Natur gebe dem OSM-Projekt seine Stärke.</p>
<p>Jo denkt, dass die Directed Editing Guidelines (sie spricht von einem „Entwurf“ – möglicherweise ist sie über den aktuellen Beschluss gar nicht informiert) zu breit seien. Ein Satz an sozialen Anforderungen könne nicht sowohl kleine Forschungsprojekte als auch Firmen mit bezahlten Mappern abdecken. Die DWG sollt die Werkzeuge und Autonomie haben, ihre Aufgabe zu erfüllen. Es solle aber klar sein, was ihre Aufgaben seien.</p>
<p>Sie bezeichnet ein Förderprogamm eine erfreuliche Entwicklung der OSMF. Sie habe keine Erfahrung mit solchen Programmen. Sie würde die Anzahl der Mitglieder im Auswahlkomitee hoch ansetzen, lokale Gruppen sollten Vertreter entsenden.</p>
<p>Bei der Frage nach der angemessenen Sorgfalt beim Revertieren von Änderungssätzen antwortet sie, dass sie die Frage nicht verstehe. Niemand solle einfach so Änderungen rückgängig machen und man solle stets von gute Absichten ausgehen.</p>
<p>Falls OSM in sozialen Medien heftig kritisiert werde, werde sie natürlich ruhig und maßvoll bleiben. Als Vorstandsmitglied würde sie weniger Kontroverses in den sozialen Medien sagen und vermeiden, dass ihre Aussagen als offizielle Statements verstanden werden.</p>
<h2>Geoffrey Kateregga</h2>
<h3>Person und Wahlprogramm</h3>
<p>Geoffrey kommt aus Uganda, ist seit 2012 bei OSM dabei (Benutzername Kateregga1). Er ist bei HOT angestellt.</p>
<p>Sein Wahlprogramm recht kurz. In den beiden ersten, langen Absätzen stellt er sich und seinen Weg in OSM vor und lobt in amerikanischem Stil OSM. Während anfangs sein Fokus auf der Datenerfassung gelegen habe, widme er sich seit er im Jahr 2014 HOT beigetreten sei, dem „Community-Building“. Im Jahr 2016 sei er daran beteiligt gewesen, das Netzwerk OSM Afrika zu gründen. Im Jahr 2017 sei er als Vorsitzender des Organisationskomitees der State of the Map Afrika in Kampala (Uganda) beteiligt gewesen.</p>
<p>Der dritte, lange Absatz widmet sich seinen Zielen. Er möchte seine Energie in den Aufbau das “Community-Building” als Teil der Local Chapters Working Group sowie das Förderprogramm (englisch: Microgrants Programme) stecken, sobald es angelaufen sei. Es gebe ein Bedürfnis Communitys zu gründen und daraus Local Chapters zu formen, indem man ihnen klare Anleitungen gebe. Das Förderprogramm werde nicht nur örtlichen Communitys die Möglichkeit geben, lokale Probleme zu lösen, sondern OSM auch mehr Sichtbarkeit verschaffen.</p>
<p>Probleme und aktuelle Fragen der OSMF-Politik thematisiert er in seinem Wahlprogramm nicht.</p>
<h3>Antworten auf den Fragenkatalog</h3>
<p>Er gibt in seiner Antwort auf die Frage nach der Motivation in OSM und seinen Aktivitäten an, dass er OSM beigetreten sei, weil er große Datenlücken gesehen habe – nicht nur in Uganda, sondern auch anderswo. Sein Fokus ist nicht auf dem Mappen. Stattdessen spricht er von „capacity building“, Training neuer Mapper und dem Wachstum der OSM-Community insbesondere an Hochschule. Er möchte die Anzahl der Local Chapters der OSMF vergrößern. Die weiteren Ausführungen in seiner Antwort auf diese Frage stehen auch in seinem Wahlprogramm.</p>
<p>Für den Vorstand sei er geeignet, weil er seit 2012 in verschiedene OSM-Projekte involviert sei und die Bedeutung einer vielfältigen Community für das Wachstum von OSM verstünde. Er denkt, dass er neue Ansichten und Erfahrungen in die Vorstandsarbeit einbringen könne.</p>
<p>Zum Mission Statement schreibt er nur, dass die Werte und Ziele des OSM-Projekts gut und wichtig seien. Er würde gerne die Überprüfbarkeit der Daten ergänzt sehen.</p>
<p>Auf die Frage, wie man neue Mapper begrüßen könne und diesen Raum zum groß werden geben könne, antwortet er mit allgemein gehaltenen Positionen ohne konkret zu werden. Auch zur Frage bzgl. der Erhöhung der Vielfalt in der Community bleibt er sehr allgemein und betont noch einmal, dass er neue Ansichten in die Vorstandsarbeit einbringen könne.</p>
<p>Geoffrey spricht sich dafür aus, dass eine Regulierung von Community-Mitgliedern von der OSMF eingeführt werden solle. Was er damit genau meint, gibt er nur indirekt mit einer allgemeinen Floskel an: Die OSM-Community solle eine freundliche Community sein, in der jeder willkommen sein solle. Das läuft wohl auf einen Code of Conduct hinaus,den die OSMF beschließt.</p>
<p>In seiner Antwort auf die Frage, welche Kandidaten oder Vorstände er kenne, erwähnt er Miriam Gonzalez, Kate Chapman, Mikel Maron und Heather Leson in amerikanischem Stil lobend. Er habe die vier auf Konferenzen bislang schon einmal getroffen. Andere erwähnt er nicht.</p>
<p>Die Antwort auf die Vielfalt des Vorstands fällt knapp aus. Inhaltlich geht er auf die Frage nicht ein. Die OSMF solle Local Chapters unterstützen. Regionale Führer sollten ernst genommen werden und dadurch ermutigt werden, für den Vorstand zu kandidieren.</p>
<p>Geoffrey arbeitet für HOT US Inc. (bezahlte Stelle) als GIS-Leiter und Community-Programm-Assisstenz. Er ist Vorsitzender von MapUganda, der Organisation der OSM-Community in Uganda. Er werde sich aus der Entscheidungsfindung heraushalten, wenn es einen Hinweis auf einen Interessenskonflikt zwischen ihm als Vorstandsmitglied und seinen anderen Tätigkeiten gebe.</p>
<p>Er spricht sich für Amtszeitbeschränkungen aus und erwähnt den Präsidenten von Uganda, der seien Amtszeitbeschränkung aus der Verfassung entfernt habe, um nach 32 Jahren bis an sein Lebensende regieren zu können. Er sehe, wozu das führe.</p>
<p>Geoffrey spricht sich ausdrücklich für bezahlte Kräfte aus und meint, dass man weitere einstellen solle. Ein Grund, warum OSM in Afrika nicht so schnell und leicht wachse, sei, dass es schwierig sei, Freiwillige zu finden, wenn den Leuten das Nötigste noch fehle. Es sei möglich, dass bezahlte Kräfte nicht der Mitwirkung Freiwilliger schaden würden.</p>
<p>Er ist ausdrücklich für organisiertes Mapping. Die Lücken in den OSM-Daten mancherorts sollten seiner Meinung durch organisiertes Mapping geschlossen werden. Die Regeln sollten leichtgewichtig sein, sodass es keine Hürden gebe, aber stark genug, sodass die Aktivitäten anderen gegenüber sichtbar sind.</p>
<p>Das Förderprogramm der OSMF solle dazu genutzt werden, lokale Probleme zu lösen. Die weitere OSM-Community solle in die Auswahl der Empfänger einbezogen werden. Die OSM-Community solle wie bei den OSM Awards über die Empfänger abstimmen. Zum Förderprogramm solle es auch ein Mentoring-Programm geben.</p>
<p>Die Frage nach der Sorgfalt beim Revertieren beantwortet er stark abweichend von seinen Wettbewerbern. Wie bei Importen solle ein Revert vorher auf der nationalen Mailingliste diskutiert werden. Der Mapper, dessen Änderungen revertiert werden, solle vorher kontaktiert werden. Das helfe dem Mapper, den Fehler nicht zu wiederholen.</p>
<p>Sein Antwort auf die Frage, wie man mit heftiger Kritik gegen OSM in sozialen Medien umgehen solle, beantwortet er nichtssagend. Zur Reaktion auf Angriffe gegen einzelne Communitymitglieder äußert er sich nicht.</p>
<h2>Joost Schouppe</h2>
<h3>Person und Wahlprogramm</h3>
<p>Joost Schouppe tritt dieses Jahr zum zweiten Mal an, nachdem er letztes Jahr mit wenigen Stimmen Rückstand gegen Heather Leson verloren hatte.</p>
<p>Joost kommt aus Belgien und ist seit 2012 bei OSM dabei. Er arbeitet in der öffentlichen Verwaltung und hat keine kommerziellen Verflechtungen mit OSM. Im Laufe der Zeit sei er zum „Community-Organisator“ geworden. Er sei nicht wegen Open Source oder Open Data zu OSM gekommen, sondern weil er sich für Karten interessiere.</p>
<p>Sein Wahlprogramm gliedert sich in drei Teile. Zuerst listet er kurz auf, was er plant, falls er <em>nicht</em> gewählt wird. Anschließend legt er seine Prioritäten dar, bevor er sich zum Schluss selber vorstellt.</p>
<p>Joost ist Mitglied des Vorstands von OSM Belgien, einem anerkannten Local Chapter der OSMF. Sollte seine Kandidatur erneut scheitern, wird er sich dennoch in der OSMF engagieren. Er möchte die Local Chapters Working Group als Community Working Group „neu starten“. Zudem möchte er die Verbindungen zwischen OSM und der Wissenschaft verbessern.</p>
<p>Sein Hauptziel ist es, die Community zu vergrößern. Das heiße für ihn, lokale Mapper zu fördern. Daher freue er sich so sehr über das Förderprogramm.</p>
<p>Eines der wichtigsten Dinge, um die Basis an Freiwilligen [in der OSMF] zu vergrößern, sei zu versuchen, wieder ein Verein zu sein, dem man beitreten wolle. Er habe zu oft von anderen Leuten gehört, dass sie keine Lust hätten, sich in der OSMF einzubringen, weil das Klima so rau sei. Ohne Namen zu nennen, ruft er gewisse zentrale Persönlichkeiten dazu auf, bei der Wortwahl das Gewicht ihrer Worte zu berücksichtigen.</p>
<p>Er möchte die Vielfalt unter den Mitgliedern verbessern. Zwar sei es ein unerreichbares Ziel, dass keine Gruppe überproportional repräsentiert ist, aber man könne mit einigen Möglichkeiten experimentieren. Drei nennt er explizit:</p>
<ul>
<li>Er stellt die offene Frage, wie man diejenigen erreichen könne, die keine Englischkenntnisse haben. Er berichtet, dass in Belgien Englisch als Kommunikationssprache verwendet werde, damit keine Gruppe einen Vorteil habe. Da es aber auch Leute gebe, deren Fremdsprachenkenntnisse gering seien, sei es schlussendlich doch erforderlich, in drei Sprachen (Englisch, Niederländisch, Französisch) zu kommunizieren, auch wenn das Übersetzen viel Arbeit sei. Eine konkrete Lösung nennt er jedoch nicht.</li>
<li>Beim Kommunizieren seien nicht nur Sprachbarrieren ein Problem. Wer kommuniziere und diskutiere, solle sich der Unterschiede, die aus kulturellen Unterschieden, verschiedenen Geschlechtern oder Bildungsständen resultieren, berücksichtigen. Er meint, dass man vielleicht externen Rat hinzuziehen solle, der sich mit der Kommunikation über kulturelle Grenzen hinweg auskenne.</li>
<li>Er kritisiert, dass Diskussionen in der OSMF auf Mailinglisten als einziges Medium beschränkt seien. Als Vorstandsmitglied würde er gerne aktiv andere Möglichkeiten unterstützen, mit denen man mehr Beiträge zur Entscheidungsfindung erhalten könnte und nennt Umfragen als ein Beispiel von mehreren.</li>
</ul>
<h3>Antworten auf den Fragenkatalog</h3>
<p>Er schreibt als Antwort auf die erste Frage, dass er immer weiter in OSM hineingerutscht sei. Er mappe fast täglich und sei als Organisator in der Community aktiv. Zusammen mit Jorieke Vyncke (bei Missing Maps aktiv) und Ben Abelshausen hätten sie in Belgien die OSM-Community aufgebaut. (Joost ist aber kein Mitglied von HOT US Inc.)</p>
<p>Joost meint, er sei für das Amt als Vorstand geeignet, weil er sich als Vermittler sehe. Er hebt hervor, dass er in ein Gespräch nicht mit Vorurteilen hineinginge. Vielleicht sei das daran gelegen, dass er aus einem Land sei, das ohne Kompromisse nicht funktionieren würde – Belgien.</p>
<p>Zum Mission Statement und den Good-Practice-Regeln meint er kurz und knapp, dass sie gut seien.</p>
<p>Zur Verbesserung der Willkommenskultur meint er, dass die OSMF mehr tun solle, um das Begrüßen von Neulingen zu erleichtern. Die Liste an Kommunikationskanälen, die im iD-Editor nach dem Hochladen angezeigt werden, hält er für einen guten ersten Schritt.</p>
<p>Er denkt, dass es weibliche Leitpersönlichkeiten bräuchte, um Frauen als Mapperinnen zu gewinnen. Es sei aber auch noch mehr Forschung in der Richtung erforderlich, um das Marketing zielgerichteter durchführen zu können.</p>
<p>Joost meint, dass neue Mapper zuerst Datennutzer seien. Die Chancen, die zwei Milliarden neue Nutzer (Facebook nutzt OSM) mit sich brächten, solle man nutzen. Aber nicht jeder Konsument werde auch ein Beitragender. Wir sollten die Entwickler von Apps ermutigen, ihre Nutzer in Beitragende zu verwandeln.</p>
<p>Die Frage, ob er über seine Wettbewerber und die aktuellen Vorstände etwas sagen könne, hat er nicht verstanden. Seine Antwort ist ein Satz, der keine Informationen enthält.</p>
<p>Um die Vielfalt im Vorstand zu erhöhen, solle man unten anfangen. Die Mitglieder der OSMF sollten die Mapper-Community repräsentieren. Das Beitragserlassungsprogramm sei ein guter Schritt nach vorn. Er sei gespannt, wie es sich entwickle.</p>
<p>Es gebe aber auch echte Probleme. Erstens sei es derzeit praktisch nicht möglich, ohne exzellente Englischkenntnisse Vorstand zu sein. Das gelte vielleicht auch für das Engagement in der OSMF. Lösungsansätze habe er keine, aber man könne ja bestimmte Dinge ausprobieren. Zweitens frisst das Engagement auch Zeit. Das könne erklären, warum im OSM-Umfeld geschäftlich tätige Leute aktiver seien. Zwar seien Firmen und Nichtregierungsorganisationen ein Weg, viel Aufmerksamkeit zu erhalten, und diese Beziehung idealerweise symbiotisch. OSM sei aber ein Freiwilligen-Projekt, das das Geschäftsleben betrifft, kein kommerzielles Projekt, das durch Crowdsourcing betrieben werde. Damit stößt er recht kritische Töne in Sachen Firmen an.</p>
<p>Zur Frage nach Interessenskonflikten meint er, dass seine berufliche Tätigkeit ausreichend weit von OSM entfernt sei und er keine Interessenskonflikte deshalb erwarte. Er (Soziologe) ist arbeitet in der Kommunalverwaltung und erstelle lokale Statistiken für Entscheidungsträger. Umgekehrte Interessenskonflikte habe er jedoch gelegentlich, wenn er Kollegen von der Nutzung von OSM überzeugt.</p>
<p>Joost denkt, dass ein gewisse Art von Amtszeitbeschränkung nötig sei. Es bringe das Risiko mit sich, erfahrene Leute deshalb zu verlieren. Manchmal sei frisches Blut jedoch notwendig.</p>
<p>Joost ist für bezahlte Kräfte, v.a. als Projektmanager. Er denkt, dass das den Freiwilligen die Arbeit leichter mache und sie nicht ersetze.</p>
<p>Er drückt sich sehr positiv über die Organised Editing Guidelines aus. Als Mapathon-Organisator sehe er zwar ein paar problematische Anforderungen, aber nichts, das nicht machbar sei. Als örtlicher Mapper fühle er sich von den Guidelines beschützt. Falls sich Probleme herausstellen werden, könne man sie ja noch anpassen.</p>
<p>Zum Förderprogramm meint Joost, dass man zuerst sich im Klaren sein solle, was man damit erreichen wolle. Im Advisory Board sei die Idee aufgekommen, dass es als Vertrauensbeweis dienen könne. Wenn man eine große, umfangreiche Idee hat, kann man erst einmal einen kleinen Schritt finanzieren und schauen, ob da das klappt. Er denkt, dass man die Mittel hauptsächlich für zwei Zwecke nutzen solle:</p>
<ul>
<li>Anstoß für OSM-Communitys: Mapper, die eine erste Veranstaltung organisieren wollen, die bessere Mappingwerkzeuge brauchen oder die anders keine anderen Veranstaltungen besuchen können usw.</li>
<li>die Prioritäten der Community umsetzen</li>
</ul>
<p>So ein Programm solle nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei HOT US Inc. hätte es eine 50%-Stelle benötigt, um es am Laufen zu halten. Man solle daher Mittel für die Stelle eines Projektmanagers bereitstellen. Das Treffen der Entscheidung sei ein leichterer Job. Er sehe idealerweise ein demokratisches Wahlsystem, bei dem die Community die finale Entscheidung trifft.</p>
<p>Joost denkt, dass Reverts nicht leichtfertig erfolgen sollten. Unter den vielen Fehlern können auch ein paar Perlen verborgen sein. Der Verantwortliche solle kontaktiert werden. In Belgien würden Reverts nur nach Rücksprache mit den anderen Mappern in der belgischen Chatgruppe erfolgen, um ein zweites Augenpaar zu haben.</p>
<p>Zur Frage nach dem Umgang mit Kritik in den sozialen Medien meint Joost, dass OSM manchmal ein unfreundlicher Ort sei. Er denke, dass das nicht so sein sollte und es dem Projekt schade. Darüber solle man aber in den OSM-Kanälen diskutieren, nicht in sozialen Medien. Anlass für die Frage sei seiner Meinung nach ein konkreter Anlass. Eine wichtige Person habe sich verkürzt und falsch über OSM geäußert. Joost hätte für eine Erwiderung gestimmt, wenn die Person nicht eine korrigierte, verbesserte Fassung ihres Social-Media-Statements veröffentlicht oder es zurückgenommen hätte.</p>
<h2>Guillaume Rischard</h2>
<h3>Person und Wahlprogramm</h3>
<p>Guillaume kommt aus Luxemburg. Er hat vor zwei Jahren schon einmal erfolglos kandidiert und verweist zu Beginn seines Wahlprogramms auf das <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/User:Stereo/2016_OSMF_Board_Elections_Manifesto">damalige</a>. Dieses war in drei Abschnitte „Zu einer immer besseren Karte“, „Repräsentierung der Mapper-Community“ und „Neue Geldquellen finden“ gegliedert. Das sei alles soweit noch gültig mit der Ausnahme, dass Apple und Facebook jetzt OSM unterstützen würden.</p>
<p>Sein diesjähriges Wahlprogramm ist recht kurz, aber reich an konkretem Inhalt und in die drei Punkte „Chancengleichheit“, „Transparenz der Vorstandsarbeit“ und „Arbeitsgruppen“ gegliedert.</p>
<p>Dem ersten Abschnitt widmet er sich am meisten. Er erwähnt die Massenanmeldung von 100 Indern und die Vorwürfe der Wahlempfehlungen in Firmen, welche kontrovers diskutiert wurden. Die aktuelle Satzung habe keine Hürden gegen Massenanmeldungen. Die Membership Working Group solle damit beauftragt werden, zusammen mit der Community ein umfangreiches, aber angemessenes Paket an Maßnahmen zu entwickeln, um Wahlbetrug und „regulatory capture“ (Vereinnahmung einer Regulierungsbehörde) [durch Firmen] zu verhindern. Nur die breite Teilnahme leidenschaftlicher Mapper aus vielen Communitys in den Aktivitäten der OSMF könne verhindern, dass die OSMF durch Dritte übernommen werde. Er ruft daher jedes OSMF-Mitglied dazu auf, mitzuhelfen, Mapper zu einer Mitgliedschaft in der OSMF zu bewegen.</p>
<p>Er fordert, dass die Transparenz der Vorstandsarbeit verbessert werde. Es sei dem Vorstand derzeit möglich, viele hinter den Kulissen zu machen. Umlaufbeschlüsse würden unter bestimmten Umständen nicht veröffentlicht werden.</p>
<p>Es sei ein andauernder Zustand, dass Freiwillige und ihre Arbeitsgruppen in der OSMF mit der Arbeit überlastet seien. Die OSMF kann und sollte mehr tun, um sie zu entlasten, einschließlich Unterstützung von außen.</p>
<h3>Antworten auf den Fragenkatalog</h3>
<p>Guillaume ist seit 2011 dabei. Er hat erstmals von OSM im Jahr 2008 gehört, es aber nicht ernst genommen. Er ist ein klassischer Hobby-Mapper durch und durch. Er mappt hauptsächlich in Luxemburg und im Kosovo, wo seine Freundin sich dienstlich bedingt aufhält. In der OSMF engagiert er sich in der Data Working Group und der Membership Working Group. Zudem hat er durch konsequentes Erinnern und Anmahnen die Umsetzung einer HTTPS-überall-Richtlinie (die gibt es nicht formal) erreicht. Guillaume ist Co-Maintainer des Editor-Layer-Index und schreibt Issues und Pull-Requests auf GitHub. Er hat schon bei ein paar Vorstandstreffen zugehört und empfiehlt in ironischem Ton Popcorn dazu.</p>
<p>Er meint, dass seine Mitarbeit in der DWG und MWG ihm die entscheidende Erfahrung für die Arbeit als Vorstand gegeben habe. Zudem sei er im Jahr 2017 in den Verkehrsausschuss der Stadt Luxemburg gewählt worden. Er war und ist Mitglied der Vorstände einiger Vereine. Er weiß, wie in der OSMF der Hase läuft. Aufgrund seiner politische Aktivität sei er mit der Kompromissfindung vertraut. Die kulturellen Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern kennt er als Luxemburger mit Kenntnissen in Luxemburgisch, Französisch, Deutsch und Englisch sowieso.</p>
<p>Auf die Frage, ob er hinter dem Mission-Statement steht, antwortet er ausweichend. Er denkt, dass man solche Dokumente von Zeit zu Zeit überprüfen sollte. Das sollte aber unter Einbindung der Community geschehen. Dafür schlägt er eine Umfrage vor.</p>
<p>Guillaume spricht sich dafür aus, die Community mit Werkzeugen zu unterstützen, die die Ansprache von Neulingen verbessern. Er verweist dabei auf die Schweiz und Belgien. Bezüglich der OSMF-Mitglieder hebt er hervor, dass er es geschafft habe, in Frankreich, Luxemburg und dem Kosovo in kurzer Zeit (vor dieser Wahl) eine erhebliche Anzahl an Mitgliedern anzuwerben.</p>
<p>Er findet einen Code of Conduct im Grunde gut. Es sei aber die Aufgabe der OSMF, den Konsens der Community zu bestätigen, nicht zu bestimmen.</p>
<p>Die Operations Working Group bezeichnet er gerade als die große Schwachstelle von OSM. Die Systeme seien am Laufen und wenige engagierte Freiwillige investieren ihre Zeit, aber neue Entwicklungen gebe es keine. Konkrete Abhilfe erwähnt er aber nicht.</p>
<p>Guillaume findet lobende Worte für jeden seiner Wettbewerber. Tobias erwähnt er als guten Kandidaten, um den akademischen Teil in OSM zu stärken.</p>
<p>Auf die Frage, wie seine Meinung zur fehlenden räumlichen Vielfalt im Vorstand sei, antwortet er, dass er in der Vergangenheit gezielt Kandidaten aus unterrepräsentierten Ländern gewählt habe. Es sei wichtig, viele und räumlich breit gestreute Mitglieder zu haben. Dahin sei es immer noch ein weiter Weg. Er plädiert dafür, sich nicht so sehr auf die mangelnde Vielfalt im Vorstand zu konzentrieren. In einem Vorstand mit sieben Leuten sei es hingegen nicht erreichbar, alle Minderheiten zu repräsentieren. Er sei gegen Grenzen (vermutlich meint er damit eine Obergrenze für eine bestimmte Gruppe), da solche Systeme leicht zu umgehen seien und zu Klientelismus führen. Stattdessen solle man lokale Communitys stärken und den Local Chapters mehr Einfluss verschaffen.</p>
<p>Interessenskonflikte sieht er keine. Er arbeitet als freiberuflicher IT-Berater. Die meisten seiner Projekte hätten keinen Bezug zu Karten. Er kritisiert das Verhalten eines Vorstandsmitglieds, das wegen Befangenheit nicht über die Organised Editing Guidelines mit abstimmen durfte, dafür gekämpft hat, dass die Regeln aufgeweicht werden. Gemeint ist damit wahrscheinlich Mikel Maron (er nennt dessen Namen nicht explizit). Auf dem Niveau sei selbst der Anschein von Unanständigkeit bedauernswert, in seiner jedoch geächtet. Er wisse aus seiner politischen Tätigkeit mit Befangenheit umzugehen. In einem Fall habe er vorübergehend die Sitzung verlassen, wie es in solchen Fällen üblich sei.</p>
<p>Er spricht sich nicht für und nicht gegen eine Amtszeitenbeschränkung aus, empfindet die aktuelle Regelung aber als sehr seltsam. Es sei die Entscheidung der Mitglieder, wie hier zu verfahren sei.</p>
<p>Zu bezahlten Kräften meint er, dass Dorothea ein Glücksgriff sei, und lobt ihre Neutralität und Professionalität. Falls man Leute bezahle, solle das nur für Tätigkeiten geschehen, die für die Freiwilligen zu viel seien. Als Beispiel erwähnt er die Membership Working Group, die mit dem Eintragen neuer Mitglieder nicht hinterherkomme. Die OSMF solle keine bürokratische, riesige Nichtregierungsorganisation werden. Der Kern müsse aus Freiwilligen bestehen. Genau diese hätten die Massenanmeldung von 100 neuen Mitgliedern kurz vor Ende der Anmeldefrist für die nächste Wahl bemerkt.</p>
<p>Guillaume ist der Autor des zweiten Entwurf der Organised Editing Guidelines, die der Vorstand mittlerweile beschlossen hat. Er schreibt dazu, dass es für ein offenes Projekt wichtig sei, die Erwartungen klar zu kommunizieren. Das bringe Sicherheit und Verlässlichkeit für beide Seiten – Organisationen und die Community. Der Leitfaden sei ein Ergebnis der Erfahrungen der DWG mit solchen Fällen. Sie sollten auf ihre Wirksamkeit überprüft werden, sobald man ihre Wirkung einschätzen kann, vorher nicht. Er kritisiert diejenigen, die den Leitfaden teils als zahnlos, teils als drakonisch dargestellt haben. Sie gäben der Community die Freiheit, es sei aber dennoch möglich, im Zweifelsfall Aktionen zu stoppen, meint er.</p>
<p>Für das Förderprogramm schlägt Guillaume die Einrichtung einer Arbeitsgruppe vor. Die Vergabeentscheidung solle nach einer Diskussion mit der Community getroffen werden. Man solle Infrastruktur und Communitys nachhaltig unterstützen und nicht Leute für das Mappen bezahlen. Bei der Evaluierung der Förderungen solle ein messbares Ergebnis vorliegen.</p>
<p>Man solle stets von guten Absichten ausgehen, meint er auf die Frage zu Reverts.</p>
<p>Seine Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit Kritik enthält keine konkrete Meinung. Er erwähnt jedoch die intensiv diskutierte Krim-Frage und, dass der Beschluss der DWG dazu am Ende zu Kritik, Angriffen und Drohungen gegen Freiwillige geführt habe.</p>
<h2>Miriam Gonzalez</h2>
<h3>Person und Wahlprogramm</h3>
<p>Miriam gibt an, seit 2014 in OSM aktiv zu sein. Ihr OSM-Benutzerkonto Mapanauta hat aber 2015 erstmals Änderungssätze zu OSM hochgeladen. In ihrem Wahlprogramm beschäftigen sich nur drei kurze Aufzählungspunkte mit ihren Plänen, im Rest stellt sie selbst sich vor.</p>
<h3>Antworten auf den Fragenkatalog</h3>
<p>Sie habe 2013 erstmals von OSM erfahren und sei von der geringen Datenmenge enttäuscht gewesen. Zusammen mit einigen Mappern habe sie Mapathons organisiert und in Hochschulen und Behörden für Open Data und OpenStreetMap geworben. Sie habe am Import der Verwaltungsgrenzen in Mexiko im Jahr 2016 mitgewirkt und Mappingaktionen nach Wirbelstürmen und Erdbeben. Mittlerweile studiert sie Geomatik. Sie ist Mitglied der Gruppierung Geochicas, einer Mapperinnengruppe in Lateinamerika, die sich für einen höheren Frauenanteil in OSM engagiert und mittlerweile auf auch außerhalb Lateinamerikas aktiv ist.</p>
<p>In den Antworten auf die Mitgliederfragen gibt sie an, dass sie über ihre berufliche Tätigkeit zu OSM gekommen sei. Sie habe in einer Firma gearbeitet, die die Firma Skobbler (eine OSM-basierte Navi-App) aufgekauft habe und über die Datenqualität in OSM besorgt gewesen sei. Gemeint ist damit die Firma Telenav. Mittlerweile arbeitet sie nicht mehr dort und hat eigenen Angaben zufolge keine Interessenskonflikte mehr.</p>
<p>Wenn sie gewählt wird, möchte sie lokale Communitys insbesondere in den Ländern unterstützen, die andere Bedürfnisse als die auf der Nordhalbkugel haben. Sie möchte den Frauenanteil erhöhen und „andere Communitys“ sollten sich OSM mehr willkommen fühlen. Zudem möchte sie neue Mappingtechniken und die Entwicklung guter „Mensch-Maschine-Arbeitabläufe“, die die von auf Menschen zentrierte Karte mit maschinellen Verfahren verbessern.</p>
<p>Miriam hat vier Fragen nicht beantwortet. Sie hat sie später nachgereicht, als die Antworten ihrer Wettbewerber veröffentlicht haben. Um gleiche Bedingungen für alle Kandidaten zu schaffen, werden hier nur die fristgerecht eingegangenen Antworten berücksichtigt.</p>
<p>Sie mappt meist kleinere Städte in Mexiko und an anderen Orten in Lateinamerika sowie organisierte Treffen und Mapathons. Sie hat auch schon an Vorstandssitzungen teilgenommen.</p>
<p>Auf die Frage, warum sie für das Amt als Vorstand geeignet sei, antwortet sie, dass sie die Dinge praktisch sehe und gut im Fällen von Entscheidungen sei.</p>
<p>Die Frage, ob sie das Mission Statement und die Good-Practice-Seite gut finde und was sie daran ändern würde, hat sie nicht beantwortet.</p>
<p>Auf die Frage, wie OSM alle möglichen Mapper in die Community aufnehmen kann, schlägt sie als Ergänzung zur textbasierten Kommunikation mehr Live-Veranstaltungen vor. Um neue Mapper besser zu begrüßen, schlägt sie umfangreichere Willkommens-Mails vor, die vollautomatisch versendet werden. Zudem könnte man bei der Registrierung mehr Informationen abfragen, um mehr über die Mapper und ihre Motivation zu wissen. Als Antwort auf die Frage, wie man die Vielfalt (Regionen, Einkommen, Geschlechter, sexuelle Orientierung) verbessern könnte, erwähnt sie das Projekt Geochicas, in dem sie aktiv ist. Dieses sei in drei Richtungen aktiv, um den Frauenanteil zu erhöhen: Wissen teilen, einen sicheren Raum für die Mitarbeit schaffen und Frauen zu ermutigen, auf Konferenzen zu reden.</p>
<p>Miriam schlägt Verhaltensregeln vor, damit jeder einen Leitfaden für seine Verhalten habe.</p>
<p>Sie schreibt, dass sie von den Kandidaten nur Geoffrey und Joost bislang im realen Leben getroffen habe.</p>
<p>Miriam hält die räumliche Vielfalt für sehr wichtig, da jede Region andere Bedürfnisse habe. Das täte den OSM-Daten gut. Sie hält sich für eine „globale Bürgerin“, da sie bislang schon in vielen Ländern gelebt habe, u.a. China, Frankreich, Vereinigtes Königreich, USA und Mexiko. Richtig beantworten tut sie die Frage bezüglich der Vielfalt im Vorstand jedoch nicht, sondern weicht aus.</p>
<p>Auf die Frage nach Interessenskonflikten und ihrem Umgang damit antwortet sie, dass sie keinen habe. Falls sie eine bezahlte Stelle mit OSM-Bezug antrete, könne sie das mitteilen. Zu ihrem Umgang mit Interessenkonflikten und ihren Ansprüchen enthält ihre Antwort keine Informationen.</p>
<p>Die Frage nach der Amtszeitbeschränkung wurde nicht fristgerecht beantwortet.</p>
<p>Miriam ist für bezahlte Kräfte für Assisstenz- und Verwaltungstätigkeiten. Ihre Antwort fällt recht knapp aus.</p>
<p>Die Frage nach organisiertem Mapping beantwortet sie nicht.</p>
<p>Das angedachte Förderprogramm der OSMF solle drei Themenbereiche umfassen:</p>
<ul>
<li>Community: Communitys in armen Ländern finanziell unterstützen</li>
<li>neue Mappingtools: Testen und Verbessern bestehender Werkzeuge sowie Mensch-Maschine-Interations-Workflows</li>
<li>Vielfalt: Projekte, die den Frauenanteil erhöhen wollen</li>
</ul>
<p>Die Fragen bzgl. Reverts und Kritik in sozialen Medien hat sie nicht beantwortet.</p>
<h2>Nuno Caldeira</h2>
<h3>Person und Wahlprogramm</h3>
<p>Nuno ist eigenen Angaben zufolge seit 2011 aktiv. Sein altes Benutzerkonto nutze er seit dem Lizenzwechsel im Jahr 2012 nicht mehr. Nuno mappt viel auf Madeira, seiner Heimat, übersetzt Software ins Portugiesische und ist „Mapillary-Botschafter“.</p>
<p>Sein Wahlprogramm widmet ist recht kurz. Er möchte sich engagieren, um dafür zu sorgen, dass die geforderte Quellenangabe bei der Nutzung von OSM-Daten auch erfolgt. Auf andere aktuelle Themen und Themen, die sonst in Wahlprogrammen gern genannt werden, geht er nicht ein. Seine Antworten auf die Fragen sind meist eher kurz.</p>
<h3>Antworten auf den Fragenkatalog</h3>
<p>Nuno ist Geograph, Photograph/Videograph und „Botschafter“ für zwei Fotozubehör-Marken. Im Jahr 2015 hat er die dritte Mappingparty auf Madeira mitorganisiert. Anfang 2018 ist er „HERE Map Master“ in Portugal geworden. Mapping sei eine gesunde Sucht.</p>
<p>Er meint, dass er für das Amt als Vorstand geeignet sei, weil er zwei Jahre lang Vorstandsvorsitzender eines Wandercamping-Vereins war.</p>
<p>Auf die Frage, ob er dem Mission Statement und den Good-Practice-Regeln im Wiki zustimme, antwortet er ausweichend. Er schreibt, dass er an Open Data glaube und wegen der Verletzungen der ODbL durch Firmen besorgt sei, die seit Juli von Google zu OSM gewechselt seien, weil Google die Gebühren erhöht habe. Die OSMF müsse da aktiv werden. Er denkt, dass wenn zwei Prozent aller Facebook-Nutzer die OSM-Quellenangabe sehen würden und 5 Prozent davon Mapper werden würde, viel gewonnen sei.</p>
<p>Nuno denkt, dass es ein Mentoring-System für neue Mapper geben solle.</p>
<p>Die Frage, welche der bestehenden Vorstände und welche der Kandidaten er kenne, beantwortet er mit der Aussage, dass er einige über Telegram kenne.</p>
<p>Er hält ein System, nach die Vorstandsposten gleichmäßig nach Kontinenten vergeben werden für schlecht, da es die Größenverhältnisse der Communitys außer acht lassen würde. Es müsse das Interesse der Personen an der Kandidatur und nicht die Herkunft sein, die entscheiden solle.</p>
<p>Bei der Frage nach Interessenskonflikten erwähnt er, dass er Mapillary-Botschafter sei, aber von Mapillary weder zur Kandidatur gebeten wurde noch ihm den Mitgliederbeitrag bezahlt habe. Er habe kein kommerzielle Interesse in OSM-Daten. Seine Entscheidungen als Vorstand würden nicht von Dritten beeinflusst werden und er denke, dass die OSMF neutral sein sollte.</p>
<p>Nuno ist für eine Amtszeitbeschränkung für Vorstände, da sie der Vielfalt auf lange Dauer dienen würde.</p>
<p>Die Frage nach seiner Meinung zu bezahlten Kräften beantwortet er sehr knapp. Er stimme der aktuellen Situation zu, dass die OSMF größtenteils von Freiwilligen betrieben werde.</p>
<p>Bei der Frage zu den Organised Editing Guidelines weicht seine Antwort von den anderen sehr ab. Er sieht in organisierten Bearbeitungen die Gefahr der Datenmanipulation. Es solle daher reguliert werden. Bezahlte Mapper sollten gekennzeichnet sein, damit ihre Änderungen von der Community kontrolliert werden können.</p>
<p>Er denkt, dass diejenigen Mittel aus dem Förderprogramm erhalten sollten, die in Südamerika und Afrika für die Nutzung von OSM werben oder das Bewusstsein für OSM erhöhen. Die Arbeit von HOT sei wichtig. Es sei aber noch wichtiger, vor Ort zu sein, um bei Kriegen und humanitären Krisen zu helfen.</p>
<p>Nuno denkt, dass schlechte Änderungen und Vandalismus schnellstmöglich zurückgesetzt werden sollten. Bei schlechten Änderungssätzen sollte drei Tage Zeit gegeben werden, um die Änderung zu begründen, bevor sie rückgängig gemacht wird.</p>
<p>Auf die Frage nach dem Umgang mit Kritik in den sozialen Medien gegen OSM meint er, OSM neutral sein solle. Kritik sollte durch eine Antwort des Vorstands beantwortet werden.</p>
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		<title>Rückblick auf das Berliner OSM-Hackweekend 04/2018</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2018 08:33:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[FOSSGIS]]></category>
		<category><![CDATA[OSMBlog]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Wochenende des 14. und 15.04.2018 fand in Berlin ein OpenStreetMap-Hackweekend statt. Nach einer Pause im letzten Jahr öffneten sich die Türen an einem neuen Ort. Das Interesse ist erfreulicherweise sogar gestiegen mit insgesamt 30 Anmeldungen. Die DB-Mindbox Berlin im Bahnhof &#8230; <a href="/blog/2018/05/rueckblick-auf-das-berliner-osm-hackweekend-04-2018/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Wochenende des 14. und 15.04.2018 fand in Berlin ein <a href="https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Berlin_Hack_Weekend_April_2018">OpenStreetMap-Hackweekend</a> statt. Nach einer Pause im letzten Jahr öffneten sich die Türen an einem neuen Ort. Das Interesse ist erfreulicherweise sogar gestiegen mit insgesamt 30 Anmeldungen. Die <a href="https://dbmindbox.com/">DB-Mindbox Berlin</a> im Bahnhof Jannowitzbrücke bot nicht nur ausreichend Platz, sondern war auch sonst für unser zweitägiges Treffen bestens geeignet.</p>
<p>Im Vorfeld kommt immer wieder die Frage auf, was es denn auf einem Hackweekend zu sehen gibt. Dabei verweise ich gerne auf die Artikel über vergangene Hackweekenden und möchte auch diesmal auf die Frage eingehen. Das Hackweekend ist keine Vorführung oder keine geführte Veranstaltung mit festem Ablaufplan. Es ist in erster Linie ein Ort und Zeitraum bei dem sich OSM-Interessierte zusammenfinden um sich über bestimmte Problemstellungen im OSM-Universum auszutauschen. Das klingt abstrakt, aber eine detaillierte Beschreibung würde es nur einschränken.</p>
<p>Es wird viel diskutiert, es wird Code und Dokumentation geschrieben, Neues ausprobiert und Vorhandenes verbessert. Es gibt sowohl Heureka- und Facepalm-Momente und das gesamte Spektrum dazwischen. Wer wirklich wissen möchte was man erleben kann, muss dies wahrscheinlich in einem Selbsttest herausfinden.</p>
<p>Die folgende Auflistung gibt einen Überblick der aktuellen Themen bzw. Ergebnisse des Hackweekends.</p>
<p>Es wurde, wie bereits oben erwähnt, viel diskutiert. Unter anderem ging es dabei um Activity Streams (<a href="https://www.w3.org/TR/activitystreams-core/">W3C</a>), Place Concept, Geocoder, Baumbestände und deren Attribute, Routing auf OSM-Daten, Mapping, API und Datenmodelle von OSM, Straßensuche, Gebäudedaten und Gebäudemodelle.</p>
<p>Für den Open-Source-Geocoder <a href="https://github.com/komoot/photon">Photon</a> wurde ein neues Release 0.3.0 veröffentlicht.</p>
<p>Die Instanz des <a href="https://maposmatic.osm-baustelle.de/">Forks von MapOSMatic</a> von Hartmut Holzgraefe wurde mit einem neuen OSM-Planetenimport versorgt. Dies wurde notwendig da es eine Umstellung des Kartenstils von openstreetmap-carto v3 auf v4 gab. Gearbeitet wurde auch an einer API sowie an Bugfixes.</p>
<p>Für die Opendronemap wurde an einem Dockerfile gearbeitet, das OSM-Daten importiert und einen WMS konfiguriert.</p>
<p>Die OSM-Fahrkartenautomaten-Karte (<a href="https://github.com/ubahnverleih/OSMfahrkartenautomaten/pull/11">PR mit Bild</a>, <a href="http://ubahnverleih.github.io/OSMfahrkartenautomaten/#14/52.5046/13.4210">Karte</a>) zeigt dank Tobias die Symbole der Berliner Verkehrsbetriebe. Der Code für das Baumkataster Berlin (<a href="https://github.com/codeforberlin/trees-api">Code</a>, <a href="https://trees.codefor.de/">Karte</a>) wurde aufgeräumt und dokumentiert.</p>
<p>Die Software des Projektes <a href="https://www.bbbike.org/">bbbike.org</a> (<a href="https://github.com/eserte/bbbike/blob/master/CHANGES">Änderungen</a>) wurde in der Version 3.19 veröffentlicht. Das letzte Release ist bereits 5 Jahre her.</p>
<p>Gearbeitet wurde auch an <a href="https://posm.io/about/">POSM</a>, einem Projekt des Amerikanischen Roten Kreuz.</p>
<p>Als Fortsetzung der Diskussion auf der FOSSGIS-Konferenz 2018 (<a href="https://media.ccc.de/v/2018-5415-vorstellung_von_umap">Videolink</a>) wurde in einem lokalen Setup die Installation erprobt und analysiert welche Ressourcen eine gehostete Instanz benötigt. Seit dem Hackweekend wird zusätzlich analysiert ob ein Setup mit Docker hilfreich ist. Ein <a href="https://www.fossgis.de/wiki/F%C3%B6rderantr%C3%A4ge/umap_instanz">Förderantrag &#8222;uMap-Instanz&#8220;</a> beim FOSSGIS e.V. wurde gestellt um in Deutschland eine uMap-Instanz zu betreiben, die der gesamten Community zur Verfügung steht.</p>
<p>Für die Zukunft sind auch weitere Hackweekends in Berlin geplant. Die Gestaltung und Inhalte hängen stark von den Teilnehmern ab. Aus</p>

<a href='/blog/2018/05/rueckblick-auf-das-berliner-osm-hackweekend-04-2018/2018-04-12-13-41-28/'><img width="150" height="150" src="/wp-uploads//2018/05/2018-04-12-13.41.28-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" loading="lazy" srcset="/wp-uploads/2018/05/2018-04-12-13.41.28-150x150.jpg 150w, /wp-uploads/2018/05/2018-04-12-13.41.28-300x300.jpg 300w, /wp-uploads/2018/05/2018-04-12-13.41.28-32x32.jpg 32w, /wp-uploads/2018/05/2018-04-12-13.41.28-50x50.jpg 50w, /wp-uploads/2018/05/2018-04-12-13.41.28-64x64.jpg 64w, /wp-uploads/2018/05/2018-04-12-13.41.28-96x96.jpg 96w, /wp-uploads/2018/05/2018-04-12-13.41.28-128x128.jpg 128w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
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<p>bin ich sehr an Feedback und Vorschlägen interessiert, wie sich das Hackweekend Berlin zukünftig entwickeln kann.</p>
<p>Abschließend geht noch ein großer Dank geht an das Team der DB-Mindbox Berlin die uns ihre wunderschönen Räumlichkeiten für das Wochenende überlassen haben. Danke auch an alle helfenden Hände die bei der Vorbereitung und Durchführung mit angepackt haben, Stichwort Internet, Einkauf, Pizzaversorgung, Aufräumen. Die anfallenden Kosten wurden durch die Firma Mapbox (Verpflegung) und mir (Organisation, Reinigung) gedeckt.</p>
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